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Karlsruhe Karlsruher Castor-Transport rollt nach Lubmin: Sitzblockade aufgelöst

Der Karlsruher Castor-Transport hat um 6.33 Uhr den Stadt- und Landkreis Karlsruhe verlassen. In der Nacht hatte die Polizei mit einem Großaufgebot eine Sitzblockade auf den Gleisen geräumt. 350 Personen wurden in Gewahrsam genommen. Ein Polizist wurde leicht verletzt.

Der erste Castor-Transport dieses Jahres hat um 3.15 Uhr die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) verlassen. Zuvor hatte die Polizei um 2.30 Uhr eine Sitzblockade auf den Gleisen aufgelöst. Rund 350 Personen wurden in Gewahrsam genommen. "Die Atmosphäre ist sehr entspannt gewesen", teilte ein Polizeisprecher gegenüber ka-news mit. Nur vereinzelt sei es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen.

Polizist wurde leicht verletzt

Bei einer Rangelei wurde ein Polizist leicht am Kopf verletzt, so die Polizei. Gegen acht Personen wurde Strafanzeige wegen Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte erstattet. Der Atomzug sei planmäßig gestartet, so die Polizei.

Die Atomkraftgegner begannen bereits am frühen Dienstagmorgen mit ihren ersten Protesten. Einige hatten sich an die Gleise gekettet. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften vor Ort.

Castor-Transport soll am Donnerstag in Lubmin sein

Gegen 22.50 Uhr hatten Atomkraftgegner am Dienstagabend die Mahnwache auf dem Festplatz Neureut verlassen, um kurz hinter Neureut auf die Gleise zu gelangen und diese zu besetzen. "Mit den Blockaden haben wir ein deutliches Zeichen gesetzt", so Horst Heieck, Sprecher der Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen. Laut Veranstalter seien 700 Atomkraftgegner an der Sitzblockade beteiligt gewesen.

Am Donnerstag soll die hochradioaktive Fracht im Atom-Zwischenlager Nord in Lubmin bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern ankommen. AKW-Gegner machen mit Aktionen an der vermutetet Transportstrecke bundesweit mobil.

Die fünf Behälter mit verglastem hochradioaktivem Abfall aus der Betriebszeit der WAK haben den ersten Teil der Strecke nach Lubmin auf den Stadtbahnschienen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) zurückgelegt. Der Atomzug nutzte demnach auf der Strecke von Eggenstein über Neureut in die Nordweststadt die Schienen, auf denen normalerweise die Stadtbahnlinien S1 und S11 verkehren. Im radioaktiven Betrieb der WAK wurden von September 2009 bis November 2010 insgesamt 140 Gussformen und somit 56 Tonnen Abfallglas produziert. 

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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (19 Beiträge)

    16.02.2011 11:50 Uhr
    so
    ist es.. Die Gewinne werden selbst behalten und die Kosten darf die Allgemeinheit tragen. Ist ein schlaues Vorgehen..
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1018 Beiträge)

    16.02.2011 10:31 Uhr
    Mich würde ja mal..
    ..interessieren, wie große diese Einsparpotenzial denn wäre. Denn egal, ob Polizisten nun bei einem Einsatz sind oder nicht, Gehälter beziehen sie ja ohnehin. Ergo dürften ja dann nur Mehrkosten durch den Transport von Polizisten anfallen, und die sind doch eher vernachlässigbar.

    Kommt halt immer gleich ein bisschen reisserischer rüber, wenn man die Gehälter der Polizisten, die im Einsatz sind, mit in die Kosten für den Einsatz einbezieht, machen diese doch den dicksten Batzen aus. Das diese Kosten ohnehin anfallen, auch ohne Einsatz, wird natürlich nicht erwähnt. zwinkern
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  •   sky789
    (1405 Beiträge)

    16.02.2011 11:02 Uhr
    nur bedenkst Du die Überstunden nicht
    Natürlich hat die Polizei fixe Personalkosten, die sind aber für den normale Dienstzeit anzusetzen. Diese tagelangen Proteste binden erstens Ressourcen und bauen größtenteils unnötig Überstunden auf. Ich habe nichts gegen friedliche Demonstrationen - an Schienen ketten, Sitzblockaden, etc. gehören für mich eindeutig nicht dazu. Diesen Idioten gehört sofort nach dem wegtragen sofort eine Rechnung ausgestellt. Es kann doch nicht sein, dass auf einen Demonstranten ein fast ein Polizist kommen muss nur weil sich der Antiatomdemonstrant sich und die Sicherheit aller gefährdet. Das Problem mit Sitzblockaden und anketten ließe sich auch redikaler lösen. Meldung raus um 10 kommt der Zug, wer dann noch meint er müßte sich auf dem Gleis aufhalten wird von der Vorhut umgefahren - Punkt. Das Poblem mit dem anketten, etc. wäre ein für alle Male gelöst. Wieso wird sich ständig angekettet und Sitzblockiert. Ganz einfach weil den Demonstranten nix passiert.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1018 Beiträge)

    16.02.2011 11:35 Uhr
    Also ich habe im Bekanntenkreis..
    ..3 Polizisten. Und da ist nicht viel mit bezahlten Überstunden. Auch Freizeitausgleich findet da eher selten statt, bzw. kann oftmals schlicht nicht genommen werden.

    Ich habe da schon Mitleid in Bezug auf die Menschen, die in der Uniform stecken, nicht aber mit dem Staat wegen der eher zu vernachlässigenden Kosten.

    Steuern sind nicht wirklich unser Problem. Die Abgaben sind es. Und würde man beispielsweise mal die massiven Steuerhinterziehungen in Deutschland in den Griff kriegen, dann wäre das alles noch weniger ein Problem. Aber das ist wieder ein anderes Thema.. zwinkern
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    unbekannt
    (3882 Beiträge)

    16.02.2011 10:35 Uhr
    Überstunden kommen
    wegen den Schwachmaten dazu, Betriebskosten für Wasserwerfer, wenn der 400km dahin gefahren wird, der braucht mind. 40l/100km,
    Tränengas und und und
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (5582 Beiträge)

    16.02.2011 09:25 Uhr
    ah
    ja
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