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Karlsruhe/Bruchsal/Malsch Entlastung für die Pendler auf der A5: Können neue Ausfahrten entstehen?

Für die Pendler und Fahrer, die im Raum Karlsruhe auf der Autobahn unterwegs sind, ist es jeden Tag auf's neue ein großes Ärgernis: Fehlende Ausfahrten und dadurch Umwege, die in Kauf genommen werden müssen. Doch gerade zwischen Karlsruhe und Bruchsal und bei Malsch könnte die A5 noch eine Auf- und Abfahrt vertragen.

Zwischen Bruchsal und der Abfahrt Karlsruhe-Nord klafft auf einer Strecke von knapp 18 Kilometern ein Loch. Keine Ausfahrt weit und breit. Wer hier im Stau steht hat schlicht und ergreifend einfach Pech, kann nicht vorher abfahren und sich eine Umleitung suchen. Oder wer beispielsweise in Weingarten arbeitet und aus Rheinstetten anfährt hat ebenfalls Pech, der muss sich ab Karlsruhe-Nord über Bundesstraßen nach Weingarten quälen. Hier fehlt auf der A5 - zumindest nach dem Empfinden einiger Autofahrer - eine Ausfahrt. 

A5: Autobahnausfahrt Bruchsal/Bretten gesperrt
A5 bei Bruchsal: Zwischen Karlsruhe-Nord und Bruchsal gibt es auf einer Strecke von knapp 18 Kilometern keine Abfahrt. | Bild: ErS

Neue Anschlussstellen müssen hohe Ansprüche erfüllen

Dabei sprechen die Zahlen der Verkehrszählung in diesen Bereichen quasi für sich: Im Jahr 2016 hat die automatische Straßenverkehrszählung hinter Grötzingen auf der B3 ergeben, dass von 14.230 Fahrzeugen in 24 Stunden 432 Schwerlastverkehr waren. Das entspricht einem Anteil von 3 Prozent. In Weingarten selbst erhöht sich diese Zahl deutlich: Im Jahr 2015 waren von 9.300 Fahrzeugen am Tag 1.970 Schwerlastverkehre - macht einen Anteil von mehr als 21 Prozent.

Auch auf der B3 kurz vor der Anschlussstelle Rastatt findet sich ein ähnliches Bild: In der letzten Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 waren hier von fast 9.000 Fahrzeugen am Tag mehr als 1.600 Laster. Auch hier ergibt das eine Quote von 18 Prozent. 

Doch so einfach eine Autobahnabfahrt planen und dann auch bauen ist laut Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) nicht möglich. "Neue Anschlussstellen werden seitens des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur (BMVI, Anm. d. Red.) als Einzelfall geprüft. Diese müssen sehr strenge Anforderungen erfüllen", so ein Sprecher des RP gegenüber ka-news. "Zudem muss der Antrag hinreichend und belastbar begründet werden!" Dann wird etwa auf die technische Machbarkeit wie beispielsweise der Mindestabstand zwischen zwei Anschlussstellen, die verkehrliche Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit geprüft. 

Ausfahrt Schild
Ausfahrt an einer Autobahn (Symbolbild). | Bild: pixabay.com @ davidSofiLayla

Auch das Thema Verkehrssicherheit steht ganz weit oben auf der Liste mit Anforderungen: "Betrachtet man die Unfalldaten für einen größeren Abschnitt auf der A5, so erkennt man, dass die Unfallhäufungspunkte immer an den Anschlussstellen liegen", so der RP-Sprecher gegenüber ka-news weiter. Denn hier seien die Eingriffe in den Verkehrsfluss besonders hoch. 

Richtung Bruchsal auf fast 18 km keine Anschlussstelle

Im Schnitt liegt der Abstand zwischen zwei Autobahnabfahrten auf dem Abschnitt zwischen Walldorf und Offenburg zwischen 8 und 16 Kilometern. Dabei empfiehlt die Richtlinie für die Anlage von Autobahnen (RAA) bei stark belasteten Strecken wie der A5 einen Mindestabstand von 8 Kilometern, so das RP weiter.

Doch zwischen Bruchsal und Karlsruhe findet sich auf fast 18 Kilometern keine Ausfahrt. Und so schnell wird es da, zum Leidwesen der Pendler und Autofahrer, bestimmt auch keine geben. Denn statt zusätzlicher Anschlussstelle plant die Stadt Karlsruhe in Eigenregie die Südumfahrung Hagsfeld, mit direktem Anschluss an die Autobahn in Karlsruhe-Nord.

Autobahn Schild
Nach der Abfahrt Karlsruher Nord kommt erstmal lange Zeit nichts. | Bild: Florian Kaute

Kein Anschluss bei Malsch und verstopfte B3

So oder so ähnlich verhält es sich auch zwischen den Anschlussstellen Karlsruhe-Süd und Rastatt. Hier liegen zwischen den beiden Abfahrten etwas mehr als 15 Kilometer. Doch mittendrin, etwa 10 Kilometer südlich der Abfahrt Karlsruhe-Süd, hat beispielsweise die Firma Dachser Logistik ein großes Lager. Ohne direkten Zugang zur Autobahn.

Die Laster der Firma oder auch die anderer Speditionen und Firmen in der Nähe, suchen sich ihren Weg ebenfalls übers Land entweder Richtung Rastatt-Nord oder nach Karlsruhe-Süd - und dabei verstopfen sie gerne mal die B3. 

 

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Jedoch werden die Firmen im Malscher Industriegebiet auch weiterhin auf eine eigenen Knotenpunkt warten müssen. "Das Thema Autobahnanschluss Malsch ist nicht neu und beschäftigt uns ebenfalls schon seit mehreren Jahren", so ein Pressesprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe gegenüber ka-news weiter.

