17  

Karlsruhe Gut gegen Giftköder geschützt: Hundebesitzer sollten immer Sauerkraut und Kohletabletten zuhause haben

Sie wirken wie ein schmackhafter Leckerbissen, haben aber eine tödliche Füllung aus Rasierklingen, Gift oder anderen scharfen Gegenständen: Giftköder. Sie werden ausgelegt, um Hunde zu töten. Die Polizei verzeichnet regelmäßige Giftköder-Fälle in der Region, die Täter werden selten gefasst. Doch Hundebesitzer sind nicht vollkommen machtlos: Die Vierbeiner können vor den tödlichen Leckerbissen geschützt werden - unter anderem mit Sauerkraut und Kohletabletten.

Als leckerer Hunde-Snack getarnte Giftköder sind immer wieder Thema in der Region: Erst im Februar musste ein  Hund in Karlsruhe-Rüppurr eingeschläfert werden, nachdem er ein vergiftetes Lockmittel gefressen hatte. Nich tausgelegt, aber gedroht wurde 2019 auch im Viertel Südstadt-Ost: Ein Plakat an einem Baum drohte Hunden nachhaltig zu schaden. Wie Hundebesitzer ihre Vierbeiner vor Giftködern schützen können, weiß unter anderem Hundetrainerin Martina Hirschmann.

Martina Hirschmann mit Hoshi
Hundetrainerin Martina Hirschmann mit ihrem Australian Shepherd Hoshi. | Bild: privat

1. Sauerkraut, Kohletabletten und Leberwurst zuhause haben

Halter können schon vorab erste Maßnahmen treffen: "Sauerkraut sollte jedes Herrchen und Frauchen im Haus haben und seinem Tier zu fressen geben, wenn dieser einen mit scharfen Gegenständen gespickten Köder gefressen hat", so die Hundetrainerin. Das Kraut legt sich um den Köder, der mit Rasierklingen, Nägeln oder Scherben gefüllt ist und soll so die inneren Organe schützen.

Neben Sauerkraut sollten sich im Hundeschrank auch Kohletabletten befinden, falls der Vierbeiner Giftköder mit beispielsweise Rattengift zu sich nimmt. "Die Tabletten saugen das Gift auf wie ein Schwamm", so Hirschmann. Doch Kohletabletten und Sauerkraut gehören nicht unbedingt zu den Leibspeisen der Vierbeiner. "Mit ein wenig Leberwurst verfeinern, dann lässt sich der Hund nicht zweimal bitten", so Hirschmann. 

2. Schnellstmöglich zum Tierarzt

Trotz Sauerkraut und Kohletabletten: Hat das Tier einen Giftköder gefressen, muss es schnellstmöglichst zum Tierarzt. "Da kann jede Sekunde zählen", sagt Hirschmann gegenüber ka-news.

Anzeichen dafür, dass der Hund Gift zu sich genommen hat, sind unter anderem Übelkeit, Durchfall, Atemstörungen, starkes Speicheln oder ein schwankender Gang. Dann sollten Herrchen und Frauchen schnell reagieren und dem Hund die Tabletten verabreichen, sowie schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen.

Mit dem Vierbeiner beim Tierarzt
Bild: Inga Kjer

3. Hunde trainieren, nichts Unbekanntes zu fressen

Ebenfalls eine Präventionsmaßnahme ist das richtige Training des Hundes: Hunde können lernen, auf fressbare Gegenstände, die er beim Spaziergang entdeckt, zu reagieren. Eine Möglichkeit ist seinem Hund eine Leckerei im Austausch anzubieten, falls dieser etwas auf der Straße oder im Gebüsch findet, das er eigentlich fressen möchte.

Hundetrainerin Hirschmann hat dies auch ihrem Hund beigebracht: "Hoshi legt sich auf den Boden und verharrt dort, rührt den Fund allerdings nicht an." Hunde können auch soweit trainiert werden, dass sie Gefressenes wieder ausspucken.

Giftköder meiden
In den Kursen sollen die Hunde lernen, die Giftköder wieder auszuspucken oder ganz zu meiden. | Bild: privat

4. Auf Miteinander achten: Hundekot wieder mitnehmen

Giftköder werden von Hundehassern ausgelegt - woher diese Hass schlussendlich kommt, bleibt Mutmaßung. Fest steht allerdings: Man kann als Hundehalter, potentiellen Hass im Keim ersticken: Indem man aufeinander Rücksicht nimmt. Dazu gehört zum Beispiel den Hundekot wieder mitzunehmen, aber auch eine gute Erziehung. Besitzer von Vierbeinern sollten den Tätern erst gar keinen Grund geben Giftköder auszulegen. 

