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Karlsruhe In wenigen Monaten starten die Arbeiten: Das Karlsruher Schienennetz wächst jetzt nach Knielingen-Nord

Mit dem Bau der Süd-Ostbahn ist das Schienennetz in Karlsruhe zuletzt gewachsen. Doch das Wachstum war noch nicht abgeschlossen: 1,5 Kilometer Gleise sollen bis Ende 2020 folgen. Damit soll das Wohngebiet Knielingen 2.0 angeschlossen werden. Damit wird es nach Jahrzehnten der Planung endlich konkret - auch zur Freude der Knielinger.

Die Tramlinie 2 rollt derzeit von Wolfartsweier über den Hauptbahnhof zur Siemensallee nach Knielingen. Von dort geht es auf gleichem Weg wieder zurück. Doch an der Siemensallee endet der Stadtteil schon länger nicht mehr. Seit 2008 wird auf dem nicht mehr genutzten militärischen Gelände der Mudra-Kaserne gebaut: Dort entsteht ein neues Wohngebiet. Und da darf ein Anschluss an den ÖPNV natürlich nicht fehlen.

Die Idee der Bahnlinie reicht mittlerweile über 30 Jahre zurück: 1987 kam die Idee der Verlängerung der Bahnlinie erstmals ins Gespräch. Nach zwei Planungsstopps im Jahr 1994 und 2004 geschah lange Zeit nichts. Erst im Jahr 2008 taucht im Bebauungsplan für "Knielingen 2.0" eine Verlängerung der Straßenbahnlinie zur Erschließung von Knielingen-Nord in der Planung wieder auf. 2010 nahmen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) dann die Planung für den neuen Streckenabschnitt auf.

Ausbau der Linie 2 nach Knielingen
Vier neue Haltestellen sollen im Karlsruher Stadtteil Knielingen entstehen. |

Bahnnetz wächst um vier Haltestellen

"Nach Vorliegen der für 2015 zu erwartenden Planfeststellung könnte - sofern die Zuschüsse bewilligt sind - ab 2016 mit dem Bau begonnen werden", so das Fazit der Stadt Karlsruhe aus dem Jahr 2014. Doch dieser Zeitplan konnte nicht gehalten werden. Damit das Gebiet nicht ganz vom ÖPNV-Netz abgeschnitten ist, wurde zwischenzeitlich eine Buslinie eingerichtet. Nach nun weiteren drei Jahren des Wartens gehen in der kommenden Woche nun die Arbeiten endlich los!

Bis Ende 2020 sollen dann auf einer Strecke von 1,5 Kilometern auf bereits dafür vorgesehenen Trassen neue Gleise verlegt werden. Die Linie 2 soll dann vom heutigen Endpunkt an der Haltestelle Lassallestraße bis in das Wohngebiet Knielingen-Nord in die Egon-Eiermann-Alle verlängert werden. Dazwischen werden 4 neue Stationen errichtet. Kostenpunkt: Rund 14 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg fördert das Vorhaben mit 6,1 Millionen Euro.

Im Februar gibt es eine Bürger-Infoveranstaltung

Welche Einschränkungen beim Bau auf die Knielinger zukommen, ist noch nicht bekannt. Aufschluss über das Projekt sollte ursprünglich eine Bürgerveranstaltung am vergangenen Donnerstag geben, bei der Maßnahmen zur Entspannung der aktuellen Verkehrsprobleme in Knielingen vorgestellt wurden. Im Gespräch mit ka-news im Rahmen der Bürgerversammlung erklärte VBK-Sprecher Philipp Heise allerdings, das Projekt bei einer gesonderten Veranstaltung im Februar thematisieren zu wollen.

Erste Vorabmaßnahmen werden aber bereits durchgeführt: Ab der kommenden Woche werden Bäume gefällt, die auf der freigehaltenen Trasse gepflanzt wurden. Die VBK versprichen für jeden gefällten Baum eine Ersatzpflanzung vorzunehmen. Der Spatenstich für das neue Projekt ist schließlich für Ende April vorgesehen. Dann werden die Baumaßnahmen auch deutlich sichtbar. Gebaut wird im Übrigen von der künftigen Wendeschleife Knielingen-Nord zur Siemensallee.

Noch eine grüne Trasse: Ende 2020 soll hier in Knielingen Nord die Bahn entlang rollen können. | Bild: Thomas Riedel

Lücken-Schluss für Karlsruher Nahverkehr

"Das Projekt hat eine große Bedeutung für den neugebauten Stadtteil", betont auch VBK-Sprecher Michael Krauth. Damit würden viele Wohnungen "an das attraktive Nahverkehrs-Netz in Karlsruhe angeschlossen." Weiter: "Wir freuen uns, damit eine Lücke schließen zu können." Es sei auch eine der letzten Lücken, die entstanden ist, weil das Gebiet neu bebaut wurde. Zuletzt trat dieser Fall beim neuen Stadtteil "Südstadt-Ost" ein, wo ebenfalls eine Bahnstrecke als Anbindung gebaut wurde.

