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Karlsruhe In der Kapellenstraße blitzt es doch nicht richtig! Was passiert jetzt mit den "falschen" Knöllchen?

Hier blitzt es doch nicht richtig! Vergangenes Wochenende wurden auf der Kapellenstraße Autofahrer bereits bei Geschwindigkeiten über 30 km/h geblitzt, obwohl außerhalb der Schulzeiten Tempo 50 erlaubt ist. Was sind die Ursachen für diesen "Blitz-faux-pas"? Wie funktionieren solche zeitgesteuerten Blitzer eigentlich? Und bekommt man als Betroffener sein unverschuldetes Knöllchen wieder zurückerstattet?

Auf der Kapellenstraße im Herzen der Karlsruher Oststadt darf man seit 2013 aufgrund der anliegenden Schiller-Grundschule nur noch mit Tempo 30 unterwegs sein. Dies wird auch kontrolliert: Zwei Blitzlichtanlagen am Straßenrand auf Höhe der Schule geben Rasern unter der Woche zwischen 7 und 17 Uhr keine Chance - zum Schutz der Schüler. Außerhalb dieses Zeitraums und an Wochenenden sowie in den Ferien ist eine Geschwindigkeit von 50 km/h erlaubt.

Wer vergangenes Wochenende hier jedoch den Blitzer schneller als 30 km/h passierte, wurde abgelichtet und fürchtet nun unangenehme Post von der Stadt: Die Blitzanlagen lösten fälschlicherweise in beiden Richtungen schon bei einer Geschwindigkeit über 30 km/h aus. Dies sorgt natürlich für Verärgerung. Die Redaktion wurden von einem ka-Reporter darauf aufmerksam gemacht - ein Grund dem Problem nachzugehen.

Defekte Zeitsteuerung

Was war die Ursache der Störung? ka-news hat bei der Stadt nachgefragt: "Es hat einen Fehler bei der Zeitsteuerung gegeben, die dem Gerät vorgibt, in welchem Zeitraum welche Geschwindigkeit erreicht werden darf", so ein Pressesprecher der Stadt gegenüber ka-news. Eine Art Zeitschaltuhr im Blitzer also.

Blitzer Kapellenstraße
Hier darf unter der Woche nur 30 gefahren werden. | Bild: Sophia Wagner

Die Anlage wurde noch am Montagmorgen von Mitarbeitern des Ordnungsamtes repariert. "Wir untersuchen jede Fehlfunktion mithilfe unserer Mitarbeiter und einer Fachfirma, um Wiederholungsfehler auszuschließen", so die Stadt weiter.

Wann Sie die Knöllchen zerreißen dürfen...

Nichts falsch gemacht, trotzdem geblitzt worden und nun ein Knöllchen am Hals? Dies ist natürlich frustrierend für Betroffene, wie zum Beispiel unseren ka-Reporter. Doch wie viel Aufwand ist nun nötig, um unschuldigen Bürgern ihre Strafzettel zurückzuerstatten? Oder kommt es überhaupt zur Anzeige?

Blitzer Kapellenstraße
Zum Schutz der Schüler: Nur Tempo 30 erlaubt. | Bild: Sophia Wagner

Die Stadt betont hierzu, dass bei der Datenauswertung nun lediglich im Detail auf die Uhrzeit beziehungsweise den Tag zu achten sei. "Selbstverständlich werden nur Fälle zur Anzeige gebracht, bei denen tatsächlich eine Überschreitung der zur jeweiligen Uhrzeit geltenden Geschwindigkeit vorliegt, unabhängig von der Fehlschaltung des Blitzers." Betroffene hätten also laut Aussage der Stadt nichts zu befürchten - sie würden keine Post bekommen.

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Kommentare (21)
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  •   magambo
    (52 Beiträge)

    12.04.2019 09:15 Uhr
    59 km/h?
    Woher haben Sie die Information, dass die Anlage erst bei 59 km/h auslöst? Richtig wäre nach Abzug von 3 km/h Toleranz ein Auslösen ab 54 km/h, wobei die meisten Tachometer etwas mehr anzeigen dürften.
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  •   Icy
    (141 Beiträge)

    12.04.2019 16:27 Uhr
    59km/h ist realistisch!
    Es gibt zunächst einen Messwert von jedem Fahrzeug das vorbeikommt. Dieser Messwert hat einen Messfehler - eine Abweichung von der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit von der man rechtssicher nur sagen kann, dass sie maximal 3km/h beträgt. Das bedeutet, das bei zwei Fahrzeugen die beide real genau 50km/h fahren das eine mit 50km/h un das andere mit 53km/h angezeigt werden kann. Darum zieht man bei beiden 3km/h ab und hat so die Sicherheit, dass keins der beiden schneller als 50km/h war obwohl das Messgerät etwas anderes behauptet. Darauf gibt man dann noch mal eine Toleranz von z.B. 6km/h um die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Damit kommt man dann auf die 59km/h eingestellte Auslösegeschwindigkeit um nicht unnötig Bilder auswerten zu müssen die dann nicht verfolgt werden. Was der Tacho dabei anzeigt ist ein eigenes Thema. Das kann man sich gegebenenfalls per GPS auf den Kilometer genau anzeigen lassen wie stark der abweicht.
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  •   magambo
    (52 Beiträge)

