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Karlsruhe Karlsruher C-Areal: Planer wollen "Stadtscholle am Wiesenmeer"

Supermarkt, Kita, Büros sowie Wohnungen für Jedermann - das C-Areal in der Karlsruher Nordstadt soll neu gestaltet werden. 2014 hatte sich ein privater Investor für das rund 27 Hektar große Gelände zwischen Erzbergerstraße und Altem Flugplatz gefunden. Es folgten ein städtebaulicher Wettbewerb, öffentliche Info-Veranstaltungen und Online-Befragungen - am Dienstag stimmte der Gemeinderat dem Rahmenplan für das Areal zu.

Der Rahmenplan ist die Grundlage für die Bebauungspläne des C-Areals. Für diesen müssen noch "verschiedene Aspekte" geklärt werden, heißt es in der entsprechenden Gemeinderatsbeschlussvorlage. Darunter fallen laut Stadt unter anderem die "wassersensible Stadtgestaltung" und die Verkehrskonzeption.

Die Diskussion im Gemeinderat

Der Gemeinderat stimmte der Beschlussvorlage zum Rahmenplan am Dienstagmittag einstimmig zu. Der Ton war durch die Fraktionen lobend: Die Transparenz des Entwicklungsprozesses - welcher 2015 startete - sei vorbildhaft und sollte exemplarisch für weitere Bürgerbeteiligung gesehen werden.

"Wir haben mit dieser Rahmenplanung in Karlsruhe etwas einzigartiges geschaffen. Der Prozess war lang und intensiv", so Stadtrat Jan Döring (CDU). Aber es sei ein gut durchdachter Plan. "Ich bin mir sicher, dass dies ein lebenswertes Quartier wird, das gut angenommen wird."

Etwas kritischer fällt der Wortbeitrag der SPD aus: Es sei ein erster Schritt in die richtige Richtung für die Schaffung von mehr Wohnraum, aber es müssten noch weitere folgen. "Möglichst bald sollten noch offene Fragen wie der Umgang mit der Bausubstanz des NCO-Clubs geklärt werden", so Raphael Fechler. Den Zeitpunkt für den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans hält man für ambitioniert, aber "aus der Sicht der SPD für wünschenswert", so Fechler - vor allem in Hinblick auf den Erwerb der Fläche am Alten Flugplatz, welche sich aktuelle noch im Besitz des Landes befindet.

"NCO-Club muss erhalten bleiben"

Die Karlsruher Grünen möchten in der weiteren Planung vor allem das Bestehen des NCO-Clubs verpflichtend festhalten. Weiterhin zeigt sich die Fraktion zufrieden mit der Flächenplanung: "Wir sind immer dafür, möglichst viele Wohnungen unterzubringen, um möglichst wenig Fläche versiegeln zu müssen", so Johannes Honné. Bei der Planung des C-Areals sei dies im Gegensatz zum Quartier Südstadt-Ost gelungen.

Die Karlsruher Kult-Fraktion stimmte ursprünglich gegen das aktuelle Siegermodell, zeigte sich in der Gemeinderatssitzung jedoch zufrieden. Besonders positiv sieht die Kult den Aspekt, dass "die wirtschaftlichen Interessen des Bauträgers mit den Interessen der Bürgerschaft und gesamtstädtischen Interessen zusammengeführt werden konnten", erklärt Kult-Stadtrat Max Braun.

Pavillon, Aussichtskanzeln, Naherholungszonen

Das Rennen um die Gestaltung des ehemaligen amerikanischen Militärareals macht die Berliner Arbeitsgemeinschaft der beiden Planer-Büros Machleidt GmbH und sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten.

Ihr Entwurf sieht das neue Stadtquartier als "Stadtscholle im Wiesenmeer" vor. Die Randzone zum Alten Flugfeld soll künftig eine Naherholungszone werden - neben Spiel- und Aufenthaltsbereichen sind auch "wie Gangway gestaltete Aussichtskanzeln" geplant. Der Jugendclub NCO soll erhalten bleiben und zusätzliche Fläche für Sport- und Spielnutzungen im Freien bekommen.

Nordstadt Areal

Insgesamt gliedert sich das Areal in vier Teilbauflächen, auf welchem Wohn- und Gewerbebauten entstehen sollen. Neben einem Supermarkt, Gastronomie, Kita soll auch ein Art Stadthaus oder Ausstellungsraum (Pavillon) am künftigen, zentralen Quartiersplatz gebaut werden. Konkret schwebt den Planern ein länglicher, von Alleen gesäumter und verkehrsberuhigter Platz vor. Im Erdgeschoss sollen Gewerbeflächen Platz finden - darüber liegend Wohnungen.

