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Karlsruhe Großbaustelle auf der A5: Neue Fahrbahn nimmt Gestalt an

Autofahren wird seit Mai auf der A5 zwischen den Anschlussstellen Rastatt-Nord und Karlsruhe-Ettlingen immer wieder zur Geduldsprobe. Der Grund: Auf einer Strecke von rund zehn Kilometern wird Fahrbahn im großen Stil erneuert. Was hat sich seit dem Start der Bauarbeiten auf der Großbaustelle getan?

Die Großbaustelle auf der A5 zwischen den Anschlussstellen Rastatt-Nord und Karlsruhe-Ettlingen sorgt seit rund zwei Monaten immer wieder für Verkehrsbehinderungen und Staus. Rund 90.000 Fahrzeuge passieren die Stelle täglich. Aktuell wird dort die Fahrbahndecke in Fahrtrichtung Frankfurt erneuert. Der Verkehr wird seither auf der Fahrbahn Richtung Basel mit jeweils zwei verengten Fahrspuren pro Fahrtrichtung an der Baustelle vorbei geführt.  

Regierungspräsidentin Nicolette Kressl machte sich am Donnerstag ein Bild vom aktuellen Stand der Bauarbeiten. "Die Fahrbahnen und die Brücken im Zuge der Autobahnen sind in die Jahre gekommen. Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sind dringend geboten, um auch in Zukunft den Verkehr auf leistungsfähigen und sicheren Straßen bewältigen zu können," so die Regierungspräsidentin bei der Begehung am Donnerstag. Wichtig sei dabei vor allem, die zum Teil 30 Jahre alten Fahrbahndecken wieder griffiger, weniger lärmintensiv und "Blow-Up"-sicher zu machen. 

Wie wird die Fahrbahn erneuert?

Die gute Nachricht für alle Autofahrer: Wie Jürgen Gentner, der Leiter des Baureferats im Regierungspräsidium Karlsruhe, am Donnerstag ankündigte, liegen die Bauarbeiten aktuell im Zeitplan und können Ende November fristgerecht beendet werden. Doch wie genau wird die Fahrbahn noch bis Ende November erneuert? 

Nachdem vor dem eigentlichen Beginn der Baumaßnahmen mobile Stauwarnanlagen installiert und vorbereitende Maßnahmen für die spätere Verkehrsführung ausgeführt wurden, konnten nach Angaben des Leiters des Baureferats im Anschluss die tatsächlichen Bauarbeiten mit der Beseitigung der alten Fahrbahn beginnen.

Regierungspräsidentin Nicolette Kressl hat sich von Bauleiter Johannes Foos die Vorgänge auf der A5-Baustelle erklären lassen. | Bild: Julia Wessinger

Seit Mitte August wird inzwischen die neue Betonfahrbahn, die auf sechs Kilometern eine lärmmindernde Waschbetonoberfläche erhält, hergestellt. Zudem wird auf rund vier Kilometern Versuchsstrecke eine Oberflächenstrukturierung durch die Bundesanstalt für Straßenwesen und Verkehr erprobt. Das bedeutet konkret: Auf der insgesamt zehn Kilometer langen neuen Strecke wird die Fahrbahn mit zwei verschiedenen Oberflächen versehen - der üblichen Waschbetonoberfläche und der Oberfläche mithilfe des sogenannten "Grinding"-Verfahrens.

Die eigentliche Erneuerung erfolgt bei beiden Fahrbahnoberflächen zunächst nach dem selben Prinzip: Wie die Regierungspräsidentin am Donnerstag das erste Mal selbst miterleben durfte, verarbeitet ein Betonfertiger Beton auf vorbereiteten Untergründen. In verschiedenen Schritten wird dann nach und nach eine neue Betondecke angefertigt.

Das sogenannte "Grinding"-Verfahren

Das besondere bei der Versuchsstrecke: Mithilfe des "Grinding"-Verfahrens können Ebenheit und Griffigkeit der Fahrbahn wiederhergestellt beziehungsweise verbessert werden, erklärt Gentner am Donnerstag. Wie der Name schon beinhaltet (englisch: to grind - deutsch: schleifen), wird ein unebener Beton dabei auf eine bestimmte Höhe abgeschliffen.

Und warum das Ganze? Ein besonderer Vorteil bringt das neue Verfahren vor allem in Sachen Lärm: Die Reifen-Fahrbahn-Geräusche können damit laut Gentner deutlich reduziert werden. Außerdem soll auch eine besondere Griffigkeit der Fahrbahn gesichert sein.

