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Karlsruhe Grünes Licht für Erneuerung der Turmbergbahn: Erweiterung bis ins Tal geplant

In wenigen Jahren wird die Turmbergbahn bis zur Haltestelle Durlach-Turmberg fahren. Das berichten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) am Freitag in einer Pressemeldung. Der Aufstichtsrat hat den rund 16 Millionen Euro teuren Bau beschlossen.

Raus aus der Tram, rein in die Bergbahn – und das barrierefrei: Die VBK erneuern die Turmbergbahn und verlängern sie bis hinunter in unmittelbare Nachbarschaft an die Straßenbahnhaltestelle Durlach Turmberg. Von dort können Ausflügler aus der ganzen Region künftig durchgängig bis hinauf zur Bergstation fahren. Der Aufsichtsrat hat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für diese Umbauvariante mit direkter Anbindung an das bestehende ÖPNV-Netz gegeben.

Gebaut wird ab 2020

Zur Wahl standen drei verschiedene Konzepte. Dass die beliebte Ausflugsbahn auf jeden Fall erneuert werden muss, steht unbestritten fest: Ende 2019 erlischt ihre jetzige Betriebserlaubnis. "Wir freuen uns über den offiziellen Auftrag des Aufsichtsrats, die konkreten Planungen aufzunehmen und die Finanzierung der Baumaßnahme sicherzustellen", erklärt Alexander Pischon, Vorsitzender der VBK-Geschäftsführung. Die Verkehrsbetriebe wollen für die Finanzierung einen GVFG-Antrag stellen. Die Gesamtkosten für die Erneuerung und Erweiterung der Turmbergbahn sowie für die Straßenquerung belaufen sich auf voraussichtlich 15,5 bis 16 Millionen Euro (inklusive der Planung). Die VBK gehen von einer Landesförderung von bis zu 75 Prozent der Baukosten (ausgenommen Planungskosten) aus. Geplant wird mit einem Baustart im Jahr 2020.

Die neue Turmbergbahn wird komplett barrierefrei sein. Das betrifft sowohl die Stationen als auch die Fahrzeuge. Menschen im Rollstuhl, Familien mit Kinderwagen oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste mit Rollatoren können stufenlos aus der Tram hinüber zur Bergbahn und mit dieser hinauf zur Bergstation fahren.

Turmbergbahn soll automatisiert fahren

"Wir planen für die Turmbergbahn einen automatisierten Betrieb", erklärt Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der VBK. "Dadurch können wir auch die Nutzungszeiten deutlich ausweiten." Die Überwachung erfolgt über die Zentrale Leitstelle der Verkehrsbetriebe. Die bisherige Talstation wird aufgegeben.

Die Trasse der Turmbergbahn wird über die Straßenkreuzung unterhalb der heutigen Talstation hinweg verlängert. In der Folge läuft sie auf einem Grünstreifen bis zur Tram-Haltestelle. Die VBK bauen an dem Knotenpunkt Posseltstraße/Kastellstraße/Turmbergstraße/ Bergbahnstraße eine höhengleiche Straßenquerung für Fußgänger und Radfahrer. Damit wird das Karlsruher Verkehrsunternehmen in Europa eine technische Neuerung einführen. Denn bislang gibt es noch in keiner Stadt eine solche Querung über eine automatisiert betriebene Strecke.

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Turmbergbahn in Durlach: Sie wurde 1888 eröffnet und ist damit die älteste Standseilbahn Deutschlands: Die Turmbergbahn. Sie überwindet auf einer Strecke von 315 Metern rund 100 Höhenmeter von Durlach auf den Turmberg. Bald steht allerdings ein großer Umbau bevor.
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  •   MACHTEL
    (138 Beiträge)

    19.05.2018 23:35 Uhr
    Turmbergbahn
    Endlich mal was Tolles fuer die Mutter Durlach.vielen Dank an den Sohn Karlsruhe
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  •   Bahnnutzer100
    (231 Beiträge)

    19.05.2018 13:13 Uhr
    Diese Verlängerung ist längst überfällig
    Diese Verlängerung war schon seit Inbetriebnahme 1888 in der Diskussion. Es wäre ein Segen, würden wir diese Verlängerung noch erleben. Vielleicht ist der Parkplatz an der Bergstation dann nicht mehr so überfüllt oder bin ich blauäugig!
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  •   malerdoerfler
    (5989 Beiträge)

    19.05.2018 09:32 Uhr
    Verlängerung?
    Das wird auch höchste Zeit.

    Geht aber bitte nicht einher mit einer deftigen Fahrpreiserhöhung.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    18.05.2018 22:08 Uhr
    Vielleicht
    ist die dann auch für Krippenwagen zugelassen...
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  •   dipfele
    (5687 Beiträge)

    18.05.2018 18:57 Uhr
    Die Strassenquerung ist nichts neues....
    ..... seit 2009 fährt eine vollautomatische Standseilbahn mitten auf der Strasse durch Viseu / Portugal.
    Was ist mit der Mittelstation? Kommt die auch?
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  •   likeka
    (484 Beiträge)

    18.05.2018 19:08 Uhr
    Mittelstation
    hört sich nicht danach an, wenn ich den Text richtig verstehe.
    "Die bisherige Talstation wird aufgegeben." hört sich zumindest nicht danach an.
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  •   FG1961
    (295 Beiträge)

    18.05.2018 18:33 Uhr
    Kostet am Ende
    knapp über 50 Millionen.
    Und der Unterhalt ist wesentlich teurer als geplant.
    Und irgendwann fällt auf, dass da noch eine Straße zwischen EndHaltestelle und Talstation ist.
    Eventuell ist die Talstation nicht im Tal, sondern leicht erhöht.
    Dann könnte eine "Halbe" Brücke mit Aufzug die beiden Stationen verbinden.
    Das kostet auch eine Kleinigkeit
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  •   likeka
    (484 Beiträge)

    18.05.2018 18:01 Uhr
    Sehr schöne Nachricht!
    Automatisierter Betrieb bedeutet besseren Service, da längere und flexiblere Betriebszeiten möglich werden.
    Dazu die Verlängerung bis ins Tal, die barrierefreien Bahnen und bis zu 75 Prozent Landeszuschuss. Perfekt!
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  •   dipfele
    (5687 Beiträge)

    18.05.2018 19:49 Uhr
    Aber leider gibt es den Zuschuss.....
    ...... nur für URBANE Seilbahnen. Ohne Mittelstation wäre das m.E. nur eine reine Ausflugsbahn. Meinen Ermittlungen nach müssten oberhalb der angedachten Mittelstation um die 500 Leute wohnen. Wenn nur 5% davon mit der Bergbahn fahren, wären das 25 Leute zusätzlich täglich. Bei 300 Fahrtagen immerhin 7.500 Leute mehr pro Jahr. Hin- und zurück dann 15.000. Ausserdem wäre vorstellbar, dass Spaziergänger vom Wolfweg zusätzlich entweder berg-oder talwärts fahren können.
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