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Karlsruhe Gaby ist "Foodsharer" und kämpft gegen Wegwerfgesellschaft: "Ich gehe bewusster mit Lebensmitteln um"

Fast ein Drittel aller Lebensmittel landet im Müll, das kostet Geld und ist nicht besonders nachhaltig. Ein besonderes Konzept hat "Foodsharing.de" entwickelt: Die nachhaltige Organisation engagiert sich gegen das Wegwerfen von Essen, indem sie übrig gebliebene Lebensmittel "rettet". Gaby aus Karlsruhe ist von der Idee begeistert. Seit Januar ist sie Botschafterin für die Organisation in der Fächerstadt.

Seit 2013 gibt es Foodsharing in Karlsruhe und jeder kann sich online anmelden und zum so genannten Foodsharer oder Foodsaver werden. Eine davon ist Gaby Maszewski. Sie ist seit Oktober 2018 Mitglied und mittlerweile sogar Botschafterin für Karlsruhe. Ihr Ziel: "Ich möchte den südlichen Landkreis Karlsruhe  mehr fördern", sagt sie im Gespräch mit ka-news.

Gaby Maszewski ist Botschafterin für Foodsharing in Karlsruhe. | Bild: Corina Munteanu

Gaby Maszewski ist über eine Freundin zu Foodsharing gekommen: "Sie ist schon länger dabei und konnte mich direkt begeistern." Etwa 3.000 Foodsharer gibt es schon in der Fächerstadt - Tendenz steigend. Immer mehr Studenten fühlen sich von dem Konzept angesprochen. Über die Gründe kann sie nur spekulieren: "Das Bewusstsein der jungen Leute für zukunftsrelevante Themen wächst", vermutet sie. 

Das Wegwerfen von Essen kommt vermehrt ins Bewusstsein aller, vor allem der jungen Menschen. "Diese Generation wird durch beispielsweise durch Aktivitäten wie 'Fridays For Future' stark sensibilisiert für alle Themen der Nachhaltigkeit", so Maszewski weiter. "Durch die große Präsenz in der Öffentlichkeit dieser Bewegungen wächst meiner Meinung nach aber auch in allen Menschen das Bewusstsein, dass wir so einfach nicht weiter machen können." 

Lebensmittel liegen in einer Mülltonne: Jüngere Menschen werfen deutlich häufiger Lebensmittel in den Abfall als ältere Generationen.
Lebensmittel liegen in einer Mülltonne: Jüngere Menschen werfen deutlich häufiger Lebensmittel in den Abfall als ältere Generationen. | Bild: Patrick Pleul

Finanzen spielen bei aktiven Foodsavern nur bedingt eine Rolle. "Es kostet Zeit und Energie, aktiv Lebensmittel zu retten. Sicher profitiert man in gewissem Maße - aber es ist nicht möglich, sich ausschließlich von Foodsharing zu ernähren."

Fair-Teiler sind Regale oder Kühlschränke

Wer Foodsharer werden möchte und so aktiv gegen die Verschwendung von Lebensmitteln beitragen will, kann sich online anmelden. Einen Mitgliedsausweis erhält, wer das Foodsaver-Quiz löst. Ab jetzt kann man Lebensmittel anbieten und sich am Befüllen oder Abholen der Fair-Teiler beteiligen. 

Die so genannten Fair-Teiler sind Regale oder Kühlschränke, zu denen Mitglieder Lebensmittel bringen und von dort gratis mitnehmen können. In Karlsruhe stehen diese beispielsweise im Studentenwohnheim Hadiko in der Oststadt, in Dammerstock, oder beim NCO-Club in der Nordstadt. Um sich seine Lebensmittel dort abholen zu können, muss man sich als Foodsharing-Mitglied ausweisen. 

Dank Foodsharing verändert sich das Einkaufverhalten

Seit Gaby Maszewski bei Foodsharing aktiv ist, hat sich auch in ihrem Alltag einiges geändert. "Ich gehe bewusster einkaufen! Andere Mengen, mit mehr Nachdenken und auch umweltbewusster", erklärt sie gegenüber ka-news. "Soweit möglich, nehme auch Lebensmittel mit, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald 'abgelaufen' ist, vor allem wenn ich weiß, dass diese bei uns auch schnell gegessen werden. Früher hab ich immer nach hinten ins Regal gegriffen und das rausgefischt, was am längsten haltbar war."

