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Karlsruhe Ikea in Karlsruhe: Eröffnung verzögert sich weiter!

Aus der Eröffnung im Jahr 2019 wird nichts! Die Baustelle an der Durlacher Allee ist mittlerweile so weit im Verzug, dass Ikea erst 2020 seine Tore öffnen kann. Ab April werden dafür allerdings schon die ersten Fortschritte sichtbar sein.

Fast 30 Jahre nach der ersten Anfrage des schwedischen Möbelgiganten für eine Filiale in Karlsruhe steht nun die Zeitschiene für den Bau. Das berichtet Johannes Ferber, Geschäftsführer von Ikea und zuständig für die Expansion des Konzerns, bei einem Termin für ka-news vor Ort. Fest steht nun, dass auch der zuletzt anvisierte Termin für eine Eröffnung im Jahr 2019 nicht mehr zu halten ist. Die Arbeiten zur Bereinigung des Baufelds hätten sich einfach viel zu lange gezogen.

Ursprünglich sollte die neue Filiale bereits 2018 eröffnen. Doch der Bau konnte nicht, wie ursprünglich vorgesehen, im Sommer 2017 beginnen. Die Eröffnung wurde zunächst auf das kommende Jahr geschoben, nun um ein weiteres Jahr in den Sommer 2020 verlegt.

Bohrpfähle im Boden machten Untersuchungen nötig

Der Grund sind die langwierigen Aufbereitungs-Arbeiten des Grundstücks. Fast 14 Monate haben die Verantwortlichen gebraucht, um Teile der kontaminierten Erde abzutragen und das Gelände auf Kampfmittel zu untersuchen. Allein hierfür wurden 12.000 Bohrungen vorgenommen. In den 1930er Jahren ist an der Stelle eine Deponie gewesen, deren Überreste noch heute rund acht Meter unter der Oberfläche ruhen. Bislang war die Fläche versiegelt, sprich mit einer Asphaltschicht überzogen - erst die Arbeiten für den Ikea-Bau machten eine neuerliche Behandlung der Verunreinigungen nötig.

In den Untergrund werden bald rund 1.000 Bohrpfähle eingebracht. Auf diesen wird dann das Fundament des Möbelmarktes gebildet. Damit diese Pfähle allerdings nicht auf einen Blindgänger stoßen, musste der Untergrund, samt der Verunreinigung, untersucht und zum Teil abgetragen werden. "Das hat uns deutlich länger aufgehalten, als es geplant war", so Ferber gegenüber ka-news.

Johannes Ferber (r.) erklärt den Bauplan der Ikea-Filiale. | Bild: Thomas Riedel

Grundstück ist mittlerweile aufgeschüttet

Diese Untersuchungen seien nun aber am Ende angekommen - nur noch letzte Erdreste müssen abgetragen werden. Mit Erdresten, die nicht kontaminiert waren, sowie mit Material der bislang auf dem Grundstück stehenden Hallen wurde zwischenzeitlich das Grundstück aufgeschüttet, um eine eben Fläche zu bekommen. Bislang war die Seite an der Durlacher Allee rund zwei Meter höher, als die Seite auf der Gerwigstraße.

Auf dieser geraden Fläche werden ab Ende April die Bohrpfähle in den Boden gebracht. Dafür wird ein rund 20 Meter hohes Arbeitsgerät sorgen. Diese Arbeiten sollen bis Juli andauern, dann folgt das Fundament. "Im August kommt dann der Hochbau", erklärt Ferber weiter - eine sehr komplexe Angelegenheit, wie der Ikea-Geschäftsführer betont.

Termin könnte sich witterungsbedingt noch verschieben

In Karlsruhe habe man es mit einem vergleichsweise kleinen Grundstück zu tun. Daher könne hier, im Gegensatz zu anderen Ikea-Standorten, nicht mit großen Fertigteilen gearbeitet werden. Vieles müsse vor Ort hergestellt werden. Daher wird der Rohbau allein rund ein Jahr in Anspruch nehmen - darauf folgt dann der Innenausbau.

