29  

Karlsruhe "Hart" aber herzlich: Warum das Karlsruher Trinkwasser trotz Kalk gesund ist

Milchig-trüb statt kristallklar? Ein Blick ins Glas verrät: Das Trinkwasser der Fächerstadt ist kalkhaltig. Aber warum ist das so? Und kann man das Wasser aus dem Hahn bedenkenlos genießen? ka-news hat bei den Stadtwerken Karlsruhe nachgefragt.

Ob zum Kochen oder als Erfrischung für zwischendurch: Wer in Karlsruhe den Wasserhahn aufdreht, bekommt nicht unbedingt das kristallklare Wasser, das man aus der Werbung kennt. Stattdessen erscheint es in Gläsern oder Kochtöpfen vielmehr milchig-trüb. Was bleibt, ist Unsicherheit und die Frage: "Muss ich das Wasser filtern oder geht es auch ohne?"

Stadtwerke: Karlsruher Trinkwasser enthält viele Mineralien

Dass das Karlsruher Trinkwasser tatsächlich kalkhaltig ist, bestätigen die Stadtwerke Karlsruhe auf Anfrage von ka-news. Dieses kalkhaltige Wasser, auch "hartes Wasser" genannt, lässt sich sowohl an der Trübung als auch am Geschmack erkennen. "Das Karlsruher Trinkwasser wird als relativ 'hart' wahrgenommen, da es viele Calcium- und Magnesium-Ionen enthält", erklärt eine Sprecherin der Stadtwerke Karlsruhe.

Gleichzeitig gibt sie Entwarnung: Ein "hartes" Wasser wie das in Karlsruhe könne man ohne Bedenken trinken, es handle sich sogar um ein gesundes, mineralienreiches Trinkwasser. "Nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation sollte Trinkwasser eine Mindestmenge an lebenswichtigen Mineralstoffen enthalten", so die Stadtwerke-Sprecherin weiter, "gerade Calcium und Magnesium sind lebensnotwendige Mineralien, die der Körper unbedingt braucht."

Und wie kommen diese in das Trinkwassser? "Gefördert wird das Karlsruher Trinkwasser aus Tiefbrunnen in Wasserschutzzonen", schildert die Sprecherin, "das Wasser hat mehrere Jahre die Kies- und Sandschichten der Oberrheinebene wie einen natürlichen Filter durchflossen und wurde dabei mit lebenswichtigen Mineralien angereichert." Eine Chlorung oder andere Zusatzstoffe seien rund um die Fächerstadt daher nicht nötig, lediglich Eisen und Mangan müssen die Stadtwerke nach eigenen Angaben vom geförderten Grundwasser entfernen.

Probleme beginnen bei 60 Grad

Auch bei Rohrleitungen sieht die Sprecherin zumindest im Kaltwasserbereich keine Probleme: "Das Karlsruher Trinkwasser ist leicht kalkabscheidend und begünstigt daher im Kaltwasserbereich die gewünschte Ausbildung schützender Deckschichten in den Wasserrohren." Diese Deckschichten würden den direkten Kontakt des Trinkwassers mit dem Metall verhindern und die Leitung vor Korrosion schützen. Dadurch werde auch die Abgabe von Schwermetallen aus den Rohren in das Trinkwasser verringert, meint die Sprecherin.

Probleme mit "härteren Wässern" treten nach Aussage der Karlsruher Stadtwerke erst dann auf, wenn es auf über 60 Grad erhitzt werde. Die Folge: Unerwünschte Kalkablagerungen in Wasch- und Spülmaschinen, Warmwasserboilern oder Kaffeemaschinen. Diesen müsse dann mit Spezialsalzen zum Enthärten oder Entkalkungsmitteln auf Zitronensäurebasis zu Leibe rücken, so die Empfehlung der Stadtwerke-Sprecherin.

Mehr zum Thema:

Die aktuellen Messergebnisse der Wassergüte-Messstation (Link führt zu externer Seite)

Stadtwerke Karlsruhe: Technische Sicherheit wird erneut ausgezeichnet

Archiv: Besichtigung Wasserwerk Rheinwald - "Vom Grundwasser zum Trinkwasser"

Archiv: Stadtwerke modernisieren Wasserbehälter am Hohenwettersbacher Weg

Archiv: Wie viel Wasser verbrauchen wir an einem Tag?

Archiv:  Karlsruher Trinkwasserversorgung wird nicht privatisiert

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (29)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Schleimogari
    (45 Beiträge)

    05.01.2015 03:54 Uhr
    schleim
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   likeka
    (621 Beiträge)

    04.01.2015 23:37 Uhr
    Warum das Karlsruher Trinkwasser so gesund ist?
    Ganz einfach: Weil die Stadtwerke einer der "starken Partner" von ka-news sind! :D
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Durlacherin
    (274 Beiträge)

    04.01.2015 18:37 Uhr
    Völlig sinnfreie Überschrift...
    was bitte ist an Wasser "herzlich"?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   camparino
    (550 Beiträge)

    05.01.2015 11:54 Uhr
    Nicht sinnfrei,
    sonder nlediglich eine Anspielung auf die (bei manchen) beliebte TV-Serie aus den 80ern.
    Man könnte also höchstens argumentieren, dass der Sinn Sie nicht erreicht hat, aber sinnfrei isses deshalb nicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Vorherseher
    (191 Beiträge)

    04.01.2015 16:27 Uhr
    Warum das Karlsruher Trinkwasser trotz Kalk gesund ist
    Mag sein das das Wasser gesund sein soll?aber ihr habt vergessen zu erwähnen.manche Häuser und Wohnungen haben zig alte Wasserleitungen,voll mit Bakterien,Siff,usw wo das Wasser durchläuft.und da frage ich mich,ist dann das Wasser noch gesund?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (6657 Beiträge)

    04.01.2015 17:11 Uhr
    Um eine Kontaminierung aus
    deinem Siff-Haus ins System zu verhindern, gibt es den Rohrtrenner.

    In der Regel spült das frische Wasser die Leitung.

    Man kann sich vieles einreden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Lang
    (50 Beiträge)

    04.01.2015 16:45 Uhr
    Wie kannst du nur gewöhnliche Luft atmen?
    Wer weiß, wo die schon überall gewesen ist.
    Die Luft die du täglich einatmest ethält 1800 verschiedene Arten schwebender Bakterien.
    Am besten hälst du jetzt die Luft an.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (692 Beiträge)

    04.01.2015 16:43 Uhr
    Das hat
    ja nichts mit der Qualität des Trinkwassers zu tun sondern mit der der Leitungen. Dafür ist jeder selbst verantwortlich, das geht den Wasserlieferanten nichts an. Seine Verantwortung endet an deinem Hausanschluss, wie bei allem (Gas, Strom usw.).
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Exil-Hohenzoller
    (561 Beiträge)

    05.01.2015 13:58 Uhr
    Vermieter
    Wenn die Wohnung gemietet ist, dann geht das den Vermieter was an. Der muss nämlich sicherstellen, daß sowohl das Kalt- als auch das Warmwasser in guter Qualität oben in der Wohnung aus der Leitung kommt.

    Die Stadtwerke müssen das richtigerweise nicht. Aber deswegen muss man sich trotzdem nicht mit eventuell uralten Leitungen zufrieden geben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (6657 Beiträge)

    05.01.2015 15:37 Uhr
    Da sind dann aber nicht "Bakterien, Siff" schuld
    sondern es sind vermutlich Bleirohre, die ein anderes Problem darstellen.

    Oder es kommen Partikel aus der Ablagerung im Perlator an. Muss man eben auch regelmäßig reinigen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.