32  

Karlsruhe Hundstage in Karlsruhe: Die Hitzewelle kommt pünktlich zu den Sommerferien - was jetzt noch dagegen hilft

Wer über den Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August spricht, kennt den Begriff der "Hundstage". Das sind die heißen Tage im Sommer - und passend zum Beginn der Hundstage wird es wieder heiß in der Region rund um Karlsruhe. Während Schüler auf Hitzefrei hoffen dürfen, müssen Arbeitnehmer weiter schwitzen. Da hilft nur eines: Einen kühlen Kopf bewahren. ka-news.de hat dafür einige Tipps in der Übersicht.

Hitzetage und Tropennächte - das erwartet die Region rund um Karlsruhe in den kommenden Tagen, bevor es laut Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienst (DWD) am Samstag wieder auf "nur" 30 Grad abkühlen soll. Doch bis dahin kratzt das Thermometer an rekordverdächtigen Höchstwerten. Auf bis zu 39 Grad sollen die Werte klettern. 

Temperaturen bewegen sich im Rekordbereich

Ähnlich sieht das auch Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr. "Bis einschließlich Freitag erwarten uns nun die heißesten Tage der Woche", erklärt er im Gespräch mit ka-news.de. Die Temperaturen sollen sich dabei etwa zwischen 35 und 37 Grad bewegen, eine Abkühlung in Form eines Gewitters ist laut des Wetterexperten ebenfalls nicht in Sicht. Erst am Samstag kann mit ersten Schauern sowie Blitz und Donner gerechnet werden. "Am Sonntag könnten die Werte dann erstmals wieder unter 30 Grad fallen", so Mühr.

Meteorologe Bernhard Mühr
Bild: Bernhard Mühr

Bei solch langen und besonders starken Hitzeperioden spricht der Volksmund gerne von einer sogenannten "Hitzewelle" - doch ab wann ist es tatsächlich eine? Eine allgemein gültige Definition gibt es für dieses Wetterphänomen nicht. "Wenn die Temperaturen aber für die Dauer einer Woche gefühlt über 30 Grad liegen, kann man das meines Erachtens schon als Hitzewelle verstehen", meint Mühr gegenüber ka-news.de.

Doch Hitzewelle hin oder her: Den bisherigen Hitzerekord von 40,2 Grad wird Karlsruhe nach Meinung des Meteorologen in den kommenden Tagen eher nicht knacken. "Dennoch bewegen sich die Werte auf jeden Fall im Bereich der Rekorde", sagt Bernhard Mühr abschließend.

Arbeitnehmer müssen die Zähne zusammenbeißen

Während Schüler in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien also noch auf Hitzefrei hoffen dürfen, sieht das bei Arbeitnehmern anders aus. Hitzefrei gibt es hier leider nicht, das regelt das Arbeitsrecht.

Hitzefrei
Hitzefrei gilt in Karlsruhe leider nur für Schüler. | Bild: Sebastian Kahnert/Archivbild

Allerdings, so der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), muss der Arbeitgeber den Arbeitsplatz so einrichten - etwa mit Jalousien an den Fenstern, Ventilatoren oder Klimaanlagen - dass Mitarbeiter "gegen Gefahr für Leben und Gesundheit soweit geschützt ist, als die Natur der Dienstleistung es gestattet", heißt es auf der Seite des DGB. "Nur, wenn der Arbeitgeber dagegen verstößt, kann die Arbeit eingestellt werden."

Hitzefrei für städtische Angestellte?

Dann wird es etwas konkreter: Wenn die Raumtemperatur über 35 Grad steigt, kann man davon ausgehen, dass in diesem Raum nicht mehr gearbeitet werden kann. "Heißt aber nicht, dass es automatisch Hitzefrei gibt und der Mitarbeiter nach Hause gehen kann, sondern nur, dass in bestimmten Räumen nicht gearbeitet werden darf!" Wenn die Raumtemperatur dann wieder unter die 35 Grad-Marke fällt, muss wieder gearbeitet werden. 

