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Karlsruhe Häuser statt Kleingärten: Karlsruhe will Plan nicht weiter verfolgen

Die Karlsruher Kleingärtner können etwas aufatmen: In einer aktuellen Pressemeldung teilt die Stadt mit, dass die Pläne, auf den Gartenflächen Wohnhäuser zu bauen, für sie vom Tisch sind. Nun muss der Gemeinderat entscheiden.

Die Stadtverwaltung hat am Donnerstag dem Planungsausschuss empfohlen, die drei Kleingartenanlagen "Erweiterung Städtisches Klinikum", "Pulverhausstraße" und "Am Rüppurrer Schloss" aus der Karlsruher "Prüfkulisse Wohnen" für die Fortschreibung des Flächennutzungsplans 2030 (FNP 2030) des Nachbarschaftsverbands Karlsruhe (NVK) wieder herauszunehmen.

In nichtöffentlicher Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Michael Obert hatte sich der Ausschuss mit den Ergebnissen aus den Vorgesprächen und Vorprüfungen nach dem Gemeinderatsbeschluss Anfang Februar befasst. Die Kleingartenanlagen waren damals in der Flächenkulisse verblieben, mit der in Karlsruhe Entwicklungspotential für Wohnbauflächen gesucht wird. Dies allerdings unter dem Vorbehalt weiterer Abstimmungsgespräche, die mittlerweile mit Vertretungen der Kleingartenvereine, des Bezirksverbands der Gartenfreunde sowie von Bürgervereinen geführt wurden.

Für den FNP 2030 werden für Karlsruhe rund 85 Hektar neue Wohnbauflächen gesucht, da die Nachfrage nicht alleine über vorhandene Wohnbauflächen oder auch eine Nachverdichtung im Bestand befriedigt werden kann. Der eigentliche Wohnraum-Bedarf übersteigt diesen Wert deutlich, eingeflossen sind hier bereits Flächenüberhänge in Umlandgemeinden. In die Prüfkulisse waren die Kleingartenflächen aufgenommen worden, da sie - ursprünglich an den Siedlungsrändern entstanden – mittlerweile in innerstädtischer, gut erschlossener Lage befinden. Lagen, die sich gerade auch für verdichteten, bezahlbaren Wohnraum eignen.

Nachmeldung "Östlich Otto-Wels-Straße"

Die Verwaltung empfahl dem Ausschuss bei Oberreut sich für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Weg auszusprechen, wonach die Fläche "Pulverhausstraße" als Wohnbaufläche nicht weiter verfolgt werden soll. Im Gegenzug soll jedoch auf Vorschlag des Bürgervereins Oberreut die Fläche "Östlich Otto-Wels-Straße" wieder in die Prüfkulisse hereingenommen und daher für das FNP-Verfahren nachgemeldet werden. Besonderes Augenmerk ist dabei auf den Erhalt des Jugendgartens zu richten.

Die Fläche "Erweiterung städtisches Klinikum" soll auf Empfehlung der Verwaltung unverändert im FNP dargestellt werden, da diese inzwischen auch vom Klinikum selbst wieder als potentielle Erweiterungsfläche ins Gespräch gebracht wurde. Vertretungen der Kleingärtner haben bereits signalisiert, dass sie sich vorstellen können, ihre Anlage für Patienten zu öffnen und Aufenthaltsqualitäten für Menschen aus der Klinik anzubieten.

Städtebauliches Konzept für Rüppurrer Flächen

Auch bei der Fläche "Am Rüppurrer Schloss" schlug die Verwaltung dem Ausschuss vor, diese aus der Prüfkulisse zu nehmen. Überlegung ist, die Kleingartenfläche Seewiesen zusammen mit weiteren Flächen in Rüppurr nochmals in einem Gesamtzusammenhang zu betrachten. Unter Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Betroffenen soll ein städtebauliches Konzept entwickelt werden, das möglichst den Kleingärtnern, aber auch dem Bedarf an Wohnbauflächen sowie der Situation als Stadteingang gerecht werden kann.

Die Entscheidung darüber, ob Oberbürgermeister Frank Mentrup in der Verbandsversammlung des NVK entsprechende Anträge stellen soll, trifft der Gemeinderat am 25. April in öffentlicher Sitzung. Thema ist dann auch eine Nachmeldung von Flächen auf Grötzinger Gemarkung. Damit wird einem Wunsch des Ortschaftsrats Grötzingen entsprochen, der sich mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte, in die "Prüfkulisse Wohnen" Flächen in und um Grötzingen aufzunehmen.

