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Karlsruhe Europäische Fahne auf, Bühne vor dem Schloss: Ab Mittwoch wird in Karlsruhe das Grundgesetz gefeiert!

Von Mittwoch bis Samstag, 22. bis 25. Mai, dreht sich in Karlsruhe alles um das Thema Recht: Zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes wird das Verfassungsfest in Karlsruhe veranstaltet. Wie weit die Vorbereitungen schon sind und wie das Programm für die nächsten Tage aussieht - ka-news hat alle Infos zum Verfassungsfest in der Übersicht.

Vor fast genau 70 Jahren, am 23. Mai 1949, ist das Grundgesetz in Kraft getreten - seitdem gibt es die Bundesrepublik Deutschland. Und dieser runde Geburtstag soll "mit Recht" gefeiert werden, besonders in Karlsruhe, Heimatstadt der höchsten Gerichtshöfe Deutschlands: Mit dem viertägigen Verfassungsfest vom 22. bis 25. Mai auf dem Schlossplatz.

Und schon heute Abend geht es los - mit den 19. Karlsruher Verfassungsgesprächen, bei denen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Ansprache halten wird. Der TV-Sender Phoenix überträgt die Gespräche live bei Youtube.

 

Auf www.phoenix.de gibt es die Veranstaltung ab 19.15 Uhr auch im Livestream. Am Donnerstag, 23. Mai 2019, zeigt Phoenix das Verfassungsgespräch um 10.30 Uhr im Fernsehen.

Schloss wird zur riesigen Europafahne

Die kommenden drei Tage sind einige Festakte geplant. "Morgen, am Geburtstag des Grundgesetzes, wird das Schloss während des Jubiläumskonzerts der Badischen Staatskapelle als riesige Europaflagge illuminiert und nach dem Konzert kann man sich auf eine Überraschung am Himmel freuen", sagt Martin Wacker, Geschäftsführer der Karlsruher Marketing und Event (KME) GmbH im Gespräch mit ka-news. 

Aufbau Verfassungsfest
Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Am Freitag und Samstag ist das Bürgerfest auf dem Schlossplatz geplant. Hier wird sich zwei Tage lang alles um zentrale Bürgerrechte und gesellschaftliche Werte wie Vielfalt, Offenheit und Rechtssicherheit drehen.

Aufbau Verfassungsfest
Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Auf einer Erlebnis- und Infomeile am Schlossplatz bieten rund 50 Akteure aus Tourismus, Kultur und Gesellschaft sowie die Verfassungsorgane der Bundesrepublik in den kommenden Tagen Informationen rund um die Verfassung sowie verschiedene Mitmachangebote an. 

Gutes Wetter für Fest vorausgesagt

Die Vorbereitungen für das Fest sind in vollem Gange. "Die 20 Hektar Fläche der Veranstaltung bedeuten für uns einen großen logistischen Aufwand", so KME-Projektleiter Markus Wiersch im Gespräch mit ka-news. "Gerade bei dem schlechten Wetter die vergangenen Tage wurde es zur Herausforderung für uns, rechtzeitig fertig zu werden. Darum freuen wir uns umso mehr über die guten Wetterprognosen für die Festtage."

Aufbau Verfassungsfest
Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

"Wir arbeiten mit zahlreichen Behörden zusammen. Besonders stolz macht uns, dass sich Stadt, Bund und Land gemeinsam finanziell daran beteiligen, dieses Fest auf die Beine zu stellen", sagt Martin Wacker. "Kommen Sie vor das Schloss, feiern Sie mit uns: 70 Jahre Grundgesetz!"

 

Fest mit "offenem Charakter und lockerer Atmosphäre"

"Das Fest soll einen offenen Charakter und eine lockere Atmosphäre vermitteln", so Wacker. Zum Beispiel nimmt der Stadtjugendausschuss mit der Aktion #takeyourrights am Verfassungsfest teil: Jugendliche werden auf zwei gegenüberliegenden Tribünen unter anderem die Möglichkeit haben, miteinander ins Gespräch zu kommen und an Diskussionen teilzunehmen. Zudem wird es noch einen großen Familienbereich geben.

Aufbau Verfassungsfest
Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Im Zuge der Europawahlen wurde am Mittwochnachmittag bereits die Europaflagge auf dem Schlossturm gehisst - sie wird bis Montag dort wehen. Wacker fordert zum Feiern auf: "Jeder Bürger ist herzlich eingeladen, dabei zu sein. Also: Mitkommen, mitmachen, und sich auf die Europawahl einstellen." Nicht vergessen: Diese finden am Sonntag, 26. Mai, statt!

