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Karlsruhe Erhöhung der Sicherheit: Könnten Straßen-Poller bald Karlsruhe schützen?

Im Dezember 2017 stand Karlsruhe im Fokus der Terrorangst, nachdem ein Islamist wegen Terrorverdachts verhaftet wurde. Doch nicht erst damit wurde die öffentliche Sicherheit Thema in Karlsruhe: Mit der Sicherheit von Plätzen, die von großen Menschenmengen besucht werden, beschäftigt sich die Stadt schon länger. Versenkbare Poller an Straßen und Plätzen könnten eine mögliche Lösung sein.

Bei der Planung des Christkindlesmarktes oder anderer Festlichkeiten wird es in den kommenden Jahren auch verstärkt auf die Frage nach der Sicherheit hinauslaufen. Dutzende Anschläge in Europa und Festnahmen mutmaßlicher Terroristen, wie zuletzt in Köln, beeinflussen auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.

Auch Karlsruhe stand beim Thema Terrorgefahr im vergangenen Dezember im Fokus der Öffentlichkeit, als kurz vor Weihnachten ein mutmaßlicher Anhänger des Islamischen Staates (IS) festgenommen wurde. Ihm wurde vorgeworfen, einen Terroranschlag in der Fächerstadt geplant zu haben.

Jetzt - über ein halbes Jahr später - landet das Thema Sicherheit wieder einmal im Gemeinderat: Die FDP-Fraktion fordert in einem Antrag an die Stadt, eine Prüfung von versenkbaren Pollern im Stadtgebiet, um die Sicherheit an öffentlichen Plätzen und Flächen in der Stadt zu verbessern.

Zehn Standorte sollen aufgerüstet werden

Bereits unmittelbar nach dem Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt habe man sich mit der Priorisierung von Flächen mit hohem Menschenaufkommen intensiv befasst, schreibt die Stadt in ihrer Stellungnahme als Antwort. Dazu wurde unter anderem die Arbeitsgruppe "Raumschutz" gegründet, die auch der Polizei angehört. Über 100 Flächen und Plätze im gesamten Stadtgebiet wurden hinsichtlich erforderlicher Sicherheitsmaßnahmen überprüft.

Dabei ergaben sich als erste Priorität zehn Standorte, die nach Meinung der Arbeitsgruppe, sicherheitstechnisch aufgerüstet werden sollten. Um welche Plätze es sich dabei genau handelt, nennt die Stadt in ihrer Stellungnahme allerdings nicht, beschreibt aber die Aufrüstung näher: Sie könnten durch eine permanent verfügbare Sicherheitsausstattung, wie Poller oder auch mobile Systeme, geschehen.

Karlsruher Herbstmess' 2017
Die Karlsruher Mess` auf dem Messplatz an der Durlacher Allee. © Paul Needham / www.paulneedham.de | Bild: Paul Needham

Versenkbare Poller zur Stärkung des Sicherheitsgefühls

Bislang werden bei größeren Festlichkeiten auf Karlsruher Plätzen die Zugänge quasi provisorisch mit Betonklötzen abgesichert, oft verkleidet mit den gelb-roten badischen Farben. Sie sollen das Einfahren von Kraftfahrzeugen wie Autos oder Lkws wie in Nizza, London oder Berlin verhindern.

Auch die Karlsruher FDP-Fraktion bringt die Möglichkeit versenkbarer Poller ins Spiel, die an diversen Orten der Stadt installiert werden könnten. Einige andere Städte hätten bereits eine Vielzahl solcher Maßnahmen installiert, argumentiert die Fraktion in ihrer Anfrage.