Die Gemeinde Malsch hat bereits Unterlagen erarbeitet für eine Abfahrt an der A5, und die auch dem BMVI und dem RP Karlsruhe vorgelegt. "Die Prüfung durch das BMVI ergab allerdings, dass eine neue Zufahrt bei Malsch aufgrund der Unterschreitung der Mindestabstände von Anschlussstellen sowie der untergeordneten Fernverkehrsrelevanz aus Sicht des Ministeriums keine Realisierungschancen besitzt", so der Sprecher des RP abschließend. Denn obwohl zwischen Malsch und Karlsruhe-Süd 10 Kilometer liegen würden, zwischen einer eventuellen Anschlussstelle Malsch und Rastatt aber nur etwas mehr als 5 Kilometer - und daher gibt es keine direkte Zufahrt. 

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Kommentare (38)
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  •   Realist22
    (247 Beiträge)

    30.05.2018 10:23 Uhr
    So weit denken grüne nicht.
    Das würde zu viel Energie kosten :D
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  •   labbapaloema
    (69 Beiträge)

    30.05.2018 09:50 Uhr
    Verarsche hoch 10
    "Im Schnitt liegt der Abstand zwischen zwei Autobahnabfahrten auf dem Abschnitt zwischen Walldorf und Offenburg zwischen 8 und 16 Kilometern."
    Geiler Schnitt, überaus aussgakräftig :D

    Diese Mindestabstandswerte zwischen Ausfahrten erinnern mich an die Mindestabstandswerte der braunen Unterrichtungstafeln, die an den Autobahnen stehen und an den sich wahrscheinlich auch nur der Regierungsbezirk KA daran hält.

    Karlsruhe und sein Landkreis wird mal wieder verarscht! Und die hiesigen Politiker im Gemeinderat, Landtag und Bundestag setzen sich nicht oder zu wenig ein!
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  •   Mili
    (1273 Beiträge)

    30.05.2018 09:01 Uhr
    Das Beste an der Behelfsausfahrt bei Malsch ist...
    ... wenn Stau in diesem Bereich auf der A5 ist, steht die "Schmiere" da und schaut, dass ja keiner hier rausfährt. Bleibt ihr nur alle mal auf der Autobahn !
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  •   Abgefahren73
    (3 Beiträge)

    30.05.2018 09:11 Uhr
    Es handelt sich rein rechtlich...
    Bei Malsch nicht um eine Behelfsausfahrt wie im Artikel beschrieben, sondern um eine Behelfszufahrt für Einsatzkräfte und um nichts anderes.
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  •   Litespeed
    (3 Beiträge)

    30.05.2018 10:19 Uhr
    und trotzdem wird die Behelfs-Zufahrt....
    und trotzdem wird die Behelfs-Zufahrt, zu jeder Tages und Nachtzeit rege von "privaten" PKW's genutzt.
    Hier sollten noch viel öfter Kontrollen durchgeführt werden.
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  •   Mili
    (1273 Beiträge)

    30.05.2018 12:47 Uhr
    Und?
    Wen stört's ?
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    30.05.2018 13:51 Uhr
    Auf die Autobahn
    ausserhalb der zulässigen Anschlußstellen auf- und abzufahren ist kein Kavaliersdelikt. Das ist ungefähr genauso wie Rückwärts- oder Geisterfahren. Das hat man vielleicht in den 70ern gemacht, aber da sind wir etwas weiter. Der Führerschein dürfte da für eine Weile weg sein, falls dabei ein Unfall verursacht wird für eine sehr lange ganze Weile. Es gibt einfach Sachen wo man sagen muss: Des geht gar net.

    Wenn an solchen Stellen bei einer Vollsperrung der ohnehin schon stehende Verkehr von der Polizei ausgeleitet wird - das ist ganz was anderes.
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  •   Mili
    (1273 Beiträge)

    30.05.2018 14:23 Uhr
    Na so was
    In den 70ern hab ich meinen Schein gemacht !
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    30.05.2018 14:47 Uhr
    Dann
    pass schön drauf auf! grinsen

    Also in den 70ern durfte ich selbst noch nicht, aber soweit ich das damals mitbekommen habe war diese Praxis wirklich völlig normal. Natürlich schon genauso verboten, aber ich denke nicht, dass das grosse Folgen hatte wenn man erwischt wurde, wie vieles andere auch nicht. Wenn da unter den Augen der Polizei noch bei hellrot durchgewitscht bist hast halt einen Anschiss gekriegt, das wars.
    Allerdings meine ich, dass grade in Italien und Frankreich natürlich noch viel chaotischer gefahren wurde. Nur dort hat man irgendwann einen Strich gezogen und die Strafen wirklich empfindlich erhöht, während man bei uns immer nur so larifari rumgedoktert hat. Mit dem Erfolg, dass unsere Strafen bis auf wenige Ausnahmen im Schnitt eigentlich immer noch lächerlich sind.

    Aber das geht jetzt ein bisschen arg OT. grinsen
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  •   Abgefahren73
    (3 Beiträge)

    30.05.2018 13:13 Uhr
    Verunfallte...
    Opfer stört es wen Rettungskräfte durch verbotenerweise abfahrende oder parkender Pkw's (z.B. FR Rastatt) nicht mehr auffahren können . Wäre nicht das erste mal das es zu einer solchen Situation kommt und Einsatzfahrten abgebrochen werden müssen bzw sich erheblich verzögern.
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