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Karlsruhe Initiative für kostenloses Wasser in über 20 Geschäften: Diese Karlsruher wollen die Stadt nachhaltiger machen

Gerade beim Shopping und die Wasserflasche ist leer, aber kein Kleingeld zur Hand? Oder man möchte sich keine neue Plastikflasche kaufen? Kein Problem, mehr als 20 Läden in der Fächerstadt machen schon beim Projekt Refill mit. Dort können Durstige kostenlos Leitungswasser in ihre Flasche füllen lassen.

Das Konzept ist simpel: Überall, wo in Karlsruhe der blaue Sticker mit einem Tropfen drauf klebt, kann kostenlos Trinkwasser in die eigene Wasserflasche gefüllt werden. So die Idee hinter Refill, einem Projekt, das eigentlich aus dem englischen Bristol kommt und seit 2017 auch in Deutschland immer mehr Fans hat. Auch Karlsruhe ist eine Refill-Stadt, seit Ende 2017 gibt es hier Läden und Geschäfte, die an der Bewegung teilnehmen. Sarah Meyer-Soylu organisiert die Teilnehmer in der Fächerstadt.

Refill Karlsruhe
Sarah Meyer-Soylu betreut Refill in Karlsruhe. | Bild: Anya Barros

Durch ihre Arbeit im "Quartier Zukunft" kam sie vor wenigen Monaten auf die Idee, bei der Refill-Bewegung mitzumachen. "Wir wollen das Bewusstsein stärken, dass unser Wasser hier in Karlsruhe trinkbar ist", sagt Meyer-Soylu im Gespräch mit ka-news. 

 

 

Wo dieser Aufkleber hängt, wird kostenlos Wasser aufgefüllt.

Unterstützung bekommt sie dabei von Manuel Treutlein und Nicolas Salbach. Die beiden Studenten, Mitglieder der Grün-alternativen Hochschulgruppe am KIT, helfen Sarah Meyer-Soylu dabei, neue Läden anzuwerben. 

Kleiner Schritt mit großer Wirkung - wenn viele mitmachen

Außerdem ist es ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Wer seine eigene Flasche, egal ob aus Plastik, Glas oder Metall, wieder auffüllen lässt, der spart Müll. "Das ist einfach umzusetzen", erklärt Nicolas Salbach gegenüber ka-news. "Fast jeder hat heutzutage eine Flasche dabei und auch wenn es erstmal nur ein kleiner Schritt ist, aber er hat großen Einfluss!" 

Refill Karlsruhe
Nicolas Salbach macht gerne bei Refill mit. "Es ist nur ein kleiner Schritt, aber er hat großen Einfluss auf das Thema Nachhaltigkeit." | Bild: Anya Barros

Zusammen mit anderen Mitgliedern der Grün-alternativen Hochschulgruppe (GAHG) versuchen Manuel Treutlein und Nicolas Salbach neue Teilnehmer für Refill für die Idee zu begeistern. "Wir waren schon drei oder vier Mal unterwegs, immer in Zweier-Teams, dann macht das auch mehr Spaß", lacht Treutlein.

"Über 100 Geschäfte in der Stadt haben wir schon angefragt und 30 haben bisher zugesagt, dass sie mitmachen wollen", sagt er sichtlich stolz. 

Refill Karlsruhe
Bild: Anya Barros

Bei vielen Cafés und Läden rennen sie schon offene Türen ein. "Einige haben uns gesagt, dass sie das von sich aus eh schon machen, Leitungswasser kostenlos in Flaschen füllen. Wir kleben dann einfach nur noch unseren Aufkleber hin und tragen das Geschäft in die Übersichtskarte ein", sagt Nicolas Salbach gegenüber ka-news. 

"Das hat spontan angefangen"

Einer der Teilnehmer ist der Unverpackt-Laden gegenüber vom Hauptbahnhof. Antonia Wucknitz, Inhaberin des Ladens, hat schon vor Refill kostenlos Leitungswasser an ihre Kunden abgegeben. "Das hat letzten Sommer spontan angefangen, als eine Mutter mit ihrem Kind im Laden stand, das Kind Durst hatte, aber die Flasche leer war. Ich habe dann selbst ein Schild an die Tür gehängt und dann kam Refill und wir haben das offiziell gemacht", sagt Wucknitz im Gespräch mit ka-news. Für sie ist eine Selbstverständlichkeit, kostenlos Leitungswasser auszugeben. 

