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Karlsruhe "Erfolgsmodell KOD": Zehn neue Ordnungshüter räumen in Karlsruhe auf

Von der Kontrolle der Leinenpflicht bei Hunden bis hin zur Festnahme bei Ordnungswidrigkeiten: Der Tätigkeitsbereich des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) ist umfangreich. Mit über 5.000 Einsätzen seit 2013 sorgen die Männer in Blau für Ordnung in Karlsruhe: Man will kein "Hilf-Sheriff", sondern Ansprechpartner auf Augenhöhe sein. Am Dienstag bekamen die zehn Ordnungshüter Verstärkung: Zehn neue Mitarbeiter wurden von Bürgermeister Wolfram Jäger in Amt und Würden eingeführt.

Das Wort "Hilf-Sheriff" hört man beim Kommunalen Ordnungsdienst nicht gerne - dem Vorurteil "wer es nicht zur Polizei geschafft hat, geht halt zum KOD" tritt Björn Weiße, Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes entschieden entgegen: "Für die Stelle als KOD-Mitarbeiter gilt das härteste Auswahlverfahren der Stadt." Bei der Gründung des KOD 2011 bewarben sich über 400 Personen auf die zehn Stellen - in diesem Jahrgang waren es 150.

"Die härteste Ausbildung der Stadt"

Durchlaufen mussten die Bewerber eine ganze Reihe an Sport-, Konzentrations- und psychologischen Tests. Hinzu kommt eine einjährige Ausbildung, die im Wechsel mit den Praxisphasen erfolgt. Hier bekommen die kommunalen Ordnungshüter das nötige Fachwissen über Verwaltungs-, Straf- und Polizeirecht mit auf den Weg. Zusätzlich gibt es Ausbildungseinheiten zum Einsatztraining im Jugendschutzbereich, aber auch in Sachen Psychologie. "Wir schauen auf den Menschen, der hinter der Bewerbung steht", äußert sich Weiße über die Auswahlkriterien.

"Es ist der erste Ausbildungsjahrgang dieser Art", sagt Weiße. Geschult werden die Mitarbeiter von städtischen Angestellten aus den entsprechenden Fachbereichen, aber auch von Polizisten. Die landeseinheitliche Ausbildung ist eine Premiere - entwickelt wurde sie in Ludwigsburg in Abstimmung mit anderen Städten, die über einen kommunalen Ordnungsdienst verfügen. Ein Teil der Ausbildung wolle man künftig nach Karlsruhe holen, so Weiße.

Früher Gartenbauamt, Handwerk und Versicherung - heute: KOD

Die zehn "Neuen" sind eine bunte Mischung: Sie stammen aus dem Gartenbauamt, dem Handwerk, aber auch aus der Versicherungsbranche - ausgewählt wurden Männer und Frauen verschiedener Altersklassen: Laut Ordnungschef Weiße "eine für die Bevölkerung repräsentative Zusammensetzung."

Die Gründe für den Eintritt in den Ordnungsdienst sind unterschiedlich: Gehalt, interessanter Aufgabenbereich und die Arbeit mit den Menschen gibt es als Antwort auf die Frage nach den Beweggründen. Gemeinsamkeiten gibt es dann doch: Eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis sowie die Motivation für den Job.

Erfolge am Friedrichs- und Werderplatz

"Es hat sich gezeigt, dass der KOD ein Erfolgsmodell ist", sagt Bürgermeister Wolfram Jäger bei der offiziellen Einführung der zehn neuen Mitarbeiter. Deutlich sichtbare Ergebnisse der KOD-Einsätze sind am Friedrichsplatz und am Werderplatz zu sehen. Hier habe die kontinuierliche Ansprache der Personen dazu geführt, dass sie heute ein nahezu "stadtverträgliches Verhalten" an den Tag legen, so Jäger. Die Beschwerden aus Reihen der Bevölkerung über Ruhestörung und Pöbeleien habe an diesen Plätzen abgenommen.

Wo sich die Bürger noch mehr KOD-Präsenz wünschen, soll die vom Gemeinderat beauftragte Sicherheitsumfrage in der Bevölkerung aufzeigen. Erste Auswertungen soll es im Herbst geben. Bis dahin werden die zwanzig Mitarbeiter des Ordnungsdienstes in Karlsruhe aufräumen - zukünftig auch auf den neu angeschafften Diensträdern. Denn "Baustellenbereiche, sind mit dem Auto nur schwer zu erreichen", so Weiße - und davon gibt es in der Karlsruher Innenstadt bekanntlich nicht zu wenig.

