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Karlsruhe Im Gespräch mit Karlsruher Rabbiner: Wie geht die jüdische Gemeinde mit den Ereignissen in Halle um?

Nach dem Attentat in Halle mit mutmaßlich rechtsextremen Hintergrund, hat das baden-württembergische Innenministerium reagiert und die "Schutzmaßnahmen bei allen jüdischen Einrichtungen hochgefahren". Auch in Karlsruhe ist die Polizei verstärkt vor den Synagogen im Einsatz - wie fühlt sich die jüdische Gemeinde nach den Ereignissen in Halle ?

Das Bundesland Baden-Württemberg hat auf den Anschlag in Halle reagiert, bei welchem zwei Menschen ums Leben kamen, und erhöht stellenweise die Polizeipräsenz. Bis auf weiteres werden "die Schutzmaßnahmen bei allen jüdischen Einrichtungen hochgefahren". Auch in Karlsruhe haben die Beamten stärker als davor ein Auge auf Synagogen und jüdische Zentren. 

Polizei im Einsatz
Die Polizei Karlsruhe fährt vor den jüdischen Einrichtungen verstärkt Streife. | Bild: Thomas Riedel

"Wir sind natürlich sehr schockiert"

Schon vor dem Anschlag war die Polizei in Karlsruhe bei der jüdischen Gemeinde sehr präsent. Zu jedem Gebet seien die Beamten vor Ort, so Rabbiner Mordechai Mendelson.  Er ist Rabbiner des jüdischen Bildungszentrums Chabad in Karlsruhe in der Herrenstraße. Mendelson lobt im Gespräch mit ka-news.de die Arbeit der Beamten. "Die Polizei in Karlsruhe macht ihre Arbeit sehr gut, ich habe großen Respekt", so der Rabbiner.

Rabbiner Mordechai Mendelson
Mordechai Mendelson, Rabbiner des jüdischen Bildungszentrums Chabad. | Bild: Mordechai Mendelson

Noch am selben Tag, als in Halle der junge Mann das Feuer eröffnete und zwei Menschen das Leben nahm, habe ihn die Polizei persönlich über die Vorfälle informiert. Dennoch schlagen sich die Ereignisse auf das Sicherheitsgefühl nieder. "Der Anschlag gestern hat mir gezeigt, wie einfach es für Terroristen sein kann, Menschen zu schaden", sagt er weiter.

Jetzt hat die Polizei ihre Präsenz erhöht: "Die Polizei fährt dort verstärkt Streife, beispielsweise bei der Synagoge in der Nordstadt", sagt Christina Krenz, Pressesprecherin der Polizei Karlsruhe. Auch an anderen Orten wird in der Fächerstadt die Polizeipräsenz erhöht, welche Maßnahmen allerdings genau ergriffen werden, darüber gibt die Polizei keine Auskunft.

Wie geht die jüdische Gemeinde mit den Ereignissen um? "Wir sind natürlich sehr schockiert", sagt der Rabbiner. Dennoch ist es ihm wichtig zu betonen: "Ich bin sehr froh, in Karlsruhe zu wohnen. Ich fühle mich hier sehr sicher und laufe auch mit meiner Kippa offen durch die Stadt."

Am höchsten Feiertag der Juden,  dem Versöhnungstag Jom Kippur, ereigneten sich am Mittwochmittag in Halle Szenen, die wohl noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Ein schwer bewaffneter Mann tötete in der Nähe einer Synagoge zwei Menschen, zwei weitere wurden schwer verletzt. 

 

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Kommentare (33)
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  •   OtusLocus
    (70 Beiträge)

    11.10.2019 10:54 Uhr
    Hier wird sich ausschließlich wegen Antisemitismus empört.
    Ist eigentlich jemandem aufgefallen, daß der Typ einen Menschen in einem Dönerladen erschossen hat? Weshalb findet das so gut wie keine Erwähnung? Sind Muslime weniger wert?
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  •   Chris23
    (356 Beiträge)

    11.10.2019 16:39 Uhr
    Das wundert mich auch in der ganzen Debatte
    auch das dieses Thema fast immer auntern Punkt antizionismus abgehandelt wird, das ist sicher auch wichtig und war ja das hauptziel. Bei seinen ausweichziel 'kanacken' abzuknallen, müssen wir aber eigentlich von Fremdenfeindlichkeit reden.

    Wobei mir vorher nicht so bewußt war, das fast alle Synagogen von der Polizei überwacht werden müssen traurig Das es schon ein Skandal ist, das die Polizei in Halle nicht präsent war. Das wirft ein trauriges Licht auf unsere Gesellschaft. In der der Fremdenhass auch immer offener ausgelebt wird, und das bestärkt dann sicherlich auch solche psychos ihre kranken fantasien in Taten umzusetzen.
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  •   Consigliere
    (341 Beiträge)

    11.10.2019 08:48 Uhr
    "Durch diese Hetze fühlen sich einzelne Verbrecher legitimiert"
    "Große Mitschuld" an dem Anschlag sieht auch SPD-Politiker Karl Lauterbach bei der AfD. Er schrieb bei Twitter: "Es ist die Hetze der AfD, die dem Rechtsextremismus eine politische Stimme gab. Durch diese Hetze fühlen sich einzelne Verbrecher legitimiert, ihre Grausamkeiten zu begehen. Den Hetzern der AfD wollen die Verbrecher, auch der in Halle, gefallen."
    Erst kommt die Hetze im "Netz" dann folgen solche Taten.
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  •   ALFPFIN
    (6815 Beiträge)

