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Stutensee Entscheid steht bevor: Zum Lachwald in Stutensee sind noch Fragen offen

Am Sonntag, 18. Februar, haben die Stutenseer die Wahl zwischen einem neuen Wohngebiet und einem Grünstück: Soll der Lachwald bebaut werden oder nicht?

Morgen sollen die Bürger von Stutensee entscheiden, ob zugunsten eines neuen Wohngebiets ein Teil des Lachwalds abgeholzt werden soll. Bereits seit geraumer Zeit versuchen die beiden Fronten die Bürger von den jeweiligen Seiten zu überzeugen. Die "Allianz für Stutensee" wirbt für möglichst viele Nein-Stimmen, welche der Bebauung den Weg ebnen würde. Die Bürgerinitiativen "Rettet den Lachwald" und "Lachwald-erhalten" wollen mit einer Mehrheit an Ja-Stimmen eine Abholzung verhindern. Noch immer sind allerdings einige Fragen umstritten. Ein Überblick:

Gibt es in Stutensee keine andere Fläche für Wohnraum?

Die Bürgerinitiativen sprechen davon, dass laut Flächennutzungsplan 2010 des Nachbarschaftsverbands Karlsruhe für Stutensee noch 18 Hektar Fläche für Wohnraum vorgesehen sind, welche aber nicht angerührt wurde. Stattdessen soll nun der Lachwald fallen, um durch den Verkauf der Flächen die Haushaltslöcher zu stopfen, so die Initiative weiter.

Dem widerspricht Ansgar Mayr in Namen der "Allianz für Stutensee": Es sei zwar richtig, dass im Flächennutzungsplan auch weitere Flächen für Neubaugebiete ausgewiesen seien. "Die Grundstücke in diesen Quartieren gehören jedoch fast ausschließlich Privatpersonen und nicht der Stadt. Wollte die Stadt in diesen Neubaugebieten großflächig bezahlbaren Wohnraum anbieten, müsste sie das Bauland teuer aufkaufen", begründet die Allianz die Ablehnung für diesen Vorschlag

Soll die Lachwald-Bebauung Geld in die Stutenseer Kassen spülen?

Mit dem Verkauf der Baugrundstücke will die Stadtverwaltung nur die klammen Kassen füllen. Diese Aussage plakatieren die Bürgerinitiativen derzeit an vielen Orten. Doch auch hier ist die Stadt anderer Ansicht. So heißt es in einer Pressemeldung: "Die Stadt Stutensee hat nach dem geltenden Haushaltsrecht keinen sanierungsbedürftigen Haushalt. Schulden werden durch die Erschließung des Lachwaldes nicht abgebaut. Auf einer Teilfläche des Lachwaldes soll bezahlbarer und geförderter Wohnraum realisiert werden. Zusätzliche Einnahmen werden in die für alle notwendige Infrastruktur der Stadt investiert." Insgesamt sollen 70 Prozent der Flächen verkauft werden, 30 Prozent sollen im städtischen Besitz bleiben.

Wer soll überhaupt im Lachwald bauen?

"Durch ein Wohngebiet auf einer südlichen Teilfläche des Lachwaldes können wir mit einem durchdachten Gesamtkonzept viele Anforderungen erfüllen: Bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum ebenso wie innovative Wohnkonzepte. Dabei soll die Chance genutzt werden, kommunale Wohnraumförderung in Stutensee über die Gründung einer städtischen Wohnungsgesellschaft oder Genossenschaft langfristig auf eine tragfähige Basis zu stellen", so Lukas Lang, Sprecher der Stadt Stutensee auf ka-news-Anfrage. Die konkrete Gestaltung des Wohngebiets solle dabei jedoch erst im weiteren Verlauf nach und nach entwickelt.

Soll das Land komplett für Wohnfläche verwendet werden?

"Es geht darum, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, vor allem bezahlbaren und geförderten; möglichst auch einen guten Teil barrierefrei. Wie dies im Detail gestaltet und die unterschiedlichen Bedürfnisse zusammengebracht werden, soll in breiten Bürgerbeteiligungsprozessen wie aktuell 'Zukunft Stutensee-Wohnen' gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt entwickelt werden.", lautet hier die Stellungnahme der Stadt.

Wird es dort dann nur sozialen Wohnungsbau gehen?

Auch zu dieser Frage bezieht Lang Stellung: So werde es kostengünstigen und geförderten Wohnraum geben, aber für eine "gute soziale Durchmischung" soll es auch die Möglichkeit geben, Eigentum zu erwerben. "Des Weiteren soll altersgerechter und auch barrierefreier Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten und für alle Altersgruppen entstehen", so Lang.

Bei einer Bürgerinformation gibt die "Allianz für Stutensee" an, dass ein Umweltgutachten den ökologischen Wert des Lachwalds prüfen soll. Liegt das Gutachten zum Bürgerentscheid schon vor?

Auf diese Frage antwortet Lang: "Die Artenschutz- und Umweltgutachten werden derzeit auf Grundlage des Aufstellungsbeschlusses zum Plangebiet 'Lachwald II' erstellt." Ein Ergebnis teilt er auf ka-news-Anfrage nicht mit.

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Kommentare (10)
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  •   IchKA
    (718 Beiträge)

    17.02.2018 18:45 Uhr
    Sehr suggestiv ka-news
    ihre Überschrift lautet : .... haben die Stutenseer die Wahl zwischen einem neuen Wohngebiet und einem Grünstück.