Das "Grinding"-Verfahren sorgt für Ebenheit und Griffigkeit der behandelten Fahrbahn. | Bild: Julia Wessinger

Der eingeplante Kostenrahmen von 20 Millionen Euro, die der Bund trägt, wird laut Gentner überschritten. Für das "Grinding"-Verfahren mussten zusätzlich rund 970.000 Euro ausgegeben werden. Sie konnten bei der ursprünglichen Planung nicht berücksichtigt werden, da für die tatsächliche Umsetzung der Probestrecke eine Zustimmung zunächst ausgeblieben war. Da die Zustimmung inzwischen erfolgt ist und die Bauarbeiten dafür schon begonnen haben, liegen die Gesamtkosten damit bei rund 21 Millionen Euro. 

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  •   MoeSzyslak
    (122 Beiträge)

    08.09.2017 13:22 Uhr
    Mein Porsche....
    .....freut sich auch schon ganz doll auf das Ende der Bauarbeiten zwischen Rastatt-Nord und Karlsruhe-Ettlingen.
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  •   betablocker
    (959 Beiträge)

    08.09.2017 18:00 Uhr
    Vor allem
    weil sie dann zumindest am Anfang erstmal das Tempolimit von 120 bis RA-Nord durchziehen. grinsen
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  •   Greif
    (1418 Beiträge)

    08.09.2017 10:29 Uhr
    Im Prinzip ja, aber...
    Das heißt, daß die Erprobung unter Laborbedingungen abgeschlossen ist - und man jetzt die abschließenden Tests unter realistischen Bedingungen mit etlichen Millionen Fahrzeugüberfahrten durchführt. Bau und Betrieb einer Teststrecke, auf der man diese Millionen Überfahrten durch - ansonsten sinnloses - im Kreis fahren mit Autobahngeschwindigkeit erreicht, bezahlt eben keiner.

    Und genau in dieser Testphase ist auch der Flüsterasphalt gescheitert. Der hat sich im Realbetrieb schneller und fester mit Reifenabrieb (in den "Flüsterporen") zugesetzt, als man ihn mit den Reinigungsmethoden aus dem Laborbetrieb reinigen konnte.
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  •   Mili
    (458 Beiträge)

    08.09.2017 10:08 Uhr
    Erstmal KFZ-Steuern bezahlen
    und anschließend als Versuchskaninchen agieren.
    So wird eben mit uns umgegangen.
    That's (german) life !
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  •   NeoTiger
    (427 Beiträge)

    08.09.2017 10:42 Uhr
    Geh halt zu Fuß
    Zwingt dich doch keiner Auto zu fahren.
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  •   Mili
    (458 Beiträge)

    08.09.2017 13:06 Uhr
    Gaaanz ruhig bleiben, net uffreege..
    Leider befahre ich die Strecke schon über 20 Jahre. Und sie war schon immer aus verschiedensten Belägen zusammengeschustert. Ist eben doch eine Versuchsstrecke. Teilweise waren hier sogar spurweise unterschiedliche Beläge vorhanden. Tja, und was dabei herauskommt wenn man neue Techniken am "lebenden" Objekt ausprobiert, sehen Sie am Fall der Bahnstrecke bei Rastatt.
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  •   betablocker
    (959 Beiträge)

    08.09.2017 18:06 Uhr
    Es gibt
    eben nunmal Dinge die nur unter Realbedingungen erprobt werden können. Darum wird es dort auch mit Sicherheit ein Tempolimit geben.
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  •   Pendler_2
    (30 Beiträge)

    08.09.2017 08:45 Uhr
    Ja aber....
    Waß heißt denn bitte :"Zudem wird auf rund vier Kilometern Versuchsstrecke eine Oberflächenstrukturierung durch die Bundesanstalt für Straßenwesen und Verkehr erprobt" ...... ??????

    Kann man das nicht vorher testen ???? Ich erinnere nur an den Flüsterasphalt, der plötzlich wieder runter musste, da zu rutschig ....
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  •   Gaensebluemchen
    (412 Beiträge)

    08.09.2017 10:10 Uhr
    Labortests ...
    ... hat die Technik sicher schon ausführlich hinter sich. Aber der Ernstfall mit zigtausend Fahrzeugen am Tag kann kein Labor nachvollziehen.
    Ich fahre täglich an der Baustelle entlang und muss sagen, da läuft was, ich freue mich auf die neue Fahrbahn!
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