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Karlsruhe Kargida-Demo in Karlsruhe verläuft weitestgehend friedlich

Sperrungen, Umleitungen, Gegendemonstrationen sowie vier verletzte Polizisten waren am Dienstagabend die Folge des ersten "Kargida-Spaziergangs" durch die Karlsruher Innenstadt. Nach ihrer Kundgebung am Stephanplatz zogen die Pegida-Anhänger zum Karlsruher Schlossplatz - begleitet wurden sie von einem Polizeigroßaufgebot und Gegendemonstranten. Die Kaiserstraße wurde für die Zeit des Aufzugs für den Bahnverkehr gesperrt.

Rund 200 Pegida-Anhänger versammelten sich auf dem Stephanplatz zur Kundgebung. Sie setzen sich aus drei Gruppierungen zusammen: Der "Tea Party", "Pegida Karlsruhe" und "Kargida". Bereits eine viertel Stunde vor Beginn der Veranstaltung drängten gegen 18.15 Uhr rund 100 Linksautonome in Richtung der Kundgebung auf dem Stephanplatz.

Ein Zusammentreffen beider Parteien konnten die Polizei letztlich nur durch den Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray verhindern. Menschen kamen laut Polizei dabei nicht zu Schaden. Drei Personen, die durch wiederholte Störungen aufgefallen waren, mussten im Bereich der Karlstraße/Stephanplatz mit einem Platzverweis belegt werden.

Pegida-Anhänger: "Strengere Durchsetzung der Asylgesetze"

Die zentralen Pegida-Forderungen drehten sich neben Waffenlieferungsstopps und der Aufstockung der Polizei hauptsächlich um das Thema Asylbewerber: Von den Pegida-Anhängern gewünscht, wird unter anderem eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen, ein europäischer Verteilungsschlüssel bei der Flüchtlingsaufnahme, eine strengere Reglementierung und Durchsetzung der Asylgesetze in Deutschland sowie "null Toleranz" gegenüber straffälligen Flüchtlingen.

"Wir importieren den Bürgerkrieg aus anderen Staaten nach Deutschland - das muss aufhören", spricht Veranstalter Rettig in das Mikrofon. Und: "Wir sind für eine offene, politische Diskussion." Einen Maulkorb wolle man sich von den "Gutmenschen" nicht verpassen lassen. Denn: "Keine Diskussion ist der Boden für einen veritablen Bürgerkrieg", so Rettig und spielt auf verbotene Pegida-Demonstrationen unter anderem in Dresden an. "Wir werden jeden Dienstag gewaltfrei gegen die Islamisierung des Abendlandes demonstrieren", kündigte Organisator Thomas Rettig am Ende der Kundgebung an.

"Wir wollen ein Einwanderungsgesetz mit Punktesystem", erzählt Organisator Rettig vor der Veranstaltung im Gespräch mit ka-news. Dabei geht es ihm hauptsächlich um fachlich unqualifizierte Zuwanderer: "Es wird immer enger auf dem Arbeitsmarkt." Schwächere, arbeitssuchende Deutsche hätten durch die Zuwanderung einen Nachteil bei der Arbeitssuche - gegen die Zuwanderung von hochqualifizierten Fachkräften sei nichts einzuwenden.

600 Personen demonstrieren gegen Pegida

Ganz anders sahen das hunderte Gegendemonstranten, die sich bei mehreren Veranstaltungen auf dem Friedrichsplatz sowie auf dem Ludwigsplatz versammelt hatten. Die Polizei schätzte die Teilnehmer auf jeweils etwa 300 Personen. Weitere, im Vorfeld angemeldete Kundgebungsorte am Schlossplatz und am Kronenplatz, waren laut Polizei indessen nur von Wenigen besucht.

Die Kundgebung auf dem Friedrichsplatz endete bereits gegen 18.40 Uhr und die Teilnehmer bewegten sich in Richtung des Stephanplatzes, wo sie sich zu den dortigen Veranstaltungen gesellten. Unter ihnen auch Grüne-Stadtrat Michael Borner: "Wir freuen uns, dass wir es wieder geschafft haben, so viele Menschen gegen Kargida zu mobilisieren. Mein persönliches Ziel war, den Pegida-Spaziergang zu verhindern."

