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Karlsruhe Kaputte Spielplätze in Karlsruhe: "Es ist Wahnsinn, wie viel es ist!"

Zigaretten, Spritzen und Hundekot: Nicht immer sind Spielplätze in einwandfreiem Zustand. Ein Karlsruher Bürger schlägt Alarm. Die Spielplätze in der Fächerstadt seien nicht nur verdreckt, sondern teilweise auch gefährlich für Kinder. Jetzt schaltet sich der Petitionsausschuss aus Stuttgart in den Fall ein.

"Es ist Wahnsinn, wie viel es ist!" ka-Reporter Dieter H.* (Name von der Redaktion geändert) ist sichtlich verärgert, als er sich an die Redaktion wendet. In seiner Hand hält er einen Umschlag, darin Fotos von Spielstätten, die er besucht hat. Dieter H. hat es sich bereits vor langer Zeit zur Aufgabe gemacht, die Sicherheit und Sauberkeit auf Karlsruhes Spielplätzen zu überprüfen. Sein Ergebnis fällt ernüchternd bis erschreckend aus.

"Das möchte doch gar niemand hören"

Seit rund einem Jahr kämpfe er für eine bessere Situation auf Karlsruhes Spielplätzen, berichtet der ka-Reporter. Er habe Kontakt mit sämtlichen Fraktionen, Oberbürgermeister Frank Mentrup und der Polizei aufgenommen. Sogar das Bundesfamilienministerium hat Post vom ka-Reporter erhalten. Wirklich ernst genommen fühlt er sich nicht. "Das möchte doch gar niemand hören", klagt er. Man habe ihm mitgeteilt, dass die Karlsruher Spielplätze in einem guten Zustand wären.

Der ka-Reporter kommt zu einer anderen Einschätzung. "Ich habe mir 50 Spielplätze angeschaut", berichtet er. Von Spritzen auf Spielplätzen, scharfen Kanten, Müll und Scherben, fehlenden Sprossen und "abgefaulten Pfosten" sei alles dabei gewesen, so der ka-Reporter weiter. Besonders schlimm seien die Zustände beim Spielplatz nahe der Grundschule in Bulach, nahe der Ellmendinger Straße oder in einer Grünanlage in der Waldstadt.

Spielplatz-Sicherheit ist Dauerthema in Karlsruhe

Sicherheit und Sauberkeit auf Karlsruher Spielplätzen ist ein Thema, das in der Fächerstadt immer wieder für Aufregung sorgt. Insgesamt verteilen sich 323 öffentliche Spielplätze, darunter auch 67 Bolz- und Ballspielflächen, acht Skateranlagen sowie mehrere Volleyball- und Basketballfelder über das gesamte Stadtgebiet.

Kaputte Schaukel in Karlsruhe

(Der ka-Reporter hat nach einiger Aussage Mängel auf Karlsruher Spielplätzen entdeckt.)

Die Aufgabe, diese Flächen instand zu halten, obliegt der Stadt Karlsruhe. Wie oft diese vom Gartenbauamt überprüft werden müssen, ist gesetzlich geregelt. So regelt die europäische Norm für Spielplätze und Spielgeräte (DI/EN 1176), dass die Plätze bei Routine-Inspektionen täglich bis wöchentlich kontrolliert werden müssen. Auch jährliche Hauptinspektionen und Spielplatzprüfungen sieht diese Regelung vor. 

 

Spritzen auf Spielplätzen

(Rund 45 Spritzen will der ka-Reporter auf einem Spielplatz binnen kurzer Zeit entdeckt haben.)

Der Stadt sind dabei durchaus Spielplätze bekannt, an denen es öfter zu Problemen und Einschränkung der Nutzungsqualität kommt. Dieses Problem erkannten im vergangenen Jahr die Stadträte der Karlsruher CDU und der Linken. "Immer wieder weisen Bürger uns auf die unakzeptable Situation auf den Spielplätzen hin", kritisierte Stadtrad Tilman Pfannkuch. Die Stadt versicherte, auf Problem-Spielplätzen kontrollieren und zwischen den Beteiligten vermitteln zu wollen.

