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Karlsruhe Grüne Gebäude für das Klima: Wie Hausbesitzer mit Dachgärten oder Fassadenbepflanzung etwas gegen Sommerhitze tun können

Etwa 50 Prozent der Fläche in Karlsruhe sind Vegetation, dem stehen etwa 34 Prozent Siedlungsfläche gegenüber. Doch gerade in Hinblick auf die vergangene Hitzewelle könnte die Fächerstadt noch grüner werden. Denn: Grünflächen helfen dabei, das Klima in der Stadt zu verbessern und abzukühlen. Und jeder Hausbesitzer kann dazu beitragen.

Der Klimawandel ist auch bei den Karlsruhern in aller Munde. Schüler protestieren regelmäßig auf den "Fridays For Future"-Demos, das Thema "Urban Gardening" wird immer beliebter und man fürchtet sich bereits vor einer Wiederholung des Supersommers 2018 oder den Rekordtemperaturen von Ende Juni. "Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um das Klima in der Stadt - auch für die nachfolgenden Generationen - erträglich zu gestalten", sagt Oberbürgermeister Frank Mentrup.

Blick in den Innenhof "Am Fasanengarten".
Blick in den Innenhof "Am Fasanengarten". | Bild: Peter Eich

 

Dabei setzt sich Karlsruhe schon seit Jahren für ein grüneres Leitbild ein. Das ist der Grünen-Fraktion im Gemeinderat nicht genug. Sie stellten im Februar einen Antrag an die Stadt, wie man helfen könnte, das Stadtklima zu verbessern: durch verstärkte Maßnahmen zur Dach- und Fassadenbegrünung.

Warum Dächer bepflanzen?

Laut Renate Rastätter, naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, haben Dachbegrünungen einen hohen Stellenwert für das Stadtklima: "In den Sommermonaten mit den jährlich steigenden Temperaturen können sie zur Wärmereduzierung beitragen. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft und verbessern so die Luftqualität." Außerdem könne die Biodiversität gestärkt werden, da eine wertvolle Futterquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge geschaffen werde.

Bild: Grüne Karlsruhe

Auch die Stadt weiß: "Grundsätzlich wirken sich Grünflächen günstig auf das lokale Klima aus, weil sie sich am Tag weniger stark erwärmen als versiegelte Flächen und nach Sonnenuntergang schneller und stärker abkühlen", heißt es in der Antwort der Stadtverwaltung.

Dabei spielt nicht nur das veränderte, mitunter heißere Klima eine Rolle. Auch die dichte Bebauung in der Stadt machen weitere Grünflächen auf Dächern notwendig - zum Ausgleich der Bebauung. 

Doch nicht immer bleibt das Grün

Seit November 2014 wurde zudem vom Landesministerium ein Gesetz für Häuslebauer veranlasst, das besagt, dass eine Dachbegrünung angelegt werden muss, wenn kein Garten vorhanden ist.  Dies ist in den Bebauungsplänen der Stadt vorgesehen.

Bild: ka-Reporter Peter Eich

Jedoch kritisieren die Grünen in ihrem Antrag, dass dies laut Aussagen von Anwohnern nicht immer umgesetzt werde: "Stattdessen werden gelegentlich Stein- und Schotterflächen auf Dächern angelegt." Zudem gäbe es Fälle, bei denen bereits angelegte Dachbegrünungen später wieder aufgegeben wurden.

Die Stadt betont in einer Stellungnahme, dass Kontrollen beim Bauordnungsamt durchgeführt werden. "Die Schlussabnahme eines Gebäudes erfolgt erst dann, wenn die Vorschriften des Bebauungsplans bezüglich einer Dachbegrünung erfüllt wurden. Außerdem erfordert auch der Rückbau von Dachbegrünungen einen Antrag, damit sich Hausbesitzer von diesem Gesetz befreien lassen können!" 

