Browserpush
35  

Karlsruhe Fotos im Bikini: Karlsruher Freibäder sperren Smartphones aus

Der Sommer hält Einzug in die Region. Auch für die Karlsruher heißt es daher: ab ins Freibad! Bei vielen darf das Smartphone da nicht fehlen. Doch so manchem Bäderbetreiber sind Foto- und Videoaufnahmen allerdings ein Dorn im Auge.Und auch in Karlsruhe hat man ein genaues Auge auf knipsfreudige Bädegäste.

Sollte man Smartphones aus Freibädern aussperren, um Badegäste vor unerwünschten Aufnahmen zu schützen? Mit Beginn Badesaison ist das in vielen Städten ein Thema. Bundesweit wird von Bäderchefs berichtet, die einen schier aussichtslosen Kampf gegen Smartphones und Bilder in sozialen Netzwerken führen. Von belästigten Badegästen ist die Rede, die sich unwohl fühlen, weil sie von anderen Besuchern abgelichtet werden. Auch ein Thema in den Karlsruher Freibädern?

Smartphones in Karlsruher Bädern unerwünscht

"Wir wurden von der Diskussion links überholt", erklärt Karlsruhes Bäderchef Oliver Sternagel im Gespräch mit ka-news. Er hat die Diskussion zu dem Thema verfolgt. Zwar seien immer Menschen mit ihren Smartphones unterwegs - auch in den Schwimmbädern - das sei aber eine allgemeine gesellschaftliche Entwicklung und kein Phänomen, welches nur am Beckenrand zu beobachten sei, so der Bäderchef. Vermehrte Beschwerden über ungewollte Schnappschüsse habe es in den Karlsruher Bädern in der jüngsten Zeit aber nicht gegeben. 

Das heißt allerdings nicht, dass hier munter geknipst werden kann. "In unserer Hausordnung ist schon seit Jahren ein Handyverbot aufgeführt", so Sternagel. Und so habe das Personal schon seit einiger Zeit ein Auge auf die Nutzung der Geräte, vor allem im Saunabereich. Fällt einem Bademeister auf, dass jemand Bilder von anderen Badegästen schießt, spricht ihn das Personal an.

Die Reaktionen? "Die allermeisten zeigen Verständnis", so Sternagel, und packen anschließend ihr Smartphone in die Tasche. Hier werde an das Selbstverständnis der Besucher appelliert: "Niemand möchte in der Rutsche fotografiert werden, wenn zum Beispiel die Badekleidung verrutscht." Zumal auch in den Bädern jeder das Recht am eigenen Bild hat und daher vor einer Ablichtung und Verbreitung gefragt werden müsste.

"Komplette Verbannung ist so gut wie unmöglich"

Hin und wieder würden Besucher auch das Personal ansprechen und beispielsweise um Erlaubnis fragen, die Rutschfahrt mit einer Actioncam zu filmen. "Das ist dann meist auch kein Problem, solang sie die Kamera danach wieder einpacken." Zum Telefonieren und Texten sollen sich die Gäste allerdings in den Kassenbereich begeben, um die anderen Badbesucher nicht durch "ständiges Klingeln" bei ihrer Entspannung zu stören, empfiehlt Sternagel. 

Die Smartphones komplett aus den Schwimmbädern zu verbannen, sei so gut wie unmöglich, schätzt Sternagel ein. Andere Bäder wie etwa Frankfurt testen derzeit Aufkleber, die auf die Handylinse geklebt werden müssen. Sternagel hält von solchen Maßnahmen wenig. "Hat man eine Hülle, dann funktioniert der Kleber schon nicht mehr ganz so gut", so der Karlsruher Bäder-Chef. Zudem könnten die Sticker schnell wieder entfernt und erneut aufgeklebt werden.

Und so appelliert Sternagel vielmehr an die Besucher, das Handy lieber im Schließfach im Eingangsbereich oder gleich zu Hause zu lassen. Das minimiere auch das Risiko, dass das Mobiltelefon in einem unbeobachteten Moment verschwinde.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (35)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    29.05.2017 04:41 Uhr
    Es ist
    einfach eine Frage des Anstandes. Natürlich kann man im öffentlichen Raum mal auf einem Bild sein. Aber wenn ich nur eine Badehose anhabe will ich das nicht.

    Darum Verbot und konsequent durchsetzen. Zur Not Handy weg und Hammer drauf. Fertig. Diejenigen die unter den Freibadbesuchern ihr Handy wirklich brauchen wegen zB geschäftlichen Dingen, die erkennt man. Einer von 1000. Und den muss man dann auch fragen warum er im Freibad rumliegt anstatt zu schaffen.

    Am Eingang abgeben und fertig. Problem gelöst. Dann sieht man vielleicht auch mal wieder normale Menschen die nicht auf einen Bildschirm starren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   skynet
    (115 Beiträge)

    29.05.2017 11:11 Uhr
    oh man
    Vielleicht sollten Sie sich einfach mal nicht so wichtig nehmen.
    Niemand interessiert sich für Sie in Ihrer Badehose.
    Wenn Sie in ein öffentliches Schwimmbad gehen, dann sind Sie eben an einem öffentlichen Ort. Wenn Sie da halt mal im Hintergrund auf einem Schnappschuss drauf sind, dann ist das halt so. Wenn Ihnen das nicht passt, dann bleiben Sie doch im eigenen Garten oder suchen sich einen anderen Ort zum Baden.

