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Karlsruhe Film-Dreh in Karlsruhe: Ein Hauch von Hollywood weht durch die Fächerstadt

Ein Hauch von Hollywood zieht durch eine Halle im Karlsruher Ortsteil Hagsfeld. Die Klappe fällt und es herrscht absolute Ruhe. Thomas Stuber dreht hier seinen neuen Film "In den Gängen", eine Tragikomödie, die im Milieu des Großmarktes angesiedelt ist. ka-news war beim Dreh vor Ort und sprach mit den Filmschaffenden.

"Danke und Aus. Jetzt hast du`s", ruft Regisseur Thomas Stuber zufrieden seinem Darsteller nach erfolgreicher Einstellung zu und gibt sofort wieder klare Anweisungen für die nächste Szene. Am Donnerstag wurde eine Fahrschule in Karlsruhe für einen Tag zum Drehort seines neuen Arthouse-Films "In den Gängen", der voraussichtlich Ende 2018 in die Kinos kommen soll. In der Hauptrolle ist Franz Rogowski (Victoria, Love Steaks) zu sehen.

"In den Gängen" erzählt vom Kosmos des Großmarktes, der den Mitarbeitern als Kontrast zur hektischen Außenwelt Geborgenheit und Schutz bietet. Christian (Franz Rogowski), der gerade neu beim Großmarkt angefangen hat,  trifft hier auf Marion (Sandra Hüller) aus der Süßwarenabteilung. Obwohl beide sehr ruhig sind, kommen sie sich schnell näher und geben sich gegenseitig Halt in ihrem Leben. Hier im Großmarkt gehört ihnen die Welt. In dieser Atmosphäre von familiärer Freundschaft kann die Liebe zwischen den beiden gedeihen, die draußen in der freien Welt keine Chance hätte.

Das Leben selbst in die Hand nehmen

Über seine Figur erzählt Hauptdarsteller Rogowski: "Christian ist wortkarg. Er hat früh auf den Deckel bekommen und ist auf die schiefe Bahn geraten." Der Film handelt davon, wie er sein Leben nun selbst in die Hand nehmen und in eine neue Richtung lenken möchte: "Er ist ein Mensch, der mit seinem Herz einen neuen Schritt in seinem Leben gehen möchte. Doch die Vergangenheit nimmt er mit", erklärt der Schauspieler.

Warum genau Karlsruhe als Kulisse dient, verrät Carl Bergengruen von der Filmförderung Baden-Württemberg- schließlich spielt die Tragikomödie in Mitteldeutschland und wird außerdem noch in Leipzig, Wittenberg und Bitterfeld gedreht: "Wir haben einen guten Ort für diesen speziellen Dreh gesucht und ihn hier in Süddeutschland gefunden", so Bergengruen. In Karlsruhe entstehen Szenen, in denen die Figur Christian seinen Gabelstaplerschein macht.

"Das muss man überhaupt erstmal verhauen"

Das Drehbuch geht auf eine Kurzgeschichte von Clemens Meyer zurück, die Stuber zusammen mit Meyer für den Film bearbeitet hat. 2015 erhielten die beiden dafür den Deutschen Drehbuchpreis. Stuber gewann 2012 bereits für seinen Kurzfilm "Von Hunden und Pferden" den Studentenoscar. Danach folgten weitere Drehs für Tatort, Großstadtrevier und sein Langspielfilmdebüt "Herbert".

Ein Schema-F, nachdem der Regisseur vorgeht, gibt es bei ihm nicht: "Jedes Projekt ist das Schwerste. Du fängst bei jedem Film von vorne an", schildert er im Gespräch mit ka-news. Hauptdarsteller Rogowski ergänzt: "Er dreht unter hohem Druck." Doch die Stimmung am Set bleibt locker. Von der Qualität des Drehbuchs ist Rogowski jedenfalls überzeugt: "Das Buch, das Meyer und Stuber geschrieben haben, finde ich unglaublich. Das muss man überhaupt erstmal verhauen", erklärt er mit einem breitem Grinsen im Gesicht.

Ein Film über den kleinen Menschen und seine Schicksale

Stuber kennt die Gesetze des Marktes. Er hält nicht viel von engen Denkmustern und gibt auf die Nachfrage nach einer möglichen Zielgruppe mit einem Augenzwinkern zu verstehen, dass der Film sich "an den anspruchsvollen Zuschauer" richte. Das Ganze ist jedoch nicht so ernst gemeint. Stuber inszeniert seine Filme nicht für einen bestimmten Zuschauer-Typ. Im Mittelpunkt steht die Qualität des Films. Danach entscheidet das Publikum.

"Filme gibt’s nicht ohne Publikum. Wir wollen den Film geschlossen drehen und dann wird er seinen Weg gehen", ist sich Stuber sicher. Auch Rogowski meint: "Wir wollen diesen Film so gut es geht umsetzen." Im Fokus steht für den Filmemacher vor allem die Geschichte, die Meyer in seiner Vorlage erzählt und die den Regisseur seit dem ersten Lesen faszinierte: "Sie handelt von kleinen Menschen, von kleinen Tragödien und kleinen Glückserzählungen", beschreibt Stuber den Reiz seines neuen Projekts.

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