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Karlsruhe Integrationsministerin in Karlsruhe: "Migration ist keine Einbahnstraße"

Die Flüchtlingszahlen im Land sind gestiegen. Die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) besuchte am Freitag das Kinderfest der landesweiten Flüchtlingsaufnahmestelle in Karlsruhe. Dabei machte sie sich ein Bild über das Leben in der Einrichtung, die eigentlich nur für 1.000 Menschen ausgelegt ist. ka-news hat mit Öney gesprochen.

Bürgerkriege, Dürreperioden, Hungersnöte: Die Flüchtlingszahlen in Baden-Württemberg sind im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent gestiegen. Während im Jahr 2007 mit 1.595 aufgenommenen Personen ein Tiefststand erreicht war, waren es 2010 schon 4.753 Flüchtlinge. "Solange wir Waffen in andere Länder liefern und das Klima verschmutzen, müssen wir mit Flüchtlingen rechnen", sagte die Ministerin bei ihrem Besuch in Karlsruhe.

Den steigenden Asylbewerberzahlen müssten entsprechende Aufnahme- und Unterbringungskapazitäten gegenüberstehen - nicht nur bei der Landesaufnahmeeinrichtung in Karlsruhe, sondern auch bei den Gemeinschaftsunterkünften der Stadt- und Landkreise. "Wir wollen die Unterbringungs- und Versorgungssituation mit Blick auf humanitäre Kriterien kritisch prüfen und schrittweise verbessern. Diese Aufgabe werden wir in enger Abstimmung mit den kommunalen Landesverbänden und den Stadt- und Landkreisen angehen", so Öney.

Integration: Wollen, können und dürfen

Was sind die Voraussetzungen, damit Integration gelingt? "Wollen, können und dürfen", betonte die 41-jährige SPD-Politikern, die selbst türkische Wurzeln hat. Der Wille zur Integration müsse bei Migranten vorhanden sein. Aber ihre Anstrengungen dürften nicht durch strenge Gesetze verhindert werden. Öney setzt sich daher auch für die doppelte Staatsbürgerschaft ein. Derzeit müssen sich laut Gesetz  junge Migranten, die in Deutschland geboren sind und deren Eltern seit mindestens acht Jahren in der Bundesrepublik leben, bis zum Alter von 23 für einen Pass entscheiden.

Auch würden nach wie vor Menschen mit ausländisch klingenden Namen bei der Berufssuche benachteiligt und diskriminiert. Im öffentlichen Dienst habe beispielsweise nur ein Prozent der Beschäftigten einen Migrationshintergrund. Dies will Öney ändern. Zudem sei Sprache ein weiterer wichtiger Baustein für erfolgreiche Integration. "Kinder sollen in der Kita nicht nur spielen, sondern auch die deutsche Sprache lernen", betont sie.

Vorurteile abbauen fördert Integration

Die Mehrheitsgesellschaft müsse mehr in den Integrations-Prozess mit eingebunden werden, fordert die Ministerin. Die Sarrazin-Debatte habe gezeigt, dass viele Deutsche Ängste und Vorurteile gegenüber Migranten hätten. Um diese abzubauen, werde ihr Ministerium eine Studie in Auftrag geben, um die Sorgen und Wünsche der Bürger zu analysieren. Auch ein Institut für Migrationsforschung sei geplant. "Migration ist keine Einbahnstraße", so Öney. Es gehörten beide Seiten dazu.

Das Integrationsministerium wurde von der grün-roten Landesregierung neu geschaffen. Es steckt noch in den Kinderschuhen. Das vorrangige Ziel des Ministeriums ist es, die Integration zu fördern, die Einbürgerung zu erleichtern und die Situation der Flüchtlinge zu verbessern.

400 Neuankömmlinge im Monat

Momentan sind 568 Flüchtlinge in der Landesaufnahmeeinrichtung in Karlsruhe untergebracht, 493 Erwachsene sowie 75 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Zurzeit zählt die Einrichtung im Schnitt mehr als 400 Neuankömmlinge im Monat. Damit stößt sie an ihre Grenzen.

Baden-Württemberg nimmt im Rahmen einer festgelegten Quote derzeit 12,8 Prozent der in Deutschland ankommenden Asylbewerber auf. Karlsruhe ist die Anlaufstelle und einzige Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für alle Asylbewerber und sonstige Flüchtlinge.

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  •   silberahorn
    (9995 Beiträge)

    15.08.2011 18:45 Uhr
    Im Internet kann man die Sendung noch anschauen:
    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/311790_presseclub/7915906_die-welt-im-schuldenturm---wie-kommen-wir-da-raus-?type=null
    Man kann sie sich auch im Podcast nur anhören (beim Fensterputzen).

    Zur Entspannung für ältere Damen empfehleich mal das Buch von Elfriede Vavrik: Nachtbadestrand
    http://de.wikipedia.org/wiki/Elfriede_Vavrik

    grinsen
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  •   silberahorn
    (9995 Beiträge)

    15.08.2011 18:45 Uhr
    sorry
    sollte unter daisyy vor 3 std 12 min
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    15.08.2011 19:42 Uhr
    ooh... dankeschön!
    beim Fensterputzen höre ich aber lieber Musik. Man kann dabei reden und ich muß nicht andauernd meinen Mann ermahnen bitte ruhig zu sein. Hat er nicht so gern zwinkern
    Ihre Leseempfehlung:
    Stellen Sie sich mal vor, wenn so 'ne verderrte 80-Jährige, nach 40-jähriger Enthaltsamkeit, wieder "befeuchtet" wird....
    Daß die da auflodert wie eine alte Scheuer... sinngemäss zwinkern
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  • unbekannt
    (1049 Beiträge)

    15.08.2011 19:57 Uhr
    wenn Sie einen Mann haben, dann sollte man ihm dringend
    die Adressliste der einschlägigen Selbsthilfegruppen zukommen lassen! grinsen
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    15.08.2011 20:57 Uhr
    @Ich-denke,
    Ja, ich habe einen Mann. Schon über 40 Jahre ein und denselben.
    Mir wäre aber nicht bekannt, daß er ein Verlangen nach Austausch/Stuhlkreis in einer Selbsthilfegruppe hätte.
    Mit mir reicht's ihm grad bis der Tag rum ist zwinkern
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    15.08.2011 22:50 Uhr
    Sorry, Ihr versteht
    absolut keinen Spass!
    Geht Ihr zum Lachen in den Keller?
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  • unbekannt
    (1049 Beiträge)

    15.08.2011 23:00 Uhr
    natürlich nicht!
    Wenn ich lachen will gehe ich auf ka-news.
    Nur wenn ich was ganz besonders Feines will, gehe ich in den Keller! grinsen
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  • unbekannt
    (1159 Beiträge)

    15.08.2011 21:35 Uhr
    Der gute
    ist vielleicht ein bißchen gelähmt. Sorry, nimms mir nicht krumm. Du bist bestimmt ein gutes Frauchen grinsen
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  • unbekannt
    (1159 Beiträge)

    15.08.2011 23:16 Uhr
    Habs
    doch gut gemeint.
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    15.08.2011 22:53 Uhr
    @Ligu
    Ihre Antwort ist mir etwas zu heftig. Direkt schon beleidigend.
    Scheint wohl ihr einzigstes Plus zu sein.
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