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Stutensee Gemeinderatsfraktionen sind pro Lachwald-Projekt: "Stutensee ist in der Pflicht"

Werden im Stutenseer Lachwald bald die Bagger rollen oder bleibt das Waldstück erhalten? Ob das Projekt "Lachwald II" umgesetzt wird, liegt inzwischen in der Hand der Bürger. Diese dürfen in einem Bürgerentscheid am 18. Februar über das Schicksal des Lachwaldes entscheiden. Fast alle Stutenseer Gemeinderatsfraktionen hoffen auf die Vernunft der Bürger und werben für ein klares "Nein".

Im Stutenseer Stadtteil Büchig soll für 600 Menschen neuer Wohnraum entstehen - dafür müssten allerdings rund sechs Hektar, des zirka zwölf Hektar großen Lachwaldes, abgeholzt werden. Während sich die Stutenseer Gemeinderatsfraktionen, mit Ausnahme der Grünen, geschlossen hinter das Bauprojekt "Lachwald II" stellen, stemmten sich in den vergangenen Monaten einige Bürger dagegen und sammelten rund 3.000 Unterschriften um einen Bürgerentscheid in die Wege zu leiten. Mit Erfolg, denn mit der Erklärung der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens durch den Gemeinderat wurde die Entscheidung über ein neues Wohngebiet nun in die Hände der Bürger gelegt.

Am Sonntag, 18. Februar, können Bürger über die künftige Stadtentwicklung entscheiden. Alle wahlberechtigten Stutenseer sind an diesem Tag aufgerufen, mit "Ja" oder "Nein" über die Frage "Sind Sie dafür, dass der Lachwald in seiner jetzigen Form erhalten bleibt und der Beschluss des Gemeinderats zur Aufstellung eines Bebauungsplans "Lachwald II" aufgehoben wird?"abzustimmen.

"Auf Geldbeutel zugeschnittener Wohnraum"

Warum es richtig wäre mit "Nein", und damit für den Bau des Wohngebietes zu stimmen, erklärten die Gemeinderatsfraktionen aus Stutensee nun, rund vier Wochen vor dem Bürgerentscheid, in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitagabend. Die Fraktionen von CDU/FDP, Freie Wähler (FW) und SPD, die sich aufgrund des anstehendes Bürgerentscheids zu dem Kampagnenbündnis "Allianz für Stutensee" zusammengeschlossen haben, werben dafür, dass das Thema "Schaffung von bezahlbarem Wohnraum" in Stutensee ein ganz zentraler Baustein der Kommunalpolitik sein muss um den aktuellen Problemen der Wohnungsnot sowie der hohen Kauf- und Mietpreise entgegen zu treten.

"Wir möchten schnell bezahlbaren Wohnraum schaffen um für eine Entspannung der Wohnungsnot zu sorgen. Dafür benötigen wir auf den Geldbeutel der Bürger zugeschnittenen Wohnraum", sagt Ansgar Mayr (CDU). Die durchschnittliche Kaltmiete betrage, so Mayr weiter, bei den derzeit in Stutensee angebotenen Wohnungen stolze 9,60 Euro pro Quadratmeter. "Wir haben nun die Chance eine Wohnungsbaugesellschaft zu bilden - nur auf diese Weise kann bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Sieben bis acht  Euro pro Quadratmeter Wohnfläche werden diese Wohnungen nicht übersteigen", informierte Heinrich Sickinger, Fraktionsvorsitzender der SPD Stutensee.

Heinrich Sickinger (SPD), Dr. Klaus Mayer (Freie Wähler.), Ansgar Mayr (CDU) und Edith Nagel (FDP). | Bild: Melanie Hofheinz

Warum der Lachwald?

Die Allianz für Stutensee weist darauf hin, dass schnell und großflächig gehandelt werden müsse. Dazu sei ein großes Areal erforderlich, welches bereits im Besitz der Stadt ist. "Grundstücksverhandlungen mit privaten Eigentümern verzögern Bauprojekte oft erheblich und machen die Grundstücke teuer, so dass günstige Mieten nicht mehr kalkulierbar sind", erklärt Dr. Klaus Mayer (FW). Dass dabei auch Einnahmen für die Stadt generiert werden, sei ein willkommener Nebeneffekt, aber nicht der Hauptgrund um das Baugebiet Lachwald zu realisieren.

Zusätzlich sei der Lachwald ein sehr attraktiver Standort für ein Wohngebiet. "Vorteilhaft ist die Nähe zu Karlsruhe, die bestehende Infrastruktur an die man Anschließen kann sowie die Nähe zu den Schulen und Kindergärten. Was allerdings gegen den Standort gesagt wird, ist der ökologische Wert des Lachwaldes - dieser allerdings erst noch durch ein Umweltgutachten geprüft werden muss", so Mayer weiter. Dennoch  sprechen die Allianz-Vertreter bereits davon, einen Ausgleich zur abgeholzten Lachwaldfläche zu schaffen, der über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht, denn eine reine 1:1-Aufforstung sei der Allianz zu wenig.

