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Karlsruhe Karlsruher CDU: "Unterbringung der Asylbewerber ist menschenunwürdig"

Erst Mitte September hatte die Unterbringung von Flüchtlingen in der Karlsruher Seubertstraße für Aufsehen gesorgt. Weil die Landesaufnahmestelle in der Fächerstadt aus allen Nähten platzt, mietet das Regierungspräsidium in mehreren Stadtteilen übergangsweise Häuser für teilweise bis zu 80 Personen an - nicht immer zur Freude der Anwohner. Nun meldet sich auch die CDU-Fraktion zum Thema zu Wort: Sie bemängelt die Zustände der Unterbringungen in der Hansastraße im Karlsruher Rheinhafen.

Die Mitglieder der CDU-Gemeinderatsfraktion zeigen sich in einer Pressemitteilung höchst erschrocken und erschüttert über die "katastrophalen Zustände" in den Unterkünften der Asylbewerber in der Hansastraße im Karlsruher Rheinhafen. Die Stadträte sprechen von "menschenunwürdigen Bedingungen" für die Flüchtlinge.

Kleider und Schulmaterial für Kinder fehlen

Das zur Unterbringung genutzte Bürogebäude und dessen Ausstattung seien völlig ungeeignet. Vor allem Toiletten und sanitäre Einrichtungen seien kaum vorhanden. Eine ausreichende Heizungsanlage fehle - im Blick auf den bereits begonnen Herbst und bevorstehenden Winter sei dies ein "unhaltbarer Zustand". Gleichzeitig mangele es zeitweise an Kleidung und Schulmaterialien für die Kinder. Auch bestünden kaum Trockenmöglichkeiten für die gewaschene Kleidung. Die CDU-Fraktion fordert von der zuständigen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge des Landes Baden-Württemberg eine schnellstmögliche menschenwürdige Unterbringung der Männer, Frauen und Kinder.

Gleichzeitig erkundigt sich die Gemeinderatsfraktion bei Oberbürgermeister Heinz Fenrich, welche Interventionsmöglichkeiten von Seiten der Stadt möglich sind. Man bitte die Stadt, diese im Interesse der Betroffenen umgehend zu ergreifen.

Im September hatten sich Anwohner der Seubertstraße darüber beklagt, dass die Unterbringung von 80 Asylbewerbern nicht nur für einen erheblichen Lärmpegel in der Straße sorgten, sondern auch die Zustände für die Flüchtlinge nicht akzeptabel seien. So müssten sich diese auf dem Gehsteig aufhalten, weil es im Haus keinen Aufenthaltsraum gebe. Das Regierungspräsidium wollte dies auf ka-news-Anfrage nicht bestätigen.

Siehe auch:

Karlsruher klagen über Lärm: Flüchtlinge werden zum Stein des Anstoßes

Viele Asylbewerber: Flüchtlingsaufnahmestelle in Karlsruhe überfüllt

Integrationsministerin in Karlsruhe: "Migration ist keine Einbahnstraße"

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