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Karlsruhe Erst Fledermäuse, dann Wasser: Problem am Südtangenten-Tunnel ungelöst

Auch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde die Karlsruher Polizei immer wieder zum Südtangenten-Tunnel gerufen. Der angebliche Grund: Tiere, die Unterschlupf suchen und dabei einen Alarm auslösen. Das Problem, das in den letzten 30 Jahren das erste Mal auftrat, soll jetzt allerdings behoben sein.

Die Höhenkontrolle des Südtangenten-Tunnels soll bezwecken, dass kein Fahrzeug, das höher als 4,50 Meter ist, in den Tunnel fährt. Ausgelöst wird der Alarm, sobald etwas vor die dazugehörige Lichtschranke kommt - im Normalfall sollten das zu hohe Lastwagen sein.

Seit Sonntagabend sind es aber Tiere. Um genau zu sein wahrscheinlich nachtaktive Fledermäuse, die in den Abendstunden in die Röhre der Höhenkontrolle fliegen und dabei über die Lichtschranke den Alarm auslösen. Die Folge: Eine Ampel am Tunneleingang schaltet automatisch auf Rot und verhindert damit das Einfahren in den Tunnel.

Im nächsten Schritt wird die Karlsruher Polizei zur Überprüfung der Sachlage alarmiert. Diese rückt aus und schaltet - vorausgesetzt es ist kein Unfall oder ähnliches entstanden - die Ampel wieder auf Grün und gibt den Tunnel damit wieder für den Verkehr frei.

Tiere müssen aus Höhenkontrollen-Röhre

So auch in den vergangenen Nächten: Bis der Verkehr wieder freigegeben werden konnte, entstanden teilweise kilometerlange Staus. Neben den Beamten rückte am Dienstag auch das Karlsruher Tiefbauamt an und versuchte die Tiere zu vertreiben und damit auch die Ursache für die fälschlichen Tunnelsperrungen zu beheben. Das gelang aber offenbar nicht.

Am Mittwoch musste daher eine Lösung für das tierische Problem gefunden werden. Wie Helga Riedel vom Presse- und Informationsamt der Stadt Karlsruhe, gegenüber ka-news erklärt, wurde kurzerhand eine Plexiglas-Scheibe vor der Lichtschranke angebracht, um zu verhindern, dass sich die Fledermäuse niederlassen. Diese Idee stellte sich in der Nacht auf Donnerstag allerdings als weniger hilfreich heraus: Die Polizei musste mehrere Male wegen des Tunnel-Alarms ausrücken.

Lichtschranke
Eine Lichtschranke auf der Südtangente. | Bild: Anya Barros

In Nacht auf Donnerstag: Tropfen lösen Alarm aus

Der Grund: "Auf der Plexiglas-Scheibe haben sich durch Wärmeentwicklung Tropfen gebildet", erklärt Riedel weiter. Diese Tropfen hätten sich dann in der Nacht gelöst und in der Folge den Alarm mehrmals hervorgerufen. Entgegen anders lautender Medienberichte waren also in der Nacht auf Donnerstag nicht mehr die Tiere der Auslöser des Alarms.

Und wie geht es jetzt weiter? Zwischenzeitlich wurde die Anlage am Donnerstag außer Betrieb genommen. Gleichzeitig wurde am Boden der Lichtschranke ein Blechstück herausgeschnitten, sodass der Standort für die Tiere unwohnlich wurde, so Riedel. Das Problem sollte dadurch also der Vergangenheit angehören: "Es sollten keine Störungen mehr nach den Vorkehrungen passieren", sagt die Sprecherin des Presseamts gegenüber ka-news abschließend.

Um sicher zu gehen, dass den Tieren kein Schanden zugefügt werde, sei das Umweltamt direkt am Dienstag informiert worden.

Aktualisierung, 17.35 Uhr:

Das Problem scheint noch nicht gelöst zu sein  - Der Tunnel war am Abend wieder gesperrt! Das bestätigt auch Stadt-Sprecherin Helga Riedel gegenüber ka-news. Warum die Anlage wieder ausgelöst hat, lasse sich aber nicht sagen. Sie wurde daher erneut vorübergehend außer Betrieb genommen. Der Verkehr soll nun seit etwa einer Stunde wieder durch die Tunnelröhre fließen - und der Stau, der aktuell bis zum Entenfang reicht, allmählich nachlassen. Der Verkehr wird nun durch Schilder auf die maximale Durchfahrtshöhe hingewiesen.