    11.10.2019 11:03 Uhr
    Der junge Mann
    ist ganz alleine für seine Taten verantwortlich, ohne Wenn und Aber.
    Schlimm genug, dass sich die AFD politisch so etablieren konnte. Vom wem sich der Täter hat beeinflussen lassen wissen wir nicht. Es gibt ja leider schon lange wieder rechte Parteien siehe NPD, davor die DVU und nicht vergessen diverse Rockergruppen.
    "Vor allem Rocker der Hells Angels sind bei der Gründung nach dem zweiten Weltkrieg mit Wehrmachtssymbolen in Erscheinung getreten. Bei einigen Mitgliedern finden sich noch heute entsprechende Tätowierungen. Die Verbindung zur rechtsextremistischen Szene liegt damit nahe."
    Auch davon lassen sich solche Tätertypen beeinflussen.
    Mit einer überzeugenderen Politik der Regierungsparteien hätte man möglicherweise auch in Ostdeutschland so viele Überläufer nach rechts verhindern können. Aber in den letzten Jahren ging es den
    Regierungsparteien in erster Linie um Macht, um Erhalt ihrer "Starrolle", um Konkurrenzgehabe in den eigenen Reihen.
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  •   Dobermann
    (77 Beiträge)

    11.10.2019 11:39 Uhr
    Die AfD..
    ist keine verbotene Partei und die HAs sind absolut Politikfrei.
    HA und sicherlich andere Rocker sind absolut Menschen die loyal, grade und top sind.

    Wenn Sie keine Ahnung haben, dann sollten Sie sich nicht zu solchen Themen äussern,
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  •   Skudder
    (444 Beiträge)

    12.10.2019 09:07 Uhr
    Die HA
    sind vielleicht unpolitisch, dafür aber sehr grade, top und loyal in Punkto organisiertem Verbrechen wie z.B. Drogenhandel, (Zwangs-) Prostitution und anderem. Da wird auch gerne mal jemand abgeknallt. Mit Rockern haben die mal gar nichts zu tun.
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  •   dipfele
    (5554 Beiträge)

    11.10.2019 15:03 Uhr
    Die AfD ist eine demokratisch....
    ...legitimierte Partei,, wobei ein Teil der Aktiven versucht, Ungerechtigkeiten in unserem Staat durch Ausgrenzung und Diffamierung gewisser Bevölkerungsgruppen diese verantwortlich zu machen. Und schürt Vorurteile. Die wirklichen Profiteure werden nicht beim Namen genannt, gäbe es bezahlbare Mieten, sichere Einkommen, wenn wir keine Flüchtlinge oder Juden hätten?
    Dieses Attentat verändert die Verhältnisse nicht. Unsere Volksvertreter müssen endlich aufwachen und lösungen gegen Ungerechtigkeiten auch umsetzen.
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  •   ALFPFIN
    (6815 Beiträge)

    11.10.2019 11:57 Uhr
    Ich habe
    nicht von einer "verbotenen" Partei AFD geschrieben. Dass diese Partei allerdings so viel Zulauf hat, bedaure ich sehr und da sehe ich schon Gründe in der aktuellen Politik der regierenden Parteien.
    Gewisse rechtslastige Tendenzen einiger Rockergruppen wurden durch polizeiliche Ermittlungen seit Jahren festgestellt, das kann man in den Veröffentlichungen der Polizeiberichte in den einzelnen Bundesländern nachlesen. In meinen Kommentar habe ich einen Auszug einer solchen polizeilichen Veröffentlichung kopiert.
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  •   Avatar
    (162 Beiträge)

    11.10.2019 11:44 Uhr
    Rocker
    sind alles Heilige...ja ja...so so...
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  •   Dobermann
    (77 Beiträge)

    11.10.2019 07:40 Uhr
    Beschämend ist...
    das tagtäglich Menschen umgebracht, vergewaltigt oder zu Krüppeln geschlagen werden und zwar von TÄTERN. Der Halle-Vorfall (der wirklich schlimm ist) ist in allen Gazetten auf der Titelseite das ist gelenkt, forciert, gewollt. "Gefundenes Fressen" für bestimmte Aktionen.
    Es war ein DEUTSCHER ! Das ist typisch für unsere Presse und Berichterstattung. Diese Untat wurde durch einen Täter begangen nicht von einer Nation. Wenn , dann schreibt bitte immer die Nationalität des Täters dazu, oder lasst es. Hört endlich auf die Untaten von Ausländern zu verschweigen und die von Deutschen hochzupuschen. Ich kann es nicht mehr hören, der böse Deutsche , die armen Andersländischen. Untat ist Untat, egal von wem. Ich habe kein schlechtes Gewissen, nur weil ich DEUTSCHER bin . aber selbstverständlich verurteile ich solche hässlichen Taten. Mein Beileid an die Familien der unschuldigen Opfer, die nix mit der Synagoge zu tun hatten. +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
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