Karlsruhe Hornissen-Attacke in Weingarten: "Sie sind harmlos, es sei denn sie verteidigen ihre Königin" erklärt Experte

Nachdem am Sonntagmittag 18 Personen bei einem Wandertag verletzt worden sind, steht nun die Frage im Raum, warum die Hornissen die Wandergruppe angegriffen haben. Denn eigentlich sind die großen Insekten friedlich - außer sie sehen ihr Revier - oder ihre Königin - in Gefahr. Ein seltener, aber gefährlicher Fall: Denn dann wird verteidigt!

Aggressive Wespen, Bienen oder Hornissen, sodass man am liebsten davon rennen möchte, kennt im Sommer so gut wie jeder. Doch was, wenn man gemütlich beim Wandern ist und sich nichts Böses dabei denkt - und sich plötzlich einem stechwütigen Schwarm Insekten gegenüber sieht?

So geschehen am vergangenen Sonntag, als 18 Personen in Weingarten von Hornissen verletzt worden sind. Zwei von ihnen reagierten mit einem allergischen Schock auf die Stiche. Doch wie konnte die Hornissen-Attacke geschehen? Wie ist die Aggressivität der Insekten einzuschätzen - und wieso griffen die Tiere an? Wir haben mit einem Experten über das Thema gesprochen. "Eigentlich tun die Hornissen niemandem etwas, es sei denn, sie wollen ihre Königin beschützen", erklärt Harald Wiedemann, ehrenamtlicher Hornissenfachberater am Landratsamt Karlsruhe. 

Hornissen
Harald Wiedemann, Hornissenfachberater für das Landratsamt Karlsruhe. | Bild: Harald Wiedemann/privat

Hornissen greifen nicht grundlos an

Die schwarz-gelben Tierchen verteidigen ihr Revier. "Gerade jetzt, wo sich die neue Königin für nächstes Jahr bildet ist es eine kritische Phase. Normalerweise greifen Hornissen aber niemanden an, es sei denn, jemand macht sich an ihrem Nest zu schaffen", sagt der Experte im Gespräch mit ka-news. 

 

 

Bei den Angriff des Schwarms in Weingarten war es so, dass das Nest in einem alten, hohlen Baum war. "Vielleicht hat jemand an dem Nest manipuliert, das kann ich jetzt nicht genau sagen", so Harald Wiedemann weiter. Daher ist es wichtig, Abstand zu halten wer an einem Hornissen-Nest vorbeikommt.

"Sie verteidigen ihr Reich und wer mit genügend Distanz vorübergeht, dem passiert auch nichts!" Er kann nur appellieren, dass die Menschen keine Angst vor den fliegenden Tierchen haben müssen, "aber Respekt!" Trotzdem wurde der Bereich um das Nest in Weingarten nun abgesperrt. 

Stich einer Biene ist giftiger als von Hornisse

Dass der Stich einer Hornisse tödlich für den Menschen sein kann, das wiegelt Harald Wiedemann ab: "Das ist Humbug! Aber aufgrund solcher Aussagen wurden die Tierchen früher massiv dezimiert, sodass sie heute streng geschützt sind und unter Artenschutz stehen!" Das Gift von Bienen sei bis zu sieben mal giftiger als das von Hornissen. "Menschen verurteilen oftmals unwissentlich diese Insektenart, dabei sind sie harmlos."

Hornissen
Groß aber deswegen nicht gefährlicher. | Bild: Harald Wiedemann/privat

Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, wenn es um das Thema Hornissen geht, der bekommt bei Harald Wiedemann Hilfe. "Als Fachberater leiste ich zunächst telefonische Hilfe und berate und dann schaue ich mir die Situation vor Ort an", erklärt der Hornissenfachmann am Landratsamt Karlsruhe. "Und nur in Ausnahmefällen wird ein Volk umgesiedelt, die meisten Nester können bleiben wo sie waren", so der Fachmann gegenüber ka-news weiter.

Wer Beratung rund um das Thema Hornissen sucht, vor allem bei Umsiedelung, kann sich unter der Behördennummer 115 Rat einholen.

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