Auch gestalterische Vorteile hat eine Dachbegrünung: Dieses Haus passt perfekt in seine Umgebung. Foto: BGL
Auch gestalterische Vorteile hat eine Dachbegrünung: Dieses Haus passt perfekt in seine Umgebung. Foto: BGL |

Regelmäßig gibt es daher Luftbildsichtungen über der Stadt Karlsruhe. "Es ist uns auf dieser Grundlage kein Projekt bekannt, bei dem eine Dachbegrünung wieder entfernt wurde", heißt es aus der Stadtverwaltung weiter. Es sind eher Neue dazugekommen: Im Jahr 2006 gab es in Karlsruhe bereits etwa 19.000 Quadratmeter grüne Dachfläche. Heute, über zehn Jahre später, sind zirka 60.000 Quadratmeter der Dächer in der City grün, vorwiegend durch eine extensive Begrünung, etwas seltener sind Dachgärten zu finden.

"Ungenutzte, betonierte Fläche ist ver­lo­re­ner Raum"

Grundsätzlich sieht die Stadt die Bedeutung von Dach- und Fassadenbegrünung für das Stadtklima jedoch als unbestritten an. Hier ist Karlsruhe Vorreiter: Seit 1982 gibt es das Förderprogramm für Bürger zur Begrünung von Höfen, Dächern und Fassaden. "Jede ungenutzte, betonierte Fläche ist verlorener Raum", so begründet das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe sein Engagement.

Damit das nicht überhand nimmt, kann jeder Karlsruher etwas für ein verbessertes Stadtklima tun - ganz gleich, ob er seinen Vorgarten grüner gestaltet oder die Fassade mit Ranken zuwuchert. "Hier spielen verschiedene Parameter mit rein", so Klaus Weindel vom Gartenbauamt gegenüber ka-news.de. "Technische Rahmenbedingungen, Statik, Dachkonstruktion und bautechnische Regeln zählen etwa dazu." Nicht jedes Dach verträgt einen Garten. Sicherheit geht immer vor. 

Die Kosten für eine Dachbegrünung gehören nicht zwingend zu den Betriebskosten.
Begrünung auf einem Flachdach. (Symbolbild) | Bild: Stephanie Pilick/dpa

Um fehlende Genehmigung muss sich kein Hausbesitzer Sorgen machen, denn Fassadenbegrünungen sind genehmigungsfrei: "So lange sie auf dem eigenen Grundstück sind. Es muss sich lediglich, je nach Projekt, gegebenenfalls mit dem Bauordnungsamt und dem Tiefbauamt abgesprochen werden", so Weindel weiter. 

Fassadenfarbe überflüssig: Ein von wildem Wein fast völlig zugewachsener Hausgiebel im brandenburgischen Sieversdorf. Foto: Patrick Pleul
Fassadenfarbe überflüssig: Ein von wildem Wein fast völlig zugewachsener Hausgiebel im brandenburgischen Sieversdorf. Foto: Patrick Pleul |

Wer nun ein grüneres Haus in Erwägung zieht: Von seiten der Stadt gibt es ein Förderprogramm. Das beinhaltet kostenfreie Beratungen im gesamten Stadtgebiet und eine finanzielle Unterstützung von bis zu 4.000 Euro pro Anwesen in den Stadtteilen Innenstadt, Weststadt, Mühlburg, Oststadt, Südstadt, Südweststadt und im Ortskern von Durlach. Dadurch soll das Korridorthema "Grüne Stadt" mehr in den Vordergrund gerückt und die Bürger zur Eigenleistung motiviert werden.

Dateiname : Förderprogramm zur Begrünung von Höfen, Dächern und Fassaden
Dateigröße : 1.31 MBytes.
Datum : 23.04.2019 10:48
Download : Download Now!

Ausweitung des Förderprogramms in Aussicht

Die Grünen-Fraktion um Renate Rastätter fordert außerdem, dass das Förderprogramm auf weitere Stadtteile ausgeweitet wird. Dies wird von der Stadt begrüßt. "Das Förderprogramm soll weiterentwickelt und auf die aktuelle Bedarfslage angepasst werden", heißt es aus dem Rathaus.

