43  

Karlsruhe Ikea in Karlsruhe: Eröffnung verzögert sich weiter!

Aus der Eröffnung im Jahr 2019 wird nichts! Die Baustelle an der Durlacher Allee ist mittlerweile so weit im Verzug, dass Ikea erst 2020 seine Tore öffnen kann. Ab April werden dafür allerdings schon die ersten Fortschritte sichtbar sein.

Fast 30 Jahre nach der ersten Anfrage des schwedischen Möbelgiganten für eine Filiale in Karlsruhe steht nun die Zeitschiene für den Bau. Das berichtet Johannes Ferber, Geschäftsführer von Ikea und zuständig für die Expansion des Konzerns, bei einem Termin für ka-news vor Ort. Fest steht nun, dass auch der zuletzt anvisierte Termin für eine Eröffnung im Jahr 2019 nicht mehr zu halten ist. Die Arbeiten zur Bereinigung des Baufelds hätten sich einfach viel zu lange gezogen.

Ursprünglich sollte die neue Filiale bereits 2018 eröffnen. Doch der Bau konnte nicht, wie ursprünglich vorgesehen, im Sommer 2017 beginnen. Die Eröffnung wurde zunächst auf das kommende Jahr geschoben, nun um ein weiteres Jahr in den Sommer 2020 verlegt.

Bohrpfähle im Boden machten Untersuchungen nötig

Der Grund sind die langwierigen Aufbereitungs-Arbeiten des Grundstücks. Fast 14 Monate haben die Verantwortlichen gebraucht, um Teile der kontaminierten Erde abzutragen und das Gelände auf Kampfmittel zu untersuchen. Allein hierfür wurden 12.000 Bohrungen vorgenommen. In den 1930er Jahren ist an der Stelle eine Deponie gewesen, deren Überreste noch heute rund acht Meter unter der Oberfläche ruhen. Bislang war die Fläche versiegelt, sprich mit einer Asphaltschicht überzogen - erst die Arbeiten für den Ikea-Bau machten eine neuerliche Behandlung der Verunreinigungen nötig.

In den Untergrund werden bald rund 1.000 Bohrpfähle eingebracht. Auf diesen wird dann das Fundament des Möbelmarktes gebildet. Damit diese Pfähle allerdings nicht auf einen Blindgänger stoßen, musste der Untergrund, samt der Verunreinigung, untersucht und zum Teil abgetragen werden. "Das hat uns deutlich länger aufgehalten, als es geplant war", so Ferber gegenüber ka-news.

Johannes Ferber (r.) erklärt den Bauplan der Ikea-Filiale. | Bild: Thomas Riedel

Grundstück ist mittlerweile aufgeschüttet

Diese Untersuchungen seien nun aber am Ende angekommen - nur noch letzte Erdreste müssen abgetragen werden. Mit Erdresten, die nicht kontaminiert waren, sowie mit Material der bislang auf dem Grundstück stehenden Hallen wurde zwischenzeitlich das Grundstück aufgeschüttet, um eine eben Fläche zu bekommen. Bislang war die Seite an der Durlacher Allee rund zwei Meter höher, als die Seite auf der Gerwigstraße.

Auf dieser geraden Fläche werden ab Ende April die Bohrpfähle in den Boden gebracht. Dafür wird ein rund 20 Meter hohes Arbeitsgerät sorgen. Diese Arbeiten sollen bis Juli andauern, dann folgt das Fundament. "Im August kommt dann der Hochbau", erklärt Ferber weiter - eine sehr komplexe Angelegenheit, wie der Ikea-Geschäftsführer betont.

Termin könnte sich witterungsbedingt noch verschieben

In Karlsruhe habe man es mit einem vergleichsweise kleinen Grundstück zu tun. Daher könne hier, im Gegensatz zu anderen Ikea-Standorten, nicht mit großen Fertigteilen gearbeitet werden. Vieles müsse vor Ort hergestellt werden. Daher wird der Rohbau allein rund ein Jahr in Anspruch nehmen - darauf folgt dann der Innenausbau.

"Wir rechnen derzeit mit einer Eröffnung im Sommer 2020", sagt Ferber. Ob im Früh- oder Spätsommer stehe noch nicht fest. Nicht ganz ausgeschlossen ist zudem, dass es noch zu weiteren Verzögerungen kommt. "Der Rohbau wird über den Winter gebaut", erklärter der Expansions-Chef. Ein strenger Winter könnte die Arbeiten weiter ausbremsen.

Insgesamt rechnet der Konzern damit, dass der Neubau rund 80 Millionen Euro kosten wird - inklusive der Anpassung der Infrastruktur. Den Umbau der angrenzenden Straßen und der Haltestelle Weinweg werden ebenfalls vom Möbelriesen getragen. Eine Investition, die sich aber aus Sicht von Ikea lohnt: Immerhin bekomme man dafür einen Standort, der nahe am Stadtzentrum liegt, aber gleichzeitig über einen Autobahnanschluss verfügt. Auch die unmittelbare Nähe zu XXXLutz Mann Mobilia sieht der Ikea-Geschäftsführer als Vorteil für die zukünftigen Kunden.

Die direkte Konkurrenz gegenüber sei kein Problem für Ikea. | Bild: Thomas Riedel

Ikea Walldorf ist am Limit

Mit dem Karlsruher Haus erhoffen sich die Verantwortlichen zudem, die Filiale in Walldorf zu entlasten. "Walldorf platzt aus allen Nähten", daher wolle man rund 20 bis 30 Prozent der Kundschaft von dort nach Karlsruhe verlagern.