Ventilator
Ein Ventilator kann am Arbeitsplatz die Hitze erträglicher machen. | Bild: Wolfram Kastl

Aufgrund der Hitze hat die Stadt Darmstadt am Mittwoch ihren städtischen Mitarbeitern ab 13 Uhr freigegeben. Somit zieht die Stadtverwaltung der hessischen Stadt erste Konsequenzen aus den heißen Temperaturen. Ein Anruf beim Presseamt der Stadt Karlsruhe ergibt: In der Fächerstadt bekommen die Mitarbeiter der Ämter kein Hitzefrei.

"Die Bürgerbüros beispielsweise sind geöffnet, das würde ja auch gar nicht gehen", sagt Pressesprecher Mathias Tröndle gegenüber ka-news.de. Der Grund: Schon vor Wochen wurden Termine für die Bürger vergeben - diese abzusagen, würde nicht funktionieren. 

Bürgerbüro Karlsruhe
(Symbolbild) | Bild: Eric Dewald

Zum Ausgleich hat die Stadt Karlsruhe für ihre Mitarbeiter daher Maßnahmen getroffen, "um die Situation erträglich zu machen", so Tröndle weiter. "Wir haben Wasserspender aufgestellt, Ventilatoren beschafft und überall Hinweise ausgehängt, dass die Kollegen ausreichend trinken sollen!" 

Karlsruher Brunnen als Durstlöscher

Genügend trinken, das empfiehlt auch Johannes Zimmermann, Facharzt für Innere Medizin am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Wer gerade keinen Supermarkt findet, der kann in der Brunnenstadt Karlsruhe an einem der zahlreichen Brunnen seinen Durst löschen. Über 200 davon gibt es in Karlsruhe, viele davon werden mit Trinkwasser gespeist. 

Viele Brunnen in Karlsruhe führen Trinkwasser. | Bild: Paul Needham

 

Vollbildanzeige

Aber auch an den Stationen des Projektes Refill kann man sich in Karlsruhe kostenlos die Flaschen füllen lassen:

  

Baden in städtischen Gewässern verboten

Wer sich neben ausreichend Getränken oder einer Kugel Eis mit einem Sprung ins kühle Nass abkühlen möchte, sollte das allerdings nicht in den städtischen Gewässern machen. Laut "Rechtsverordnung der Stadt über das Baden" ist es seit 1979 verboten, in "Baggerseen und öffentlichen Gewässern zu baden". Mit einer einzigen Ausnahme: am Grötzinger Baggersee.

Wer dennoch im See im Citypark in der Südstadt-Ost oder in der Günther-Klotz-Anlage schwimmen geht, muss mit einem Bußgeld rechnen, und das fällt nicht zu knapp aus. "Geldbußen nach dem Wassergesetz können bis zu 100.000 Euro betragen", heißt es in der städtischen Badeverordnung. 

Badende im See im Citypark
Abkühlung am und im Cityparksee. (Archivbild) | Bild: Felix Neubüser

Ein bisschen Abkühlung ist allerdings dann doch erlaubt: "Das Handschöpfen, also die Arme nass machen, oder Füße ins Wasser - das ist erlaubt. Gleiches gilt auch für die Alb", sagt Mathias Tröndle, Pressesprecher der Stadt Karlsruhe gegenüber ka-news.de. Dann doch lieber in einen der zahlreichen Badeseen, deren Wasserqualität überwacht wird und die auch als Badesee offiziell ausgewiesen sind. 

 

Vollbildanzeige

Künftige Hitzewellen erträglicher gestalten

Damit künftige Hitzewellen gar nicht erst zum Problem in den Städten werden, will Karlsruhe mit unterschiedlichen Mitteln die heißen Sommermonate zumindest erträglicher gestalten. "Städtebauliche Maßnahmen umfassen das Freihalten oder die Schaffung von Frischluftzonen und die Begrünung von Gebäuden und Dächern", sagt Michael Kunz vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung am KIT.