    13.04.2019 16:17 Uhr
    Woher die zweite Toleranz?
    Zitat: "Darauf gibt man dann noch mal eine Toleranz von z.B. 6km/h um die Verhältnismäßigkeit zu wahren"
    Genau auf diese angebliche zweite Toleranz zielte meine Frage ab. Diese ist weder in der StVO noch im Bußgeldkatalog definiert. Falls es also wirklich so eine zusätzliche Toleranz gibt, ist diese rein willkürlich von der kontrollierenden Stelle festgelegt und könnte jederzeit revidiert werden. In der Schweiz bekommt man im übrigen auch für eine Überschreitung von nur einem einzigen km/h einen Brief, sogar nach Deutschland, also nichts mit "Verhältnismäßigkeit wahren"
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  •   ralf
    (3654 Beiträge)

    16.05.2019 02:11 Uhr
    Willkürliche Realität
    So wie ich das sehe, wäre in Deutschland bei Tempo 50 ein Vorgehen ab 54 km/h (nach Abzug der Toleranz 51 km/h) rechtlich möglich. Die Realität sieht anders aus. Häufig gibt es eine willkürliche Zusatztoleranz, welche scheinbar von Ort zu Ort unterschiedlich ist und zwischen Werten von 5 km/h und 20 km/h reicht.
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  •   Icy
    (141 Beiträge)

    16.05.2019 02:40 Uhr
    Diese lokal unterschiedliche Toleranzen machen Sinn
    um z.B, an Stellen wo 50km/h eigentlich schon grenzwertig sind entsprechend eng zu tolerieren und anderereseits gut ausgebaute Ausfallstraßen nicht durch übervorsichtige Fahrer ("Fahre nach Tacho 45 um auf der sicheren Seite zu sein, reale Geschwindigkeit um die 40km/h") im Berufsverkehr zu "bestauen".
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  •   Icy
    (141 Beiträge)

    14.04.2019 02:23 Uhr
    Tolerranzspielraum
    Richtig, die Schweizer sehen es enger - und sie haben einen langen Atem, die Post kann auch erst nach 10Monaten kommen.
    Eine belastbare Quelle für den Spielraum in D / BW habe ich nicht. Vor einigen Jahren galt auf der A5 z.b. dass bis 15km/h zu schnell nicht geblitzt wurde da man als Polizei nicht als Abzocker auftreten wollte und sich von den gewinnorientierten kommunalen/privaten Messtrupps distanzieren wollte. Inzwischen blitzt man hier auch bei niedrigeren Überschreitungen - Einfluss durch den Regierungswechsel in BW?
    Dass es eine zusätzliche Toleranz gibt kann man selbst leicht mit GPS und Tempomat testen: Einfach an einer Blitzanlage mehrfach vorbeifahren, jedesmal 1km/h schneller bis es blitzt - und nein, ich übernehme die Kosten dafür nicht, bin aber interessiert daran wo es bei 5km/h+ geahndet wird.
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  •   KlausKalle
    (380 Beiträge)

    12.04.2019 13:51 Uhr
    Moin.
    Ja das meinte ich. 59km/h Tacho sollte die Anlage auslösen.

    Gruß
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  •   Icy
    (141 Beiträge)

    12.04.2019 21:23 Uhr
    Tacho ist was anderes...
    bei angezeigten 59km/h auf dem Messgerät soll die Anlage auslösen. Der Tacho sollte im Normalfall schon deutlich mehr anzeigen da er nicht nachgehen darf und das Messgerät genauer misst bzw. auch 3km/h zu wenig anzeigen könnte. So kann der Tacho dann durchaus schon 65km/h anzeigen.
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  •   bingobongo
    (274 Beiträge)

    12.04.2019 08:59 Uhr
    tut mir sehr leid
    Wenn die Toleranzen dann anders zählen würden, tut es mir jetzt sehr leid. Wer zu geizig für einen Tempomat ist, soll halt einfach maximal 50 fahren.
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  •   albern
    (226 Beiträge)

    11.04.2019 23:32 Uhr
    Betroffene hätten also laut Aussage der Stadt nichts zu befürchten - wenn sie nicht über 50 gefahren...
    Denn wenn die Anlage auch schon zwischen 30 und 50 ausgelöst hat, obwohl es erlaubt ist, dann wird bei merklich über 50 wohl trotzdem kassiert - nur der Betrag wird entsprechend anders ausfallen.
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