Eine solche neue Siedlung ist meist der Anlass für eine Netz-Erweiterung. Genau hier ist Karlsruhe aus Krauths Sicht bereits gut aufgestellt. Die Abdeckung sei bereits sehr hoch.

Weitere Expansions-Projekte seien Krauth derzeit nicht bekannt. Mit ein Grund ist, dass Ende 2020 noch ein weiteres jahrzehntelang geplantes Projekt an den Start geht, das noch viel Arbeit für die VBK bereithält: Parallel zur Verbindung nach Knielingen-Nord wird dann auch der Tunnel unter der Kaiserstraße in Betrieb gehen. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Baustellen besteht nicht - vielmehr habe sich das durch die zeitliche Verschiebung bei der Knielingen-Erweiterung so ergeben.

Künftiges Liniennetz ist noch nicht festgelegt

Das kann aber auch ein Vorteil für die Knielinger sein: Mit Inbetriebnahme des Tunnels wird das Karlsruher Bahn-Netz wahrscheinlich neu gestaltet. Möglich wäre beispielsweise, dass die Linie 2 vielleicht gar nicht von Wolfartsweier nach Knielingen-Nord fährt. "Der künftige Liniennetzplan ist noch nicht spruchreif", so Krauth weiter. Vielmehr werde derzeit die möglichen Optionen geprüft.

ka-news Hintergrund: "Knielingen 2.0" ist ein Projekt der Stadt Karlsruhe und der Volkswohnung. Es benennt den neuen Stadtteil im Nordwesten der Fächerstadt. Das Baugebiet liegt zwischen der Sudetenstraße, der Eggensteiner Straße und der Pionierstraße. Das Bauprojekt soll vor allem für Naturnähe und verdichtetes, gemeinschaftliches Wohnen stehen. 

Bauträger ist die Konversionsgesellschaft Karlsruhe mbH (KGK), ein Unternehmen im Konzern Volkswohnung. Die Immobilien-Vertriebsgesellschaft der Sparkasse Karlsruhe Ettlingen hat den Exklusivvertrieb für das Projekt loswohnen übernommen. 

Allein von 2012 bis Ende 2016 hat das kommunale Immobilienunternehmen in Karlsruhe nach eigener Aussage 481 Mietwohnungen im fertiggestellt. Bis 2020 sollen in der Fächerstadt rund 1.500 neue Mietwohnungen errichtet werden, rund 60 Prozent davon öffentlich gefördert. 

Weitere Informationen zu "Knielingen 2.0." finden Sie auf der Seite der Volkswohnung (Link führt auf externe Seite). 

Mehr zum Thema: 

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  •   teflon
    (2602 Beiträge)

    01.02.2019 00:58 Uhr
    In Schilda muss
    der ÖNV immer rumpeln und quietschen - speziell in den 2 scharfen 90 Kurven freuen sich die Anwohner jetzt schon. Man hat zwar keine Fahrer, die Fahrgastzahlen gehen zurück ,das neue Rollmaterial ist fehleranfällig aber man verlängert die . Mich würde mal eine Potentialanalyse der Fahrgastzahlen interessieren, die klar aufzeigt, das die entstehenden Kosten im Vergleich zum Nutzen nicht völlig sinnfrei rausgeworfenes Geld sind.
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  •   Bahnnutzer100
    (195 Beiträge)

    01.02.2019 13:14 Uhr
    Umsteigen auf die Straßenbahn
    Würden Sie auch die Straßenbahn benützen und viele andere Meckerer auch, dann hätten wir alle bessere Verkehrsverhältnisse und dies würde uns allen zu Gute kommen.
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  •   teflon
    (2602 Beiträge)

    04.02.2019 02:07 Uhr
    Das muss ich mir
    zum Glück nicht antun. Das ein ÖNV die Antwort auf alles , was mit städtischen Personenverkehr zu tun hat ,ist sicher nicht so. Es sollte endlich diese verbohrte Fixiertheit auf die Straßenbahn aufhören und das Ganze sollte zudem zu angemessenen Preisen auch funktionieren. Das Preis-Leistungsverhältnis ist aber beim KVV seit 2 Jahrzehnten mit stark steigender Tendenz immer mieser geworden und ich kenne so Einige, die wieder aufs Auto zurückgewechselt sind. Und der KVV sollte mal auf die Größenordnung des Defizites pro beförderter Person schauen- das wird ab 21/22 komplett durch die Decke gegen.
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  •   Freigeist1
    (686 Beiträge)

