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Karlsruhe Erklärung in Karlsruhe: Türkischer Generalkonsul verteidigt Erdogan-Regierung

Vor rund drei Wochen versuchte eine Gruppe von Militärs, mit einem Putsch die türkische Regierung von Präsident Erdogan zu stürzen. Seither sei das Land nicht mehr dasselbe, erklärt der türkische Generalkonsul in Karlsruhe Cem Örnekol am Montagmittag bei einer Pressekonferenz in Karlsruhe.

Während im Hintergrund an der Wand türkische Fernsehbilder der Putsch-Nacht gezeigt werden, erklärt der türkische Generalkonsul Cem Örnekol in Karlsruhe seine Sicht auf die Geschehnisse des 15. Julis. Örnekol, der die Pressekonferenz auf Türkisch hält und dessen Angaben von einer Dolmetscherin übersetzt werden, beschreibt, dass in dieser Nacht eine "bestimmte Gruppe innerhalb der militärischen Streitkräfte" einen Putschversuch unternommen hätten.

Was sagt der Generalkonsul zur Wiedereinführung der Todesstrafe?

Das Militär selbst habe mit dem terroristischen Angriff nichts zu tun: "Es waren Terroristen in Soldatenbekleidung, keine echten Soldaten", betont Örnekol in seiner Rede. Für den Putsch verantwortlich macht der türkische Generalkonsul, der die rund 170.000 in Baden lebenden Türken und türkischstämmigen Bürger vertritt, die Gruppierung um den Prediger Fethullah Gülen.

Den Vorwurf, es habe sich um eine geplante Inszenierung von Präsident Erdogan gehandelt, weist er bei der Pressekonferenz entschieden zurück. Von der deutschen Regierung erwartet er nun Beistand. Man wolle hierzu konkrete Ermittlungsergebnisse an die deutschen Behörden weitergeben und erhoffe, im Gegenzug Daten des deutschen Geheimdienstes zu erhalten.

Auch zum Thema Todesstrafe äußert sich der Generalkonsul: "Wenn die Mehrheit der Menschen das will, dann soll es so sein" - auch wenn dies bedeuten würde, dass damit die Diskussion über einen EU-Beitritt damit beerdigt werden würde, so Örnekol.

"Bezüglich der Ereignisse zu glauben, es gebe nur eine Auffassung, ist falsch", gibt Örnekol weiter an. Vor diesem Grund sei es aus seiner Sicht auch unbedenklich, dass Türken für die Demokratie demonstriert haben. Nach dem Putsch-Versuch waren in Karlsruhe rund 1.800 Menschen vor dem Generalkonsulat zusammengekommen. Rund 2.400 Menschen hatten in Baden-Württemberg gegen den Putsch demonstriert.

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  •   ckckck
    (421 Beiträge)

    10.08.2016 07:14 Uhr
    Wer fertige Listen in der Schublade hat
    um nur darauf zu warten, massenhaft Leute wegzusperren, Justiz gleichzuschalten etc der ist ein Diktator.
    Traurig das die "normalen" Türken wohl Tomaten auf den Augen haben und so einen Despoten unterstützen!
    Der nicht reformationswillige Islam und ein Herr Erdogan, der diesen hardcore Islamismus unterstützen, werden ihr Volk zurück in die Steinzeit bomben. Warum wohl die Entschuldigung bei Putin? DAmit zumindest die Russen wieder Urlaub machen und Geld reinbringen, ich kann nur hoffen, das die Deutschen der Türkei den Rücken kehren. Und die in Deutschland lebenden Türken sollten sich gefälligst an unseren Werten anpassen und so einen Diktator verurteilen, auch wenn er ihnen wieder so was wie Nationaliätsstolz gibt. tstststst traurig traurig, wie arm muss die Seele eines Volkes sein, um auf so einen Blender reinzufallen...
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  •   Kruppstahl
    (1148 Beiträge)

    10.08.2016 00:41 Uhr
    Was meint eigentlich der Botschafter der Denunzianten zu diesem Thema?
    Das liest man ja gar nichts...
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  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    09.08.2016 18:43 Uhr
    Hier zeigt sich Karlsruhe
    Ja mal wieder von seiner toleranten und weltoffenen Seite. Glückwunsch. Ist es nicht schön solch einen Menschen in unserer Mitte zu haben?
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  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    09.08.2016 18:39 Uhr
    Gleich zum Rapport einbestellen
    Den Typen.
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  •   RaZheL
    (217 Beiträge)

    09.08.2016 10:32 Uhr
    Diese ganzen
    Erdogan Fanatiker, ich würde Sie alle rausschmeißen! Der Erdogan und seine Politik ist doch so toll, dann geht wieder dort hin, wo ihr herkommt. Ich brauch euch radikalen hier nicht!
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  •   udoh
    (1841 Beiträge)

    08.08.2016 23:05 Uhr
    Natürlich verteidigt er Erdowa - wenn ihm seine Existens was bedeutet
    Als schlimmer sehe ich es, dass sich die Mehrzahl der HIER IN DEUTSCHLAND lebenden Türken anscheinend auch nicht so recht was mit westlichen Werten anfanen können! Integration oder fremder Sub-Staat in unserem Land der unsere Werte und Gesetze nicht so richtig verinnerlichen will? Hmm....
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  •   Ulan
    (191 Beiträge)

    09.08.2016 13:08 Uhr
    "Die Mehrzahl der in Deutschland lebenden Türken" für Erdogan?
    Behauptung frei von irgendwelchen störenden Fakten: dazu gibt's keine belastbaren Erhebungen. Und nein, die lächerlichen Wahlen letzthin zählen da nicht: die haben weder gleiche Voraussetzungen für die Kandidaten, noch für die Wählenden gehabt und dafür reichlich Möglichkeiten für Manipulationen geboten.

    Demokratie bedeutet nicht die Herrschaft der größten Macht erstrebenden Gruppe, sondern die Entscheidung der Mehrheit mit geringst möglicher Beschränkung aller, und beschränkt auf die Fälle, die für die Gesellschaft überhaupt eine Entscheidung erfordert.

    Es fällt schon schwer zu behaupten dieser Grundsatz würde in Deutschland eingehalten, aber in Demokraturen wie Russland, Ungarn, Türkei und demnächst Polen ist's eine blanke Lüge.
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  •   Kruppstahl
    (1148 Beiträge)

    08.08.2016 23:24 Uhr
    Signale, sich nicht integrieren zu müssen,
    werden schon durch türkischsprachige Pressekonferenzen ausgesandt.
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  •   bobber
    (2119 Beiträge)

    09.08.2016 07:50 Uhr
    Türken in Deutschland
    eben Erdogans 5. KOlonne
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  •   altstadtring
    (293 Beiträge)

    08.08.2016 22:50 Uhr
    "der türkische Generalkonsul, der die rund 170.000 in Baden lebenden Türken und türkischstämmigen...
    Nein. Das ist nicht die Funktion eines Generalkonsuls. Falls er das wirklich behauptet hat, hat er erdowanschen Größenwahn.
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