Karlsruhe/ Sankt Leon-Rot Fußballer gegen Fußgolf-Champion: ka-news im Duell mit Laura Rolli aus Karlsruhe

Sie ist zweifache Meisterin und sogar Vize-Weltmeisterin in einer Sportart, die sie erst seit zwei Jahren betreibt. Die Rede ist von Fußballgolfspielerin Laura Rolli. ka-news-Volontär Lukas Hiegle trifft die 21-jährige Karlsruherin und frischgebackene neue und alte Deutsche Meisterin am Rhein-Neckar Soccerpark in Sankt Leon-Rot zum Duell. Vereinsfußballspieler und Fußballtennis-Fan gegen Fußballgolf-Vizeweltmeisterin - na denn, Gut Kick!

Bei einem Ausflug mit der Familie wurde Laura auf die Kombi-Sportart aufmerksam: Fußball-Golf. Bislang ist der Sport in Deutschland noch nicht weit verbreitet und wird eher als Freizeitsport belächelt, der zur Gaudi bei Familienausflügen oder Junggesellenabschieden gespielt wird. Ein Irrglaube, den die 21-Jährige aus dem Weg räumen will, indem sie den Sport populärer machen möchte.

Seit dem Familienausflug, der in ihr die Leidenschaft für Fußballgolf weckte, spielt Laura regelmäßig bei nationalen und internationalen Turnieren, erzählt sie mir. Der Sport brachte sie bereits nach Dänemark, Schweden, Frankreich oder in die Schweiz. Zuletzt verteidigte sie auf der heimischen Bahn in St. Leon-Rot ihren deutschen Meistertitel, den sie erstmals 2017 auf einer Anlage bei Dortmund gewann. Anfang Juli kam mit dem Vize-Weltmeistertitel ein weiterer Erfolg zur noch jungen Karriere der Karlsruherin hinzu.

Nie aktiv Fußball gespielt

Zum Geld verdienen reicht das Talent beim Fußballgolf nicht, deshalb studiert sie dual und arbeitet für eine Personalberatung. Immerhin unterstützt sie ihr Arbeitgeber als Sponsor, was das Reisen und die Teilnahmen zu Turnieren deutlich einfacher macht, erklärt sie mir. "Es gibt nur ganz wenige Sponsoren im Fußballgolf", so Laura im Vorgespräch weiter.

So langsam wird es aber ernst: Ich schnappe mir einen Ball, Laura hat ihren Ball schon unter dem Arm! "Ich spiele in der Regel immer mit demselben Ball im Training und bei den Spielen." Ihr Ball hat einen guten Drall und dreht sich sehr gut. Was das betrifft, habe aber jeder Spieler seine eigenen Vorlieben, erzählt sie weiter. Schnell wird schon hier deutlich, dass wir uns von unserer Technik stark unterscheiden. 

Bild: Thomas Riedel

In einem Verein hat Laura nie aktiv Fußball gespielt, die Anforderungen sind aber auch unterschiedlich, erklärt sie mir. Das merke ich auch schon nach den ersten paar Bahn. Ich versuche, so wie ich es vom Vereinsfußball gewohnt bin, den Ball mit der Innenseite oder dem Spann möglichst nahe Richtung Loch zu spielen. Laura setzt hingegen auf eine andere Variante und tippt den Ball präzise mit der Spitze in Richtung Endzone. 

Statt WM-Pokal gab es einen Turnbeutel

Als Fußballgolfspielerin gehört sie übrigens keinem Verein an. Der Grund: Es gibt kaum welche, weil die Sportart einfach noch nicht weit verbreitet ist. Zum Trainieren kommt die 21-Jährige etwa einmal die Woche zur Fußballgolf-Anlage in St. Leon-Rot. "Es wäre schön, wenn dem Sport künftig mehr Bedeutung eingeräumt werden würde", sagt Laura. Somit würde auch die Konkurrenzsituation steigen: "Je größer der Wettbewerb, desto besser!"

