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Karlsruhe Experte zu Drogenkonsumraum in Karlsruhe: "Kein Modell für überall"

Drogenkonsumräume können aus Sicht von Suchtexperten Schwerstabhängigen helfen - sie sind jedoch kein Allheilmittel.

"Ein solcher Raum kann örtlich ein Segen sein, er ist aber sicher kein Modell für überall", sagte Hans Joachim Abstein, der Vorsitzendeder Landesstelle für Suchtfragen, der Deutschen Presse-Agentur. Nicht immer gebe es eine Ballung von Drogenkonsumenten auf der Straße, für die sich die Einrichtung eines solchen Raumes lohne. Drogenkonsumräume - auch "Fixerstuben" genannt - seien teuer. Das Geld fehle dann an anderen Stellen, etwa in der Prävention und in der Beratung.

Das Land prüft derzeit die erste Einrichtung dieser Art im Südwesten. Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) will einen solchen Raum. Die Stadt hofft damit auf eine Entspannung der Situation am Werderplatz, wo zeitweise bis zu 60 Menschen Drogen und Alkohol konsumieren und Anwohner wie Geschäftsleute zunehmend verunsichern. Weil die Stadt Süchtige nicht einfach vertreiben will, möchte sie in einem auf zunächst drei Jahre befristeten Modell einen Drogenkonsum- und auch einen Trinkerraum erproben. Die Gesamtkosten werden auf 340.000 Euro pro Jahr geschätzt.

In Drogenkonsumräumen sollen schwerst Drogenabhängige mitgebrachte Substanzen wie Heroin, Kokain oder deren Abkömmlinge unter hygienischen Bedingungen einnehmen können. Dadurch sollen Infektionen und Krankheiten sowie lebensbedrohliche Überdosierungen vermieden werden. Auch will man mit Konsumenten in Kontakt kommen und zugleich den öffentlichen Raum entlasten. Bundesweit gibt es bislang 23 solcher Räume in sechs Bundesländern.

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  •   uli
    (2 Beiträge)

    12.04.2018 10:57 Uhr
    Besser als Fixerstube
    Die Junkies erhalten ihre Methadonration ohne Gegenleistung. Sie sind pünktlich jeden Morgen in der Arztpraxis. Ihr Wunsch nach dieser Substitution ist stark. Es wäre durchaus sinnvoll, die Abgabe von Methadon an eine Leistung zu knüpfen. Sie könnten sich dazu verpflichten, den Werderplatz und die umliegenden Straßen zu reinigen. Methadon ist die Belohnung dafür. Wird diese Arbeit nicht oder nicht zufriedenstellend getan, so kann die Methadonration entsprechend verringert werden. Auf diese Weise gibt es für die Patienten eine Tagesstruktur, die sie im besten Fall abstinent werden läßt. Auf jeden Fall ist dieses Modell wirksamer und gesellschaftlich besser zu vermitteln als die Einrichtung einer Fixerstube. Begleitet sollte diese Maßnahme von der Umstellung der Geldleistung im Rahmen von Hartz IV auf Gutscheine zur Deckung des täglichen Bedarfs an Lebensmitteln. Geldzahlungen werden vorwiegend zur Beschaffung von Drogen wie Heroin und Kokain benutzt. Diese beiden Maßnahmen können dazu b
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    01.12.2017 12:15 Uhr
    Also
    ich würds erstmal mit Vertreibung versuchen, das dürfte wesentlich billiger sein.
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  •   stefko
    (2160 Beiträge)

    01.12.2017 14:50 Uhr
    Den "Erfolg" ...
    ... solcher Vertreibungs-Aktionen kann man nun ja täglich am Werderplatz bewundern. Die Leute waren noch vor einigen Jahren nicht dort, sondern über die ganze Stadt und sogar Umland verteilt. Mit Vertreiben löst sich das Problem nicht in Luft auf sondern sucht sich nur einen andern Platz.
    Ignorieren und wegschauen ist genauso wenig eine Lösung.
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    01.12.2017 19:03 Uhr
    Vom Werderplatz kann man sie doch auch vertreiben.
    Wo ist das Problem?
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  •   stefko
    (2160 Beiträge)

    01.12.2017 19:10 Uhr
    Wohin dann?
    Auf den Gutenbergplatz? zwinkern
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    01.12.2017 20:33 Uhr
    Mit Vertreibung
    dachte ich eigentlich an einen Ort ausserhalb der Stadtgrenze. zwinkern