Petitionsausschuss in Stuttgart schält sich ein

Dem ka-Reporter geht das nicht weit genug. Er hat sich mit einer Petition an das Land gewandt. Wie die Stadt Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news bestätigt, hat sich der Ausschuss inzwischen eingeschaltet. "Die Stadt Karlsruhe wurde zur Stellungnahme aufgefordert und hat der Behauptung von Missständen widersprochen", heißt es vonseiten der Stadtverwaltung.

Gegenüber ka-news erklärt die Stadtverwaltung, dass die Spielplätze in Bulach oder in der Ellmendinger Straße zwar nicht "neu" wären, aber entgegen der Darstellung des ka-Reporters in einem mängelfreien Zustand. Sofern erkennbar, werden abgängige Spielgeräte nach Aussage der Stadtverwaltung frühzeitig durch die städtischen Spielplatzkontrolleure an die Planungsabteilung des Gartenbauamtes gemeldet. Der Petitionsausschuss muss nun den Sachverhalten prüfen und entscheiden, ob er die Klage des ka-Reporters abweist oder doch die Stadt zum Handeln auffordert. 

Über eine Empfehlung geht die Handhabe des Petitionsausschusses aber nicht hinaus. "Der Landtag kann die Entscheidung von Regierung und Verwaltung zwar nicht selbst aufheben oder ändern, er kann die Regierung jedoch ersuchen, bestimmte Maßnahmen zu Gunsten der Antragsteller zu treffen oder eine frühere Verwaltungsentscheidung nochmals zu überprüfen", so die Information des Landes Baden-Württemberg. Zu welchem Ergebnis die Abgeordneten in Stuttgart kommen, bleibt noch abzuwarten.

Mehr zum Thema:

Bolzverbot auf Karlsruher Spielplätzen: "Unding in einer kinderfreundlichen Stadt!" 

Müll, Kippen, Alkohol: Wie versaut sind Karlsruhes Spielplätze?

Stadträte besorgt: Wie sicher sind Spielplätze in Karlsruhe?

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Kommentare (38)
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  •   Pflichtfeld
    (438 Beiträge)

    25.07.2016 16:53 Uhr
    Was ich schon derb finde...
    ...ist, dass sich Kindergärten (3-6 jährige Kinder) während der "Dreck-Weg-Wochen" an der Müllbeseitigung auf Spielplätzen beteiligen! Treffen die Kinder dann auch auf liegengelassene Spritzen von Drogenabhängigen oder werden die vorher entfernt? - Wenn nicht, würde ich es für unverantwortlich halten.

    Schlimm genug das einige Erwachsene nicht wissen, was sie den ganzen Tag so machen sollen und kleine Kinder räumen den Müll weg!
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  •   Profi
    (442 Beiträge)

    25.07.2016 15:42 Uhr
    der "Ka-News"-Reporter übertreibt völlig
    Ich habe selbst fast alle Spielplätze Karlsruhes mit Kindern besucht. Die sind alle in Top-Zustand, wenn man sie mal mit Spielplätzen im Umland (pforzheim, Landau, Offenburg) vergleicht. Dort sind schlimme Zustände! In Karlsruhe stört lediglich der Müll, den die Spielplatzbesucher selbst hinterlassen (leere Chipstüten und Coladosen). Und selbst das wird ständig weggeräumt.
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  •   definitivabseits
    (1075 Beiträge)

    25.07.2016 16:30 Uhr
    Aber er scheint
    mordsmässig engagiert zu sein, also ganz an den Haaren hergezogen kanns nicht sein.
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  •   zahlenbeutler
    (1267 Beiträge)

    25.07.2016 13:03 Uhr
    OB Mentrup
    nicht unbedingt ein Politiker, dem ich nahestehe, aber ein OB kann sich doch nicht persönlich um alles kümmern, er muss sich doch auf seine Verwaltung einigermaßen verlassen können.
    Es ist wahrscheinlich so, dass aufgrund der unsäglichen Großprojekte auch in diesem Bereich seit einiger Zeit der Rotstift angesetzt wurde.
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  •   silberahorn
    (9840 Beiträge)

    25.07.2016 17:02 Uhr
    Die Frage wird sein,
    ob er sich auf die Antworten aus den ihm untergeordneten Ressorts verlassen kann. Er muss gewiss nicht alles zur Chefsache machen, aber falls irgendwo tatsächlich Dienstvergehen vorliegen, kann er sich auch nicht einfach wegducken.
    Papier ist geduldig und mitunter sind kurze klärende Gespräche tatsächlich so, dass nicht Berge von Papier folgen müssen.
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  •   Handelsreisender
    (1444 Beiträge)

    25.07.2016 12:50 Uhr
    Warum haben "ka-reporter" eigentlich *geänderte Namen?
    Sind es etwa nur billige "Informanten", denen presserechtlich im Gegensatz zu echten "Reportern" ein Persönlichkeitsschutz zusteht?