Den Bürgern wird also die Möglichkeit gegeben, mit Unterstützung der Stadt ihren Teil gegen den Klimawandel und für ein grüneres Karlsruhe beizutragen - wohl bald auch in weiteren Stadtteilen.

Wettbewerb als Anregung

Wer schon grüner wohnt, der kann sein Refugium bei verschiedenen Wettbewerben, wie den Blumenschmuck- oder Hinterhofwettbewerb, zur Schau stellen, um die Eigenleistungen zu fördern und zu würdigen. 

Wer diese kleine Oase sucht, wird in der Hohenzollernstraße in Beiertheim fündig. Für diesen Hinterhof gab's ebenfalls einen dritten Platz.
Wer diese kleine Oase sucht, wird in der Hohenzollernstraße in Beiertheim fündig. (Archivbild). | Bild: ps

Als Anreiz können sich Gärtnereibegeisterte vom 24. April bis 17. August bei den "Offenen Pforten 2019" einen Blick in ausgewählte Karlsruher Privatgärten werfen und sich so Inspirationen für die eigene grüne Oase holen. 

Dateiname : Offene Pforte Karlsruhe 2019
Dateigröße : 1.19 MBytes.
Datum : 23.04.2019 12:15
Download : Download Now!
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  •   schmidmi
    (2860 Beiträge)

    04.07.2019 13:16 Uhr
    Naja
    ein protziger SUV nur zum Angucken vor der Tür stehen haben?????
    BTW: Was rauchen Sie denn nur für lustige Dinge?
    In dem Moment, wo der der tonnenschwere SUV bewegt wird, wird er im Verhältnis zu keinen Fahrzeugen zur Dreckschleuder....
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  •   Mondgesicht
    (2796 Beiträge)

    04.07.2019 15:26 Uhr
    Populismus zeichnet sich dadurch aus
    dass komplexe Dinge stark vereinfacht werden. Das gilt auch beim Klimapopulismus, der in den letzten Monaten stark zugenommen hat.

    Erstens: nicht jeder SUV ist eine riesige tonnenschwere "Dreckschleuder". Selbst Klein- oder Kompaktwagen gibt es inzwischen als SUV-Variante. Ein VW T-Roc wird kaum schlechtere Verbrauchswerte haben als ein Golf. Da dürfte der alte, rostige VW-Bus eines Alt-68er- Lehrers deutlich mehr verbrauchen, obwohl der nicht auf dem "Index" der Klimajünger steht.

    Zweitens: Nicht jeder, der einen SUV kauft, tut das, weil er eine große Protzkarre vor der Tür haben will. Oft werden SUV von älteren Leuten gekauft, die die höhere Sitzposition schätzen. Auch das ist nicht verwerflich.

    So, und bevor Sie jetzt antworten: nein, ich fahre keinen SUV und habe auch nicht vor, mir in absehbarer Zeit einen zu kaufen. Sparsames Kompaktklasse-Modell reicht.
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  •   schmidmi
    (2860 Beiträge)

    04.07.2019 15:58 Uhr
    Immer das gleiche Spiel
    Äpfel mit Birnen vergleichen, nur um recht zu haben...
    Ich weiß jetzt nicht, was Sie mit dem Hinweis auf Fahrzeuge aus dem letzten Jahrhundert wollen. Die gehören ohnehin nicht mehr auf die Straße und sind da eher nur mit H-Kennzeichen zu finden. Das wird das Klima schon verkraften.
    Anders sieht das bei den von Ihnen aufgezählten Fahrzeugen aus. Die mögen zwar, entsprechend der modernen Technik, relativ wenig verbrauchen, basieren aber alle auf einer Plattform, auf der auch "normale" Typen aufgesetzt sind. Die Variante SUV zeichnet sich da eben im Vergleich zu den anderen Fahrzeugen gleicher Plattform durch mehr Gewicht und höheren Luftwiderstand aus, was beides mit Hinblick auf das Klima bedenklich ist.
    Und ich wage noch zu bezweifeln, dass kleinere SUVs die überwiegenden Anteil ausmachen. So hatte z.B. der Tiguan (1,6 t Leergewicht!) bei VW den Golf bei den Zulassungszahlen deutlich überholt.
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  •   Winston_Smith
    (844 Beiträge)