Aufbau Verfassungsfest
Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Das Programm in der Übersicht: Donnerstag, 23. Mai

  • Eröffnungsrede
    Um 20 Uhr mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dem Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle, der Präsidentin des Bundesgerichtshofes Bettina Limpberg und Oberbürgermeister Frank Mentrup.
  • Live-Konzert der Badischen Staatskapelle
    Um 20.30 Uhr.

Programm am Freitag, 24. Mai

  • Eröffnung des Bürgerfestes
    Um 14 Uhr mit Baden-Württembergs Minister der Justiz und für Europa Guido Wolf, Vizepräsident des Bundesvervassungsgerichts Stephan Harbarth, Nadine Rossol und Oberbürgermeister Frank Mentrup.
  • Aequitas (Kurzversion)
    Eine Tanzdarbietung der Jazzaret Dance Company unter der Leitung von Sarah Kiesecker. Das Stück thematisiert die Frage nach der Gerechtigkeit für den Einzelnen innerhalb einer Gemeinschaft.
  • Recht harmonisch - Das vertonte Grundgesetz
    15 Uhr mit Thomas Bierling, Peter Lehel und Eva Weis.
  • Sofa-Richter
    16.15/17.45/19.15 Uhr: Frank Bräutigam adaptiert das Rechtsmagazin des SWR-Fernsehens für die Bühne.
  • Mr. M's Jazz Club
    20 Uhr: Mac Marshall mit Thomas Siffling, Peter Fessler, Torsten Goods, Judy Niemack, Bruno Müller, Simon Oslender, Thomas Stieger, Matthias Meusel und Frank Lauber.

Programm am Samstag, 25. Mai

  • Eröffnung des "Café Grundrechte"
    Auf dem Platz der Grundrechte.
  • Tag der offenen Tür im Bundesverfassungsgericht
    Am Samstag, den 25. Mai, kann man außerdem beim Tag der offenen Tür im Bundesverfassungsgericht interessante Einblicke in die Arbeit der Richter und Richterinnen erhaschen. Alles nach dem Motto "Offene Verfassung, offenes Gericht". Kostenlose Eintrittskarten für die 90-minütigen Rundgänge werden ab 9 Uhr vor dem Gebäude vergeben.
  • Sofa-Richter
    11.30/13.30/16.15 Uhr: Frank Bräutigam adaptiert das Rechtsmagazin des SWR-Fernsehens für die Bühne.
  • Jugendorchester der Stadt Karlsruhe
    Um 12 Uhr.
  • Dominik Herzog
    14 Uhr: Kabarettist und Rechtsanwalt.
  • Aequitas
    Um 15 Uhr: Diesmal das komplette Stück.
  • Lautenbacher Blaskapelle
    16.30 Uhr: 25 Menschen mit und ohne Behinderung spielt zeitgenössische Musik, Freejazz, Klassik und alte Musik, bis hin zu Swing und Tanzmusik.
  • Schöne Mannheims
    17 Uhr: Gesang und Comedy zum Thema Frauenwahlrecht.
  • Hallouminati
    18 Uhr: Die Weltmusik-Mini-Bigband aus der Karlsruher Partnerstadt Nottingham sorgt für Feierstimmung bei hohem Tempo.
  • Frida Gold
    20 Uhr: Ihre Hits "Wovon sollen wir träumen" und "Liebe ist meine Rebellion" stürmten die Charts. Zum Finale des Verfassungsfests tritt die Bochumer Pop-Formation auf.

Das gesamte Programm als PDF-Download

Dateiname : Programm Verfassungsfest 2019
Dateigröße : 2.30 MBytes.
Datum : 22.05.2019 12:05
Download : Download Now!
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  •   Holzbierebub
    (295 Beiträge)

    24.05.2019 13:43 Uhr
    Die Fahne erinnert
    mich an die Flagge der UdSSR, nicht von der Farbe her, sondern vom Zentralstaat, die sie in den Träumen einiger Utopisten symbolisieren soll.

    Die EU dient allzu oft als Deckmäntelchen, um Allmachtsfantasien auszudrücken, die man im nationalen Kontext nicht wagen würde auszusprechen.

    Aber ich muss euch enttäuschen, einen EU-Zentralstaat wird es nicht geben. zwinkern
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  •   Mondgesicht
    (2122 Beiträge)

    23.05.2019 13:19 Uhr
    Korrektur zu Krawallradler
    Da der Krawallradler hier Fake News verbreitet, hier die korrekte Darstellung:

    "... So äußern sich 59 Prozent der Befragten nach eigener Auskunft unter Freunden frei. Nur 18 Prozent tun dies im öffentlichen Raum und 17 Prozent im Internet..."