"Viele ärgern sich über den Hundekot, den leider viele einfach liegen lassen", so Hirschmann. "Jeder Besitzer eines Vierbeiners sollte darauf achten, dass er die Hinterlassenschaften seines Tieres entsorgt". Außerdem sollte übermäßig vieles Bellen vermieden werden, da sich davon einige Menschen gestört fühlen. "Regelmäßiges und konstantes Training mit dem Vierbeiner ist sehr wichtig", sagt Hirschmann, die eine Ausbildung zur Hundetrainerin absolviert hat.

Denn diese Giftköder können nicht nur den Hunden schaden: "Das kann auch für Kleinkinder gefährlich werden, die sich oft ohne Nachzudenken irgendwelche Sachen in den Mund stopfen", sagt Martina Hirschmann. 

ka-news Hintergrund: Rechtliche Folgen

Welche Folgen kann es für die Menschen haben, die solche Köder auslegen? Je nach Umständen begeht derjenige eine Straftat nach Paragraph (§) 17 des Tierschutzgesetz oder eine Ordnungswidrigkeit nach Paragraph 18.

Dem Täter kann eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro drohen. Die hohen Strafen können nur in den seltensten Fällen Anwendung finden, da Täter nicht überführt werden können. Daher ist es wichtig, dass sich Betroffene oder Zeugen bei der Polizei melden, auch wenn ihnen ihre Beobachtungen noch so unerheblich erscheinen.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (17)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   malerdoerfler
    (5680 Beiträge)

    24.04.2019 22:36 Uhr
    Und wenn der Hund immer schön an der Leine bleibt, dann
    kann das Herrchen oder Frauchen auch ein wenig darauf aufpassen was der Hund zu sich nimmt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Weichei
    (333 Beiträge)

    22.04.2019 15:31 Uhr
    Einfachste Loesing
    alle Hunde in Deutschland verbieten. Dazu gehoeren natuerlich auch Rettungs- und Blindenhunde.
    Das war mein erster Hund
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Hagbart
    (70 Beiträge)

    21.04.2019 21:57 Uhr
    ...
    Also ich war 10 Jahre lang Hundetrainerin und zwar eine richtig gute. Meine beiden Hunde sind darauf abgerichtet, nichts zu fressen, was einfach so rum liegt. Das liegt in der Verantwortung der Hundebesitzer, ihre Hunde richtig zu erziehen.

    Abgesehen davon, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, diese Verückte ausfindig zu machen, die da diese Köder auslegt. Wenn ich die erwische, wird sie ihres Lebens nicht mehr glücklich. Wenn ich irgendwo eine mit einem Rucksack auf die Wiese laufen sehe, oder am Wegrand herumstreunen sehe, spreche ich sie an und versuche heraus zu finden, was sie im Schilde führt. Wir müssen alle wachsam sein und jeder verdächtigen Aktivität auf den Grund gehen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mkalle
    (79 Beiträge)

    21.04.2019 18:32 Uhr
    Woher der Hass kommt bleibt Mutmaßung, jaja
    Die wahren Kosten der Hundehaltung werden von den Haltern ja sehr gerne externalisiert, es ist ja nicht nur die liegengelassene Scheiße, auch das elende Gebell und ganz oft fühlt man sich auch bedroht durch Hunde die nicht oder an einer viel zu langen Leine sind. Daher kommt der Hass, nur mal so zur Info, für alle die am Mutmaßen sein sollten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Nico1966
    (355 Beiträge)

    22.04.2019 17:54 Uhr
    Elende Gebell....
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Karsten2010
    (162 Beiträge)

    22.04.2019 09:51 Uhr
    "Elendes Gebell" ...
    ... Sie reden doch sicherlich auch drauf los ohne gefragt zu werden, nichts anderes machen die Hunde. Solange es nicht pausenlos und die Nacht durch geht, fällt das unter Toleranz.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mkalle
    (79 Beiträge)

    22.04.2019 23:16 Uhr
    Ihre...
    "Argumente" sind nicht zu unterbieten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Nico1966
    (355 Beiträge)

    23.04.2019 00:17 Uhr
    Argumentation
    Doch, durch Ihre Begründung!Übrigens , manche Zweibeiner gehören auch an die Leine,an eine ganz kurze.Und ein Maulkorb wäre auch nicht schlecht!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   malerdoerfler
    (5680 Beiträge)

    24.04.2019 22:37 Uhr
    Missachten Sie aber bitte nicht
    die Redefreiheit und die Meinungsfreiheit und die Freiheit der persönlichen Entfaltung.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   zahlenbeutler
    (1285 Beiträge)

    21.04.2019 11:52 Uhr
    und nicht vergessen
    um sich vor Atomstrahlen zu schützen, sollte jeder Hundebesitzer nicht nur für sich eine lederne Aktentasche (Rindsleder) bei sich haben, die er dann über den Kopf stülpen kann, sondern auch was entsprechendes Ledernes für den Hund, dann macht beiden sowas gar nichts aus
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.