Der Karlsruher Christkindlesmarkt wird bisher mit mobilen Schutzelementen geschützt. | Bild: Thomas Riedel

Außerdem: Poller für Verkehrs-Regulierung

Da nach der Fertigstellung der Kombilösung vor allem der Marktplatz wieder verstärkt genutzt werde, sollte aus Sicht der FDP-Stadträte geprüft werden, welche technischen Möglichkeiten zur Wahrung der Sicherheit in naher Zukunft noch eingebaut werden könnten, um nicht zu einem späteren Zeitpunkt unter hohem Aufwand entsprechende Maßnahmen zu treffen.

Die Sicherheitsmaßnahmen könnten nach Ansicht der FDP, wie bei dem am Passagehof installierten Poller, auch der Verkehrsregulierung dienen. Der dort installierte Poller soll das Durchfahren in der Kaiserpassage verhindern, es kam an dieser Stelle immer wieder zu Beschwerden durch Anwohner.  

Vor dem Naturkundemuseum
Auch am Friedrichtsplatz könnten Schutzelemente die Sicherheit erhöhen. Vielleicht schon bald in Form von Pollern. (Symbolbild) | Bild: Paul Needham

Drei Varianten bei der Flächennutzung vorstellbar

Die Stadt hat schon konkrete Vorstellungen für die Sicherung von Flächen in Karlsruhe, insgesamt sind drei verschiedene Varianten denkbar: Eine mobile, eine teilmobile und eine fest eingebaute Variante.

Der Kostenrahmen zwischen den unterschiedlichen Sicherheitsvarianten bewegt sich dabei zwischen einigen Tausend und mehreren Millionen Euro. Am günstigsten käme eine mobile Absicherung, von der im Moment verschiedene Modelle auf dem Markt sind. Insgesamt variieren die Kosten für mobile Sicherungsmittel je nach Art und Ausführung zwischen einigen hundert Euro Miete und etwa 6.000 bis 8.000 Euro bei einem Kauf.

Marktplatz Karlsruhe ohne Bauzäune
Der Marktplatz könnte durch Poller vor einfahrenden Fahrzeugen geschützt werden. | Bild: Lukas Hiegle

Als zweite Variante kommt für die Stadt teilmobile Systeme infrage, die zu bestimmten Anlässen eingebaut oder ausgefahren werden könnten. Ansonsten im Straßenraum aber nicht wahrnehmbar sind. In diese Kategorie würde auch die von der FDP-Fraktion bevorzugte Poller-Variante fallen, die je nach Bedarf ausgefahren werden könnten und ein Einfahren vermeiden würden. Die Preise der individuell anzufertigenden Systeme beginnen bei etwa 3.000 Euro.

Richtig teuer könnten fest verankerte Sicherheitselemente in Kombination mit versenkbaren oder automatisierten Systemen für das Portemonnaie der Verwaltung werden. Da die Systeme Gefahrensituationen selbstständig erkennen oder durch technische Einrichtungen gesteuert werden, schätzt die Stadt die Kosten je nach Sicherheitsniveau auf mehrere Millionen Euro für den gesamten Stadtbereich.

Stadtwerke Eiszeit Karlsruhe
Auch auf der Eiszeit könnten Schutzelemente installiert werden. | Bild: Lukas Hiegle

Je nach Fläche könnte sich aus Sicht der Stadt, auch eine sinnvolle Kombination aus festen, mobilen und teilmobilen Sicherheitselementen anbieten. Zur ausführlichen Beratung könnte das Thema auf Empfehlung der Stadt in den Hauptausschuss vertagt werden.

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Kommentare (39)
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  •   Der_dunkle_Turm
    (633 Beiträge)

    20.06.2018 20:51 Uhr
    Also ich will diese Merkelpoller
    nicht. Reine Plazebomaßnahme.
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  •   Mammut
    (766 Beiträge)