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  •   CenaroBotti
    (12 Beiträge)

    24.07.2014 13:46 Uhr
    Hurra Kontrolle...
    So ein Ordnungsdienst mag ja sinnvoll sein, von der Intention her...Problematisch sind die Personen, die sich dafür "berufen" fühlen...
    ausgestattet mit dem richtigen Ehrgeiz mit Uniform und Behördenaufnäher mal richtig Ordnung zu machen...über all ungefragt nach dem Rechten sehen.. jeden Falschparker akribisch zurecht weisen... Widerspruch wird nicht geduldet...früher hießen solche Leute Blockwart, im besten Fall noch Kradmelder... Leben wir in KA im Chaos?... Brauchen wir diese Leute wirklich?... Hat der Bürger lautstark danach verlangt?... Ich glaube nicht.. Der Bürger braucht keine ständige Kontrolle und Maßregelung ob er auch alles richtig macht, was sich an teils überengagierten Ordnungsvorschriften von Behörden ausgedacht wird...
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  •   melotronix
    (2845 Beiträge)

    24.07.2014 11:47 Uhr
    AhA
    das Gehalt soll also Anreiz dienen. Kann mir nicht vorstellen, dass das Gehalt über TVÖD E5 hinaus geht. Stufe 1 wäre bei einem Unverheirateten 2096 Euro brutto. Na dann....
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  •   mixe
    (1182 Beiträge)

    24.07.2014 11:26 Uhr
    was mich wundert ist
    die aufschrift "polizeibehörde" auf den fahrzeugen des kod. erstens sehe ich diese leute nur als hiwis an und zweitens gibt es keine polizeibehörde. polizeiarbeit ist ländersache und der kod ist eine städt. geldbeschaffungsmaschine. arrogant und ........ na ja.
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  •   tessarakt
    (2356 Beiträge)

    24.07.2014 12:35 Uhr
    Polizeibehörde
    § 61 Polizeigesetz nennt die Arten der Polizeibehörden, u.a. auch Kreis- und Ortspolizeibehörden. Nach § 62 sind das die unteren Verwaltungsbehörden bzw. die Gemeinden.
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  •   kommentar4711
    (2284 Beiträge)

    24.07.2014 10:45 Uhr
    Ich find's ja immer süß...
    ... wenn die Jungs dann angefahren kommen mit ihren GELBLichtern auf dem Dach wie ein Baufahrzeug. Irgendwie macht man sich damit doch selbst lächerlich. Selbst der KVV UNfalldienst darf ein Blaulicht drauf machen.

    BTW, dürfen die Leute vom KOD inzwischen Radfahrer anhalten wenn diese durch die Fußgängerzone fahren oder übertseigt das nach wie vor deren Kompetenz da sie nur den ruhenden Verkehr regeln dürfen?
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  •   stefko
    (2096 Beiträge)

    24.07.2014 09:31 Uhr
    "Ansprechpartner auf Augenhöhe"
    Sorry, kann mich nicht so weit bücken, hab' Rücken zwinkern
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  •   ObenLang
    (2745 Beiträge)

    23.07.2014 19:03 Uhr
    Erfolgsmodell?? Für wen denn - Stadtkasse? Verbrecher? Falschparkknöllchen?
    Modell passt, wir haben keine echten Polizisten, aber wenigstens ein ähnlich aussehendes Modell von solchen *ehrfuchtsvolles-LOL*
    Unverwechselbar für jeden Täter grinsen

    Erinnert mich an den Uraltwitz vom Scheich, der eine Trabbi bestellt und nach der Lieferung zurückschreibt: "Plastikmodell vorab erhalten - bin schon gespannt auf das Original"

    Wenn Karlsruhe jetzt weiterhin immer sicherer wird (wer glaubt den den ******), also das "Erfolgsmodell" (für Verbrecher???) so weiter geht, brauchen wir noch mehr von den Kods, aber in Form einer privaten Bürgerwehr!
    Sicherheit wie Südafrika - wer Geld hat kann sich Sicherheit leisten! Karlsruhe hat wohl keines fürs Original!
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  •   landei
    (6123 Beiträge)

    24.07.2014 07:04 Uhr
    Karlsruhe hat wohl keines fürs Original! ????
    Polizei ist nun mal Ländersache !!!!! Da kannst du die Stadt nicht angreifen. (da mus ich sie ausnahmesweise mal in Schutz nehmen)
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  •   orakelka
    (1910 Beiträge)

    23.07.2014 21:04 Uhr
    Erinnert doch immer mehr an Blockwartmentalität.
    Das wir kein Geld für die Polizei haben ist doch klar, das müssem wir ja weltweit verschenken. Wenn interessiert da das eigene Land.
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  • unbekannt
    (2169 Beiträge)

    23.07.2014 19:26 Uhr
    Was ist daran
    schlimm wenn der KOD der Polizei Aufgaben abnimmt für die es keine Beamten braucht ? Das sollte doch den Beamten ermöglichen sich wieder stärker um ihre Kernaufgaben,"schweren Jungs", zu kümmern oder habe ich da was falsch verstanden ?

    Der Vergleich mit Südafrika hinkt schon etwas,also mir sind in Karlsruhe noch keine marodierenden Banden mit Schrotflinten und halbautomatischen Waffen begegnet,bin aber auch selten in der City.
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