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Karlsruhe Ermittlungen gegen Ärzte aus dem Karlsruher Raum: Zu viel Geld für Leichenschau?

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt gegen rund 100 Ärzte aus der Karlsruher Region, die zu viel Geld für Leichenschauen genommen haben sollen. Darunter seien sowohl Beschuldigte, die nur wenige überhöhte Rechnungen gestellt hätten, als auch Ärzte, die in mehr als hundert Fällen zu viel verlangt hätten.

Nach Angaben eines Sprechers der Anklagebehörde nahmen die Ermittlungen im Jahr 2016 ihren Anfang, als eine Privatperson Anzeige erstattete. Schnell sei aber klar gewesen: "Das passiert auch bei anderen Ärzten." Zuerst hatte der SWR berichtet.

Die Rechnungen, um die es geht, liegen der Staatsanwaltschaft nach eigenen Worten vor. Die Beschuldigten hätten nun Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Derartige Verstöße verjährten binnen fünf Jahren, sagte der Sprecher.

Eine Leichenschau ist keine Kassenleistung, sondern muss privat bezahlt werden. Maximal können Ärzte dafür 51 Euro verlangen: Etwa wenn sie nachts oder am Wochenende gerufen werden. Ansonsten liegt der Satz mit knapp über 33 Euro niedriger.

Die Landesärztekammer sprach diesbezüglich von einer Vergütung, mit der die Ärzteschaft ausgesprochen unzufrieden sei. Es sei zu hoffen, dass der Gesetzgeber endlich eine Anpassung der seit 1996 unverändert gebliebenen Gebührenordnung vornehme. Nichtsdestoweniger handele es sich bei der aktuellen Fassung natürlich um geltendes Recht, das zu beachten sei.

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Kommentare (12)
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  •   goofy196
    (18 Beiträge)

    31.01.2019 14:16 Uhr
    Mist, war zu schnell...
    Wie bereits erwähnt, wird der anteilig zu viel bezahlte Kassenbeitrag ja auch nicht rückvergütet. Interessant ist auch, dass die Eintragung "verstorben" im zentralen Melderegister sowie die Ausstellung einer Sterbeurkunde durch das Standesamt erst auf Vorlage eines Totenscheins eines Arztes nach einer Leichenschau erfolgt. Ohne Totenschein nimmt auch kein Bestatter einen Körper mit. Vorgeschrieben ist außerdem bei einer Kremierung zusätzlich eine zweite Leichenschau.
    Was die Qualität einer Leichenschau angeht, muss man sich eigentlich keinen Illusionen hingeben: Die wenigsten Hausärzte bekleckern sich da mit Ruhm. Mit viel Glück wird da auch mal ein Rücken begutachtet, allerdings meist nur wegen der Leichenflecken. Wirklich nach Wunden wird da eigentlich nie geschaut. Und irgendwelche Einschichstellen, ganz egal wie frisch sie sein mögen, erkennt bei der Geschwindigkeit ganz sicher keiner. Eigentlich immer dauert das Ausfüllen der Scheine länger als die Tätigkeit am Patienten.
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  •   goofy196
    (18 Beiträge)

    31.01.2019 14:00 Uhr
    Eigentlich ein Unding...
    ..., dass die vorgeschriebene Leichenschau nicht auf Kosten der Krankenkassen erfolgt.
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  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    30.01.2019 17:53 Uhr
    Wäre da ein Public Viewing
    nicht günstiger? Muss ja nicht gleich in einer Sportbar sein, wie im Nachbar-Thread vorgeschlagen.
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  •   Deisyy
    (270 Beiträge)

    30.01.2019 16:50 Uhr
    man gönnt sich ja sonst nichts
    Leistung muss sich doch lohnen zwinkern grinsen zwinkern
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  •   andip
    (9595 Beiträge)

    30.01.2019 15:44 Uhr
    Frage
    Wozu muss man überhaupt eine Leichenschau durchführen, die man privat bezahlen muss?
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  •   DerSpinner
    (1986 Beiträge)

    30.01.2019 18:05 Uhr
    Der Verstorbene ist mit Eintreten des Todes nicht mehr krankenversichert.
    Daher muß privat bezahlt werden. Die Leichenschau ist natürlich sinnvoll, um festzustellen, ob der Tod wirklich eingetreten ist und ob kein Gewaltverbrechen vorliegt.
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  •   Eckfaehnchen
    (2679 Beiträge)

    31.01.2019 11:56 Uhr
    Die Krankenkasse
    sollte die Leichenschau bezahlen müssen. Diese haben in der Regel einen kompletten Monatsbeitrag vom Versicherten erhalten, demnach sollte die Mitgliedschaft auch bis zum jeweiligen Ultimo Bestand haben. Die Kasse erstattet den anteiligen Beitrag für den Rest des Monats auch nicht zurück. Sparfüchse !!

    Die Höhe der Kosten für diesen "Hausbesuch" liegt eigentlich noch im Rahmen, wenn man die Kosten für einen Handwerker, den man dringend braucht, vergleicht. 33,--€ wie die Kasse das vorgibt, sind entschieden zu wenig, wenn man den Zeitaufwand des Arztes berücksichtigt. Er hat ja auch An- und Abfahrtskosten.
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  •   Route66
    (1732 Beiträge)

    30.01.2019 18:35 Uhr
    Das ist ja der Witz
    Die Leichenschau wird bei älteren Menschen oft so schlampig durchgeführt, dass Morde unentdeckt bleiben. Kein Witz, habe ich mal gelesen. So nach dem Motto: alt, natürliche Todesursache. Macht schon mal keine Arbeit.
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  •   bier2
    (884 Beiträge)

    30.01.2019 16:50 Uhr
    Der Tod muss vom Arzt festgestellt werden
    und der Totenschein ausgefüllt werden. Dann schaut der Arzt auch noch ob es ein natürlicher Tod war. Der untersucht den Leichnam.
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  •   Route66
    (1732 Beiträge)

    30.01.2019 14:34 Uhr
    Klar
    wenn ein Angehöriger stirbt, dann zahlt man alles, weil man unter Schock steht. Das nutzen ja auch einige Bestattungsunternehmen aus, die im Vergleich horrende Gebühren kassieren (z. B. zahlt man da für das Abspielen einer eigenen CD 70 €, also fürs Knöpfchendrücken quasi). Gerade so einen Fall im Bekanntenkreis mitbekommen. Der hat dann mehr als 8000 Euro gelöhnt. War halt schon zu spät um da noch ein Vergleichsangebot einzuholen, bei dem man dann mindestens 2000 € gespart hätte für die gleiche Leistung und Ausstattung.
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