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Kommentare (19)
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  •   Mammut
    (716 Beiträge)

    12.01.2018 17:34 Uhr
    Nach langen, zähen Sondierungsgesprächen wurde zwischen....
    ....den autonomen Ostpendlern im Westen (aOW) und der alternativen Fledermaus Direktion (aFD) eine Vereinbarung geschlossen:
    Sobald die Lichtschrankenampel scharf geschaltet ist, wird sie durch Aktivisten der aFD aktiviert.
    Diese Aktionen der Aktivisten werden vorzugsweise zur Hauptverkehrszeit durchgeführt.
    Zum Ausgleich erhalten die Fledermäuse Quartier in pfälzischen Kirchtürmen, da auf Karlsruher Seite alle Türme durch Politiker, deren Horizont sich auf die Sichtweite vom Kirchturm beschränkt (Kirchturmpolitiker) belegt sind.
    Diese Aktionen werden solange fortgeführt, bis der Karlsruher OB mit dem ersten Spatenstich den Baubeginn für die Nordtangente feierlich gestartet hat.
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  •   ALFPFIN
    (6108 Beiträge)

    12.01.2018 15:22 Uhr
    Ich bin mir nicht so sicher,
    ob das wirklich die Wassertropfen waren und nicht Fledermäuse. Da hat das zuerst entdeckte Mäusle seine Artgenossen informiert, komm wir machen eine Demo.
    Wenn die Ursache Fledermäuse waren und sind, bringt das doch sofort die Grünen, den BUND, die PETA und sonstige Tierschützer in Alarmstimmung. Dann wird jahrelang nach einer Lösung gesucht, den Tieren darf nicht ihr Ruheplatz weggenommen werden. Jedes Lebewesen hat ein Recht sich selbst zu entscheiden, wo es schlafen will. Und am Ende muss der Tunnel abgerissen und Schlafhöhlen für Fledermäuse dort gebaut werden. Da kommt man dann auf Wassertropfen als Ausrede.

    So jetzt hör ich uff und nein ich trink nur Kaffee. grinsen
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  •   ALFPFIN
    (6108 Beiträge)

    12.01.2018 15:25 Uhr
    Wieder mal fehlerhaft abgespeichert.
    Ich bin mir nicht so sicher,
    ob das wirklich die Wassertropfen waren und nicht Fledermäuse. Da hat das zuerst entdeckte Mäusle seine Artgenossen informiert, komm wir machen eine Demo.
    Wenn die Ursache Fledermäuse waren und sind, bringt das doch sofort die Grünen, den BUND, die PETA und sonstige Tierschützer in Alarmstimmung. Dann wird jahrelang nach einer Lösung gesucht, den Tieren darf nicht ihr Ruheplatz weggenommen werden. Jedes Lebewesen hat ein Recht sich selbst zu entscheiden, wo es schlafen will. Und am Ende muss der Tunnel abgerissen und Schlafhöhlen für Fledermäuse dort gebaut werden. Da kommt man dann auf Wassertropfen als Ausrede.

    So jetzt hör ich uff und nein ich trink nur Kaffee.
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  •   cc91
    (229 Beiträge)

    12.01.2018 10:25 Uhr
    Da hat die Stadt ja absolute Experten am Werk
    Es mag auch Vögel geben, die mal durch die Lichtschranke fliegen, oder "Scherzbolde" die diese auslösen, oder oder oder. Auch die "Lösungsmöglichkeiten" haben eher das Niveau einer 5-Klässler Projektarbeit. Kameras können heutzutage Kennzeichen lesen, Gesichter erkennen, es sollte doch auch möglich sein, zuverlässig die Höhe eines Fahrzeuges zu messen. Oder eine simple mechanische Lösung, wie bei Parkplätzen um die Zufahrt von Wohnmobilen zu verhindern: Wenn die Latte bewegt wird, wird ausgelöst.
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  •   bingobongo
    (162 Beiträge)

    12.01.2018 09:43 Uhr
    Was für ein Hirnshit
    Wenn man verhindern will, dass zu hohe Fahrzeuge in den Tunnel einfahren und dort liegenbleiben, dann errichtet man vor dem Tunnel mit etwas Abstand einfach ein 4,5m hohes Betontor.

    Vollhonks bleiben dann da hängen, reißen es um, zerstören ihren Karch und müssen den Schaden bezahlen.
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  •   Beiertheimer
    (923 Beiträge)

    12.01.2018 10:29 Uhr
    Und wie lange dauern die Aufräumarbeiten?
    Herr lass Hirn regnen
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  •   bingobongo
    (162 Beiträge)

    12.01.2018 10:32 Uhr
    nachdenken
    Sicher weniger lang als wenn der Laster im Tunnel mit der Decke verkeilt ist....

    Hirn hats geregnet, danke.
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  •   Lars01
    (105 Beiträge)

    12.01.2018 09:17 Uhr
    Fledermäuse hängen
    Zumindest bei Fledermäusen bringt es nichts, wenn man den Boden rausschneidet. Da sitzen die sowieso nicht drauf. Jetzt können sie ohne Boden zumindest besser starten.
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  •   andip
    (8849 Beiträge)

    12.01.2018 15:38 Uhr
    Ohne den Boden
    können sich die Fledermäuse nur unterhalb dieser Lichtschranke aufhängen und nicht direkt davor.
    BTW., ich dachte immer, Fledermäuse würden Winterschlaf halten, wieso flattern die dann jetzt da rum?
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  •   betablocker
    (2665 Beiträge)

    12.01.2018 09:29 Uhr
    Die Forderung
    Fledermäuse zu hängen verstösst gegen §7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG für streng geschützte Arten.
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