Man gehe auch weiterhin davon aus, dass rund 30 Prozent der Kundschaft nicht mit dem Auto kommen werden, sodass nicht mit einem Zusammenbruch der Verkehrsachse gerechnet werden müsse. Als Beispiel zieht Ferber das Haus in Hamburg-Altona heran: Das Einrichtungshaus steht direkt in der Innenstadt. Hier habe man mit einer "Autofahrerquote" von 50 Prozent gerechnet - tatsächlich würden mittlerweile aber rund 80 Prozent der Kunden ohne Auto anreisen. "Hier haben wir sogar zu viele Parkplätze", so Ferber weiter.

Doch bis die Kunden überhaupt anreisen können, müssen die Verantwortlichen noch einige Hürden meistern: So sei es derzeit im boomenden Baugewerbe schwierig, überhaupt ausführende Firmen gewinnen zu können. Es ist kein Generalunternehmer auf der Baustelle tätig, alle Gewerke werden getrennt vergeben. Ein Teil der rund 1,5 bis 2 Millionen Euro teuren Fassade steht zum Beispiel als Muster derzeit auf dem Gelände. Welche Firma aber die komplette Fassade bauen wird, steht aber noch nicht fest.

 

Mehr zum Thema
Ikea-Ansiedlung in Karlsruhe: Karlsruhe erhält einen Ikea: 2020 soll der Neubau am Weinweg eröffnet werden. Alle Infos rund um die Planung, Bau und Eröffnung von Ikea in Karlsruhe haben wir hier in unserem Dossier für Sie zusammengestellt.

Haben Sie Fragen und Anregungen zum neuen Ikea in Karlsruhe? Im IKEA-Bürgerforum können die Karlsruher online Fragen an Ikea stellen und über die Ikea-Ansiedlung diskutieren. Das Bürgerforum ist ein gemeinsames Projekt von Ikea und ka-news.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (43)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   teflon
    (2722 Beiträge)

    10.03.2018 16:54 Uhr
    Alter Müll
    wird durch neuen Müll überbaut. IKEA wird sicher gut leben können von dem neuen Standort - nur bei der Stadt wird ausser Kosten nichts davon ankommen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   hansfranz12
    (341 Beiträge)

    10.03.2018 11:03 Uhr
    ikaka
    ka braucht kein ikaka.söllen wohnungen für die armen baue.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   genter
    (469 Beiträge)

    09.03.2018 23:44 Uhr
    IKEA - St. Gallen
    Schaut Euch mal IKEA St. Gallen an:
    Ist mit Fussballstadion des FC St. Gallen integriert - liegt an der Autobahn - und echt cool: Die Ausfahrt des Parkhauses Richtung St. Margrethen München ist eine direkte Autobahnauffahrt.
    Das hätte ich mir für KA auch gewünscht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (5614 Beiträge)

    09.03.2018 18:40 Uhr
    80 % der IKEA-Kunden.....
    ..... in Hamburg würden ohne dem Auto anreisen. Vielleicht liegt das IKEA recht günstig zu ÖPNV Haltestellen.
    In der Durlacher Allee kann man aber nicht von einer günstigen Haltestelle reden. Die liegt auch später als Insel in der Mitte der Fahrbahnen. Heute ist es so, dass Fahrgäste am Strassenrand "rot" haben, wenn die Bahnen von Durlach her in die Haltstelle fahren, wie auch die Autos auf der Fahrbahn. Die Bahn ist dann weg, oder es wird bei "rot" zwischen den fahrenden Autos hindurch versucht, die Haltestelle noch zu erreichen. Leider wird sich die "Hasenjagd" später nicht ändern. Also unattraktiv für Straba- Nutzer.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ulika
    (177 Beiträge)

    10.03.2018 11:45 Uhr
    So gesehen, ist...
    jede Haltestelle unattraktiv, weil ich wenn ich zu spät bin, immer zur Bahn rennen muß, das brauche ich bei meinem Auto nicht.
    Was für ein Unsinn!
    Wenn ich Zeit habe in der Ikea einzukaufen, warte ich halt auf die nächste Bahn, bei einem 10-min-Takt ist das ja wohl zu verkraften.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (11076 Beiträge)

    09.03.2018 19:49 Uhr
    !
    Eine Haltestelle mit 4 wichtigen Linien in Standardlage quasi direkt vorm Haupteingang als unattraktiv zu bezeichnen, ist ja wohl ein Witz ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   EmilyHobhouse
    (1431 Beiträge)

    09.03.2018 15:12 Uhr
    Gewerbesteuer
    Kindergärten, Schulen, Städtische Infrastruktur.....kurz, was die Stadt finanzieren muss, wird zum größten Teil aus der Gewerbesteuer finanziert. Sofern Ketten keinen Lizensierungstrick anwenden, bezahlen sie auch die Gewerbesteuer am Standort, sonst nur teilweise, nur leider...... Deshalb lieber beim ansässigen Möbelhändler, Hörakustiker....kaufen und niemals über den Onlinehandel.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    09.03.2018 16:47 Uhr
    Steht nicht
    grade IKEA auf der Liste der konsequenten Steuerverweigerer ganz weit oben?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (11076 Beiträge)

    09.03.2018 17:34 Uhr
    !
    In der ersten Präsentation für die Bürger, die vielleicht noch im Netz auffindbar ist, wurde behauptet, dass IKEA die GEWERBEsteuer brav in KA entrichten will ... Von anderen Steuern war da aber nicht die Rede, die werden womöglich im Bernuda-Dreieck deklariert ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    09.03.2018 17:57 Uhr
    Die Gewerbesteuer
    ist ja aber eine Steuer die auf den Unternehmensertrag erhoben wird. Und eben der wird ja auf Null gerechnet oder verschleiert, sodass keine Steuern fällig werden. Die verschiedenen Steuerarten müssen ja unterm Strich zusammenpassen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 (5 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.