    04.07.2019 21:37 Uhr
    Das stimmt aber so wirklich nicht
    Von wegen H-Kennzeichen und so...
    Es fahren Unmengen von TDI VW-Bullies rum, und wirklich nicht nur neue und hochmoderne.
    Viele von denen gelten der typischen Klientel - ich verkneif mir Genaueres - als Symbol der Freiheit dahin zu kommen, wohin man will. Am Nordkapp ist man gewesen, und natürlich unzählige Male in der Toskana, auf Korsika, Elba und Sardinien sowieso.
    Hab ich auch nichts dagegen - warum auch? Manche sind in jahrelanger Arbeit durch Umbauten als Camper optimiert. Die schmeißt man dann nicht in tadellosem Zustand weg. Jeder soll sich seinen Traum erfüllen.
    Aber bitte gleiches Recht für alle. Toleranz heisst auch hier das Zauberwort.
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  •   Winston_Smith
    (844 Beiträge)

    04.07.2019 22:05 Uhr
    Und vllt ein kleines Rechenbeispiel
    Wer mit der dicken und angenommen wirklich hochmotorisierten Karre von München nach Sylt in Urlaub fährt und dabei richtig Gas gibt, wo es geht, der zahlt allein für die Spritsteuer (Annahme Benziner 20l/100km, Diesel 15l/100km) für die Strecke hin und zurück über 270 (Diesel rd. 150) € Steuern.
    Es ist also nicht so, dass die, die sich das gönnen wollen, nicht schon deutlich zur Kasse gebeten werden.
    Wohlgemerkt, nur für diesen Urlaubstrip.
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  •   schmidmi
    (2860 Beiträge)

    07.07.2019 17:05 Uhr
    Wie nett
    wer es sich leisten kann, darf sündigen we er möchte?
    Interessante Idee...
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  •   Krawallradler
    (507 Beiträge)

    03.07.2019 00:11 Uhr
    mal
    eine persönliche Frage. Ist das ihre ältere Schwester? Das prägt ja bekanntlich ungemein.
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  •   Winston_Smith
    (844 Beiträge)

    03.07.2019 09:29 Uhr
    Wieder die Ouvertüre zum Zerschiessen des threads?
    Wäre ich bei ka-news, würde ich mir dieses permanente Sägen an meinem Arbeitsplatz nicht gefallen lassen.
    Die übliche reine Provokation, die viele Leute davon abhält, sich an der weiteren Diskussion zu beteiligen.
    Wers nicht glaubt, kann ja mal die durchschnittliche Menge der Kommentare bei interessanten Themen heute mit der vor einigen Jahren vergleichen.
    Man ist ja nicht blöd und ärgert sich nur. Da bleibt man lieber irgendwann weg und geht zum "Wohlfühlmedium", dessen Name ich hier natürlich nicht nenne - auch wenn man dort nicht kommentieren kann.
    Leute wie Sie graben ka-news das jahrelang erfolgreiche Alleinstellungsmerkmal ab.
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  •   maehdrescher
    (1725 Beiträge)

    03.07.2019 09:35 Uhr
    Volle Zustimmung!
    Manche stören hier ständig nur die sachliche Diskussion. Wir wollen hier über Begrünung diskutieren und nicht über die Verwandtschaftsverhältnisse anderer Kommentatoren spekulieren.

    Themenfremde Kommentare, die ausschließlich der Provokation dienen, sollten konsequenter gesperrt werden.
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  •   hajmo
    (4254 Beiträge)

    03.07.2019 10:43 Uhr
    sachliche Diskussion
    und das aus deiner Feder. Da hab ich mich jetzt lange vor Lachen auf dem Boden gewälzt.

    Deine Ironie ist nicht zu übertreffen.
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