In ihren Anträgen hatten die CDU-Fraktion die Erstellung eines Kleingartenplans und die SPD die Bildung eines Kleingartenbeirats vorgeschlagen. Zu beiden Vorschlägen empfiehlt die Verwaltung, diese umzusetzen.

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Kommentare (6)
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  •   ulika
    (177 Beiträge)

    06.04.2017 22:30 Uhr
    Räumliches Leitbild
    Liebe Stadtverwaltung,kloppt doch bitte das Räumliche Leitbild in die Tonne. Weder die Stadtverwaltung noch die Parteien und schon gar nicht der Gemeinderat sind offensichtlich intellektuell in der Lage mit diesem Instrument zu arbeiten. Es ist das Papier nicht wert auf dem es mal gedruckt wurde. Ich verwette Alles darauf, dass alles was darin festgehalten wurde, still und heimlich in der Versenkung verschwindet weil kein Karlsruher Politiker den Arsch in der Hose hat zu so etwas zu stehen und deshalb bei der ersten Kritik der "alles muss auf ewig so bleiben"-Bevölkerung Karlsruhes einknickt. Ein Trauerspiel.
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  •   dipfele
    (5593 Beiträge)

    09.04.2017 01:07 Uhr
    also ......
    ..... da gibt es noch die "Grüne Stadt" oder den Verkehrsentwicklungsplan u.a. schöne Pläne. Alles Ablenkung vom eigentlichen Thema, der horrenden Verschuldung durch die Kombi.
    Interessant auch: 12.000 Kleingärtner- Unterschriften und schon rudern Verwaltung und Gemeinderat zurück.
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  •   Insider
    (746 Beiträge)

    07.04.2017 00:29 Uhr
    Zweifel!
    Ich glaube kaum, dass die Kleingärten im räumlichen Leitbild zur Bebauung vorgesehen waren. Aber ansonsten gebe ich ihnen Recht, dass das räumliche Leitbild obsolet ist, wenn auch aus anderen Gründen. Es ist und war immer unverbindlich.
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  •   ulika
    (177 Beiträge)

    07.04.2017 07:24 Uhr
    Doch
    Das räumliche Leitbild sollte Anregungen geben wie die Stadt sich weiterentwickeln kann und neben Flächen in Neureut hat man darin die Kleingärten als Arrondierung der Bebauung gesehen um die zerklüfteten "Kanten" karlsruhes besser zu strukturieren. Diese Option nehme ich aber weg, wenn das nicht raumplanerisch vorgesehen wird... ob das schlußendlich irgendwann mal umgesetzt wird, ist ja wieder eine andere Frage, das hat damit ja garnichts zu tun. Dabei handelt es sich um Raum- und Strukturplanung und nicht um einen Bebauungsplan und das begreifen die Stadträte nicht, das hat man aber schon bei der Schlußveranstaltung zum räumlichen Leitbild gesehen, dass zumindest die dort anwesenden Parteien mit Ausnahme der FDP (Herr Hoyem) damit vollkommen überfordert sind.
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  •   Insider
    (746 Beiträge)

    07.04.2017 13:30 Uhr
    Überprüfung
    Das muss ich nachprüfen, ob das stimmt. Ich war nämlich auch bei vielen Veranstaltungen zur räumlichen Leitplanung. Auch bei der Schlussveranstaltung. In der NW-Stadt kann man kaum von Arrondierung der Bebauung sprechen, bzgl der Schrebergärten. Vielleicht in Rüppurr und Oberreut. Im Gegensatz zu ihnen bin ich der Meinung, dass KA oftmals die sogenannten Konturen überhaupt nicht braucht. Das hat mich von Anfang an gestört. Und der Flächennutzungplan ist die Voraussetzung für einen Bebauungplan. Und da kann ich schon verstehen, dass man das herausnehmen will, damit erst gar nicht an eine Bebauung gedacht werden kann. Denn wenn dies geschieht, wird die Stadt relativ schnell einen Bebauungsplan erstellen bei dem Bevölkerungswachstumsdruck.
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  •   107
    (415 Beiträge)

    06.04.2017 19:35 Uhr
    GRÜNE haben sich der Stimme enthalten
    als es darm ging im Gemeinderat.

    Gell ?!!!
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