    D.h. es geht hier nicht um angeblich "frustrierte" 18 Prozent, sondern nur 18 Prozent der Deutschen äußern sich im öffentlichen Raum frei. Eigentlich müsste dieser Wert aber bei 100% liegen.

    Wir haben hier erkennbar ein Problem. Wenn sich die Mehrheit nicht mehr traut, die eigene Meinung in der Öffentlichkeit zu sagen, dann läuft im Lande gewaltig etwas schief. Die Erklärung liegt nahe: von Linksaußen wurde eine Stimmung angeheizt, die jegliche bürgerlich-konservative Meinung an den rechten Rand gerückt hat. Damit muss Schluss sein!
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  •   Joerg_Rupp
    (2703 Beiträge)

    23.05.2019 23:02 Uhr
    es gibt auch Grenzen
    des Sagbaren. Nicht alles, was gesagt wird,ist Meinung. RAssismus ist Rassismus, Faschismus ist Faschismus und Anstand sollte der eine oder die andere auch noch haben.

    Aber die Leute wissen das auch:

    Die Befragten sehen jedoch durchaus Grenzen des Sagbaren. Wie die „FAZ“ berichtet, bewerten zum Beispiel 76 Prozent die Äußerung von AfD-Chef Alexander Gauland, Hitler und die Nazis seien nur „ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ als völlig inakzeptabel.
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  •   Peacemaker
    (423 Beiträge)

    24.05.2019 16:44 Uhr
    Die Grenzen des Sagbaren werden durch das Gesetz definiert
    und nicht durch selbsternannte Tugendwächter. Ebenso die Ahndung der Verstöße. Sicher, es ist ekelhaft, was so Manche vom Stapel lassen, dass kann keinem normalen Menschen gefallen.

    Aber so lange es nicht justiziabel ist, muss man das als wahrer Demokrat leider aushalten.

    Wenn man meint, man kann in Eigenregie solchen Zeitgenossen die grundsätzlichen Bürgerrechte absprechen, bewegt man sich nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes.
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  •   stoersender
    (1317 Beiträge)

    24.05.2019 10:17 Uhr
    Ach
    Also gut. Sie sagen, Rassismus ist keine Meinung. Wenn sich also nur 18% noch trauen die eigene Meinung zu sagen- heisst das dann, die anderen 82% sind Rassisten?
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  •   Krawallradler
    (507 Beiträge)

    24.05.2019 10:41 Uhr
    hatten Sie mal Logik in der Schule?
    Überprüfen Sie die Logik ihrer Aussage doch einfach noch mal, nur als gutgemeinter Ratschlag grinsen
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  •   Lipa
    (813 Beiträge)

    23.05.2019 23:17 Uhr
    es gibt auch grenzen
    ich gehe noch ein Stück weiter, grenzen muß es auch bei der Satire geben. Nicht alles sollte gesagt, geschrieben, veröffentlicht werden, wenn es um persönliche Diffamierungen geht.
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  •   Krawallradler
    (507 Beiträge)

    24.05.2019 09:23 Uhr
    Grenzen der Satire
    die können Sie für sich persönlich gern haben und damit auch etwas als schlechten Geschmack empfinden, aber es handelt sich bei Grenzen für die Satire immer um eine Einschränkung der Kunstfreiheit und sehr oft auch der Meinungsfreiheit.

    Ich denke da z.B. an das Böhmermann-Gedicht über Erdowahn oder auch die vielen ISLAM-Karrikaturen, die die Grenze des guten Geschmacks sicher berühren aber als Satire keine Grenze kennen. Zum Glück.

    Den Ruf nach Einschränkung finde ich persönlich verfassungsfeindlich.
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  •   Lipa
    (813 Beiträge)

    24.05.2019 11:52 Uhr
    Grenzen der Satire
    ich denke nicht, dass die Meinungsfreiheit über allem steht. In Artikel 5 ist die Meinungsfreiheit gewährleistet, aber nicht umsonst steht der Artikel über die Würde des Menschen ganz an erster Stelle, in Artikel 1. Wenn Hass, Rassismus, Menschenverletzungen in Wort, Bild, usw, unter dem Deckmantel der Satire daherkommt, werden damit Grenzen überschritten, die nicht mehr tolerierbar sind.
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  •   Lipa
    (813 Beiträge)

    24.05.2019 12:05 Uhr
    Grenzen der Satire
    .... soll heißen.... Menschenrechtsverletzungen........
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