    Das würde ja bedeuten, dass es kein neues Wohngebiet geben wird, wenn der Lachwald nicht abgeholzt wird.
    Und das ist eben falsch, denn es gibt noch 18 ha weitere Flächen.
    Warum sollen die nicht angekauft werden, wenn es bei 70% der Wohnungen um ganz normale Wohnungen un d Preise des freien Marktes geht und eben nicht um sozialen Wohnungsbau.
    Das davor liegende Feld bebauen, Lachwald stehen lassen und dann haben die Neubewohner und die Büchiger den Wald erhalten. Die Ausführungen der Stadtverwaltung sind nicht glaubwürdig und konkret genug.
    Klassisches Verlautbarungsgerede der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit.
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  •   Mosherhead
    (187 Beiträge)

    17.02.2018 17:04 Uhr
    Wer morgen nicht wählen geht
    stimmt indirekt für nein. Wem das Thema egal ist sollte trotzdem wählen und ungültig stimmen, also Stimmzettel ungültig machen.
    https://beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de/de/informieren/wie-beteilige-ich-mich/kommune/buergerbegehren-und-buergerentscheid/
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  •   Darth_Vader
    (779 Beiträge)

    17.02.2018 14:18 Uhr
    Was redet der denn?
    "Es geht darum, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, vor allem bezahlbaren und geförderten; möglichst auch einen guten Teil barrierefrei."

    Weshalb sollen dann die übrigen 70% teuer verkauft werden? Weshalb sieht man nicht die Gesamtfläche dafür vor? Geht es vielleicht doch vornehmlich ums Geld einnehmen, um die Haushaltslöcher temporär zu stopfen?
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    17.02.2018 13:47 Uhr
    Ein Mischgebiet
    mit gefördertem Wohnungsbau und Eigentumswohnungen. Träumt weiter.
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  •   teflon
    (2605 Beiträge)

    17.02.2018 12:51 Uhr
    Mal sehen, für
    welche Gruppe aus dem Lachwald der Trauerwald wird - mein Tip ist, dass die Bürger den Bebauungsplan ganz knapp ablehnen werden.
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  •   dipfele
    (5159 Beiträge)

    17.02.2018 22:56 Uhr
    Hoffentlichkommet die Ablehnung.....
    ..... Wälder sind wichtig für unser Ökosystem. Und wenn es sowieso 18 Hektar Bauland gibt, wo kein Wald geopfert werden muss, dann muss eben zuerst dort Wohnraum geschaffen werden.
    Finger weg vom Wald !!!
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  •   diesel
    (24 Beiträge)

    17.02.2018 12:27 Uhr
    Hör doch jetzt auf zu heulen
    Morgen ist die Abstimmung und dann weiß man mehr. Ich bin wie gesagt dafür, dass dieses stadteigene Grundstück bebaut wird.
    Ich hoffe die Bürger beteiligen sich morgen an der Wahl und es gibt danach kein Nachtreten und Rumjammern sondern gute Verlierer. Ich könnte mir bei einem Nein aber vorstellen, dass in Büchig sabotiert wird.... wir sind gespannt
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  •   EinBuechiger
    (49 Beiträge)

    17.02.2018 13:18 Uhr
    Was hat das mit "heulen" zu tun,
    wenn man aufzeigt, mit welchen Mitteln da gearbeitet wird, und auf Falsche Aussagen hinweist?
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  •   EinBuechiger
    (49 Beiträge)

    17.02.2018 11:50 Uhr
    Herr Kaute
    "Am Sonntag, 18. Februar, haben die Stutenseer die Wahl zwischen einem neuen Wohngebiet und einem Grünstück: Soll der Lachwald bebaut werden oder nicht?"

    Das ist so nicht richtig.

    Es wird folgendes abgestimmt:

    „Sind Sie dafür, dass der Lachwald in seiner jetzigen Form erhalten bleibt und der Beschluss des Gemeinderats zur Aufstellung eines Bebauungsplans „Lachwald II“ aufgehoben wird?“

    Der Bürger hat also die Wahl, den Beschluß aufzuheben, oder nicht.
    Was bei Nichtaufhebung passiert/gebaut wird steht noch in den Sternen.
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  •   EinBuechiger
    (49 Beiträge)

    17.02.2018 10:33 Uhr
    Die Verarscherei kennt keine Grenzen.
    Auf die Frage: "Wird es dort dann nur sozialen Wohnungsbau geben?" wird mit den üblichen ausweichenden Phrasen geantwortet. Man will immer noch suggerieren, es sei sozialer Wohnbaund nicht zugeben, daß das geplante nichts mit sozialem Wohnbau zu tun hat. Stattdessen baut man in die Antwort Worte wie "kostengünstig", "gefördert", "sozial" etc. ein.
    Man will die Bürger immer noch verkohlen:

    "Auch zu dieser Frage bezieht Lang Stellung: So werde es kostengünstigen und geförderten Wohnraum geben, aber für eine "gute soziale Durchmischung" soll es auch die Möglichkeit geben, Eigentum zu erwerben. "Des Weiteren soll altersgerechter und auch barrierefreier Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten und für alle Altersgruppen entstehen", so Lang."

    Jetzt sagt es doch einmal laut und deutlich, es tut bestimmt nicht weh:
    ES WIRD KEINEN SOZIALEN WOHNUNGBAU GEBEN
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