"Wir rechnen derzeit mit einer Eröffnung im Sommer 2020", sagt Ferber. Ob im Früh- oder Spätsommer stehe noch nicht fest. Nicht ganz ausgeschlossen ist zudem, dass es noch zu weiteren Verzögerungen kommt. "Der Rohbau wird über den Winter gebaut", erklärter der Expansions-Chef. Ein strenger Winter könnte die Arbeiten weiter ausbremsen.

Insgesamt rechnet der Konzern damit, dass der Neubau rund 80 Millionen Euro kosten wird - inklusive der Anpassung der Infrastruktur. Den Umbau der angrenzenden Straßen und der Haltestelle Weinweg werden ebenfalls vom Möbelriesen getragen. Eine Investition, die sich aber aus Sicht von Ikea lohnt: Immerhin bekomme man dafür einen Standort, der nahe am Stadtzentrum liegt, aber gleichzeitig über einen Autobahnanschluss verfügt. Auch die unmittelbare Nähe zu XXXLutz Mann Mobilia sieht der Ikea-Geschäftsführer als Vorteil für die zukünftigen Kunden.

Die direkte Konkurrenz gegenüber sei kein Problem für Ikea. | Bild: Thomas Riedel

Ikea Walldorf ist am Limit

Mit dem Karlsruher Haus erhoffen sich die Verantwortlichen zudem, die Filiale in Walldorf zu entlasten. "Walldorf platzt aus allen Nähten", daher wolle man rund 20 bis 30 Prozent der Kundschaft von dort nach Karlsruhe verlagern.

Man gehe auch weiterhin davon aus, dass rund 30 Prozent der Kundschaft nicht mit dem Auto kommen werden, sodass nicht mit einem Zusammenbruch der Verkehrsachse gerechnet werden müsse. Als Beispiel zieht Ferber das Haus in Hamburg-Altona heran: Das Einrichtungshaus steht direkt in der Innenstadt. Hier habe man mit einer "Autofahrerquote" von 50 Prozent gerechnet - tatsächlich würden mittlerweile aber rund 80 Prozent der Kunden ohne Auto anreisen. "Hier haben wir sogar zu viele Parkplätze", so Ferber weiter.

Doch bis die Kunden überhaupt anreisen können, müssen die Verantwortlichen noch einige Hürden meistern: So sei es derzeit im boomenden Baugewerbe schwierig, überhaupt ausführende Firmen gewinnen zu können. Es ist kein Generalunternehmer auf der Baustelle tätig, alle Gewerke werden getrennt vergeben. Ein Teil der rund 1,5 bis 2 Millionen Euro teuren Fassade steht zum Beispiel als Muster derzeit auf dem Gelände. Welche Firma aber die komplette Fassade bauen wird, steht aber noch nicht fest.

 

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Haben Sie Fragen und Anregungen zum neuen Ikea in Karlsruhe? Im IKEA-Bürgerforum können die Karlsruher online Fragen an Ikea stellen und über die Ikea-Ansiedlung diskutieren. Das Bürgerforum ist ein gemeinsames Projekt von Ikea und ka-news.

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  •   mueck
    (10816 Beiträge)

    09.03.2018 17:40 Uhr
    !
    Bremsweg?
    Weg?
    Ach ja ...
    Weg!
    Weg da!
    ;-) zwinkern
    Mit dem Geschoss fuhr ich natürlich NICHT auf dem Rad weg, wo einem die Fußgänger neidabbe, sondern auf der FAHRbahn, wo ein richtiges FAHRzeug eben FAHREN tut!
    Da braucht's dann keinen Bremsweg ...
    Und die Fahrbahnen sind auch glatter als die Rad weg Hulperpisten ...
    Die Fuhre hat von Rintheim bis zum Euro den Rütteltest gut bestanden und war ordentlich festgezurrt!
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    09.03.2018 18:41 Uhr
    Man sieht
    natürlich, dass alles geht wenn man nur will.
    Erstens: Aber wer hat ein Lastenrad oder einen geeigneten Hänger? So wenige, dass man praktisch sagen kann: Keiner.
    Zweitens: Wer traut sich so rumzufahren? Wenige.
    Drittens: Wer leiht sich sowas, wenn er a. ein geeignetes Auto hat, b. einen Hänger vor Ort leihen kann, c. sich das Zeug liefern lassen kann? Ungefähr so viele wie bei erstens.
    Also stelle ich mal eine kühne These auf: Jeder der mehr kauft als er bequem in der Bahn oder auf dem Gepäckträger kommt mit dem Auto.