Mieten werden teurer

Baulich werden sich die vier Teilquartiere an den jeweiligen Umgebungsbauten beispielsweise in der Lilienthalstraße oder an der Hochschule orientieren. Die gemischten Wohn- und Gewerbehöfe sollen als Geschosswohnbauten oder Reihenhäuser und Stadtvillen ausgestaltet werden.

Bereits im November 2014 machte der Investor - die GEM-Ingenieurgesellschaft - klar: Das neue Quartier soll ein "Dorf für Jedermann" werden. Der Fokus bei den Wohnungsangeboten soll bei Singlehaushalten, jungen Familien, Berufsanfängern und Rentnern liegen. Die Neubau-Wohnungen werden entsprechend kosten - "ja, wir müssen davon ausgehen, dass die Mieten teurer werden", heißt es bei einer öffentlichen Informations-Veranstaltung 2014 vom Investor. Die ersten Baumaßnahmen sind für 2017/2018 geplant.

Der Rahmenplan zum Download:

Dateiname : Rahmenplan "Zukunft Nord" Karlsruhe
Dateigröße : 4.94 MBytes.
Datum : 31.05.2016 12:21
Download : Download Now!

 

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  •   Insider
    (747 Beiträge)

    02.06.2016 14:23 Uhr
    Rahmenplan ist kein Bebauungsplan!
    Vorsicht! Ins Detail geht man noch.
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  •   Vector
    (808 Beiträge)

    31.05.2016 19:52 Uhr
    Als nächstes
    kommen die Architekten, Steuerberater und Rechtsanwälte, die können sich das auch leisten.
    Nicht zu vergessen die verbeamteten Lehrer, zumindest die von Realschule und Gymnasium.
    Und dann haben wir von den genannten noch die Alleinerziehenden, aber die fallen immer hinten runter. Vor allem mehrzählig die Frauen die wegen der Kinder auf die Karriere verzichtet haben und bei der Scheidung nichts rausholen konnten. Da hast du natürlich auf so eine Wohnung nicht die geringste Chance.
    Und Studenten und nicht studierten Berufsanfängern nach der Lehre die daheim rauswollen bleibt praktisch nur die WG. Der Spanien/Italien Effekt , wo die sie auch bei Mama wohnen bis zur Hochzeit und darüber hinaus. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern wegen der Immobilienpreise.
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  •   Schmarow
    (903 Beiträge)

    01.06.2016 08:56 Uhr
    Daran
    ist aber auch der aktuelle Trend schuld, dass viele meinen, jetzt kaufen zu müssen, weil die Zinsen niedrig sind. Selbst die mickrigen Gründstücke in Kirchfeld oder Knielingen gehen weg wie warme Semmeln. Und das bei den Preisen. Ob sich da manch einer nicht übernimmt, wenn die Lage irgendwann nicht mehr so gut sein sollte?
    Die Volkswohnung freut es jedenfalls. So wird auch der private Investor hier bei der Gentrifizierung der Nordstadt ein tolles Geschäft machen. Der Preis spielt ja inzwischen keine Rolle mehr. Man will nur noch schneller sein als die anderen. Koste es was es wolle. Hätte mich in Knielingen auch gewundert, wenn bei der Besichtigung viele U40er gewesen wären.
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  •   silberahorn
    (10049 Beiträge)

    01.06.2016 18:28 Uhr
    Volkswohnung:
    In den nächsten Jahren stemmt die VOLKSWOHNUNG ein gewaltiges Neubauprogramm und errichtet etwa 1.500 Mietwohnungen, von denen ca. 60% der Mietpreisbindung unterliegen.

    Also ich kenne Investoren, die total über die Volkswohnung schimpfen, weil sie Preise und die Rendite "versauen".
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  •   Vector
    (808 Beiträge)

    31.05.2016 19:55 Uhr
    Der ist
    verrutscht, gehört unter den der mit 'Weiterhin' anfängt. Sonst wirds unverständlich.
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  •   ALFPFIN
    (6965 Beiträge)

    31.05.2016 17:46 Uhr
    Damit ist doch alles gesagt.
    Zitat von GEM-Ingenieursgesellschaft Bereits im November 2014 machte der Investor - die GEM-Ingenieurgesellschaft Das neue Quartier soll ein "Dorf für Jedermann" werden. Der Fokus bei den Wohnungsangeboten soll bei Singlehaushalten, jungen Familien, Berufsanfängern und Rentnern liegen. Die Neubau-Wohnungen werden entsprechend kosten - "ja, wir müssen davon ausgehen, dass die Mieten teurer werden"


    Das wird schon ein Dorf für "Jedermann". Genau so wie es geschrieben ist. Für "Jedermann" der gehobenen Einkommensklasse.

