Karlsruhe Erholung fürs Gewässer: Knielinger See wird frisch gemacht

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu, aber schon seit einigen Jahren machen sich Ämter und Behörden Gedanken um die künftigen (Angel-)Sommer am Knielinger See. Im Zuge der europäischen Wasserrahmenrichtlinie galt der einzige Baggersee am Oberrhein bereits seit einigen Jahren als sanierungsbedürftig. Am Dienstag wurde nun der Start-Spatenstich für die umfassenden Sanierungsarbeiten durch Oberbürgermeister Frank Mentrup gesetzt.

Seit Ende der 1980er Jahre gilt der Zustand des Knielinger Sees als kritisch, in einem Gutachten hieß es sogar, dass das Gewässer "die Grenzen seiner biologischen Belastbarkeit erreicht" habe. Dennoch dauerte es rund 20 weitere Jahre, bis eine "für alle verträgliche, eine machbare Lösung für die Sanierung" gefunden werden konnte, wie Oberbürgermeister Frank Mentrup am Dienstag beim Spatenstich lobte.

"Bisher sind Lösungen immer gescheitert"

Schuld an der schwierigen Lage des Sees sind Phosphate und Stickstoff aus den Ablagerungen des Sees, die durch Rücklösung durch den Zustrom von sauerstoffarmen Grundwasser freigesetzt wurden. Maßgeblich dazu beigetragen habe der "Federbach, der auf 500 Metern Länge durch den nördlichen Teil des Sees fließt", erklärte Mentrup."Wegen der komplexen Zusammenhänge wurden immer wieder unterschiedliche Lösungsansätze vorgeschlagen und diskutiert", so Mentrup weiter. Bisher seien diese jedoch immer an technischen oder wirtschaftlichen Gründen gescheitert.

"Der entscheidende Impuls war der Neubau der Albschleuse", bekräftigte Mentrup. Durch den vor zwei Jahren abgeschlossenen Neubau könnten größere Wassermengen direkt in den Rhein abgeleitet werden, ohne Albwehr und die Region Kleiner Bodensee weiter zu belasten. So könne nun das belastete Wasser des Federbachs "direkt über den Willichgraben und die Alb in den Rhein zurückgeleitet werden".

2008 wurde durch das Tiefbauamt schließlich eine Arbeitsgemeinschaft von Fachbüros mit der Ausarbeitung eines Sanierungskonzeptes beauftragt, zwei Jahre später wurden die benötigten Haushaltsmittel in Höhe von 4,6 Millionen Euro bewilligt. Die Hälfte der Kosten wird das Land übernehmen.

Vier Maßnahmen zur Erholung des Sees

Neben der Umbettung des Federbachs wird auch ein Einlaufbauwerk sowie ein Zulaufgraben in den südlichen Teil des Sees für mehr Frischwasser aus dem Rhein sorgen. Zusätzlich wird der Wasserspiegel des Sees erhöht, um den Zustrom von sauerstoffarmem Grundwasser zu minimieren. Schlussendlich soll eine Verbindung zwischen Willichgraben und Alb sicherstellen, dass die Fischbestände in den Gewässern erhalten bleiben. Oberbürgermeister Mentrup lobte zum Abschluss noch einmal alle Beteiligten, die zur jetzt anstehenden Sanierung beigetragen haben und künftig beitragen werden. "Dem Knielinger See wünsche ich eine gute Erholung, in unser aller Interesse", so das Schlusswort des Oberbürgermeisters.

Als ehemalige Altrheinarmschlinge wurde der heutige See mehr oder weniger durch den 1957 vom Markgrafen von Baden gestarteten Kiesabbau ausgegraben. Bis 1992 die Genehmigung zum Kiesabbau auslief entstand ein See mit 820.000 Quadratmetern Größe, dessen Gelände bereits seit 1980 unter Naturschutz steht. 2005 kaufte die Stadt Karlsruhe den See dem Hause Baden ab und begradigte damit den Weg für die künftigen Sanierungsarbeiten.

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