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Karlsruhe Hauptausschuss hat entschieden: Wer den Hundeführerschein ablegt, erhält von der Stadt Karlsruhe künftig 200 Euro

Wer einen Hund hat, muss diesen bei der Stadt anmelden - als Belohnung gibt es dann eine Steuermarke. Über 100 Euro kostet die Hundesteuer in Karlsruhe pro Vierbeiner. In einigen Städten wird diese Steuer erlassen, wenn die Hundehalter einen Hundeführerschein vorweisen können. Karlsruhe entschied sich heute für einen anderen Weg, um mehr Menschen zum Ablegen der Prüfung zu motivieren: Eine einmalige Geldprämie über 200 Euro.

Die Stadt Mannheim hat es vorgemacht: Im Oktober 2016 wurde dort eine befristete Hundesteuerbefreiung bei Vorlage eines Hundeführerscheins verabschiedet. Hundehalter, die einen solchen Führerschein mit ihrem Vierbeiner absolviert haben, werden so für zwei Jahre von der Hundesteuer befreit. Auch in Karlsruhe wird das Thema nun diskutiert. Die KULT-Fraktion hatte dazu bereits im Mai dieses Jahres einen Antrag im Gemeinderat gestellt.

Die Befreiung von der Hundesteuer soll ein Anreiz für Herrchen und Frauchen sein, ein zertifiziertes Training zu absolvieren, etwa die Begleithundeprüfung. Das ist sozusagen der Führerschein Klasse B für den besten Freund des Menschen: Eine Grundprüfung, in der vor allem der Gehorsam des Hundes und seine "Verkehrssicherheit" in der Öffentlichkeit getestet werden.

Hund in Karlsruhe
(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

In der Begründung des Antrags heißt es, dass ein solches Modell "für das Tierwohl, die Sicherheit für Mensch und Tier sowie für die Sauberkeit in der Stadt förderlich sein kann". Ein kompetentes Miteinander von Mensch und Hund könnte also viele Vorteile mit sich bringen.

Eine Millionen Euro Hundesteuer pro Jahr

Außerdem fordert die KULT-Fraktion dazu auf, die Schwelle für den Erwerb eines Hundeführerscheins möglichst niedrig zu halten, um so allen Menschen offenzustehen. Besondere Voraussetzungen, etwa die Mitgliedschaft in einem Hundesportverein oder zu hohe Prüfungsgebühren sollten daher nicht gefordert werden.

Hund mit Maulkorb
(Symbolbild) | Bild: pixabay

Denn die Hundesteuer bemisst sich nicht am Einkommen – sie wird pauschal für alle erhoben und liegt in Karlsruhe bei 120 Euro im Jahr. Laut Stadtkämmerei sind in Karlsruhe derzeit etwa 8.850 Hunde gemeldet. Unterm Strich ergibt das Steuereinnahmen von gut einer Million Euro pro Jahr. Und die finanzieren als allgemeines Deckungsmittel anteilig den gesamten Haushalt der Fächerstadt.

Erfolgreiche Bilanz in Mannheim

Doch was passiert, wenn diese Einnahmen zum Teil fehlen? Würde der kommunale Haushalt sprichwörtlich auf den Hund kommen? Oder ist der Verlust nicht so hoch? In Mannheim hält er sich jedenfalls in Grenzen.

Dort ist das Projekt laut des Bürgermeisteramtes ein Erfolg. Bisher ist nach aktuellem Stand 140 Hundehaltern eine zweijährige Steuerbefreiung gewährt worden, was insgesamt 15.000 Euro entspricht. "Das Modell ist aus unserer Sicht erfolgreich. Die Mindereinnahmen sind gut angelegtes Geld", teilt die Stadt Mannheim auf Anfrage von ka-news.de mit. "Denn der Hundeführerschein trägt zu einem verbesserten Umgang zwischen Hund und Halter bei und erhöht so das subjektive Sicherheitsempfinden!"

Bürokratische Hürden

Sollte man sich in Karlsruhe auf ein entsprechendes Modell einigen, gäbe es einige bürokratische Hürden zu überwinden. Jegliche Ermäßigungen und Befreiungen müssen nämlich in der Hundesteuersatzung der Kommune geregelt werden.

Das gilt insbesondere für die Hundeführerscheine. "Es muss festgelegt werden, welche Führerscheine von welchen Anbietern akzeptiert werden und in welcher Höhe und wie Ausbildungs- und Prüfungskosten berücksichtigt werden sollen", heißt es auf Nachfrage von ka-news.de bei der Stadt 

Sommer und Hitze in Karlsruhe
Frei"badender" Hund in einem der zahlreichen Brunnen. (Archivbild) | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Noch ist das für die Karlsruher Hundehalter Zukunftsmusik, könnte sich aber bald ändern: Der Hauptausschuss wird das Thema am morgigen Dienstag behandeln, dann könnte bereits eine Entscheidung fallen. Sollten die Mitglieder des Hauptausschusses allerdings eine erneute Beratung im Gemeinderat fordern, wird dieser Punkt erneut im großen Plenum diskutiert. 

Aktualisierung Dienstag, 17.09 Uhr

Die Entscheidung im Hauptausschuss ist am heutigen Dienstag gefallen: Wer künftig bei der Stadt einen Hundeführerschein vorlegen kann, bekommt zwar nicht die Hundesteuer von 120 Euro im Jahr erlassen, dafür einmalig einen festen Betrag von 200 Euro. 