    20.06.2018 20:34 Uhr
    Die Ursachen zu benennen oder gar gegen diese.....
    ....etwas zu unternehmen wäre ja nicht politisch korrekt, aber man möchte sich nicht vorwerfen lassen, nichts getan zu haben.
    Ein Generalverdacht hätte unter den schon länger hier Lebenden den ein oder anderen "unglücklichen" Todesfall vermieden, aber bevor man sich von den Ewigmorgigen als "Rassist" beschimpfen lässt, soll es auf ein paar Menschenopfer für die "Political Correctness" nicht ankommen.
    Die "Antirassisten" sind moralisch sogar so verkommen, dass sie die meist gemeinschaftlich organisierten Ehrenmorde mit häuslicher Gewalt relativieren wollen.
    Solange wir "Autonome", "Antifaschisten" und "Antirassisten" im Land haben, brauchen wir keine weiteren ideologisch gedopten Gewalttäter auf die, die schon länger hier leben, loszulassen.

    Poller helfen zwar nicht gegen eine Rizin-Bombe - aber die wäre immerhin BIO gewesen!
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    20.06.2018 14:44 Uhr
    JETZT HANDELN!
    Gute Idee...gerade jetzt, da man neu pfalstern wird....diese versenkbaren Poller sind wirklich parktisch und besser als diese hässlichen Betonklötze...außerdem sind diese Metallpoller vermutlich auch wirklich gut, um Fahrzeuge abzuhalten...wirken stabiler uns sicherer für mich...bin da aber Laie! MACHEN!
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  •   dipfele
    (5448 Beiträge)

    20.06.2018 14:55 Uhr
    Denke....
    …. an die wartungskosten !!!
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  •   EmilyHobhouse
    (1431 Beiträge)

    20.06.2018 05:40 Uhr
    Struller
    In vielen Städten grenzen versenkbare Poller schon lange Fußgängerzonen ab. Sie haben sich als sehr nützlich erwiesen, nicht nur gegen Autos, auch für Hunde und Männer erfüllen sie ihren Zweck.
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  •   Cityparker
    (133 Beiträge)

    20.06.2018 11:32 Uhr
    Äh
    wie soll ein Poller oder mehrere einen Mann oder Hund aufhalten?[b][/b]
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  •   Hüttenkäse
    (421 Beiträge)

    19.06.2018 23:31 Uhr
    Geschäftsmodell für KA-News:
    Wenn sich die FDP-Angstneurotiker durchsetzen, gibt's hier demnächst die tägliche "Poller-Vorhersage" für Karlsruhe.
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  •   Adremdico
    (48 Beiträge)

    19.06.2018 23:16 Uhr
    Reinste Geldverschwendung.
    Mehr gibt es dazu nicht sagen.
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  •   Adremdico
    (48 Beiträge)

    19.06.2018 23:18 Uhr
    Minimale Korrektur:
    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
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  •   IchKA
    (720 Beiträge)

    19.06.2018 17:44 Uhr
    LKW gegen Poller ?
    das ist nur Sicherheitskosmetik für die Bürger, ein Witz. Man denke an die Betonklötze am Weihnachtsmarkt Erbprinzenstraße, Ecke Lammstraße. Was soll das denn, wenn 4 Meter nebendran rechts und links neben den Betonklötzen alles offen ist und die Buden genau an der Straße stehen und Tür und Tor geöffnet sind ?
    Alles zur Festung ausbauen ?
    Jedenfalls LKW gegen Pollerchen - das ist reine Physik und nützt nichts . Am besten weiterhin überall in der Stadt Parkflächen weiß anmalen und ein Schild aufstellen: "Für Terroristen verboten."
    Darüberhinaus gibt es für Sicherheitskräfte genug andere "normale" Aufgaben im Hinblick auf Einbrüche, Überfälle, Raub. Manche am hellichten Tag.
    Statt die Stadt mit Pollern zuzupflastern und sich zurückzulehnen braucht es endlich deutlich mehr Sicherheitspersonal im städtische Ordnungsdienst und bei der Polizei, anstatt dem schon klassischem Karlsruher , meist sinnlosem Aktionismus ohne Hand und Fuß wieder Vorschub zu leisten.
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