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Karlsruhe Karlsruhe zwischen den Wetterfronten: Gewitterrisiko bleibt hoch

Gewittert es oder gewittert es nicht? Eine Frage, die in diesen Tagen nicht immer eindeutig zu beantworten ist - auch nicht für den Wetterexperten Bernhard Mühr. Im Gespräch mit ka-news beschreibt er, was es mit der derzeitigen Lage auf sich hat und wann eine Besserung in Sicht ist.

Komme ich trockenen Fußes mit dem Fahrrad in den Feierabend? Brauche ich für den Abendspaziergang einen Schirm? Und wird ein Regenschauer meine Grillkohle löschen? Fragen, die sich viele Karlsruher in den vergangenen Tagen gestellt haben. Und sich noch in den kommenden Tagen stellen werden. Bereits seit geraumer Zeit ist das Gewitterrisiko in Nordbaden und weiten Teilen des Landes ungebrochen hoch. Aber was genau steckt hinter diesem unbeständigem aber gleichzeitig sommerlich warmen Wetter?

Hochdruck auf der einen, Tiefdruck auf der anderen Seite

"Schon seit einiger Zeit wird die großräumige Druckverteilung über Europa durch ein riesiges Hochdruckgebiet über Skandinavien bestimmt", weiß der Karlsruher Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr. Dem gegenüber steht tiefer Luftdruck in höheren Atmosphärenschichten über dem Südwesten Europas und gebietsweise auch über Deutschland. Diese Mischung ist dafür verantwortlich, dass es immer wieder zu Gewittern kommt. Bedingt wird das Wetter durch die kräftige Sonneneinstrahlung und der feucht-warmen Luftmasse. Je feuchter die Luft, desto mehr Energie steckt in ihr - und desto heftiger wird das Gewitter.

"Das Hauptgefahrenpotential liegt dabei auf dem Starkregen, der sich aufgrund der langsamen Verlagerungsgeschwindigkeit der Gewitter zu enormen Mengen summieren und örtlich für Überschwemmungen sorgen kann", so Mühr im Gespräch mit ka-news weiter. Wo genau sich die Gewitter bilden, kann kaum vorhergesagt werden. Häufig könne sich ein solches Gewitter erst rund 15 Minuten zuvor vorhergesagt werden, "wie zum Beispiel in der Nacht auf Dienstag nur wenige Kilometer von Karlsruhe entfernt", sagt Mühr.

Blitze wenige Kilometer südöstlich von Karlsruhe
Blitze wenige Kilometer südöstlich von Karlsruhe | Bild: Dipl.-Met. Bernhard Mühr

"Es bleibt sommerlich warm und gewittrig"

Eine Aussicht auf Besserung gibt es hingegen nicht: "An der Wetterlage ändert sich in den kommenden Tagen grundsätzlich wenig, es bleibt sommerlich warm und gewittrig", beschreibt Mühr. "Auch in der kommenden Woche erscheint eine Rückkehr zu kühlem und vom Atlantik her dominierten Wetter eher unwahrscheinlich."

Untypisch sei das Wetter für die Jahreszeit allerdings nicht. Solche blockierenden Hochdruckgebiete über Nordeuropa können immer mal wieder im Mai vorkommen. "Erst wenn sich über den Britischen Inseln oder über Skandinavien ein Tief etabliert, gelangt wieder deutlich kühlere und weniger energiereichere Luft vom Atlantik oder der Nordsee zu uns", erklärt der Wetterexperte.

Unwetter am Mittwoch befürchtet

Eine Änderung des Wetters könnte auch eintreten, wenn sich das Hochdruckgebiet weiter über Deutschland verlagert. Wenn sein Zentrum dort liegt, sinkt auch in Mitteleuropa die Gewittergefahr deutlich. Doch bis es soweit kommt, müssen sich die Karlsruher weiter mit dem Gewitterrisiko abfinden. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor allem für die zweite Tageshälfte am Mittwoch vor schweren Unwettern, die erst am Donnerstagmorgen nachlassen sollen.

 

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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3 Beiträge)

    29.05.2018 17:04 Uhr
    Keine Panik
    Hier fällt kein Tropfen!!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pilsi57
    (296 Beiträge)

    31.05.2018 21:56 Uhr
    Doch Panik
    Es tröpfelt Land unter.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
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