Refill Karlsruhe
Antonia Wucknitz füllt eine Flasche mit Trinkwasser auf. Ein Kunde hat danach gefragt. | Bild: Anya Barros

Das Karlsruher Trinkwasser kann man ohne Bedenken trinken

Und es ist auch kein großer Aufwand für die Unternehmerin. "Das sind ein paar Schritte bis in die Küche, das geht ganz schnell", erzählt Antonia Wucknitz. Für sie hat die Angst vor mangelnder Hygiene des Wassers nie eine Rolle gespielt.

"Deswegen wollen viele nicht mitmachen, weil sie oft nicht wissen, dass man das Karlsruher Trinkwasser gut trinken kann. Wer aber die Befürchtung hat, sein Wasser aus der Leitung ist nicht gut genug, den versuchen wir auch nicht zu bekehren", ergänzt Manuel Treutlein. 

Refill Karlsruhe
Manuel Treutlein von der Grün-alternativen Hochschulgruppe hilft bei Refill, neue Läden für die Idee zu begeistern. | Bild: Anya Barros

Mit der Initiative Refill wollen Sarah Meyer-Soylu, Nicolas Salbach und Manuel Treutlein, dass die Leute ihr Trinkverhalten überdenken: "Es muss nicht immer das zuckerhaltige Getränk sein." Aber auch die Nachhaltigkeit steht für die drei im Fokus. "Es ist eine Entwicklung, die wir durchlaufen können für ein nachhaltiges Miteinander in Karlsruhe", sagen sie abschließend. 

Refill Karlsruhe
Nicolas Salbach, Sarah Meyer-Soylu, Antonia Wucknitz und Manuel Treutlein machen sich für Refill Karlsruhe stark. | Bild: Anya Barros

Auch wer kein eigenes Ladengeschäft hat, kann bei Refill mitmachen: "Wer einen Laden oder ein Café kennt, das schon kostenloses Wasser ausgibt, der kann sich an uns wenden, wir sprechen die Inhaber dann gerne an", erklären die Refill-Fans gegenüber ka-news. 

 

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ka-news Hintergrund: Refill gibt es seit 2015 in England, seit 2017 auch in Deutschland. Überall wo der Refill Aufkleber angebracht ist, kann kostenfrei Leitungswasser in die mitgebrachte Flasche aufgefüllt und Plastikmüll vermieden werden. Eine aktuelle Karte und Liste von Geschäften und Cafés, die in Karlsruhe mitmachen, gibt es auf www.refill-deutschland.de/karlsruhe (externer Link). 
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  •   Nachteule
    (523 Beiträge)

    15.08.2018 16:24 Uhr
    Kleiner Schritt mit großer Wirkung
    Das ist sehr schön gesagt - aber nichts anderes als ein frommer Wunsch. Denn sie kämpfen einerseits dafür, Plastikmüll zu vermeiden, andererseits haben sie kein Problem damit, dass die Leute massenhaft ihre Dieselautos entsorgen und stattdessen neue kaufen. Eigentlich kann man nur noch Mitleid mit diesen Leuten haben und es ist wie bei Goethes Faust: Sie wollen das Gute und bewirken das Böse. Genauso wie diese Leute mit ihrer Hitzehysterie in den letzten Tagen nichts anderes bewirkt haben, dass die Leute jetzt massenhaft Klimanalagen kaufen. Denn diejenigen, die immer das Gute wollen und das Böse bewirken, haben ja verkündet, dass es in den nächsten Sommern sogar noch heißer wird. Damit ist klar: Du musst dir deine Klimaanlage JETZT kaufen. Wir freuen uns auf die CO2-Bilanz für 2018. Ergebnis: weiterer CO2-Anstieg in D, als einigem Land in Europa. Warum? Weil wir mit unserer Hysterie alles falsch machen. Und im übrigen: ich trinke prinzipiell kein ungekochtes Waser aus der Leitung!
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  •   Chris23
    (121 Beiträge)

    08.10.2018 21:15 Uhr
    Dieselautos entsorgen
    Ist doch eher die Lösung der CSU, das Problem in dem Städten zu lösen und gleichzeitig die Autoindustrie zu fördern. Naturschützer stehen doch fas tausschließlich auf Seiten der Nachrüstung, und das solche großen betrügereien Bestraft werden oder sich zumindest an Lösungen finanziell beteiligen anstatt Rabatte umzubennen. Das würde meiner Meinung nach auch Deutschland helfen, denn wir stehen eigl. für gute Handwerk und nicht für sachen die irgendwie laufen aber dessen Daten man nicht vertrauen kann.

