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Karlsruhe Karlsruher Geschichte: Digitales Stadtlexikon freigeschaltet

Wie nur wenige andere deutsche Städte verfügt Karlsruhe seit vergangener Woche über ein digitales Stadtlexikon, das "zu einer stadtgeschichtlichen Entdeckungsreise einlädt", wie der Erste Bürgermeister der Stadt Karlsruhe, Wolfram Jäger, am Donnerstagabend bei der öffentlichen Vorstellung sagte. Es umfasst derzeit 900 Artikel, soll allerdings noch wachsen.

Das neue Stadtlexikon soll in knapper Form die wichtigsten Infos inklusive Quellen- und Literaturverweise zu stadtgeschichtlich bedeutsamen Ereignissen, Institutionen, Orten und Personen zur Verfügung stellen. Der Vorteil einer digitalen Publikation: "Man kann aktualisieren, man kann fortschreiben", meinte Stadtarchivleiter Ernst Otto Bräunche bei der Freischaltung vergangene Woche.

Bis zum Ende des Jahres solle noch die 1.000-Artikel-Marke geknackt werden. Vorbild sei das digitale Stadtlexikon der Stadt Nürnberg gewesen, dass 1247 Seiten umfasst. 

Stadtarchiv Lexikon
Mit einem symbolischen Knopfdruck schaltet Wolfram Jäger (rechts), Erster Bürgermeister der Stadt Karlsruhe, am Donnerstagabend gemeinsam mit Stadtarchivleiter Ernst Otto Bräunche das digitale Stadtlexikon frei. 

Unter der Rubrik Personen findet man "Menschen, die die Stadt bauen, weiterentwickeln, mit kulturellem Leben füllen", erklärt Stadthistoriker Manfred Koch, der das Lexikon redaktionell mitbetreut. Neben Karlsruhern finde man auch in der Fächerstadt Geborene, die anderswo etwas Besonderes geleistet hätten.

So findet man unter der Rubrik Personen unter anderem die Namen Otto Dullenkopf, Clara Siebert oder auch Carl Benz. Man habe sich allerdings darauf geeinigt, keine lebenden Personen ins Lexikon aufzunehmen. "Unser Ziel war es, nicht nur die A-Prominenz zu porträtieren, sondern auch Persönlichkeiten, die schon fast in Vergessenheit geraten sind, zum Beispiel Widerständler des zweiten Weltkrieges", betont Koch. 

Lexikon und Bestand des Stadtarchivs durchstöbern

Historische Infos zu Karlsruher Stadtteilen, Straßen, Plätzen und Co. sind in der Rubrik Orte zu finden. Bei den Straßen habe man laut Bräunche zunächst jene in der Innenstadt berücksichtigt. Auch die Stadtteile seien noch nicht vollständig. So fehle etwa Durlach noch. Unter der Rubrik Institutionen verbergen sich öffentliche Einrichtungen, Unternehmen, Vereine, Religionsgemeinschaften und ähnliches, darunter etwa der Zoologische Stadtgarten. "Ein Rechercheproblem waren hier wechselnde Namen. Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste hatte schon sieben verschiedene", berichtet Stadthistoriker und Lexikon-Redakteur Volker Steck schmunzelnd. Diese seien nun unter ihrem letzten beziehungsweise aktuellen Namen zu finde. 

Die vierte Kategorie stellen Ereignisse und Überblicksartikel, beispielsweise zu Epochen, Sportarten, dem Nationalsozialismus in Karlsruhe oder Sinti und Roma in der Fächerstadt. Die Lexikonartikel enthalten zahlreiche Verlinkungen auf digitalisierte Literatur, aktuelle Infos - zum Beispiel Öffnungszeiten von Einrichtungen - und anderen Artikeln, die mit dem gelesenen in Verbindung stehen.

Nach Beiträgen und Autoren stöbern kann man mithilfe der Suchfunktion, die noch optimiert werden soll. Mit dieser kann man zudem den Bestand des Stadtarchivs an Akten, Bildern und Co. durchforsten. Dieser umfasst Stadtarchivleiter Bräunche zufolge aktuell 128.000 Verzeichnungseinheiten. Der bislang am häufigsten gesuchte Begriff: Ettlingen. 

 

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