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Karlsruhe Je heißer, desto mehr Wasser wird verbraucht: Müssen die Karlsruher Angst um knapper werdendes Trinkwasser haben?

Die letzten Tage waren viel zu heiß und viel zu trocken. Der Regen vom Wochenende hat kaum die natürlichen Speicher wieder auffüllen können. Der Verbrauch liegt an Hitzetagen mit Temperaturen von bis zu 40 Grad sehr hoch, bis zu 100 Millionen Liter Wasser verbrauchen die Karlsruher. Ob sie sich Sorgen machen müssen, dass bei der nächsten Hitzewelle das Trinkwasser knapp wird?

Bei der Hitze draußen sollte man vor allem eines tun: Genug Wasser trinken! Mindestens zwei Liter am Tag, das empfehlen Experten. Ob eine kalte Dusche nach dem schweißtreibenden Sommer-Workout oder den Pool im Garten einlassen - kühles, erfrischendes Wasser macht die heißeste Jahreszeit für uns alle erträglicher.

Trotzdem muss Wert darauf gelegt werden, dass Trinkwasser auch nur eine begrenzte Ressource ist. Es sollte also sparsam damit umgegangen werden. War der Sommer 2018 ein Super-Sommer der einen Rekord nach dem anderen gebrochen hat, steht der Sommer 2019 seinem Vorgänger in nichts nach. Doch die Trockenheit des letzten Jahres belastet noch immer einige Regionen, die Natur konnte sich noch nicht erholen. Laut Umweltbundesamt steigt der private Wasserverbrauch immer mehr, zusätzlich komme noch die Landwirtschaft als Nutzer hinzu.

Hitzewelle
Bei den Temperaturen vergangene Woche schmilzt nicht nur das Eis dahin (Symbolbild). | Bild: pixabay.com @Marstourist

Vor allem die Konkurrenz zwischen den Wasserversorgern soll steigen. In Karlsruhe stellen die Stadtwerke die Wasserversorgung für die Bürger sicher. Matthias Maier ist der Leiter der Wasserwerke Karlsruhe. Es ist einer der größten Wasserversorger in Baden-Württemberg.

"Wir betreiben vier Wasserwerke, die bis zu 450.000 Menschen in der Region versorgen", so Maier. "Natürlich muss man da ein Augenmerk auf Extremsituationen haben." Dafür wird das Wasser aus 63 Brunnen, die etwa 40 bis 60 Meter tief sind, bezogen. Diese Brunnen liegen alle verteilt in Waldgebieten der Stadt.

Ein Schatz in der Tiefe

"Unser Schatz in der Tiefe sind Speicher im Untergrund. Das Wasser hat hier eine sehr lange Verweildauer von zehn bis 100 Jahren und wird dabei mit vielen Mineralien angereichert. Daher ist es qualitativ hochwertig und gesund", merkt Matthias Maier an.

Matthias Maier
Matthias Maier ist Leiter der Wasserwerke Karlsruhe. | Bild: Stadtwerke Karlsruhe

Auch wird darauf geachtet, dass den Pflanzen durch die Wasserentnahme nicht geschadet wird. "Wir haben in der Rheinniederung Ausgrabungen durchgeführt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Pflanzen zu hoch über dem Grundwasser liegen, als dass wir ihnen das Wasser wegnehmen könnten", erzählt Maier. Da die Niederterrasse am Rhein höher gelegen ist als das Tiefgestade, beziehen die Stadtwerke hauptsächlich hier ihr Wasser.

Karlsruher müssen sich keine Sorgen machen

Doch drohen nun, wie das Umweltbundesamt vorhersagt, Trinkwassermängel? "Der Sachverhalt ist auf jeden Fall ein Thema, doch das ist lokal sehr unterschiedlich", so Maier. "In Karlsruhe nutzen wir selbst in heißen Jahren maximal 30 bis 40 Prozent der Vorräte. Karlsruhe ist also nicht davon betroffen."

Pro Tag verbrauchen die Karlsruhe zirka 65 Millionen Liter Wasser. An sehr heißen Tagen ist es etwa 1,5 Mal so viel: 96 Millionen Liter Trinkwasser fließen durch die Hähne. "Unser Allzeithoch im Sommer 2013 befindet sich bei 113 Millionen Liter", sagt Matthias Maier. "Auf Hitzeperioden müssen wir uns natürlich gründlich vorbereiten."

"Unsere Anlagen werden regelmäßig in Schuss gehalten", meint Maier. "Man darf außerdem nicht nur auf die Temperatur an sich achten, sondern vor allem auf die Anzahl der heißen Tage. Statistisch gesehen sind das momentan 16 Tage im Jahr. Tendenz steigend: Bis 2050 soll sich die Anzahl verdoppeln und, was die größte Herausforderung darstellt, die Tage sollen sich zunehmend in Folge reihen."

