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Karlsruhe Gedenkbuch für Karlsruher Juden: Neue Biografien jüdischer NS-Opfer

In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv recherchieren Karlsruher Bürger für ein Gedenkbuch Lebensläufe ermordeter Juden in Karlsruhe. Dabei wird jede neue Biografie mit dem Namen des Verfassers dem Buch beigefügt. Im vergangenen Jahr haben Autoren in 14 Einzel- oder Familienbiografien die Schicksale von 32 ermordeten Juden aus der Region Karlsruhe niedergeschrieben.

Insgesamt sind in dem Gedenkbuch, das im Internet sowie im Stadtarchiv einsehbar ist, Biografien zu 473 von 1.055 im Nationalsozialismus umgebrachten Karlsruher Juden nachzulesen.

Ein Grab der Erinnerung schaffen

Jedes Jahr arbeiten verschiedene Karlsruher an der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in der Region Karlsruhe. Dabei recherchieren Jung und Alt in sämtlichen Quellen, um den Opfern der NS-Zeit nach eigenen Angaben die letzte Ehre zu erweisen. "Vor uns liegt noch viel Arbeit, aber es ist uns gelungen, schon sehr viele Lebensgeschichten ermordeter Juden aufzuarbeiten", erklärt Susanne Asche, Kulturamtsleiterin, zuversichtlich. Dabei ginge es bei der Spurensuche besonders darum, jeder Persönlichkeit individuelle Aufmerksamkeit zu schenken und ein Grab der Erinnerung zu schaffen. "Wir möchten die Opfer wieder nach Hause holen", betont Asche.

Die Biografien seien ein wichtiger Teil der gleichmäßigen Gedenkarbeit. "Ich freue mich, dass sich so viele unterschiedliche Bürger aus allen Altersgruppen zu dieser besonderen Aufgabe bereit erklärt haben" so Jürgen Schuhladen-Krämer vom Karlsruher Stadtarchiv. Schließlich seien auch die betroffenen Juden aus vielen verschiedenen gesellschaftlichen Schichten gekommen.

Friedrich-List-Gymnasium legt Stolpersteine

Unter den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus in Deutschland waren unter anderem Angehörige einiger bedeutender Karlsruher Persönlichkeiten. So kamen Beispielsweise die Brüder Markus und Leopold von Hermann Brand, Schauspieler am Karlsruher Staatstheater, um. Für die ehemals in der Kriegsstraße Ansässigen will das Friedrich-List-Gymnasium dieses Jahr außerdem Stolpersteine zum Gedenken legen. Am Projekt zum Gedenkbuch beteiligt hat sich auch die Comenius-Arbeitsgruppe des Bismarck-Gymnasiums: Unter dem Motto "Wege des Exils" halten hierbei Schüler Kontakt zu jüdischen Nachfahren aus Frankreich und Polen und arbeiten so die europäische so wie die Geschichte Einzelner auf. Hierzu gehören beispielsweise die Schicksale der in Auschwitz ermordeten Juden Isaak und Esther Alpern.

Die Lebensläufe beziehen sich nicht nur auf die Opfer selbst, sondern auch auf deren Familien und Hinterbliebenden. Derzeit liegen nach Angaben des Stadtarchivs 215 Biografien von etwa 473 Menschen vor. "Es ist uns sehr wichtig, eine enge Verbundenheit zwischen der Stadt, der jüdischen Gemeinde und ihrern Nachfahren zu wahren", erklärt Kulturamtsleiterin Asche. Bei der Vorstellung der neuen Schriftstücke am Donnerstag, 14. Februar, waren neben der Projektleitung und -betreuung auch die verschiedenen Autoren anwesend. "Schon jetzt arbeiten wieder einige Bürger an der Historie ermordeter jüdischer Mitbürger", betont Schuhladen-Krämer abschließend.

