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Karlsruhe Hebammen protestieren in Karlsruhe: Radtour für die Existenz

Der Hebammen-Beruf ist in Gefahr: Nach derzeitigem Stand werden ab 1. Juli 2015 die freiberuflichen Hebammen in Deutschland nicht mehr haftpflichtversichert sein - aber ohne Haftpflicht dürfen sie nicht arbeiten. Bereits am Weltfrauentag fand deshalb in Karlsruhe eine Demonstration statt, an der 1.400 Menschen teilnahmen. Am 2. April soll es weitergehen.

Der Karlsruher Verein HappyBirthday lädt ein zum gemeinsamen Radeln, Informieren und Protestieren auf zwei Rädern: Die Radtour zum Elternprotest startet am 2. April um 16 Uhr in Karlsruhe, Treffpunkt ist der Parkplatz an der Weinbrennerschule. Die Tour führt durch die Günther-Klotz-Anlage und eignet sich laut einer Pressemitteilung besonders für Familien mit Kindern.

Ohne Hebammen keine Geburtsvorsorge

So unterstütze Karlsruhe an diesem Tag als Partnerstadt den Start der Aufklärungstour nach Berlin von Bianca Kasting, deren Hebammen-Petition auf change.org über 380.000 Menschen zeichneten. Mit Flyern und Fakten im Gepäck radelt sie mit ihrem Kind 500 Kilometer quer durch Deutschland.

Hebammen bieten Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse, Wochenbettbetreuung, arbeiten als Beleghebammen oder betreuen außerklinische Geburten. Von der Gesetzesänderung sind laut Mitteilung alle Hebammen betroffen, die entweder angestellt sind und trotzdem eine Zusatzversicherung brauchen (Klinikhebammen), teilweise oder komplett freiberuflich arbeiten (etwa 60 Prozent aller Hebammen), Beleghebammen (betreuen zirka 20 Prozent aller Geburten in Kliniken), Hebammen in Geburtshäusern und für Hausgeburten sowie Familienhebammen.

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Hausgeburt? Fehlanzeige! Karlsruhes letzte Hebamme

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  •   lynx1984
    (3241 Beiträge)

    02.04.2014 13:50 Uhr
    Ursache des Problems
    sind nicht die geldgierigen Versicherungen, sondern dass es den Rechtsanspruch auf Entschädigung gibt. Klar würde jeder alles für seinen eigenen Nachwuchs geben und voller Schmerz und Zorn bei Behandlungsfehlern auch die Gerichte anrufen... Aber eben das führt zu horrenden (und auch nachvollziehbaren und juristisch korrekten) Schadensersatzforderungen.
    Vielleicht sollten wir als Gesellschaft an der Stelle mal umdenken...!

    Erst wenn es in allen Köpfen angekommen ist, dass Ärzte und Hebammen auch fehlbar sind (auch in deren Köpfen), sollten wir mal über Schadensersatz usw. nachdenken.... Es schadet ja wohl kaum jemand vorsätzlich einer Schwangeren und dem ungeborenen Kind.
    Das klingt zwar nach hartem Tobak, aber wir werden einsehen müssen, dass wir nicht alles zwischen Himmel und Erde beeinflussen oder gar ausgleichen können.
    Ich hoffe doch sehr, dass die Politiker und Juristen in dem Punkt mit Weitsicht reagieren. Wäre sehr tragisch, wenn der Hebammenberuf so draufgehen würde.
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  •   andip
    (9963 Beiträge)

    02.04.2014 15:39 Uhr
    Eine
    Versicherung ist nun mal dazu da,bei fahrlässigen Handlungen bzw. Fehlern zu zahlen,bei Vorsatz gibt es von der sowieso nichts.
    Mit dem Argument könnte man auch alle anderen Haftpflichtversicherungen wie z.B. die fürs Auto abschaffen.War ja nicht mit Absicht,kann passieren,also verlang nichts.
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  •   SagMalWas
    (328 Beiträge)

    02.04.2014 10:33 Uhr
    .
    Ich denke den Versicherungen kann man hier nicht den schwarzen Peter zuschieben. Jedes Unternehmen muß sicherstellen, dass die Zahlen stimmen.

    Außerdem betrifft das Problem nicht ausschließlich Hebammen, sondern auch Ärzte und Ärztinnen bzw. ganze Kliniken. (siehe auch hier).
    Bei denen machen halt 5000€ im Jahr nicht gleich 20% des Jahreseinkommens aus.

    Ich hoffe echt, dass hier eine gute Lösung gefunden wird. Ich mag mir nicht vorstellen, wie das bei uns ohne "unsere" Hebamme gelaufen wäre.
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    02.04.2014 08:40 Uhr
    Das Geschäftsmodell der Versicherungen
    ist nach wie vor, Risiken zu versichern, die möglichst selten bis nicht eintreten - und Risiken, die häufig eintreten, nicht zu versichern.

    Und da Hebammen berufsbedingt ein hohes Risiko haben, schwerwiegende Fehler zu machen, werden diese eben von den Versicherungen abgestoßen und man versichert (übertrieben gesagt) am liebsten Bildschirmarbeiter gegen das Risiko, von einem Meteoriten getroffen zu werden.

    Schöne neue Welt.

    Mach mit, mach mit! Profit, Profit!
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  •   LaCage
    (2158 Beiträge)

    02.04.2014 07:00 Uhr
    Herr Gröhe das kleine Merkelschwein
    hilft den Hebammen gar nicht fein.

    Kanzler Gabriel sollte hier ein Machtwort sprechen und alle Versicherungen aus Staatsaufträgen ausschliessen, die so ein mieses Spiel spielen.
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