Polizei mit Einsatz zufrieden

Eine kurze Zeit war es unklar, ob die Pegida-Anhänger ihren geplanten Aufzug zum Schlossplatz durchführen können - gegen 19.30 Uhr machten sie sich unter lautstarken "Wir sind das Volk"-Parolen und mit Polizeischutz dann auf den Weg. Begleitet wurden sie die gesamte Strecke von Gegendemonstranten, die "Nazis raus" skandierten. Immer wieder machten Gruppen von bis zu 200 Personen mit Sitzblockaden auf sich aufmerksam. Vereinzelt wurden auch Böller in Richtung der den Aufzug begleitenden Polizeikräfte geworfen. Dadurch erlitten zwei Beamte Knalltraumen.

Zum Ende der Pegida-Kundgebung kam es auf dem Schlossplatz erneut zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten: Bis zu 70 Personen versuchten die Veranstaltung zu stören. Wieder musste die Polizei durch Zwangsmaßnahmen unter Einsatz der Hiebwaffe direkte Konfrontationen beider Lager unterbinden. Auch in diesem Zusammenhang wurden zwei Einsatzkräfte leicht verletzt.

"Dank konsequenter Separierung der Pegida-Kundgebung und des daran anschließenden Aufzuges von den bis zu 200 teils gewaltgeneigten Teilnehmern der Gegenveranstaltungen kann die Polizei am Ende dieses Einsatzes ein insgesamt positives Fazit ziehen", so der Einsatzleiter, Polizeivizepräsident Roland Lay.

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  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    26.02.2015 23:25 Uhr
    Sie bauen an, extra für uns !
    Ob es wohl Wifi gibt ?
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  •   Murmeltier
    (176 Beiträge)

    26.02.2015 20:40 Uhr
    weitestgehend friedlich
    ziemlich dehnbar der Begriff.
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  •   xxl
    (37 Beiträge)

    26.02.2015 19:44 Uhr
    man könnte meinen, du warst selber mal da
    Kaiserallee, hab ich recht?
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    26.02.2015 20:08 Uhr
    Kaiseralle?
    Ist das nicht DaCondors Empfehlung? Wenn Sie ihn sehen, grüssen Sie ihn von mir zwinkern
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    26.02.2015 20:09 Uhr
    KaiserallEE natürlich :-)
    DaCondor hat mich jetzt voll kirre gemacht zwinkern
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  •   ElMosquito
    (35 Beiträge)

    26.02.2015 18:44 Uhr
    Ich
    nenne jeden "Wildsau", der Bomben auf Kinder wirft. Egal ob das wir sind, die Juden, die IS, der Russe und die USA. Hast Du damit vllt ein Problem? Dann geh mit Nethanjahu dieser Wildsau schmusen oder was weiß ich. Und wenns wieder aus der linken Ecke kommt, nein, ich bin weder Rechts noch PEGIDA Freund. Und dumme Gegenfragen stellen, das scheint ja Mode geworden zu sein... Mehr haste nicht drauf?
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  •   xxl
    (37 Beiträge)

    26.02.2015 19:46 Uhr
    Menschen das Menschsein abzusprechen
    und sie mit Tiernamen zu bezeichnen ist seit 1945 nicht mehr zeitgemäß. Wenn man es dennoch tut, läuft man Gefahr in die rechte Ecke gestellt zu werden.
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  •   Rechtsausleger
    (1434 Beiträge)

    26.02.2015 20:37 Uhr
    Ausnahme: Man hat diese Menschen als Nazis entlarvt.
    Dann darf man sie sogar Scheisshaufen nennen.
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  •   BaeumelsTod
    (848 Beiträge)

    26.02.2015 21:09 Uhr
    Kratz mich, beiss mich,
    gib mir Tiernamen!

    Manche stehen da drauf. grinsen
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  •   Baden01
    (602 Beiträge)

    26.02.2015 20:49 Uhr
    Nein!
    Rechte haben Rechte! Mensch sein ist eines.
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