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Karlsruhe Freimaurer in Karlsruhe: Was steckt hinter dem "Geheimbund"?

Sie sind weltweit bekannt und ihnen eilt überall der Ruf voraus, ein unantastbarer Geheimbund zu sein, der für manche Verschwörung zuständig ist. "Das ist schlichtweg falsch", sagt einer ihrer Mitglieder. Wolfhart Thiel ist seit nun über einem Jahr "Meister vom Stuhl", also der Leiter einer Freimaurer-Loge in Karlsruhe. ka-news hat mit ihm gesprochen.

Geheimnisvoll und undurchsichtig: Der eigene Ruf eilt den Freimaurern voraus. Rund 15.300 Mitglieder dieser Organisation soll es nach eigenen Angaben in etwa 485 deutschen Freimaurerlogen geben. Drei reguläre Untergruppen gibt es in Karlsruhe und von einer wiederum ist Wolfhart Thiel der "Meister vom Stuhl". Somit steht er den rund 40 Mitgliedern der Loge "Frieden und Freiheit" vor, die sich regelmäßig in der Bismarckstraße treffen. Thiel selbst sei seit mittlerweile 12 Jahren Mitglied dieser Loge.

Sie eint eine gemeinsame Einstellung: "Es gibt keine freimaurerische Lehre oder Ideologie. Wir verstehen unsere Ideale als Ansporn, an uns selbst zu arbeiten", so Thiel im Gespräch mit ka-news. Vielmehr seien die Freimaurer ein Zusammenschluss von Männern, die sich in besonderer Weise der Tradition des europäischen Humanismus und der Aufklärung verpflichtet fühlen, erklärt er weiter.

Soziale Hilfe stehe im Mittelpunkt

Diese Lebensweise wollen die Freimaurer im privaten und beruflichen Umfeld soweit als möglich leben. "Natürlich sind auch Freimaurer keine idealen Menschen. Deshalb habe ich bewusst formuliert, wir versuchen das", so Thiel. Auch privat würden sich die Mitglieder für unterschiedliche wohltätige Zwecke engagieren. "Das Spektrum reicht hier von der Flüchtlingshilfe bis zur finanziellen Unterstützung einer Schule in Indien."

(Symbolbild)

Zudem würde sich die Freimaurerloge für wohltätige Zwecke engagieren. Das Geld, welches durch Mitgliedsbeiträge zusammen kommt, würde entsprechenden Einrichtungen zugute kommen. Doch nicht jeder kann Mitglied werden: "Freimaurer wird man nicht durch seine Beitrittserklärung oder die Übergabe eines Mitgliedsausweises. Freimaurer sein bedeutet, die den Bund tragenden Ideen und ihre symbolische Ausdruckskraft zu akzeptieren", erläutert Thiel.

Mitglieder aus den unterschiedlichsten Bereichen

Und so treffen sich die rund 40 geistig und menschlich aufgeschlossenen Männer, mit "unterschiedlicher weltanschaulicher, religiöser und politischer Überzeugung" zu regelmäßigen Treffen. Einmal pro Woche steht ein "Brüderabend" auf dem Programm, bei dem Kurzvorträge zu aktuellen oder auch philosophischen Themen gehalten und anschließend diskutiert werden. Gäste dürfen sich dabei alle zwei Monate ein Bild von so einem Abend machen.

"Einmal im Monat arbeiten wir nach unseren Ritualen. Da sind wir in der Tat eine geschlossene Gesellschaft. Nur Freimaurer dürfen teilnehmen", so der Meister vom Stuhl. Diese Rituale hätten eine starke symbolische Bedeutung und würden zudem das Gemeinschaftsgefühl stärken. Details will Thiel nicht nennen: "In diesem Bereich sind wir in der Tat eine verschwiegene Gesellschaft."

Es steht alles im Internet

Was jedoch nicht stimme, sei das Gerücht, dass die Freimaurer ein Geheimbund seien. "Das ist schlichtweg falsch. Wir sind kein Geheimbund", betont Thiel. "Ein bekannter Freimaurer hat einmal gesagt, das größte Geheimnis der Freimaurerei ist, dass es eben keines gebe." So seien nahezu alles über die Freimaurer im Internet nachzulesen.

"Das Verhältnis der Freimaurer untereinander ist von hohem gegenseitigem Vertrauen geprägt", so Wolfhart Thiel. Und aus diesem Grund wollen die Mitglieder auch selbst entscheiden, wer in den Bund aufgenommen wird. "Wir sind kein geheimer, aber doch eine diskrete Vereinigung."