    31.01.2019 14:56 Uhr
    Jahrelanger U-Bahnbau, aber (immer noch) kein Streckennetz,
    das ist Wahnsinn! Die Schweizer -die wissen und vormachen wie man Öffentlichen Verkehr plant- kugeln sich vor Lachen. Will man mit der Verzögerungstaktik unliebsame Diskussionen verhindern...? Bitte legt die Varianten der Öffentlichkeit jetzt offen und ermöglicht den demokratischen Austausch, wie es in einem Land, dessen demokratischen Werte und Prinzipien derzeit auf dem Prüfstand stehen, selbstverständlich sein sollte. Und zwar Steckennetz nach U-Bahntunneleröffnung sowie gleichzeitig Streckennetz auch nach KriegstraßenStrabaEröfffnung. Die Bevölkerung wartet...
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  •   mueck
    (10296 Beiträge)

    31.01.2019 19:09 Uhr
    !
    Diskussion vermindern? Das kann gut sein ...
    2002 habe ich ja schon verglichen und festgestellt, dass ein Kombilösungsnetz wenig taugen kann, zu viele Einschränkungen der Netzflexibilität. Man müsste die Gleise oben in der Fuzo liegen lassen, damit was vernünftiges dabei rauskommt ...
    Unter der Hand kursierten schon ca. zu Baubeginn "Sparnetze", die ca. eine Linie weniger haben als das Netz der standardisierten Bewertung, das käme in Diskussionen auch nicht gut an ...
    Hier auf der 2. Seite gibt's paar interessante Links von mit EitiiiiHaitech optimierten Netzergebnissen.
    Nicht dabei ist aber der danach aus K und Q manuell optimierte Entwurf, der wohl intern Stand der Diskussion ist. Begeisterungsstürme löst der aber nicht unbedingt aus ...
    Ich bleibe bei meiner 2002er Meinung, dass die U-Strab schlecht für unseren ÖV ist.
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  •   Eckfaehnchen
    (2598 Beiträge)

    31.01.2019 11:35 Uhr
    Linie 2
    Sie könnte längst bis zur Eiermann-Allee fertig sein. Jetzt wo die Brückensanierung so richtig in Gang kommt, und Knielingen schon deshalb fast im Verkehr erstickt, kommen noch Gleisarbeiten dazu. Hirnlos !!
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  •   likeka
    (431 Beiträge)

    31.01.2019 12:10 Uhr
    In 2019
    In 2019 wird meines Wissens der Teil in der Egon-Eiermann-Allee gebaut, bzw. der Teil der Sudetenstraße gebaut, in der schon der Grünstreifen in der Mitte liegt. Die Auswirkungen auf den Verkehr dürften also verhältnismäßig klein sein.
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  •   SteMoe
    (28 Beiträge)

    31.01.2019 10:20 Uhr
    Das Glaube ich erst.....
    Das Glaube ich erst wenn ich zum erstemal so um ca. 2025 vielleicht mit der "Strombüchse" duch die Wendeschleife fahre.
    Das haben "DIE" alle von VBK / KVV (Hr. Ludwig / Casazza) und mit Hilfe der Ratshaus "Versprecher, Ankündigunsmeister und Betonköpfen" schon kurz nach dem Abriss der Gerszewski Barracks im Jahre 2004 angekündigt.
    Der Anschluss wurde schon ganz am Anfang von Knielingen 2.0 im Jahre 2007 im Bebauungsplan den zukünftigen Käufern und "Investoren" versprochen die ab 2012 hier "eingezogen" sind !
    Das ist mal eine "knappe" Zeitspanne für Karlsruher verhältnisse.
    "Bravo" und "Chapeau" da ist noch ganz viel Potenzial, was die Verkürzung des "Zeitrahmen" betrifft nach unten möglich.
    Wenn wir in Karlsruhe dann noch eine 2 Brücke mit Nordumfahrung, als Entlastung der daue rüberlasteten "BAB Karlsruhe", besser bekannt als "Südtangete", in ca. 50-100 Jahren bekommen ist Karlsruhe wieder auf dem Richtigen weg.
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  •   bier2
    (884 Beiträge)

    31.01.2019 07:59 Uhr
    prima 4 Haltestelle mehr an denen
    man vergeblich auf eine Bahn warten kann
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  •   lynx1984
    (3094 Beiträge)

    31.01.2019 07:40 Uhr
    zu spät
    die Familien dort haben gezwungenermaßen längst alle 2 Autos vor der Tür stehen.
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