    Viertens: Der Kommentar ist nicht gegendert. Und das ist gut so.
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  •   haku
    (4080 Beiträge)

    09.03.2018 09:20 Uhr
    Kann gar nicht sein
    Nach einhelliger Meinung von ka-news-Forumsexperten sind immer nur öffentliche Bauvorhaben verspätet und teurer, während in der freien Wirtschaft die magische Hand des Kapitalismus dafür sorgt, dass alles immer pünktlich und korrekt erledigt wird.
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  •   andip
    (9759 Beiträge)

    09.03.2018 12:01 Uhr
    Pünktlich fertig
    werden auch private Bauten nicht immer.
    Aber im Gegensatz zu den öffentlichen Bauten halten sich die Verspätungen in Grenzen und können z.T. auch noch wieder aufgeholt werden.
    Bei privaten Bauten gibt es dann Überstunden und Sonderschichten, während bei öffentlichen Bauten pünktlich die Schaufel fallen gelassen wird.
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  •   dipfele
    (5482 Beiträge)

    09.03.2018 18:10 Uhr
    Eine Baufirma muss.....
    .... Geld verdienen und kann es sich nicht leisten "pünktlich die Schaufel fallen zu lassen". Auch bei öffentlichen Bauten nicht. Wenn öffentliche Bauten verspätet und teurer fertig werden, wie geplant, liegt s in der Regel am Bauherren, also den Politiker/innen.
    Erst werden die Kosten extrem niedrig gerechnet, dann kommen Sonderwünsche und wenn Politikwechsel ist, Änderungswünsche. Und dann können sich die Entscheider oft nicht entscheiden. Oder es gibt lange Entscheidungswege. Bestes Beispiel für bewusst schlampige Planung ist die "Kombilösung". Die Frau Mergen, damals Finanzbürgermeisterin, hatte im Dezember 2013 vor dem Gemeinderat gesagt: "Wenn wir ) immer so gerechnet hätten wie jetzt, dann hätte die Kombi 2004 schon bei 800 Mio gelegen, aber das war nicht gewünscht".......Das ganze sollte 2016 Betriebsfertig sein. Jetzt soll s 2020 werden.
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  •   Karlsrator
    (2745 Beiträge)

    09.03.2018 10:29 Uhr
    Ich glaube eher weniger, ...
    ... dass die zumeist horrende Verspätung/Verteuerung öffentlicher Bauvorhaben durch (zumindest nicht in diesem Ausmaß vorhersehbare) Dekontaminations- und Kampfmittelbeseitigungsmaßnahmen verursacht wird. Und wenn dies im Einzelfall zutreffen sollte, glaube ich ebenfalls eher weniger, dass die ka-news Forumsexperten dies für unentschuldbar hielten.
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  •   Waterman
    (6332 Beiträge)

    09.03.2018 08:37 Uhr
    Es macht doch mehr Sinn,
    den Neubau in Karlsruhe mit dem in Nürnberg zu vergleichen.
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  •   giggls
    (300 Beiträge)

    09.03.2018 14:57 Uhr
    Absolut
    Auch dort gibt es einen anderen Standort im näheren Umkreis, der aus allen Nähten platzt.

    Im Gegensatz zu Karlsruhe scheint es in Nünberg an dieser Stelle aber keine Altlasten zu geben.
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  •   mhek2001
    (28 Beiträge)

    09.03.2018 08:31 Uhr
    Wer öffnet früher?
    Der Berliner Flughafen oder Ikea Karlsruhe? Das Rennen ist eröffnet.
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  •   mueck
    (10816 Beiträge)

    09.03.2018 11:54 Uhr
    Niemand hat die Absicht,
    einen Fluchhafen zu errichten!
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