Wer sich für das Projekt interessiert, kann sich per E-Mail an: projekt-gedenkbuch@kultur.karlsruhe.de melden. Das Gedenkbuch selbst ist im Internet einsehbar: http://my.informedia.de/gedenkbuch

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Jüdische NS-Opfer in Karlsruhe: "Gedenken mitten in die Stadt bringen"

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  • unbekannt
    (1324 Beiträge)

    18.02.2013 09:32 Uhr
    ne danke sie hetzer'
    ihnen beantworte ich keine frage. solche leute wie wie about und sie wollen ja nur das es kracht und schüren das feuer absichtlich! ich bin so froh, soclhe subjekte nicht in meiner familie oder freundeskreis zu haben. danke danke danke!!! ekelhafte nazi.s!!!
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  • unbekannt
    (10716 Beiträge)

    18.02.2013 09:14 Uhr
    backagain
    welche Nationalität sind Sie eigentlich?
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  • unbekannt
    (1981 Beiträge)

    18.02.2013 08:38 Uhr
    hirnlos
    ist der typ in meinem Benutzerbild, nachdem er das einzig sinnvolle vollbracht hat, was er je in seinem jämmerlichen Leben getan hat
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  • unbekannt
    (1324 Beiträge)

    18.02.2013 09:23 Uhr
    welche nationalität'
    haben sie?
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  •   Waterman
    (6452 Beiträge)

    18.02.2013 07:36 Uhr
    Es ist schon seltsam,
    dass gerade die hervorstechenden Vertreter der Kopfabfraktion, bei einem Verbrechen, das 6 Millionen Menschen durch industriellen Mord das Leben gekostet hat, so vehement dessen Vergessen fordern oder es mit anderen Verbrechen aufrechnen wollen.

    Nur das Nichts-damit-zutun-haben-wollen und das Wegschauen, hat es Verbrechern wie den Hiltleranhängern ermöglicht eine derartige Wahnsinnstat umzusetzen. Nicht zu sprechen von den anderen 45 Millionen Toten des Kriegs und Millionen von Vertriebenen und, und...

    Das zeigt gerade, wie wichtig die Aufarbeitung ist und wir werden das nicht mehr zulassen.
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  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    18.02.2013 08:00 Uhr
    .
    Das Problem ist, dass heutige Juden den Holocaust instrumentalisieren, um daraus politisches Kapital zu schlagen und um irgendwie davon abzulenken, dass Judentum an sich eine widerliche, menschenverachtende, totalitäre, faschistoide, xenophobe, frauenfeindliche, homophobe Ideologie ist.Die Nazís haben das kopiert und angewendet, was das Judentum seit 2500 Jahren lehrt: dass der Wert eines Menschen von seiner Abstammung abhängt und dass wer nicht zum "erwählten Volk" gehört, bedenkenlos getötet werden darf und muss.
    Vielleicht sollten sich manche mal mit den Inhalten des Judentums auseinandersetzen, bevor sie es unter Pauschalschutz stellen. Klar haben die 6 Millionen jüdischen Opfer individuell nicht verdient, was die Nazís ihnen angetan haben.
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  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    18.02.2013 12:21 Uhr
    Selten so einen Quatsch gelesen!
    Wie kann man Vorstellungen, die 1000sende Jahre alt sind und genauso auf andere Religionen damals übertragbar sind auf neuzeitliche Verhältnisse übertragen ? Das wäre genauso als würde man behaupten, dass der Papst heutzutage noch Kreuzzüge anzetteln würde.
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  • unbekannt
    (3304 Beiträge)

    18.02.2013 19:19 Uhr
    .
    Natürlich sind diese Vorstellungen 1000ende Jahre alt, aber genau das ist ja das Problem, denn sie werden sehr wohl auf die jeweilige Zeit übertragen. Oder sieht irgendjemand nicht, welcher abgrundtiefe Hass die abrahamischen Religionen ausmacht? Diese Religionen basieren auf dem Gottes-, Welt- und Menschenbild des Tanach, und das wurde niemals im Judentum, Christentum oder Islam abgeändert. Lies das mal, dann wird dir schlecht.
    Und ich bin sehr sicher, der Papst würde Kreuzzüge anzetteln, wenn man ihn denn ließe und wenn ihm protestantische Amerikaner nicht zuvor kommen...
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  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    18.02.2013 19:43 Uhr
    Ich will es ja nicht abstreiten,
    dass Übertragung noch stattfindet, aber die Umsetzung zum Glück ja nicht mehr. Also zumindest denke ich, dass heutzutage ein Abschlachten von 7000 Andersgläubigen im Namen der Inquisition eine Schlagzeile in der Bildzeitung ausmachen könnte.
    Man muss ja mal die Kirche im Dorf lassen grinsen
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  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    18.02.2013 00:55 Uhr
    Antisemitismus ist leider immer noch/wieder ein Thema !
    Genau deswegen wird uns das oben immer wieder begegnen bzw. muss es auch ! So traurig es auch ist.
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