Foodsharing.
Hier sehen sie abholbereite Essenskörbe von Foodsharing. | Bild: Daniel Karmann/Archiv

Für die Zukunft wünscht sich Gaby Maszewski, den Foodsharing-Gedanken weiter verbreiten zu können. "Ich hoffe, dass viele Betriebe mit uns kooperieren, dass wir an Bekanntheit gewinnen und dass sich nach einer gewissen Zeit die Abholmengen reduzieren, was zeigen würde, dass unsere Kooperationen auch in den Betrieben etwas bewirken. Ich wünsche mir, im Zuge meiner Arbeit für Foodsharing, noch viel mehr tolle Menschen kennen zu lernen, die vielleicht wie meine Botschafter-Kolleginnen und ich gerne auch ein wenig mehr machen möchten, als Lebensmittel retten!"

ka-news Hintergrund:
Neben dem kostenlosen Foodsharing gibt es auch die App von "Too Good To Go". Prinzip der App ist, dass Supermärkte, die Lebensmittel übrig haben, diese Reste zur Verfügung stellen - und die werden dann für kleines Geld verkauft. Auch Initiativen wie die Tafel setzen sich Tag für Tag gegen Lebensmittelverschwendung ein. "Konkurrenten sind wir keine, denn wir verfolgen ja alle das gleiche Ziel", erklärt Gaby Maszewski im Gespräch mit ka-news.
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  •   andip
    (10523 Beiträge)

    13.05.2019 12:13 Uhr
    Na ja
    Gaby Maszewski hat es doch selbst erkannt und macht es selber.
    Bewusst einkaufen, und nur in den Mengen, die man auch tatsächlich in den nächsten Tagen verbrauchen wird, also eben nicht die grossen Kampfpackungen, die nur für Grossfamilien nötig sind.
    Das erfordert aber auch, dass man ggfs. nicht nur am Wochenende den Grosseinkauf macht, sondern jeden Tag nur das gerade benötigte kauft.
    Dann wären solches Fodshare eigentlich nicht nötig.
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  •   Kiwi
    (388 Beiträge)

    12.05.2019 20:01 Uhr
    Futter - Verteiler
    Plogging: Dieser Jogging-Trend aus Schweden ist gut für die Umwelt.

    Das war doch vor einigen Tagen auch so eine Schnapsidee was hat sich daraus entwickelt?
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  •   Kiwi
    (388 Beiträge)

    12.05.2019 09:39 Uhr
    Lebensmittel
    Was ist ein "Foodsharer" ich kann kein französich- habe in der Schule wenn ich nicht geschwänzt habe nur die Deutsche Sprache gelernt zwinkern
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  •   ALFPFIN
    (7361 Beiträge)

    12.05.2019 10:15 Uhr
    Foodsharer
    aus dem Englischen
    Food: Essen, Lebensmittel
    sharing (to share) teilen, verteilen oder auch teilnehmen.
    Also im "heimischen" deutsch, Futterteiler oder ..verteiler.
    Aber ich glaube das wissen Sie oder 😊
    Aber wie würde sich das auch anhören, Futterverteiler, oder Lebensmitteltauscher, das würde heutzutage kein Mensch verstehen und da würde auch niemand kommen.
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  •   Holzbierebub
    (295 Beiträge)

    12.05.2019 16:45 Uhr
    Wie dut ma dess
    ausspreche? Ich tipp mol uff "Fuudschärah", oder so ähnlich.
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  •   ALFPFIN
    (7361 Beiträge)

    12.05.2019 19:56 Uhr
    Ja,
    kommt hin, Fuudschärer, kurzes e und des ä stark betont, wie die Schwobe schwätze.
    (wie mei Tante immer sgagt hat: Häänd ihr nix zom duu, also uff badisch, schaffet was.) 🤣
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  •   Kiwi
    (388 Beiträge)

    12.05.2019 12:10 Uhr
    Hallo ALFPFIN
    Hallo ALFPFIN, vielen Dank für Deine aufklärenden Wort, es k… mich nur an wenn überall Denglisch geredet geschrieben wird. Wir – deutlicher gesagt, ich bin Deutscher und lebe in Deutschland, ich liebe meine Sprache. Wenn ich durch meine Heimatstädtchen gehe und in jedem Schaufenster ein Schild sehe 20-30 % SALE gehe ich da schon einmal nicht rein, ich benötige zurzeit kein SALE egal was es ist und wieviel % ich darauf bekommen würde. Verstehst Du mich?
    Viele Grüße und einen schönen Sonntag wünscht Dir Kiwi.
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  •   Kiwi
    (388 Beiträge)

    12.05.2019 13:09 Uhr
    Hallo ALFPFIN
    Aber ich glaube das wissen Sie -- Entschuldigen Sie bitte mein plump vertrauliches Du -kommt nicht wieder vor versprochen
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  •   ALFPFIN
    (7361 Beiträge)

    12.05.2019 14:29 Uhr
    Kiwi
    gegen eine freundliche Anrede "Du" ist ja nichts einzuwenden.
    Also bei Ihrer Antwort ist das kein Thema.😊
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  •   Holzbierebub
    (295 Beiträge)

    11.05.2019 20:42 Uhr
    Wer eine fertige
    Salatsoße kaufen muss, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
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