    Anders die KA-News-"Redaktion" gefragt: Welche Nachrecherche unternehmt Ihr, um außer durch lächerliche BUs ("Rund 45 Spritzen will der ka-reporter...") die Stichhaltigkeit der Informationen zu überprüfen?

    Vielleicht solltet Ihr die Rubrik aber auch einfach in "ka-denunziant" oder "ka-blockwart" umbenennen. zwinkern
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  •   toilettenfrau
    (273 Beiträge)

    25.07.2016 14:03 Uhr
    Und wieso
    heissen Sie "Handelsreisender"? Sie können doch auch mal freiwillig aus Ihrer Anonymität heraustreten.
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  •   Handelsreisender
    (1444 Beiträge)

    25.07.2016 16:22 Uhr
    @ Toilettenfrau: Vielleicht...
    ... weil ich weiß, was presserechtlich gedeckt ist und welche meiner Aussagen definitiv nicht ? zwinkern

    Quatsch! Ich versichere Ihnen, sobald ich hier mal irgendwelche wichtige Headlines beanspruche (so wie hier Hundeklos und Drückerecken...) trete ich aus dem "Schatten" heraus.
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  •   silberahorn
    (9840 Beiträge)

    25.07.2016 16:42 Uhr
    Der Name
    spielt hier eher weniger eine Rolle, weil er dem Petitionsausschuss bekannt sein wird. Ich weiß auch nicht wer das ist und will es gar nicht wissen.
    Zum Thema:
    Wenn es so ist, dass er eine Mängelliste zuerst an das Gartenbauamt, dann an das zuständige Dezernat, an Gemeinderat, den OB schickte und beschriebene Mängel nicht behoben wurden, dann kann durchaus ein Hinweis über Arbeitsweisen an den Petitionsausschuss gehen. Das ist doch ganz einfach zu klären, weil man die Antworten der Verwaltung abgleichen kann, ob nach Hinweis angegebene Mängel behoben wurden.

    Ansonsten gilt sowieso Beschwerden sind fristlos-formlos-fruchtlos.
    Man hat es zur Kenntnis genommen, man hat es weitergeleitet - man muss irgendwann erklären, ob alte Mängel behoben wurden oder neue Mängel dazukamen. Und wenn es neue Mängel waren, kann die Verwaltung nur anregen, dass eine Meldestelle für kaputte Spielgeräte eingerichtet wird (so wie bei den Stadtlampen oder Scherben auf Radwegen).
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  •   Mobfel
    (187 Beiträge)

    25.07.2016 11:11 Uhr
    Wer ist denn nun wirklich Schuld an den Zuständen?
    Die Stadt, oder deren unerzogene Bürgerinnen und Bürger die meinen sich als Dreckspatzen und Randalierer an und in Kinderspielplätzen auszutoben? Wahrscheinlich beide Seiten, aber der Stadt den schwarzen Peter zuzuschieben ist viel einfacher zwinkern ..... Eltern hauen die windeln ihres Nachwuchses einfach in die hecken, der Vater sitzt da und säuft sein Bier 8natürliche rauchend), die Reste der mitgebrachten Speisen und Getränke werden einfach liegengelassen, das Hundeverbot gilt für alle, nur nicht für den eigenen, gaaaaaanz lieben Hund. und wer hat Schuld: Natürlich, Herr Mentrup persönlich!!! Der hat es nämlich versäumt, seine Bürgerinnen und Bürgern einen Benimmkurs zu bezahlen.. Natürlich sollten die Spielgeräte regelmässig überprüft werden und natürlich auch repariert werden, da gibt es kein vertun! Aber für was hier jetzt wieder mal die Stadt, oder gar Herr Mentrup persönlich, verantwortlich sein sollen, ist schon grenzhaft lächerlich!
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