    Für die "Jedermanns" wie Eltern oder Alleinerziehende, Rentner und Berufsanfänger mit durchschnittlichem Einkommen ist das nicht gedacht.

    Das Gelände hätte die Volkswohnung, immerhin ein städt. Unternehmen, mit Sozialwohnungen bebauen können. Aber die sind ja mit Knielingen 2.0 beschäftigt, auch so ein Quartier für Jedermanns der oberen Einkommen.
    Volkswohnungen halt, stand auch einmal anderst in der Satzung.
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  • unbekannt
    (1001 Beiträge)

    31.05.2016 17:51 Uhr
    Stimmt auffallend
    Es wird nur noch für Leute mit Geld gebaut. Alle anderen fallen hinten runter. Aber das ganze dann noch so zu verkaufen, also ob es für Jedermann wäre ist für mich der blanke Hohn. Die vera....die Leute wie es besser nicht mehr geht, lügen und strahlen einem dazu noch harmlos ins Gesicht. Aber auch diese hochpreisigen Wohnungen werden sich verkaufen lassen.
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  •   Vector
    (808 Beiträge)

    31.05.2016 18:16 Uhr
    Das glaubst
    du aber, die gehen weg wie geschnitten Brot, allein wegen der freien unbebaubaren Fläche auf der einen Seite. Ruhig ist es auch in dieser Ecke, allenfalls tagsüber ein bisschen Autoverkehr, perfekter Strabaanschluss.
    Das wird preislich so in der Region von Knielingen 2.0 liegen, wenn nicht noch drüber. Über die Mieten muss man sich da glaub keine grossen Gedanken machen, da wohnen die meisten Eigentümer selbst drin.
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  •   Vector
    (808 Beiträge)

    31.05.2016 19:23 Uhr
    Weiterhin
    muss man bedenken, dass der Wohnungsbau ja nicht für die Alt Karlsruher gemacht wird (denn die haben ja bereits eine Wohnung) sondern um den enormen Zuzug nach Karlsruhe auszugleichen. Und dieser Zuzug besteht nunmal mehrheitlich aus überbezahlten ITlern uns sonstigen Besserverdienern. Und die können sich die Mieten für solche Wohnungen leisten und sie auch kaufen. Was aber in der IT Branche vermutlich riskant ist, denn die durchschnittliche Verweildauer in einem solchen Unternehmen dürfte unter 10 Jahre liegen und wehe man muss dann weiters weg und umziehen.

    Wohlhabende Rentner gibt es noch ausreichend, vieleicht solche die ein Haus auf dem Land haben aber wegen der Infrastruktur in die Statd wollen. Haus gut verkauft, Barvermögen da, da kann man sich das auch leisten.
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  •   ALFPFIN
    (6965 Beiträge)

    31.05.2016 20:28 Uhr
    Ich kenne etliche
    "wohlhabende" Rentner, die ihr Häuschen verkauft haben, nicht weil sie unbedingt in die Stadt ziehen wollten , sondern weil sie inzwischen in betreute Wohneinrichtungen gezogen sind, aus gesundheitlichen Gründen. Und da reicht die Rente normalerweise nicht aus, auch nicht für einen beamteten Lehrer und Ehefrau. Da muss man schon zubuttern.
    Es gibt da schon auch Unterschiede.
    Beispiel Wohnstift Rüppurr, kein Luxushaus.
    63 qm mit allen Kosten, ohne Pflege mind. 2.500 Euro/Monat plus einmaliges Darlehen von ca. 23.000 Euro. So ähnlich ist das bei vielen Häusern. Und da ist noch kein persönlicher Bedarf mit eingerechnet.

    Ein Durchschnittsrentner kann sich das auch nicht leisten, es sei denn er verkauft sein Häuschen und beschließt nach spät. 3 Jahren den Löffel abzugeben.

    So generell lässt sich das nicht sagen.
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