    So wie Sheriff Teasle freundlicherweise John Rambo mit dem Auto über die Brücke gefahren hat. Ok, der hat sichs nicht gefallen lassen...
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  •   silberahorn
    (10063 Beiträge)

    02.12.2017 04:29 Uhr
    Rambo,
    den Kriegsveteranen, als Beispiel zu nehmen ist ungeschickt. Rambo wurde freundlich aus der Stadt gefahren, weil seine zerlumpte Kleidung nicht ins Bild des sauberen Ortes passte. Ob Rambo Drogen nahm ist mir nicht bekannt, aber er wird oft im Zusammenhang mit Traumatisierungen genanannt. Und zum Schluss kam sein Racheakt gegen den Sheriff.
    Im aktuellen Stern habe ich gerade etwas über Überlebende der Duisburger Massenpanik mir Toten vor sieben Jahren gelesen. Suizide, Depressionen und wohl wenig professionelle Hilfe.

    Drogenabhängigkeit ist ein anderes Thema. Wie man da hineinrutschen kann, wäre zwar auch zu prüfen. Aber wir wissen doch, dass selbst Amtsträger oder Manager großer Firmen oder aktuell wohl sogar eine Staatsanwältin, in Drogenkonsum und Schutz von Dealern verwickelt sind. Gut gekleidet und keine Rambos.

    Zur Fixerstube habe ich keine Meinung und eher Vorurteile. Man kann es aber ausprobieren. Eine Gefahr sehe ich ausgehend von nicht ausreichend geprüften Betreuern.
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  •   silberahorn
    (10063 Beiträge)

    02.12.2017 06:49 Uhr
    Um Missverständnissen
    vorzubeugen: Die erwähnte Staatsanwältin ist nicht Drogenkonsumentin.
    Es geht um Verjährungsfristen. Rückwirkend kann das Gesetz gegen den damaligen Hauptangeklagten, einen Leipziger Pharmahändler, nicht angewandt werden. Der Handel mit Chlorephedrin war 2014 noch legal. Aber die Staatsanwältin bekommt wegen unsauberer Ermittlungen ein Problem. http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Anklage-gegen-Leipziger-Oberstaatsanwaeltin-eingereicht

    Die beste Möglichkeit gegen das nicht kleine Problem ist, rechtzeitig zu verhindern, dass Leute in diesen Markt als Konsumenten oder Vertreiber mit besten Verdienstmöglichkeiten rutschen können.
    Saubere Spritzen in Fixerstuben, damit die Nutzer nicht krank werden. Das klingt seltsam, weil die Ursprungskrankheit das Problem ist. Und wenn Betreuer, egal ob dort oder nach Aberkennung einer Geschäftsfähigkeit, nicht überprüft werden, dann ist das eine Lücke die viel zu wenig angesprochen wird.
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  •   Kartoffelsalat
    (524 Beiträge)

    02.12.2017 00:11 Uhr
    Vertreibung
    Die amerikanische Lösung: "Jetzt ist es das Problem von jemand anders."
    Vertreiben ist keine Lösung. Diese Menschen werden sich nicht in Luft auflösen. Wenn wir sie vertreiben, gehen sie woanders hin, dann werden sie dort vertrieben, dann kommen sie wieder zurück nach KA.
    Die Konsumräume lösen gleich zwei Probleme: Sie entlasten die Anwohner des Werderplatzes und hilfen den Süchtigen, die sicherer konsumieren können.

    Nur sehe ich nicht genug Vorteile bei den Trinkräumen, dass die sich durchsetzen werden. Die Leute werden doch viel lieber draußen trinken wollen. Außer im Winter vllt, wenn es arschkalt ist.
    Ein Drogenkonsumraum hat genug Vorteile, dass er wohl angenommen wird: Hygiene und schnellere Hilfe im Notfall.
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    01.12.2017 20:20 Uhr
    Da werden sie sicher auch ganz schnell
    gebeten, ihren Tagesgeschäften woanders nachzugehen.

    In einer modernen und prosperierenden Stadt gibt es nun mal keine Nische für solche Leute.

    Therapie und Eingliederung im überschaubarem Zeitraum oder eben Rausschmiss.

    Man muss nicht Probleme schaffen, wo keine sind.
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