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Karlsruhe Gedenken an Opfer in Halle: Basketballer PSK Lions setzten Zeichen mit Schweigeminute - und der KSC?

Action, tiefe Emotionen, eine gehobene Stimmung - dafür ist der Profisport bekannt. Doch am vergangenen Samstag war es still in der Europahalle. Die Karlsruher Basketballer des Post Südstadt Karlsruhe (PSK Lions) und ihre Fans gedachten eine Minute lang der Opfer des antisemitischen Anschlages in der Partnerstadt Halle am 9. Oktober. Wird auch der Fußball, der Karlsruher SC, ein Zeichen gegen Rassismus setzen?

Vor rund einer Woche starben zwei Menschen bei einem einem versuchten Anschlag auf eine Synagoge. Täter Simon B. konnte sich keinen Zutritt zu der Synagoge verschaffen und erschoss zwei Passanten.

Schutz von jüdischen Einrichtungen
Nach den Angriffen in Halle liegen in gedenken an die Opfer Blumen vor der Synagoge. | Bild: Armin Weigel/dpa

Karlsruhe hat zu Halle eine ganz besondere Beziehung, denn sie ist Partnerstadt. "Wir sind Halle", äußerte Bürgermeister Frank Mentrup noch am Tag des Anschlages sein tiefes Mitgefühl. Im Profisport reagierten die Basketballer der zweiten Bundesliga.

Vor ihrem Spiel am Samstagabend, 12. Oktober, gedachten die Basketballer der PSK Lions und ihre Gäste aus Nürnberg zusammen mit dem Publikum eine Minute lang den Opfern des Anschlags. Zuvor sprachen sie sich im Namen der 2. Basketball Bundesliga (BBL) gegen Rassismus und Antisemitismus aus.

12.10.2019, Herren, Basketball, Saison 2019/2020, 2.BL., PSK Lions-Nürnberg Falcons BC
Daniel Norl (PSK Lions #13) im Sprung zum Wurf nach dem Duell mit William Lee (Nürnberg Falcons 7) | Bild: TMC|Tim Carmele

Der Profisport erreicht viele Menschen, deshalb trägt es weit, wenn Mannschaften wie die PSK Lions ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Eine wohl noch größere Strahlkraft und Reichweite als der Basketball hat der Karlsruher Profifußball. Der Karlsruher SC (KSC) füllt als Verein der zweiten Bundesliga Stadien mit tausenden von Menschen. Werden auch sie mit einer Schweigeminute der Ereignisse in Halle gedenken?

"Wenn wir eine Schweigeminute für Halle einlegen, dann zuhause, in unserem eigenen Stadion", sagt Florian Kornprobst, Pressesprecher des KSC, auf Nachfrage von ka-news.de am Freitag. Das nächste Heimspiel ist am Samstag in einer Woche, 26. Oktober, gegen Hannover 96. Noch ist es nicht sicher, ob sich der KSC für  eine Schweigeminute entscheidet. "Die Idee steht im Raum."

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  •   Labbeduddel
    (39 Beiträge)

    19.10.2019 15:20 Uhr
    Das Spiel findet
    übrigens nicht Sonntags den 26.10., sondern am Samstag den 26.10. statt.
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  •   Karlsruher1986
    (447 Beiträge)

    19.10.2019 11:22 Uhr
    An den Pranger mit dem KSC?
    So kommt es einem vor! Und ka-news hilft mit? Im Auftrag der Stadt?
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  •   OtusLocus
    (78 Beiträge)

    18.10.2019 20:18 Uhr
    Wenn ich der KSC wäre,
    würde ich gerade ob dieser saublöden Nachfrage keine Schweigeminute machen. Kurze Erwähnung, daß man diesen Anschlag verurteilt, aber aufgrund von Kindergartenverhaltens der lokalen "Presse" geht man nun direkt zum Tagesprogramm über.
    "Ihr wisst schon, daß die da was gemacht haben, hähä, macht ihr jetzt auch?"
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  •   silberahorn
    (9981 Beiträge)

    19.10.2019 10:43 Uhr
    Als Fußballclub
    in Karlsruhe sollte man bedenken, dass Julius Hirsch, 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft aus seinem Verein, dem Karlsruher FV, ausgeschlossen und 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde.
    Insofern wird es gar keine Frage sein, dass ein heutiger Fußballclub auch eine Schweigeminute einlegt, wenn in Karlsruhes Partnerstadt Halle ein Anschlag mit antisemitischem Hintergrund Todesopfer forderte.
    Ob nun die Lions vorher schon in Gedenken innehielten spielt dabei keine Role.
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  •   HerrNilson
    (1139 Beiträge)

    18.10.2019 17:37 Uhr
    Soso
    die Idee steht im Raum. Mhhh ja, da muss man erst mal abwägen und überlegen, ob man für die Opfer von Halle ne Minute schweigen kann. Ich sags jetzt nicht.
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  •   OtusLocus
    (78 Beiträge)

    18.10.2019 18:40 Uhr
    War ja klar, daß sowas kommen mußte.
    Die Lions haben drei Tage nach dem Anschlag eine Schweigeminute gehalten, Das nächste KSC Heimspiel ist 17 Tage später. Das heißt jetzt nicht, daß man das nicht machen könnte, doch erwartet man jetzt auch bei der Vierschanzentournee noch Schweigeminuten? Wir befinden uns in einer schnellebigen Zeit. Wenn für alle schlimmen Ereignisse in Deutschland eine Minute geschwiegen wird, dauert das länger als das gesamte Spiel inklusive Pause.
    Ich glaube, jeder der Sportler hat schon insgeheim der OPFER gedacht, so wie jeder von uns.
    Aber eine Schweigeminutenkultur sollte jetzt nicht unbedingt entstehen. Wo ist die Grenze? Wie lange nach der Tat gehört so etwas dazu?
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  •   Consigliere
    (345 Beiträge)

    20.10.2019 15:57 Uhr
    "Schweigeminutenkultur"
    wie zynisch muss jemande sein um so über diese Opfer zu hetzen, ihnen passt anscheinend wohl nicht das der Attentäter aus der rechten Ecke stammt.
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  •   Kruppstahl
    (1031 Beiträge)

    21.10.2019 11:53 Uhr
    Gewagte These
    Was sie in seinen Kommentar reininterpretieren, kann ich da nicht mal ansatzweise herauslesen.
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  •   HerrNilson
    (1139 Beiträge)

    18.10.2019 18:55 Uhr
    Wo steht
    dass eine Schweigeminute nur in den ersten Tagen nach einem Attentat schicklich ist. Auch 17 Tage nach so einer Tat kann man durch eine Schweigeminute den Opfern gedenken. Und nur darum geht es. Man muss nur wollen 😉 und nicht erst noch lange was im Raum stehen lassen. Es ist eine Geste und kostet nichts.
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  •   OtusLocus
    (78 Beiträge)

    18.10.2019 19:11 Uhr
    Daher kommt meine Frage:
    Wo ist die Grenze? Wenn man morgen im Stadion eine Schweigeminute für die Opfer vom Weihnachtsmarkt in Berlin abhalten würde, bekäme man nur ein Kopfschütteln und die Frage, ob man jetzt erst aus dem Winterschlaf erwacht sei (bei einem Jahrestag ist das was anderes).
    Natürlich kostet das nichts, aber ernsthaft: Wie lange nach der Tat ist das noch up to date und ab wann wirkt es etwas seltsam?
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