Einbau der Wasserspiele am Marktplatz
Am Marktplatz werden Wasserspiele installiert. | Bild: Kasig/Achim Winkel

Oder mehr Wasserflächen wie auf dem Marktplatz. Hier soll nach dem Umbau auf einer Fläche 180 Quadratmetern ein Wasserspiel entstehen. Das soll helfen, das Mikroklima zu mäßigen. Auch Rasengleise, also begrünte Gleisbetten, sind für ganz Karlsruhe eine Option, heißt es auf Anfrage von ka-news.de weiter. Sie sollen als Belüftungsachsen dienen.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (32)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   schlaule2
    (71 Beiträge)

    24.07.2019 20:51 Uhr
    funkschnoirt imma noch
    +++ Das Posting ist themenfremd und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   schlaule2
    (71 Beiträge)

    24.07.2019 21:28 Uhr
    Tud nimmer
    +++ Das Posting ist themenfremd und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Berty87
    (675 Beiträge)

    24.07.2019 08:04 Uhr
    Und
    In 2 Wochen nur am meckern das es zu kalt ist
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Nacional
    (530 Beiträge)

    23.07.2019 20:19 Uhr
    lt. AfD-Hundekrawatte gibt es keinen Klimawandel
    alles nur eine Erfindung der Grünen und dann noch diese völlig falsche Behauptung die Erde wäre eine Kugel.
    Dachte man jedenfalls bisher. Doch „Flacherde/AfD-Anhänger“ sind davon überzeugt: Unser Planet ist in Wirklichkeit eine Scheibe.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (6873 Beiträge)

    24.07.2019 09:33 Uhr
    Na, dann dürfen wir ja hoffen,
    dass diese "Erdenscheibe" Gläubigen bald an den Rand der Scheibe kommen und neben runter fallen. 😊
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Prof.Baerlapp
    (690 Beiträge)

    24.07.2019 09:07 Uhr
    Wenn wir jeden Tag
    immer die gleiche Grundsatzdiskussion führen (wahlweise Klimanotstand oder Leugnen der Klimaveränderungen) bringt uns das nicht weiter.

    Sinnvoller wäre es, die Stadt würde sich konkrete Gedanken machen, was man wie an die klimatischen Bedingungen anpassen kann. Da fällt mir gleich als erstes der neue Marktplatz ein, der zwar diese netten Wasserfontänen erhalten soll, ansonsten aber zu einer Betonwüste ausgebaut wird, auf der man es im Sommer nicht aushalten kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (9903 Beiträge)

    25.07.2019 08:47 Uhr
    Ebenfalls bekannt sein sollte
    dass auf dem Marktplatz seit seiner Errichtung noch nie Bäume oder ähnliches standen, der war also schon immer eine "Wüste" und wird nicht zu einer gemacht.
    Wie haben das früher die Leute da bloss ausgehalten, heisse Sommer gab es schliesslich schon immer mal.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   stoersender
    (1339 Beiträge)

    25.07.2019 16:09 Uhr
    Heisse Sommer
    gab es schon immer mal? Hoppla, das nennen die Grünen 'Klimaleugner'!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   RainerBu
    (819 Beiträge)

    24.07.2019 13:54 Uhr
    sollte bekannt sein
    dass Bäume wegen U-Bahn nicht gehen.Es gibt also maximal Pflanzen in Kübeln.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (11078 Beiträge)

    24.07.2019 08:37 Uhr
    In erster Näherung ist die Erde eine Scheibe!
    Kein Vermesser käme auf die Idee, der Oma ihr klein Häuschen auf einer anderen Rechenfläche als der Scheibe einzumessen!
    Erst in größeren Zusammenhängen kommen Kugel, Rotationsellipsoid oder Geoid zum Zuge ...
    Dauerflacherdler sind halt die mit dem Tellerrand als Horizont ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 (4 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.