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Karlsruhe Frank Mentrup: "Ich habe an über 50 Prozent geglaubt"

Mit einem unerwartet deutlichem Ergebnis wurde Frank Mentrup am 2. Dezember zu Karlsruhes neuen Oberbürgermeister gewählt. Im ersten Teil des ka-news-Interviews spricht er darüber, welche Themen er ab dem 1. März 2013 in Karlsruhe als erstes angehen wird und welche Rolle das Wildparkstadion bei seiner Planung spielen wird.

Herr Mentrup, was ist das für ein Gefühl, wenn man weiß: ab 1. März bin ich Oberbürgermeister dieser Stadt?

Es ist ein erwartungsvolles und spannungsgeladenes Gefühl. Doch ist es natürlich jetzt schon eine spannende Übergangszeit. Zum einen möchte ich die Zeit als Staatssekretär zu einem guten Abschluss bringen. Zum anderen fange ich jetzt natürlich auch an, mich auf das Amt des Oberbürgermeisters vorzubereiten. Ich führe viele Gespräche, treffe viele Menschen. Körperlich überwog die ersten Tage noch das Gefühl völliger Zerschlagenheit nach dem intensiven Wahlkampf. Gleichzeitig empfand und empfinde ich eine tiefe Zufriedenheit. Eine tolle Mischung!

Wie überrascht waren Sie denn, direkt bei der ersten Wahl und dann auch noch mit so einem Vorsprung gewählt zu werden?

Mein Bauchgefühl hat mir ja von Anfang an gesagt, dass es schon bei der ersten Wahl jemand mit knapp über 50 Prozent schaffen kann - und zwar der eine oder der andere. Gerade nach der Veröffentlichung der repräsentativen Umfrage hat man gemerkt, wie stark polarisiert die Menschen sind. Am Samstag vor der Wahl war die Stimmung an den Infoständen dann aber dermaßen gut, dass ich gedacht habe, vielleicht kann es für mich ja bei der ersten Wahl schon reichen. Aber das ist natürlich nichts dagegen, wenn es dann wirklich passiert - und dann auch noch mit dieser Deutlichkeit.

In den vergangenen Wochen wurde immer wieder das vermeintliche Großstadtproblem der CDU diskutiert. Was trifft es eher: Haben Sie die Oberbürgermeisterwahl gewonnen - oder hat eher die CDU und der CDU-Kandidat verloren?

Ich würde natürlich sagen, ich habe gewonnen. Selbst bei einer höheren Wahlbeteiligung hätte es für mich gereicht. Außerdem entspricht das Ergebnis auch in etwa dem, was Grün-Rot bei der Landtagswahl 2011 in Karlsruhe mobilisiert hat. Es hat also nicht nur mit der Personenkonstellation zu tun, sondern spiegelt auch eine strukturelle Situation wieder. Es ist uns einfach optimal gelungen, hier diese hohe rot-grüne Affinität auf einen Kandidaten zu vereinen und zu mobilisieren.

Die Wahlbeteiligung war mit 42,23 Prozent deutlich höher als bei der letzten OB-Wahl im Jahr 2006 - wirklich hoch war sie allerdings nicht. Welche Rolle spielt das für Sie?

Die Wahlbeteiligung finde ich nicht befriedigend. Gerade wenn man sieht, was für ein langer Wahlkampf das war und wie viele Gelegenheiten es gab, die Kandidaten persönlich kennenzulernen. Mein Vorsprung hätte allerdings auch bei 52 Prozent Wahlbeteiligung ausgereicht, selbst wenn die zusätzlichen 10 Prozent alle Herrn Wellenreuther gewählt hätten. Trotzdem müssen wir uns Gedanken machen, wie wir Kommunalpolitik näher an die Bevölkerung herankriegen.

Wie geht es für Sie bis zum Amtsantritt am 1. März weiter?

Auf der einen Seite will ich jetzt keinen Schatten-Oberbürgermeister spielen. Insofern werde ich mich bis zum 1. März mit öffentlichen Meinungsäußerungen zurück halten. Bis einschließlich 28. Februar 2013 heißt der Oberbürgermeister Heinz Fenrich. Auf der anderen Seite werde ich mich natürlich mit den Dezernenten und den Gemeinderatsfraktionen zusammensetzen und die weiteren Haushaltsberatungen begleiten. Der Haushalt wird am 20. Dezember eingebracht, aber erst im März verabschiedet - also bei der ersten Gemeinderatssitzung, die ich dann als Oberbürgermeister leiten werde und bei der ich dann auch schon den einen oder anderen Schwerpunkt einbringen möchte.

Was werden das für Schwerpunkte sein?

Mir wäre es wichtig, dass wir das Thema Umfahrung Hagsfeld angehen. Dann müssen wir schauen, wie wir den Wohnungsbau und die anstehenden Sanierungen etwa des Klinikums schon jetzt stärker im Haushalt verankern können. Und dann ist natürlich die Sauberkeit vorrangig und - ganz wichtig - das Baustellenmanagement. Das sind die beiden konkreten Themen, für die in den ersten Wochen und Monaten schon ein klares Signal kommen muss.

Wie könnte dieses Signal aussehen?

Beim Thema Sauberkeit werde ich mir zum Beispiel mal die Putzintervalle anschauen und prüfen, was ich hier zu Gunsten der zentralen Straßen und Plätze verbessern kann. Bei den Baustellen wäre das eine entsprechende Stelle im Oberbürgermeisterdezernat, die schnell geschaffen werden muss. Damit sich die bessere Koordination der Baustellen und die bessere Information möglichst schnell bemerkbar machen.

Welche Rolle wird am Anfang das KSC-Stadion spielen?