Mehr zur Loge "Frieden und Freiheit" (Link führt auf externe Seite)

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  •   Toleranz
    (262 Beiträge)

    14.11.2016 01:45 Uhr
    Die Welt bräuchte mehr Menschen die an sich arbeiten
    Ich finde es einen guten Charakterzug wenn Menschen an sich arbeiten. Das setzt schon die Reife Einsicht und unbequeme Erkenntnis voraus, das man nicht perfekt ist und durchaus etwas geschickteres aus sich machen kann. Hab selbst mit nem Mann mal gesprochen der bei denen war und mit ihm eines der besten Gespräche mit echt viel Tiefgang geführt. - Find ich gut dass sie Aufklärung praktizieren, sowas ist heute viel zu selten. Gut, weiter so!
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  •   Clara
    (1 Beiträge)

    13.11.2016 12:25 Uhr
    Na sowas..
    hier schreibt die Frau eines Freimaurers.
    1. Schon bemerkt, dass alle Kommentare zu diesem Artikel von Männern sind? Die genau Bescheid wissen, aber eben nichts Genaues, und darum nur ihre Meinungen und Spekulationen zum Besten geben.
    Wen dieser "Geheimbund" wirklich interessiert, der sollte zu einem Gästeabend gehen.
    2. Ich finde es gut, dass mein Mann sich mit Gleichgesinnten trifft in einem Kreis, in dem es nicht um die unter Männern wohl sonst angesagtren Themen geht.
    3. Ich gehöre als "Schwester" durchaus zur Loge und fühle mich dort wohl und angenommen. Und nein, ich bin kein Heimchen am Herd, das zuhaus sitzt und strickt (kann ich aber auch!), sondern eine gebildete, weitgereiste und sehr weltoffene Frau.
    4. Freimaurer fühlen sich nicht über christliche Werte erhaben. Was sind überhaupt diese Werte? Schaut Euch doch mal in unserer christlichen Welt um. Menschlichkeit im echten Sinne fehlt uns weltweit!
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (427 Beiträge)

    11.11.2016 18:51 Uhr
    Lustig was alle wissen wollen …
    … was Freimaurer machen oder nicht – ihre Unterstützung für soziale Zwecke hängen sie wie manch andere nicht an die große Glocke. Altbacken ist das ganze schon in unserer Zeit. Eines sind sie aber nicht - Faschisten - darunter haben sie selbst genug gelitten. In meiner Verwandtschaft gibt es genug Freimaurer – die Unterhaltungen waren geprägt von weder links noch rechts sondern um das was man Humanismus nennt. Vor allem habe ich gelernt niemand danach zu beurteilen was er IST – sondern das zu beurteilen was er tut, denkt und spricht. Komischerweise gibt’s da Christen, Juden, Moslems und Unreligiöse – die kommen ganz gut miteinander aus. Übrigens @ Darth_Vader mit der Haltung der sie mir hier begegnen hätten sie schlechte Chancen – ihren Stein bekommt man nicht behauen.
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  •   Nachteule
    (996 Beiträge)

    11.11.2016 15:30 Uhr
    Alles Märchen !
    Auch der Lyons-Club behauptet, seine Ziele wären sozialer Natur. Dafür verkaufen sie einmal im Jahr ihre Erbsensuppe am Marktplatz. Das ist alles Tarnung. Es geht darum, ein Netzwerk zu bilden, das in erster Linie wirtschaftlichen Zwecken dient. Es soll einer vom anderen profitieren. Damit das Netzwerk ein möglichst großes Berufsspektrum abdeckt, soll auch immer nur einer aus einer Berufssparte Mitglied werden können. Es ging nie um etwas anderes, als privaten Profit!
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  •   Sabelotoda
    (1 Beiträge)

    01.09.2018 09:59 Uhr
    Kommentar von Nachteule - Erbsensuppe sonst nix?
    Schade, ihr Blick auf Lions ist m.E. nicht aktuell. Tauschen Sie sich doch bei einem Erbsensuppen-Event mal aus, falls Sie Interesse entwickeln. Ich persönlich finde, es ist eine Bereicherung (für sich selbst und die Unterstützen), im Lions-Club und /oder anderen Vereinigungen zu wohltätigen Projekten beizutragen. Und es macht Freude und ist sinnstiftend.
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  •   dipfele
    (5944 Beiträge)

    11.11.2016 15:50 Uhr
    und...
    ... wohl auch um juristischen Beistand, wenn einem Bruder ein Missgeschick widerfährt?
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  •   carlbenz
    (247 Beiträge)

    11.11.2016 15:26 Uhr
    Von wegen kein Geheimbund!
    Man erhöht sich über christliche Werte.
    Manche dieser Brüder halten sich für was besseres.
    Wenn Ihre Brüder nicht mehr nach ihrer Pfeife tanzen oder alt und gebrechlich werden, lässt man sie einfach liegen. Wenn der Tod dann kam, kommt man, um noch mal kräftig zu feiern auf Kosten der trauernden Familie.
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  •   Mad_Max81
    (1 Beiträge)

    12.11.2016 08:08 Uhr
    Ok...
    An ihrem Kommentar merkt man Sie wissen mehr als andere, woher haben Sie die Informationen?
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    11.11.2016 13:04 Uhr
    Alles
    Illuminaten...
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  •   fuzzynervzwerg
    (1148 Beiträge)

    11.11.2016 11:06 Uhr
    Der "Meister vom Stuhl"
    oder

    "Wenn Kinder nicht erwachsen werden wollen."
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