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Karlsruhe Faires Projekt: Karlsruhe hat jetzt seinen eigenen "Fächerkaffee"

Am 15. September startet bundesweit die Faire Woche, welche die Themen fairen Handel und Nachhaltigkeit in den Fokus rücken soll. Auch Karlsruhe steuert in diesem Jahr ein Projekt bei: den Fächerkaffee. Doch was macht den Kaffee so besonders?

Der Karlsruher Fächerkaffee ist ein fair gehandelter Kaffee, der im Rahmen der Fairen Woche in Karlsruhe eingeführt und präsentiert werden soll. Es handelt sich um ein Projekt des Weltladens Karlsruhe und Aktion Partnerschaft Dritte Welt e.V. in Kooperation mit der Fairhandelsgenossenschaft dwp Ravensburg, welche den Kaffee auch importiert.

Von Ostafrika in die Fächerstadt 

Ihren Ursprung haben die Bohnen in einer Kleinbauerngenossenschaft namens "Mboneramiryango" im afrikanischen Binnenstaat Burundi. Die etwa 700 Mitglieder zählende Genossenschaft baue den Kaffee im Hochland auf über 1.300 Metern Höhe an, erklärt Weltladen-Betreiberin Ingeborg Pujiula. 

Obwohl der Karlsruher Kaffee erst am kommenden Freitag bei der Eröffnung der Fairen Woche offiziell eingeführt wird, soll der Kaffee an sich bereits im Handel erhältlich sein, jedoch noch nicht unter der Marke "Fächerkaffee", so Pujiula.

Weltladen Karlsruhe
Der Karlsruher Weltladen | Bild: Melissa Betsch

Diesen soll es erst ab dem 15. September dauerhaft im Weltladen Karlsruhe zu kaufen geben. Der Verkauf soll zukünftig auch auf andere Verkaufsstellen ausgeweitet werden, konkrete Pläne gebe es aber noch nicht. An dem Projekt "Fächerkaffee" sei ein Jahr lang intensiv gearbeitet worden, die Idee zu Karlsruhes eigenem Kaffee habe aber schon seit mehreren Jahren bestanden, schildert die Weltladen-Betreiberin. 

Neben dem Fächerkaffee legen auch andere regionale Röstereien Wert auf lokalen, fair gehandelten Kaffee. Das Produkt Kaffee aus Karlsruhe ist also kein neues Phänomen, jedoch sei der Fächerkaffee als expliziter Agenda-Kaffee der erste seiner Art in Karlsruhe, erklärt Pujiula. Doch nicht nur das mache den Kaffee besonders. Man habe sich bei der Auswahl Mühe gegeben, möglichst viele Geschmäcker zu treffen. Zudem handele es sich um einen hochwertigen Kaffee, der auch lange getestet wurde, so Pujiula. 

Fächerkaffee schlägt Brücke nach Burundi

Neben einer langjährigen Länderpartnerschaft Baden-Württembergs mit Burundi ist nun auch eine Projektpartnerschaft Karlsruhes mit dem ostafrikanischen Land geplant. Der Fächerkaffee sei eine "sinnvolle Maßnahme, um die Partnerschaft jetzt schon auf Seiten der Bürgerschaft zu starten, obwohl dies auf offizieller Ebene zur Zeit wegen der schwierigen politischen Situation in Burundi nicht möglich ist."

Auch im Rahmen des fairen Handels sei der Kaffee von großer Wichtigkeit, denn er mache deutlich, dass ein Einkauf durchaus globale Auswirkungen haben kann. Deshalb werde es das Produkt auch dauerhaft zu kaufen geben. "Bei fairem Handel geht es um dauerhafte Beziehungen und Unterstützung, damit der Handel nachhaltig werden kann", betont Pujiula. Er sei ein "gutes und praktisches Beispiel dafür, was lokales Handeln weltweit bewegen kann."

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

ka-news-Hintergrund: Die Faire Woche in Karlsruhe

Die neunte Faire Woche in Karlsruhe wird mit einer Vernissage der Ausstellung "Amahoro Burundi" am Freitag, 15. September 2017 um 17.30 Uhr im Foyer im Rathaus am Marktplatz eröffnet. Erstmals kann dann auch der Karlsruher Fächerkaffee probiert werden. Das Programm im Überblick:

17.30 Uhr: Begrüßung durch Bürgermeister Klaus Stapf

17.40 Uhr: Begrüßung und Einführung in die Länderpartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi sowie in die Ausstellung "Amahoro Burundi" durch Philipp Ziser, burundikids e.V.

Im Anschluss: Rundgang durch die Ausstellung und Verkostung des Karlsruher Fächerkaffees

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Kommentare (5)
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  •   ALFPFIN
    (6205 Beiträge)

    10.09.2017 11:18 Uhr
    Interessanter Artikel
    über nicht immer "fairen Handel", bzw. was bei den Erzeugern und Arbeitern ankommt.

    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.studie-beleuchtet-fairtrade-wie-fair-ist-der-faire-handel-wirklich
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  •   karlsruher1955
    (1048 Beiträge)

    10.09.2017 10:56 Uhr
    Kaffeebohnen
    Wie viel Euro bekommen die Erzeuger, die Menschen für 1 Kilo Grüne Kaffeebohnen?
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  •   Aussie
    (545 Beiträge)

    10.09.2017 10:23 Uhr
    Und wie ist der Preis?
    Das allein entscheidet über Erfolg oder Misserfolg der an sich guten Sache!
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  •   Tirak
    (544 Beiträge)

    11.09.2017 07:35 Uhr
    Nicht ganz..
    Es gibt durchaus Menschen, die über genügend Einkommen, Verständnis und auch die Bereitschaft verfügen, für ein solches Produkt den einen oder anderen Euro mehr zu bezahlen. Die breite Masse der Bevölkerung kann es nicht, da die Artikel im Weltladen sicherlich keine Schnäppchen-Angebote sind.

    Ein Kilo guter Kaffeebohnen aus Italien kostet gut und gerne 16 € im Supermarkt. Wenn 500 Gramm Burundi-Kaffee 9 oder 10 € kosten (was ich nicht weiß), dann kaufen das die "Eingefleischten" sicherlich.
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  •   jan
    (37 Beiträge)

    11.09.2017 14:07 Uhr
    Da wäre ich mir nicht so sicher...
    Gerade beim Kaffee bin ich immer wieder erstaunt, welche Preise mancher zu zahlen bereit ist. Wie sonst soll ich mir Kaffee im Teebeutel ("Kaffee-Pads") oder in einem kleinen Alu-Hütchen erklärten? Da steigt der Preis für eine Tasse Kaffee auf das vier- bis achtfache von dem, was ein "normaler" Kaffee kostet.

    Da zahle ich lieber einen höheren Preis für einen richtig guten Kaffee, der obendrein noch fair gehandelt und "biologisch" angebaut wurde, selbst wenn das "biologisch" nur nach geringen Standards läuft. Obendrein spare ich Müll in meiner Tonne.
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