Karlsruhe Hidden Champions: Zwei Karlsruher Freestyler lassen das Frisbee tanzen

"Wenn der Ball träumen würde, wäre er gerne eine Scheibe", sagt der 35-jährige Christian Lamred grinsend. Er und der 37-jährigen Florian Hess sind die Aushängeschilder der Abteilung Freestyle Frisbee des SSC Karlsruhe. Diese Sportart ist bisher wenig bekannt und wird nur in einigen deutschen Städten gespielt - eine davon ist die Fächerstadt.

Die Liste ihrer Erfolge ist lang und imposant: Hess ist dreimaliger Vizeweltmeister, sechsfacher Europameister, mehrfacher Deutscher Meister. Und auch Lamred braucht mit Titeln nicht zu geizen, er war ebenfalls mehrfacher deutscher Meister, dreimaliger Europameister, dreimaliger Vizeweltmeister und zweimaliger WM-Bronzegewinner.

Aber die beiden Karlsruher sind weit entfernt davon, "Stars" zu sein: Lamred ist Sporttherapeut, Hess Software-Ingenieur. Freestyle Frisbee ist trotz der Heim-Weltmeisterschaft 2015 beim SSC Karlsruhe auch in der Fächerstadt noch eher eine Randsportart.

"Es gibt eine sehr steile Lernkurve"

Beide haben im Schlosspark mit dem Frisbee angefangen. Hess ist seit 2004 dabei, Lamred seit 2003. "Ich bin über das ganz gewöhnliche Frisbeespielen im Park zu der Sportart gekommen, ich habe anderen Freestylern im Schlossgarten zugeschaut und wollte das unbedingt auch können", erzählt Lamred.

Seit 2011 ist das Freestyle Frisbee eine Abteilung des SSC Karlsruhe. Inzwischen hat die Abteilung über 30 Mitglieder, im Alter von 13 bis 60 Jahren. "Sehr erfolgreiche und erfahrene Wettkampfspieler treffen bei uns auf Freizeitspieler, genau die richtige Mischung für unseren Sport. Unser Ziel ist es neue Spieler zu gewinnen, die Spaß an der Sportart bekommen", so Christian Lamred weiter.

Freestyle Frisbee kann eigentlich jeder ausüben, das Mindestalter liegt bei zwölf Jahren, nach oben gibt es keine Begrenzung. Gute Fitness erleichtere den Einstieg, dann seien vor allem Geduld und Willenskraft gefordert. "Am Anfang dauert es etwas länger, bis die ersten Erfolgserlebnisse einsetzen, aber dann gibt es eine sehr steile Lernkurve", berichtet Florian Hess.

Er ergänzt: "Aber Freestyle Frisbee ist nicht nur Sport, sondern auch Kunst und Lifestyle! Die weltweite familiäre Community ist alleine schon ein Grund bei uns einzusteigen. Es gibt keinen Konkurrenzkampf sondern jeder freut sich mit dir!"

Spontanes Spiel bestimmt den Tanz mit der Scheibe

"Freestyle Frisbee ist ein artistischer, kreativer Sport, mit vielen dynamischen und explosiven Körperbewegungen mit der Scheibe, aber gleichzeitig auch mit filigraner Technik, das macht diese Sportart so einzigartig", schwärmt Christian Lamred.

In den Wettkämpfen geht es darum, mit der Scheibe Choreographien, vorzuführen – zu zweit oder zu dritt und immer mit Musik. "Das spontane Spiel untereinander - Jam genannt - aber auch das Choreographieren von Wettkampfküren bringen viel Abwechslung und sportliche Herausforderungen mit sich", schwärmt er.

Freestyle Frisbee wird auf der ganzen Welt gespielt, die deutschen Hochburgen sind Karlsruhe, Berlin, München, Köln und Nürnberg. Da sowohl Lamred, als auch Hess in ihrer Sportart schon fast alles erreicht haben, liegt ein großer Fokus ihrer Arbeit auch darauf, Freestyle Frisbee bekannter zu machen und Nachwuchs zu rekrutieren.

Zum Schnuppertraining dienstags von 17.45 bis 19.15 Uhr beim SSC Karlsruhe im Traugott-Bender-Sportpark kann jeder vorbeikommen und ein paar Scheiben mit den Vizewelt- und Europameistern werfen, Interessierte schreiben am besten vorab eine E-Mail an: info@freestylefrisbee.de

Weitere Informationen gibt es hier.

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