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Karlsruhe Karlsruhe, deine Sirenen: Neues Alarm-System ist 2019 einsatzbereit

Die gute alte "Pilzsirene" wird langsam aber sicher aus dem Stadtbild verschwinden und durch neue Hochleistungssirenen ersetzt. Die alten Warnhelfer aus den 1960ern sind in die Jahre gekommen. Knapp eine Million Euro nimmt die Stadt dafür in die Hand, um die Bevölkerung im Ernstfall warnen zu können.

Gerade in Karlsruhe, wo entlang des Rheins gleich drei große Firmen angesiedelt sind, die mit teilweise gefährlichen Stoffen arbeiten, ist es für die Menschen in der Fächerstadt wichtig zu wissen, was im Notfall zu tun ist. Die erste lautstarke Warnung erfolgt durch Sirenen, die überall im Stadtgebiet verteilt über den Dächern thronen. Seit 2016 werden die alten pilzförmigen Sirenen durch neue Hochleistungssirenen ersetzt.

Sirene auf einem Dach
Eine alte Sirene auf einem Hausdach. | Bild: Thomas Riedel

Laut Feuerwehr gehört die "schnelle und flächendeckende Warnung zu den Grundpfeilern des Zivil- und Katastrophenschutzes". So kann jeder schnell und sicher vor bestehenden Gefahren gewarnt werden. Schon seit 2016 werden die alten Sirenen aus den 60er Jahren ausgetauscht. Durch die neu installierten Sirenen sollen größere Bereiche abgedeckt werden und die Stadt kann ihre Anzahl deutlich reduzieren: Es sollen nur noch 60 Stück sein.

Sirene
Die neuen Sirenen. | Bild: ka-Reporter

Doch ka-Reporter Michael Blombach ist aufgefallen, dass die neuen Geräte noch nicht getestet wurden: "Mich würde einfach interessieren, ob die Sirenen überhaupt einsatzbereit sind oder ob das Ziel aufgegeben der Neuausstattung etwa aus Kostengründen aufgegeben wurde. Falls nein, dann würde ich auch gerne  wissen, wann konkret ein regelmäßiger Probealarm stattfinden soll", so der ka-Reporter.

Verzögerungen beim Aufbau des neuen Netzes

ka-news hat für Michael Blombach bei der Stadt nachgefragt, und siehe da, er hat die Sachlage richtig beobachtet: "Es gab bisher noch keinen Probealarm, denn das Netz der insgesamt 60 neuen Sirenen ist noch nicht fertig aufgebaut, es fehlen noch sieben Sirenen", sagt Andrea Altenburg vom Presseamt der Stadt Karlsruhe.

Die Verzögerungen seien größtenteils bautechnisch bedingt. So werde etwa die Heinrich-Hertz-Schule, einer der Sirenen-Standorte, derzeit aufgestockt, so dass hier noch keine neue Sirene installiert werden konnte. "Den ersten Probealarm, der auch medienwirksam zur Inbetriebnahme des neuen Sirenennetzes als Pressetermin laufen wird, gibt es nach Fertigstellung des Sirenennetzes vermutlich im kommenden Jahr. Danach ist jährlich einmal ein Probealarm geplant", so Altenburg weiter.

Überbrückung mit mobilen Sirenen

Um ihre Sicherheit müssen sich Michael Blombach und alle anderen Karlsruher aber keine Sorgen machen, versichert sie. "Für die derzeit bestehende Lücke gibt es für den Ernstfall mobile Sirenen." Für die sind jedoch keine Probealarme geplant.

Was tun, wenn die Sirenen heulen?

Doch was tun, wenn die Sirenen aufheulen und es sich nicht um den jährlichen Probealarm handelt? Bei einem Ernstfall ertönt ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton. Sobald die Gefahr vorüber ist, gibt ein einminütiger Dauerton Entwarnung.

Die Sirenen sind jedoch nur der Anfang im Katasthrophenschutz, sie sind nur eine Art Weckton. Damit werden alle Bürger der Stadt Karlsruhe aufgefordert, sich zu informieren, etwa durch Radiodurchsagen.

Im Notfall ist im Katastrophenfall eine städtische Telefonnummer (0721/133 3333) für weitere Informationen eingerichtet. Die Nummer ist jedoch nur im Störfall freigeschaltet und erreichbar. Auch über die Warn-App NINA bekommen Smartphone-Nutzer im Ernstfall eine Warnung geschickt.