Lachwald II
Bereits in den 1970er Jahren wurden große Flächen des Lachwaldes für Wohnraum abgeholzt ("Lachwald I"). Viele jetzige Gegner seien Bewohner der dort damals entstandenen Wohnflächen, so die "Allianz für Stutensee". | Bild: Melanie Hofheinz

Ökologischer Ausgleich und Naherholungsgebiet

Zusätzlich zum Ausgleich im Norden des weiterhin bestehenden Lachwalds, soll gemeinsam mit den Bürgern und Naturschutzverbänden ein ökologisch gestaltetes Naherholungsgebiet entwickelt werden. Dieses Gebiet solle sowohl den Einwohnern als auch der Pflanzen- und Tierwelt wesentlich mehr Qualität geben, als sie heute im Lachwald zur Verfügung stehe. "Wir wollen ein echtes Naherholungsgebiet schaffen, das es so noch nicht gibt", erklärt Mayr. "Diese ökologischen Maßnahmen müssen beginnen, noch bevor der erste Baum im Lachwald fällt", fügt Sickinger hinzu.

Die Entwicklung des Baugebietes "Lachwald II" bezeichnen die Stutenseer Gemeinderatsfraktionen als "einen Gewinn für die ganze Stadt, für die Menschen und für die Natur". Mit Plakaten und Broschüren sowie Bürgergesprächen an Infoständen und online möchte die "Allianz für Stutensee" in den kommenden Wochen über die "vielschichtigen Aspekte" des Baugebietes und die "klaren Vorteile" informieren.

Erste Wohnungen 2021/22

"Die Nachfrage im Besonderen zu decken ist Aufgabe der Stadt. Hier bietet sich das Gebiet Lachwald an, um bezahlbaren Mietwohnraum zu schaffen", sagt Edith Nagel (FDP). Mayer erklärt: "Die Entscheidung für das Bauen ist die richtige Entscheidung. Für uns steht das Wohl aller Bürger in allen Stadteilen auf dem Spiel. Die "Allianz für Stutensee" ist eine Allianz der Vernunft."

Wenn die Bürger sich am 18. Februar für den Bau des Wohngebietes entscheiden, dann könnten Anfang 2021/2022 die ersten Wohnungen fertig sein. "Wenn mit "Nein" gestimmt wird, dann können in drei bis vier Jahre die ersten Häuser stehen", so Mayr. Um die Waldstraße schon während den Baumaßnahmen zu entlasten, erfolge ein Anschluss an die Kreisstraße bereits vor dem Baubeginn, so Mayr weiter.

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  •   Schnuttelschrump
    (9 Beiträge)

    22.01.2018 21:23 Uhr
    Plakate und die Inhalte...
    Hat sich eigentlich jemand die aus angeblich privaten Mitteln bezahlte Plakate genauer angeschaut?
    Ich zitiere: "Sozial ist, was bezahlbaren Wohnraum schafft" Das Verhalten von Herrn Demal mit seinen Stadträten, die indirekt Druck auf Gewerbetreibende und Vereine ausüben ist in keinster Weise sozial sondern das komplette Gegenteil...
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  •   Darth_Vader
    (715 Beiträge)

    23.01.2018 03:36 Uhr
    Da hast du vollkommen Recht.
    Diese Herrschaften sind nicht fähig mit einem demokratischen Vorgang (Bürgerentscheid) umzugehen. Vielleicht sind da auch schon Köfferchen verteilt worden. Man weiß es nicht. Die Reaktionen von De(nk)mal auf den Bürgerentscheid lassen aber stark darauf schließen. Die Volkswohnung ist ja nachweislich in die polemische Wahlkampfmaterie der Stadt involviert, siehe Seite 3 des Blattes (Sie glauben das nicht? Stutensee Woche Ausgabe 18.01.18. Innenteil IMPRESSUM . Seite 8.)

    Manchmal frage ich mich, was würde solchen "qualifizierten" Personen in der freien Wirtschaft passieren?
    Wegen Mißwirtschaft, sofort freigestellt, Schadenersatzklage wird nachgereicht?
    In einem Gewinnorientierten Unternehmen hätte wohl keiner dieser "Räte oder Oberdingsbumse" eine Chance. Man muß zugute halten, daß diese Kameraden zumindest einem großzügigen Spender zugetan sein müssen. Denn sonst würden sie sich nicht selbst auf so unseriöse Weise selbst verbrennen (prostituieren lag mir eigentlich auf der Zunge)
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  •   IchKA
    (410 Beiträge)

    22.01.2018 18:49 Uhr
    Werden die Leute für dumm verkauft?
    Wenn der Wald nicht abgeholzt wird bedeutet das doch nicht, dass dann überhaupt kein bezahlbarer mehr Wohnraum entsteht. Auf dem Foto ist ein riesiges Feld. Da müssten doch die 6 Hektar möglich sein. Die Neubewohner würden sich sich freuen ein unberührtes Wäldchen vor der Tür zu haben. Das Gerede der Gemeinderatleute ist unerträglich und faktisch nicht zu halten.
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  •   EinBuechiger
    (47 Beiträge)