Beim Stadion ist es mehr eine politische und weniger eine finanzpolitische Entscheidung, die ansteht. Bei den anderen Themen geht es darum, sich schon im Haushalt einen gewissen Spielraum zu schaffen. Beim Thema Stadion möchte ich mich zunächst mit allen Beteiligten zusammensetzen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Ich habe auch schon mit Fans gesprochen und bin für alles offen, auch für ein neues Stadion - wenn es ein entsprechendes Grundstück gäbe. Das sehe ich aber derzeit einfach nicht. Daher ziehe ich eine Modernisierung vor. Da muss man sich anschauen, welche Möglichkeiten es gibt.

Fragen: Felix Neubüser

Teil zwei des Interviews mit Frank Mentrup erscheint am Mittwochvormittag. Thema ist dann unter anderem: Das Verhältnis zu Ingo Wellenreuther und: Wo sieht Frank Mentrup Karlsruhe im Jahr 2020?

Mehr zum Thema
Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur OB-Wahl 2020 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den Oberbürgermeisterkandidaten. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 6. Dezember 2020. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe veröffentlicht. Im Vorfeld der Wahl waren alle Kandidaten für ein Video-Interview in unserer Redaktion zu Gast. Die Übersicht zu allen Kandidaten und den Videos findet ihr hier.
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  •   ALFPFIN
    (7769 Beiträge)

    11.12.2012 17:25 Uhr
    Also ich gestehe,
    ich habe Mentrup gewählt, einfach deshalb weil er nach meinem Verständnis der bessere Kandidat war, wegen Piraten und Co, habe ich ihn nicht gewählt. Es ging mir um die Person und die SPD und Punkt. Und so haben sehr viele gewählt. Wie schon erwähnt, 20% mehr, das waren nicht die anderen "Parteienwähler" , das war nicht das Wetter, etc. Rüppurr, meine "Wahlheimat" wählt normalerweise schwarz, nein schwärzer. Und es ist ein Stadtteil mit vielen älteren Einwohnern, sehr viele. Da hat die SPD zum 1. Mal 700 Stimmen mehr erreicht. Meint Ihr die alten Leute hätten Piraten und Co. gewählt. Nein sie wollten IW nicht.

    Als ich bei der Wahl war, waren viele ältere/alte Leute zum Wahllokal unterwegs, also nix Wetter, sondern schlicht nix IW.
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  •   rheintaeler
    (772 Beiträge)

    11.12.2012 20:25 Uhr
    Wenn ihr schon ...
    dauernd auf der Stimmendifferenz rumreiten wollt, dann macht es richtig; es sind 20%-Punkte!

    Wieviel Prozent Herr M. mehr hat als Herr W. könnt ihr nochmal ausrechnen. Herr M. hat es damit ja auch nicht so zwinkern

    Aber nicht größenwahnsinnig werden wenn ihr es raushabt :D
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (2476 Beiträge)

    11.12.2012 16:36 Uhr
    Also, die Leute, die ich kenne, die nicht wählen gegangen sind, hätten
    bei Wahlpflicht mit Sicherheit NICHT den Wellenreuther gewählt!

    Fidel Castro hätte da eher profitiert.
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  •   haymaug4
    (584 Beiträge)

    11.12.2012 16:28 Uhr
    Auf...
    ...die unterstützung von KAL und Piraten wäre ich als Neuer OB aber wirklich nicht stolz und würde Sie auch ablehnen, denn von diesen Chaoten wollte ich als OB nicht abhängig sein !!! ( traurig
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (2476 Beiträge)

    11.12.2012 16:54 Uhr
    Abhängig ist er ja auch von niemanden, er wurde mit überwältigender Mehrheit von
    20% Abstand zum zweiten Bewerber gewählt!
    Diese 20% gingen bestimmt nicht auf die Kappe irgendwelcher Kaoten!
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    11.12.2012 17:01 Uhr
    Nö, bestimmt nicht, Wilhelmine ;-)
    //Diese 20% gingen bestimmt nicht auf die Kappe irgendwelcher Kaoten! //
    Waren nur die gebündelten Stimmen von SPD, Grüne, KAL und Piraten.
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  •   baeuerchen
    (676 Beiträge)

    11.12.2012 18:15 Uhr
    Heul doch!
    IW wollte halt sonst keiner haben. Sogar in sonst so treusorgend FDP wollte ihn nicht unterstützen.
    Er hätte ja sich mal umschauen können, wer ihn mit anderen politischen Aussagen unterstützen würde.
    Aber wie hat es Herr Kauder so schön gesagt, die selbstbewusste stolze Volkspartei braucht sich nach keinem orientieren.
    Dann weiter so... Selbstbewusst und stolz - aber ohne Wähler grinsen)))))
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (2476 Beiträge)

    11.12.2012 16:55 Uhr
    und wenn doch, wären das ja trotzdem wahlberechtigte BürgerInnen unserer
    Stadt!
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  •   Eduard
    (96 Beiträge)

    11.12.2012 16:50 Uhr
    Was haben Sie
    für ein Demokratieverständnis????
    Und seien Sie sicher, wenn Wellenreuther aus einer ganz anderen Ecke Stimmen bekommen hätte, auch diese wären nicht abgelehnt worden.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    11.12.2012 17:19 Uhr
    Warum Eduard,
    muss immer Demokratieverständnis betont werden?
    Es war doch ganz klar, dass Mentrup, der 4 Parteien hinter sich hatte, gewinnen musste. Es ging einzig und allein darum die CDU abzuwählen. Wäre Mentrup nur für die SPD angetreten, hätte er verloren. Mentrup hat haushoch gewonnen, was er auch unstreitbar hat, aber... dank der gebündelten Stimmen.
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