Bild: Thomas Riedel

Für die Fußballgolfmeisterschaften kann sich jeder gegen eine Teilnahmegebühr anmelden. Bei der Weltmeisterschaft waren es etwa 150 Mitspieler, bei den deutschen Meisterschaften zirka 100 Teilnehmer, erzählt Laura. Während die Nationalspieler Frankreichs bei der Fußball-WM mit Lamettaregen, Medaillen und einem vergoldeten 37 Zentimeter großen Pokal geehrt wurden, gab es für die Weltmeister im Fußballgolf neben einer Urkunde und einem kleinen Pokal einen Turnbeutel.

Nächste große Herausforderung ist das Footgolf

Nach drei Bahnen auf der Langbahn liege ich mit jeweils einem benötigten Versuch mehr hinten. Mein größtes Problem bis dahin, ist genau das, was nach Lauras Erfahrungen den meisten aktiven Fußballern Probleme bereitet. Das Ausrollen des Balles wird falsch eingeschätzt, da es nicht wie im normalen Spiel einen Passempfänger gibt.

Am Ende geht es beim Fußballgolf, ähnlich wie beim Minigolf darum, Hindernisse zu umspielen. Als Nächstes will sich Laura im sogenannten Footgolf beweisen, das ohne Hindernisse auf richtigen Golfplätzen gespielt wird. Dafür zieht es sie regelmäßig nach Frankreich, wo der Sport schon etwas weiter entwickelt ist. In Straßbourg gehört sie einem Verein an, bei dem einmal die Woche auf einem Golfplatz mit einem Fußball eingelocht werden kann.

Früher war Laura im Leichtathletiksport aktiv und konnte gerade was Mentalität angeht, einiges vom Siebenkampf mit zum Fußballgolf nehmen. "Oft ist es Kopfsache, wenn etwas nicht so funktioniert, wie man es sich vorstellt. Daher nutze ich oft meine Erfahrungen aus dem Siebenkampf, um Schwächen mit Stärken zu neutralisieren.

Bild: Thomas Riedel

Wir sind inzwischen bei den Kurzbahnen des Soccerparks angekommen. Und ich wittere eine kleine Chance: Die erste Bahn kann ich für mich entscheiden, mir kommt zu Vorteil, dass es eine Linksfuß-Bahn ist. Immerhin diesen kleinen Wettbewerbsvorteil kann ich nutzen. An einigen Bahnen kommen wir sogar mal mit gleich viel Pässen zum Ziel: Auch, weil mir Laura Tipps gibt, wie ich bestimmte Hindernisse am besten an- oder umspiele, um möglichst schnell zum Fähnchen zu kommen. "Ich spiele lieber die langen Bahnen, da es eine größere Herausforderung ist einen Schuss auch über eine längere Distanz präzise zu spielen. Die kurzen Bahnen haben aber auch ihren Reiz, mit ihren technisch anspruchsvollen Hindernissen."   

Ziel ist es, sich weiter zu verbessern und Turniere zu gewinnen 

Zum Ende des Matches zeigt Laura nochmal, warum sie amtierende deutsche Meisterin ist und bei der Weltmeisterschaft Platz Zwei holte. Beim Fangnetz chippt sie ihren Ball gekonnt ins Netz, in jeder Lage des Balles findet sie die ideale Lösung und wirkt dabei völlig entspannt. Ich vermisse so langsam meine Mitspieler, bin aber froh darüber, dass beim Fußballgolf keine Laufarbeit nötig ist.

Bild: Thomas Riedel

Trotz überschaubarer körperlicher Belastung wird nämlich das Match bei den hohen Temperaturen zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Derweil zeigt sich Laura auf ihrer Trainingsstrecke weiter in souveräner Form und setzt sich am Ende deutlich gegen mich durch. Für Laura geht es weiter in die Schweiz, da spielt sie am Wochenende wieder ein Turnier, "um mich weiter zu verbessern", sagt sie. Wenn die Karriere so weitergeht, kann sich die sympathische 21-jährige Karlsruherin noch über viele weitere Titel im Fußball- und Footgolf freuen.

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