    Umweltschutz wäre es wenn die Fortschritte der Motoren zur Verbrauch und nicht für leistungsoptimierung genutzt wurden sind, gefühlt verbrauchen die Autos von vor 20 Jahren noch genausoviel wie heute hatten aber halt deutlich weniger wumms. Und daran sind sicher auch wir verbraucher Schuld.

    Wobei man gegen SUV was machen könnte, und nicht unbedingt aus Umweltgründen sondern da sie durch dem höheren Schwerpunkt schlechtere Crash eigenschaften haben.
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  •   wolkenschauer
    (1326 Beiträge)

    16.08.2018 08:31 Uhr
    Schöne Initiative ! Gute freundliche Vorbilder ...
    Welche Leute haben keine Probleme Dieselautos zu entsorgen und neue zu kaufen ? Bitte mal richtig konkret werden ! Die hier aufgeführten ? Schnell mal mit einer flächendeckenden, verallgemeinernden Unterstellung daherkommen, weil man es sich so einfach mit flächendeckenden Diskreditierungen machen kann, um das eigene ('edles' SUV-Verhalten?) protzig weiterzuleben ?! Dann sind alle, die Gutes tun, wie zB die hier aufgeführten Geschäfte, wieder nur naive 'Gutmenschen'?

    Ich finde diese Masche peinlich!

    Ich fahre kein Auto. Habe nie Führerschein gehabt. Versuche Plastikmüll wo es geht zu vermeiden. Ressourcenschonend zu leben. Und finde es sehr lästig, ständig mit schwarzgrünen Diesel-Kretschmanns (Betonung auf Schwarz), Pseudolinken und Pseudogrünen 'sozialisiert' zu werden. Meine Flugbilanz in 54 Jahren: Einmal Malle und zurück 2004 auf Einladung meiner Eltern....Es geht wunderbar ohne !

    Aber jo, die naivlichen 'Gutmenschen'... So reden Reaktionäre ! Wünsche einen schönen Tag ! grinsen
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  •   Tyr
    (434 Beiträge)

    16.08.2018 09:13 Uhr
    Wolkenschauer
    am besten gar nicht reagieren auf so ein hasserfülltes, krankes Geschmiere
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  •   silberahorn
    (9644 Beiträge)

    16.08.2018 03:38 Uhr
    In Goethes Faust
    bezeichnet sich Mephistopheles aber als: „Ein Teil von jener Kraft, / Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“
    Insofern halte ich es für heikel, wenn man nur auf "gut" und "böse" reduziert.

    Es ist sehr wichtig, dass man auf Gesamtzusammenhänge hinweist. Du hast das tatsächlich richtig GUT gemacht. grinsen
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  •   dipfele
    (4873 Beiträge)

    16.08.2018 02:10 Uhr
    gekochtes Wasser....
    …. hat aber keine für das Leben wichtige Mineralstoffe mehr, weil die ausgefällt werden. Unser Leitungswasser ist absolut rein. Statt SUV mit Klimaanlage wäre es wichtiger, die SUV und andere PKW zu verkaufen. Das würde die Klimaerwärmung reduzieren. dann bräuchten wir auch keine Klimaanlagen.
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  •   EmilyHobhouse
    (1421 Beiträge)

    17.08.2018 10:56 Uhr
    Nachfrage
    Wenn die Nachfrage nach SUVs sinkt, werden keine mehr gebaut und es gibt mittelfristig weniger. Eine Abwrackprämie könnte eingeführt werden, falls die Fahrzeuge vom Erstbesitzer nach spätestens 3 Jahren direkt an Thyssenkrupp verkauft würden. Ansonsten könnte eine Steuer das regeln, wer nicht Förster oder Landwirt o.ä. ist, braucht so ein Auto nicht und kann deshalb höher besteuert werden.
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  •   betablocker
    (3321 Beiträge)

    17.08.2018 15:10 Uhr
    Zum Glück
    weisst du ganz genau wer was braucht.
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  •   diwd
    (960 Beiträge)

    17.08.2018 14:45 Uhr
    Der Neid auf SUV-Fahrer muß groß sein.
    .
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  •   betablocker
    (3321 Beiträge)

    16.08.2018 11:38 Uhr
    Jetzt musst
    du nur noch erklären wie sich ein Verkauf von einem Auto an jemand anders auf das Klima auswirkt. grinsen
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