Denn: Zielführend sei aus Sicht der Verwaltung nicht die Abwicklung über das Steuersystem. Stattdessen soll mit dem Zuschussbetrag das Ablegen des Hundeführerscheins direkt gefördert werden. So soll beispielsweise auch für Geringverdiener die Möglichkeit geschaffen werden, den Schein zu erwerben.

Hund
Mit 200 Euro Zuschuss fördert die Stadt das Ablegen des Hundeführerscheins. | Bild: Reiff

"Eine Schulung mit Prüfung kostet rund 200 Euro, somit beläuft sich der Zuschuss auf 100 Prozent", so die Stadt. Wer die Prämie erhalten möchte, muss den Nachweis über die Hundeprüfung künftig beim Ordnungs- und Bürgeramt vorlegen. Insgesamt rechnet die Stadt pro Jahr mit einem finanziellen Aufwand von 10.000 Euro.

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Kommentare (32)
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  •   otteg
    (476 Beiträge)

    06.11.2019 13:24 Uhr
    Dazu noch den Kinderführerschein
    Den Hund bekommen viele eher gebändigt
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  •   Dobermann
    (101 Beiträge)

    05.11.2019 15:15 Uhr
    Zweifel
    ich habe einen Dobermann und einen Bullterrier. Das sind Wachhunde und diese sind freilaufend ab ca. 18.00 Uhr auf dem eingezäunten Firmengelände. Tagsüber sind sie in der Familie im Haus und Garten. Am Wochenende gehe ich grundsätzlich für ein paar Stunden aufs Feld, und lasse die Hunde rennen. Sie hören aufs Wort, sind sehr gehorsam und haben die Kurse( Wesentest) im PSV prima bestanden. Ich gehe mit meinen beiden nicht in die Stadt oder in öffentliche Parkanlagen. obwohl ich sehr großes Vertrauen habe, weiß man nie, was passiert, wenn sich ein anderer Hund stellt ! Daher meide ich zur aller Sicherheit diese Gegebenheiten. Grundsätzlich einen H-Führerschein würde ich nicht fordern, aber für bestimmte Hundehalter mit entsprechenden Hunden würde ich es empfehlen. Die Steuer ist mir persönlich egal. Der Knackpunkt ist meiner Meinung nach am anderen Ende der Leine zu suchen. Der Halter steht in der Verantwortung daher empfehle ich unbedingt mit den Tieren zum Hundeplatz zu gehen.
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  •   Weichei
    (444 Beiträge)

    05.11.2019 17:44 Uhr
    Thump up
    Sehr gut.
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  •   HerrNilson
    (1179 Beiträge)

    05.11.2019 15:24 Uhr
    Sehr guter Kommentar
    und Sichtweise. 👍
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  •   max
    (205 Beiträge)

    05.11.2019 14:36 Uhr
    Hallo Rundbau-Gespenst,
    der Beitrag ist wirklich nicht neutral, sondern Geisterhaft.
    Es gibt bei den Autofahrer genauso schwarze Schafe wie bei den Hundehalter. Also bitte nicht alle verurteilen. Man könnte sonst viele Unschuldige treffen. Bei der Vielzahl der Kommentare von Rundbau-Gespenst kann man erahnen, was Wichtigtuer sind.
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  •   Bahnnutzer100
    (223 Beiträge)

    05.11.2019 13:19 Uhr
    Viel zu viele Hunde
    Gefühlt, gesehen und nicht zu überhören, es gibt viel zu viele Hunde!!! Für mich ist das eine Belästigung!
    Also: Anzahl der Hunde begrenzen und nicht auch noch die Steuer erlassen!
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  •   Weichei
    (444 Beiträge)

    05.11.2019 17:49 Uhr
    Nein
    Viel zu viele ... Was solls?
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  •   andip
    (9900 Beiträge)

    05.11.2019 11:25 Uhr
    Was kostet eigentlich ein Hundeführerschein?
    Wenn der mehr kostet, als man an Steuern einspart, dann bringt das nichts.
    Und was ist nach den zwei Jahren, dann darf man wieder voll zahlen? Oder muss man den Führerschein neu machen?
    Ausserdem nutzt der gar nichts, wenn Herrchen/Frauchen die Hinterlassenschaften dann immer noch nicht entsorgen.
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  •   blubbber
    (17 Beiträge)

    08.11.2019 06:52 Uhr
    Kosten
    für die Begleithundeprüfung mußt du Mitglied in einem Verein sein (momentan). Das kostet ca 60€ im Jahr, hast dafür aber auch alle Annehmlichkeiten wie Training mit den Trainern etc. Die Prüfung selbst kostet noch mal 15€ , alle 3 Teile zusammen (schriftlich, Gehorsam auf dem Platz und Straßentest).

    Sind somit überschaubar. Und vielleicht findest du ja an der "Arbeit" mit deinem Hund Spaß und machst dann weiter mit Hundesport, Agility , Fährtensuche oder sowas. Dafür ist die BH auch Pflicht.
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  •   Robert1959
    (1962 Beiträge)

    05.11.2019 07:41 Uhr
    Die Hundesteuer ist etwas verlogen!
    Man wollte damit die Anzahl der Hunde reduzieren und dabei etwas Geld in die eigene Tasche stecken. Hundebesitzer sind keine Tierfreunde, weil jeder Hund viele Tiere zum Sterben verurteilt. Nach meiner Meinung kann die Hundesteuer entfallen, aber es sollte ein Limit gesetzt werden und zwar nach Auslauffläche in der Nähe des Wohnortes.
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