Einen Ausblick in die Zukunft hat Matthias Maier daher auch: "Unser Wasserwerk im Mörscher Wald, das im Moment eine Kapazität von 24 Millionen Litern hat, ersetzen wir gerade mit einem neuen Ausbau, der 60 Millionen Liter Kapazität haben wird. Dies ist eine enorme Sicherheitsbedingung und so können wir gewährleisten, dass die Karlsruher auch bei Höchsttemperaturen genug Wasser zur Verfügung haben."

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Kommentare (33)
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  •   Nico1966
    (355 Beiträge)

    31.07.2019 08:26 Uhr
    Wasser sparen...
    Das dachten wohl auch russische Behörden als sie in Sibirien jetzt Mal eine Waldfläche so groß wie Nordrhein-Westfalen abbrennen ließen , weil das löschen zu teuer war . Dabei sind Unmengen von CO 2 freigesetzt worden . So viel zur hiesigen Klimadiskussion . Übrigens wurden wir schon als Kinder zum Wasser sparen angehalten . Was soll eigentlich die im Bericht beschriebene Konkurrenz der Wasserversorger bringen ? Wird das Wasser nun billiger um dann mehr verbrauchen zu können ?
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  •   schmidmi
    (2075 Beiträge)

    30.07.2019 15:56 Uhr
    In der Projektion
    wird man sicherlich etwas tun müssen.
    Siehe hier:
    zu-heiss-zu-trocken-und-zu-sonnig
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  •   Meron
    (10 Beiträge)

    30.07.2019 12:44 Uhr
    Wasser EXTREM kalkhaltig - Karlsruhe Mühlburg
    Das Wasser in der Gegend Karlsruhe West / Mühlburg ist extrem kalkhaltig. PH Streifen schlägt auch maximal aus.
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  •   barheine
    (170 Beiträge)

    30.07.2019 14:15 Uhr
    Ohne meinen Essigreiniger gehe ich quasi gar nicht mehr aus dem Haus.
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  •   NeoTiger
    (696 Beiträge)

    30.07.2019 13:09 Uhr
    Das Karlsruher Wasser hat eine Härte von 16-19 dH und damit Klasse III. Es gibt Regionen in Deutschland, da ist das Wasser noch härter.

    Aber bis auf den unschönen Kalk den es beim Verdunsten und Abkochen hinterlässt, ist der Kalk im Wasser kein Problem und hat sogar gesundheitlich eher Vorteile. So manch ein teures Mineralwasser hat noch mehr Kalk als unser Trinkwasser und verbirgt es nur hinter dem Geschmack der Kohlensäure. Wenn man unser Trinkwasser mit einem Sodastream o.ä. aufsprudelt schmeckt es hingegen besser als so manches Mineralwasser aus dem Supermarkt.
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  •   Holzbierebub
    (295 Beiträge)

    30.07.2019 12:05 Uhr
    Wie, wir nehmen den armen Kinderlein in Afrika
    gar nicht das Wasser weg, wenn wir mehr trinken, oder länger duschen? Menno, damit kann man ja den Leuten gar kein schlechtes Gewissen machen.

    Nun ja, vielleicht wird es die Tage wieder richtig heiß, dann können wir wieder die Klima-Sau durchs Dorf jagen. grinsen
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  •   Kiwi
    (302 Beiträge)

    30.07.2019 14:56 Uhr
    Klima-Sau
    ... wenn es dadurch etwas kühler wird warum nicht
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  •   AlterMann
    (91 Beiträge)

    30.07.2019 12:42 Uhr
    Wasser für Afrika
    Ist zwar schon eine Weile her, aber es wurde tatsächlich mal vorgerechnet wieviel Wasser benötigt wird zur Herstellung von Lebensmittel, Autos und alles Möglichem. Und dass wir sparsam mit dem Wasser umgehen sollen.
    Und zwar mit dem Hinweis auf den Wassermangel in Afrika.

    Das ist etwa so als würden wir den Afrikanern verbieten sich zu oft in die Sonne zu legen weil wir diese brauchen für unsere Solaranlagen.
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  •   andip
    (9900 Beiträge)

    31.07.2019 08:30 Uhr
    Das gibt es auch heute noch
    das welche einem weis machen wollen, wenn wir alle Veganer würden, würde es in den Wüsten zu regnen anfangen. zwinkern
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  •   AlterMann
    (91 Beiträge)

    31.07.2019 12:23 Uhr
    Regen in der Wüste
    gab es schon, vor ein paar Tausend Jahren wuchsen in der Sahara Pflanzen.
    Auch Ägypten war in der Antike regnerisch und galt als Kornkammer Roms.

    Bis dann die bösen Autofahrer die Luft mit CO2 verpesteten und deswegen sowohl das ägyptische wie auch das römische Weltreich wegen Regenmangel untergingen.
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