Wie verhält man sich richtig? Die Stadt zeigt es: 

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Kommentare (20)
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  •   dem_geneigtem_Leser
    (2 Beiträge)

    19.04.2018 22:35 Uhr
    3 Firmen mit Gefahrengüter hier?
    Im Beitrag werden 3 Unternehmen erwähnt die mit gefährlichen Stoffen arbeiten. Eine davon ist sicherlich die Miro, was wären dann die anderen zwei?
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  •   barrosa
    (11 Beiträge)

    20.04.2018 08:37 Uhr
    Die 3 Firmen...
    ...das sind die MiRO, EnBW mit dem Rheindampfkraftwerk, und Oiltanking, die Tanklager am Rheinhafen haben.
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  •   dem_geneigtem_Leser
    (2 Beiträge)

    19.04.2018 21:36 Uhr
    3 Firmen mit Gefahrengüter?
    In dem Beitrag ist die Rede von gleich 3 großen Firmen die mit gefährlichen Stoffen bei uns arbeiten. Eines davon ist sicher die Miro, was wären dann die anderen zwei?
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  •   RaZheL
    (163 Beiträge)

    29.03.2018 12:37 Uhr
    Diese
    benötigen wir auch dringend! Unsere Regierung ist ja gerade 1000% auf Kriegskurs. Angriffsbündnis NATO gibt sozusagen Vollgas aktuell!
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  •   NeoTiger
    (473 Beiträge)

    17.04.2018 16:24 Uhr
    Bei den Waffen heutzutage ...
    ... bringen die Sirenen eh nichts. Eigentlich hat man sie im Kalten Krieg auch nur deswegen aufgestellt um der Bevölkerung vorzugaugeln, man tue etwas für ihre Sicherheit. Selbst die Förderprogramme für privaten Bunkerbau hat man eingestellt, als die Atomwaffen die Megatonnengrenze überschritten haben.
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  •   Cl@udia
    (23 Beiträge)

    24.03.2018 20:57 Uhr
    Radiosender?
    Welchen Sender soll man denn im Alarmfall hören? Überall ist nur sehr allgemein von "Radioempfang einschalten" die Rede.
    Ist Nina jetzt die bevorzugte App? Kann ich Katawarn, Warnwetter und Co jetzt entsorgen? Irgendwie schade, dass man überhaupt eine dedizierte App braucht. Andere Länder verwenden einfach Cell Broadcast SMS, das können sogar nicht so smarte Handys.
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  •   NeoTiger
    (473 Beiträge)

    17.04.2018 16:26 Uhr
    Ich mag mich irren ...
    ... aber ich glaube ALLE Radiosender mit staatlicher Rundfunklizenz müssten zur Ausstrahlung einer amtlichen Alarmmeldung in ihrem Sendegebiet gesetzlich verpflichtet sein.
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  •   KlausKalle
    (250 Beiträge)

    27.03.2018 11:15 Uhr
    In der Tat.
    Welcher Sender, sendet denn wirklich noch live (außer die ÖR)?
    Am Wochenende/Nachts/ab 9 Uhr kommt die Musik doch meist nur aus der Konserve. Im Notfall fährt ja sicher niemand aus der Pampa in die Stadt und dann zu sagen: "Hey, Leude! Die Welt geht unter. Was wirklich abgeht erfahrt ihr nach vier Hits am Stück." Bis dahin ist alles schon gelaufen...
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  •   Bierpreis_viersechzehn
    (36 Beiträge)

    23.03.2018 12:15 Uhr
    Stromausfall
    Sind diese Sirenen an ein Notstromsystem angeschlossen? Im Falle eines Blackouts wären sie sonst nutzlos.
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  •   betablocker
    (2116 Beiträge)

    23.03.2018 13:21 Uhr
    Einen
    Blackout seh ich selber, da brauch ich keine Sirene. Und machen kannst du eh nichts, nullkommanull. Ausser ganz schnell Wasser zu besorgen, sehr viel Wasser. Extrem viel Wasser.
    Blackout lesen, dann weiss man was zu tun ist. Und hoffen, dass die Kühlsysteme in den Kraftwerken funktionieren und genug Sprit gebunkert haben.
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