    22.01.2018 18:55 Uhr
    Die Leute werden für extrem dumm gehalten.
    Da sieht man, daß die Stadträte sich weit über dem Bürger eingeordnet sehen. So viel Hochnäsigkeit ist nicht mehr normal, geschweige denn zu ertragen.
    Die nächste Wahl kommt...
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  •   EinBuechiger
    (47 Beiträge)

    22.01.2018 18:19 Uhr
    Hier haben wir doch was schönes gefunden:
    Die Lügen der Stadt Stutensee.
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  •   EinBuechiger
    (47 Beiträge)

    22.01.2018 18:04 Uhr
    Ja, die Bezahlung des Wahlkampfes.
    Bezahlen wir Stutenseer Bürger wirklich den städtischen Wahlkampf, der die Abholzung befürwortet, mit unseren Steuergeldern? Wohingegen die Bürgerinitiativen und die Gegner der Abholzung alles aus eigener Tasche zahlen müssen?
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  •   trapezchen
    (20 Beiträge)

    22.01.2018 16:40 Uhr
    Überall Plakate für die Abholzung
    der Stadt Stutensee., wie ich gerade gesehen habe. Ich frage mich, wer denn eigentlich dafür die Kosten trägt. Genauso ist es mit dem Gemeinedblättchen: Die Stadt Stutensee nutzt dieses Medium für ihren Wahlkampf. Der Zahler hierfür sind alle Bürger von Stutensee, ob sie für oder gegen die Abholzung des Lachwaldes sind. Ganz besonders interessant ist, dass die Gegner der Abholzung (die Bürgerinitiative) genau dieses Medium nicht nutzen dürfen. Der saubere Oberbürgermeister blockiert genau dieses. Nochmal in Kurzform: Der Lachwaldbefürworter zahlt für die undemokratische Wahlwerbung der Stadt Stutensee mit. Verrückt, diese Welt. Das ist eben Politik. Was anderes kennen wir ja auch nicht von Frau Merkel, die im letzten Wahlkampf ein Flugzeug genutzt hat - dreimal darf man raten, wer das bezahlt hat. Schlussfolgerung daraus: Wer am längeren Hebel sitzt...
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  •   EinBuechiger
    (47 Beiträge)

    22.01.2018 17:58 Uhr
    Dan müssen wir dafür sorgen,
    daß dieser Hebel kürzer wird. Man muß diejenigen, welche vom OB unter Druck gesetzt werden mal in ein offenes Gespräch verwickeln und ihnen klar machen, daß sie damit an die Öffentlichkeit treten sollten. Da wird des Demals Maske nämlich schnell verrutschen und selbst der Dümmste muß dann erkennen, was hier passiert.
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  •   dipfele
    (4567 Beiträge)

    22.01.2018 08:40 Uhr
    Für einen Aussenstehenden...
    ..... ist es unverständlich , wenn erst ein zusammenhängendes Waldstück für Wohnraum abgeholzt werden muss, um dann freies Gelände "ökologisch für die Naherholung" zu gestalten. Normalerweise gestaltet sich die Natur automatisch ökologisch, ohne menschliches zutun. Können die Freiflächen nicht für die Wohnbebauung genutzt werden? Oder stecken hinter diesem verqueren Ansinnen persönliche Motive? Wohin gehen dann die Leute hin zum Lachen, wenn der Lachwald abgeholtz worden ist?
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  •   Leergutmafia
    (322 Beiträge)

    21.01.2018 22:41 Uhr
    2
    Die Gestaltung dieses Landkartenausschnitts hat übrigens die Volkswohnung übernommen. Ein Schelm, wer böses denkt.
    Weiter aus dem Amtsblatt: "Wohngebiet für alle Bedürfnisse...können wir mit einem durchdachten Gesamtkonzept viele Anforderungen erfüllen". Ein paar Zeilen später lesen wir: "Die konkrete Gestaltung des Wohngebiets wird erst im weiteren Verlauf nach und nach entwickelt"
    Ich frage mich wirklich, ob man Im Rathaus so hirnlos ist, wie es erscheint, oder dort massive Intelligenz sitzt, die auf die Dummheit der Bevölkerung setzt.

    Da rennt der OB bei alten Leuten rum und schwafelt von Barrierefreiem Alterswohnsitz, weiß aber noch nichts genaues über das künftige Projekt.

    Er spricht bei Vereinen vor, um diese unter Druck zu setzen. Es wird diesen suggeriert, es gäbe keine Gelder mehr, wenn die Mitglieder nicht mit nein stimmen würden. Ja, man bekommt es trotzdem mit, Herr Demal. Bei diesem einen Vorstand haben Sie genau das Gegenteil erreicht! Da können Sie sicher sein.
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