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Karlsruhe Grillplatz am Turmberg: Dürfen hier bald wieder die Würstchen brutzeln?

Können Sie sich noch erinnern? Bis 1995 durfte auf dem Turmberg in Durlach gegrillt werden. Doch dann wurde der Grillplatz aufgrund von Anwohner-Beschwerden still gelegt. Nun bringt die FDP das Thema wieder auf den Tisch: Am kommenden Mittwoch, 16. September, wird in Durlach über eine Wiederinbetriebnahme des ehemaligen Grillplatzes diskutiert.

Idyllisch gegenüber des Abenteuerspielplatzes finden Stadtgeplagte und Naturfreunde eine Erholungsfläche auf dem Turmberg im Karlsruher Stadtteil Durlach. Bis 1995 konnten hier nach Herzenslust Würstchen und Steaks gebrutzelt werden- bis es den Anwohnern zu viel wurde. Sie hatten sich bei der Stadt Karlsruhe, die der Betreiber des Grillplatzes war, vor allem über die Lärmbelästigung beschwert. Einer von ihnen leitete rechtliche Schritte ein und bekam vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe recht.

Glühen auf dem Turmberg bald wieder die Kohlen?

Das Gericht entschied: Die Stadt als Betreiber des Grillplatzes müsse die von der Anlage ausgehenden Lärmbelästigungen abwenden. Da die Stadt nach eigener Aussage diese Auflage nicht erfüllen könnte, wurde die Grillstelle abgebaut und das Grillen untersagt. "Heute fungiert die Fläche als Erholungsfläche mit Sitzgarnituren und einer offenen Wetterschutzhüte sowie einer WC-Anlage", so die Stadt Karlsruhe in einer Stellungnahme.

Das alles ist inzwischen rund 20 Jahre her. Wäre es heute möglich, den Grillplatz zu neuem Leben zu erwecken? Die Stadt Karlsruhe rät davon ab: Sie geht davon aus, dass eine erneute Inbetriebnahme des Grillplatzes auf dem Turmberg zu einer erneuten Klage führen könnte.

Müll, Vandalismus und Waldbrandgefahr

"Aktuell liegen dem Forstamt seitens des damaligen Klageführers wieder Beschwerden über die Belastungen durch Feiern auf der Erholungsfläche vor", so die Stadt. Hierzu habe es bereits Gespräche mit dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) und dem Polizeirevier Durlach gegeben. Das Ergebnis: Beide sehen sich nach Aussage der Stadt personell nicht in der Lage, die Anlage regelmäßig zu bestreifen.

Zudem berichtet die Stadt von zunehmenden Problemen auf anderen städtischen Grillplätzen. So beobachte man beispielsweise am Grillplatz "Zündhütle" in Wolfartsweier eine kontinuierliche Erhöhung von Müllaufkommen und Vandalismus. Dies belaste die Stadt sowohl personell auch finanziell. Sie befürchtet daher eine weitere finanzielle Belastung, sollte man den Grillplatz auf dem Turmberg wieder in Betrieb nehmen: 5.000 Euro würde allein die Wiederinstallation kosten. Für Müllentsorgung und Reparaturen von Schäden für Vandalismus müsse man weitere 3.000 Euro jährlich einplanen.

Doch damit nicht genug: Das Forstamt habe grundsätzliche Bedenken über eine Grillstelle auf dem Turmberg geäußert. "Der Deutsche Wetterdienst stuft den Raum Karlsruhe in seinem Waldbrandgefahrenindex vermehrt in die höchsten Gefahrenstufen 4 und 5 ein", heißt es in der Stellungnahme. Der Turmberg mit seinen windexponierten Lagen sei aus Sicht des Forstamtes hinsichtlich der Waldbrandgefahr besonders kritisch zu sehen. Aus all diesen Gründen rät das Forstamt daher, von der Einrichtung eines Grillplatzes im Bereich des Turmbergs ab.

Derzeit prüft die Stadt Karlsruhe, ob nach der geplatzten Grilltestphase in der Günther-Klotz-Anlage zwei weitere Standorte im öffentlichen Grün für künftiges Brutzeln in Frage kommen. Die Entscheidung soll im Oktober im zuständigen Ausschuss fallen.

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Die Durlacher FDP-Ortschaftsratfraktion erkundigte sich in einem Antrag, ob der ehemalige Grillplatz auf dem Turmberg wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Anwohner beschweren sich hier nach wie vor über Lärmbelästigung. Sollte auf dem Turmberg dennoch wieder gegrillt werden dürfen? Teilen Sie Ihre Meinung unter dem  Debatten-Artikel! 

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    14.09.2015 07:31 Uhr
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