    Ich werde mir nicht verbieten lassen, im Schwimmbad Bilder von meiner Familie zu machen. Früher wurden Bilder doch auch gemacht, nur eben mit dem Fotoapparat. Heute hat man das alles halt im Smartphone, so what? Voyeurismus gab es auch früher schon sollte einfach konsequent verfolgt werden, sofern jemand beim Knipsen fremder Leute erwischt wird.
    Hier gleich wieder alle in Ihrer Freiheit einzuschränken passt natürlich prima in das heutige Bild der Gesellschaft.
    Ich frage mich manchmal echt, wie die Menschheit überhaupt so lange überleben konnte....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    29.05.2017 15:02 Uhr
    Ich nehme mich
    nicht wichtig. Und wenn ich auf privaten Bildern irgendwo im Hintergrund stehe ist mir das wurscht. Aber man sieht es ja am allgemeinen Tenor der Diskussion. Früher hat der Knipser die Bilder entwickeln lassen und dann landeten sie in einer Kiste oder einem Album. Heute stehen sie innnerhalb von Sekunden bei facebook oder in sonstigen Netzwerken. Also so ganz egal ist mir das nicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (2991 Beiträge)

    29.05.2017 16:30 Uhr
    Sehe ich auch so
    Ich sehe nicht ein, dass Bilder von mir gepostet werden. Ich bin in keinem soz. netzwerk, weil ich meine Leute persönlich treffe und weiß wie man ein Telefon bedient. Diese ganze Schreierei nach Aufmerksamkeit ist schon irre. Da gehen Leute in ein schickes Restaurant und statt ihr Essen zu genießen, sich mit dem Gegenüber zu unterhalten, wird das Essen fotografiert und sofort gepostet. Schaut her, wie toll ich bin. Wer wirklich toll ist und wirklich etwas zu sagen hat muß das nicht ständig in die Welt hinaus schreien.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    29.05.2017 17:05 Uhr
    Ich habe viel
    Essen fotografiert, aber nur mein eigenes. Wer im Sterneschuppen das Essen fotografiert outet sich sofort. Das macht man einfach nicht. Fotografie ist ja durchaus was Schönes und einige meiner facebookfreunde (die ich nahezu alle persönlich kenne) posten täglich Bilder die es sich anzuschauen lohnt. Kostet nichts, macht einfach Spass und ist auch eine Form der Kommunikation.
    Das einzige was man unbedingt vermeiden sollte sind Bilder von Kindern, einfach aus Sicherheitsgründen. Und wer Bilder von sich im www verbreitet muss wissen was er tut.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (2991 Beiträge)

    29.05.2017 17:24 Uhr
    Ich bin da eher
    altmodisch, obwohl ich noch nicht sooo alt bin.
    Und seien wir doch mal ehrlich, das gepostete Essen was man so in FB findet, braucht kein Mensch oder? 😀😀😀😀😀
    Und wer seine Kinder fotografiert und nackt postet der gehört....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    29.05.2017 19:00 Uhr
    Also
    mein Essen würde dir gefallen, ich kanns nämlich. Aber hast schon recht, manchmal wär weniger mehr. grinsen

    Man muss eben tatsächlich leben mit dem Zeug wenn man sich drauf einlässt. Ich persönlich respektiere Privatsphäre, denn ich möchte sie selbst haben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (2991 Beiträge)

    29.05.2017 21:36 Uhr
    So
    Isses 😎
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   MinnieC
    (227 Beiträge)

    29.05.2017 12:32 Uhr
    Ja, früher...
    ... ohne jetzt hier in Vergangenheitsnostalgie schwelgen zu wollen: früher hat man auch im Schwimmbad Fotos gemacht, aber die waren von einer anderen Qualität und es gab nur einen unfreiwilligen unbefugten Betrachter: der Filmentwickler. Heute sind sie binnen weniger Minuten in googles cloud, bei der ich mir nicht so sicher bin, dass diese von dort auch wieder entlassen werden. Soviel zur Technik. Nun zur Gesellschaft: früher war es üblich, dass man darauf achtete, dass keine Fremden im Hintergrund mit abgelichtet werden, sowie man als Passant ebenfalls darauf achtete, anderen nicht ins Bild zu laufen, aus Rücksicht. Heutzutage würde man das wohl Selbstzensur nennen, früher hieß es Anstand und diejenigen, die keinen hatten, gehörten zum Pöbel. Wenn wir nicht wieder die Kurve in Richtung Rücksicht bekommen, ist bald alles verboten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Leergutmafia
    (429 Beiträge)

    29.05.2017 11:31 Uhr
    Öffentlicher Ort - ja.
    Die Badeanstalten haben aber schon länger ein Handyverbot in ihrer Hausordnung verankert.
    Deshalb wäre es auch grundsätzlich möglich bei wiederholten Verstößen ein Hausverbot auszusprechen. Wenn jemand mal kurz SEINE Familie knipst und die Kiste dann wieder wegpackt, wird sich wohl niemand darüber ärgern.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 (4 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen