38  

Karlsruhe/Bruchsal/Malsch Entlastung für die Pendler auf der A5: Können neue Ausfahrten entstehen?

Für die Pendler und Fahrer, die im Raum Karlsruhe auf der Autobahn unterwegs sind, ist es jeden Tag auf's neue ein großes Ärgernis: Fehlende Ausfahrten und dadurch Umwege, die in Kauf genommen werden müssen. Doch gerade zwischen Karlsruhe und Bruchsal und bei Malsch könnte die A5 noch eine Auf- und Abfahrt vertragen.

Zwischen Bruchsal und der Abfahrt Karlsruhe-Nord klafft auf einer Strecke von knapp 18 Kilometern ein Loch. Keine Ausfahrt weit und breit. Wer hier im Stau steht hat schlicht und ergreifend einfach Pech, kann nicht vorher abfahren und sich eine Umleitung suchen. Oder wer beispielsweise in Weingarten arbeitet und aus Rheinstetten anfährt hat ebenfalls Pech, der muss sich ab Karlsruhe-Nord über Bundesstraßen nach Weingarten quälen. Hier fehlt auf der A5 - zumindest nach dem Empfinden einiger Autofahrer - eine Ausfahrt. 

A5: Autobahnausfahrt Bruchsal/Bretten gesperrt
A5 bei Bruchsal: Zwischen Karlsruhe-Nord und Bruchsal gibt es auf einer Strecke von knapp 18 Kilometern keine Abfahrt. | Bild: ErS

Neue Anschlussstellen müssen hohe Ansprüche erfüllen

Dabei sprechen die Zahlen der Verkehrszählung in diesen Bereichen quasi für sich: Im Jahr 2016 hat die automatische Straßenverkehrszählung hinter Grötzingen auf der B3 ergeben, dass von 14.230 Fahrzeugen in 24 Stunden 432 Schwerlastverkehr waren. Das entspricht einem Anteil von 3 Prozent. In Weingarten selbst erhöht sich diese Zahl deutlich: Im Jahr 2015 waren von 9.300 Fahrzeugen am Tag 1.970 Schwerlastverkehre - macht einen Anteil von mehr als 21 Prozent.

Auch auf der B3 kurz vor der Anschlussstelle Rastatt findet sich ein ähnliches Bild: In der letzten Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 waren hier von fast 9.000 Fahrzeugen am Tag mehr als 1.600 Laster. Auch hier ergibt das eine Quote von 18 Prozent. 

Doch so einfach eine Autobahnabfahrt planen und dann auch bauen ist laut Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) nicht möglich. "Neue Anschlussstellen werden seitens des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur (BMVI, Anm. d. Red.) als Einzelfall geprüft. Diese müssen sehr strenge Anforderungen erfüllen", so ein Sprecher des RP gegenüber ka-news. "Zudem muss der Antrag hinreichend und belastbar begründet werden!" Dann wird etwa auf die technische Machbarkeit wie beispielsweise der Mindestabstand zwischen zwei Anschlussstellen, die verkehrliche Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit geprüft. 

Ausfahrt Schild
Ausfahrt an einer Autobahn (Symbolbild). | Bild: pixabay.com @ davidSofiLayla

Auch das Thema Verkehrssicherheit steht ganz weit oben auf der Liste mit Anforderungen: "Betrachtet man die Unfalldaten für einen größeren Abschnitt auf der A5, so erkennt man, dass die Unfallhäufungspunkte immer an den Anschlussstellen liegen", so der RP-Sprecher gegenüber ka-news weiter. Denn hier seien die Eingriffe in den Verkehrsfluss besonders hoch. 

Richtung Bruchsal auf fast 18 km keine Anschlussstelle

Im Schnitt liegt der Abstand zwischen zwei Autobahnabfahrten auf dem Abschnitt zwischen Walldorf und Offenburg zwischen 8 und 16 Kilometern. Dabei empfiehlt die Richtlinie für die Anlage von Autobahnen (RAA) bei stark belasteten Strecken wie der A5 einen Mindestabstand von 8 Kilometern, so das RP weiter.

Doch zwischen Bruchsal und Karlsruhe findet sich auf fast 18 Kilometern keine Ausfahrt. Und so schnell wird es da, zum Leidwesen der Pendler und Autofahrer, bestimmt auch keine geben. Denn statt zusätzlicher Anschlussstelle plant die Stadt Karlsruhe in Eigenregie die Südumfahrung Hagsfeld, mit direktem Anschluss an die Autobahn in Karlsruhe-Nord.

Autobahn Schild
Nach der Abfahrt Karlsruher Nord kommt erstmal lange Zeit nichts. | Bild: Florian Kaute

Kein Anschluss bei Malsch und verstopfte B3

So oder so ähnlich verhält es sich auch zwischen den Anschlussstellen Karlsruhe-Süd und Rastatt. Hier liegen zwischen den beiden Abfahrten etwas mehr als 15 Kilometer. Doch mittendrin, etwa 10 Kilometer südlich der Abfahrt Karlsruhe-Süd, hat beispielsweise die Firma Dachser Logistik ein großes Lager. Ohne direkten Zugang zur Autobahn.

Die Laster der Firma oder auch die anderer Speditionen und Firmen in der Nähe, suchen sich ihren Weg ebenfalls übers Land entweder Richtung Rastatt-Nord oder nach Karlsruhe-Süd - und dabei verstopfen sie gerne mal die B3. 

 

Vollbildanzeige

Jedoch werden die Firmen im Malscher Industriegebiet auch weiterhin auf eine eigenen Knotenpunkt warten müssen. "Das Thema Autobahnanschluss Malsch ist nicht neu und beschäftigt uns ebenfalls schon seit mehreren Jahren", so ein Pressesprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe gegenüber ka-news weiter.

Die Gemeinde Malsch hat bereits Unterlagen erarbeitet für eine Abfahrt an der A5, und die auch dem BMVI und dem RP Karlsruhe vorgelegt. "Die Prüfung durch das BMVI ergab allerdings, dass eine neue Zufahrt bei Malsch aufgrund der Unterschreitung der Mindestabstände von Anschlussstellen sowie der untergeordneten Fernverkehrsrelevanz aus Sicht des Ministeriums keine Realisierungschancen besitzt", so der Sprecher des RP abschließend. Denn obwohl zwischen Malsch und Karlsruhe-Süd 10 Kilometer liegen würden, zwischen einer eventuellen Anschlussstelle Malsch und Rastatt aber nur etwas mehr als 5 Kilometer - und daher gibt es keine direkte Zufahrt. 

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (38)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Gaensebluemchen
    (526 Beiträge)

    30.05.2018 22:22 Uhr
    Das übliche Geeiere ...
    ... in unseren Behörden! Möglichst lange aussitzen und in Deckung bleiben, idealerweise bis zur Pensionierung.
    Oder auch gerne wichtig tun, vorzugsweise zu Themen, zu denen zwar schon alles gesagt wurde, nur eben noch nicht von jedem.
    Beide Anschlüsse schnellstmöglich anlegen! Wobei da schon wieder so eine Vokabel vorkommt, die in keiner Dienstanweisung steht ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   art5gg
    (537 Beiträge)

    30.05.2018 19:25 Uhr
    Solange in Karlsruhe so ein Affentanz um....
    ....zweite Rheinbrücke und Nordtangente veranstaltet wird, möchte man seitens des BMVI in dieser Ecke kein weiteres Faß aufmachen.
    Ist bei den "Kapazitäten" die im Rathaus Chaos anrichten durchaus nachvollziehbar.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Beobachter
    (86 Beiträge)

    30.05.2018 19:06 Uhr
    Ergänzung
    Die Ausfahrten sind Homersdorf, Plech, Weidensees und Pegnitz.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Beobachter
    (86 Beiträge)

    30.05.2018 19:04 Uhr
    Mindestabstand
    Offensichtlich gilt dieses "Gesetz" nur bei uns. Zu erst ging das ja bei der Südtangente auf gar keinen Fall. Zu nah
    an Durlach und erst recht zum Dreieck. Ich bin jahrelang die Strecke Nürnberg-Pegnitz gefahren. Es gibt dort
    sage und schreibe 4 Ausfahrten, auf einer Länge von nicht einmal 15 Km. Alle Ausfahrten, vielleicht außer der in Pegnitz bedienen nichts als absolute Pampa. Nachprüfbar und sichtbar bei Google Earth mit deutlichem Zoom.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    30.05.2018 23:33 Uhr
    Ist das
    die A6 Richtung Amberg? Da hört hinter Nürnberg sowieso die Welt auf. Dass es da überhaupt morgens hell wird ist fast ein Wunder. grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Beobachter
    (86 Beiträge)

    31.05.2018 14:24 Uhr
    Nein
    es ist die Strecke Nürnberg - Berlin A9
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   chris
    (666 Beiträge)

    30.05.2018 12:52 Uhr
    Ausfahrt seit Jahren überfällig...
    Die Ausfahrt zwischen KA-Nord und Bruchsal ist überfällig...dort sind es übrigens exakt 20 km!!!! Bin die Strecke selbst abgefahren. Eine Brücke besteht auch schon auf der Höhe von Weingarten...lediglich Rampen müssen dort hin. EIN WITZ, wenn man das mal umweltrechtlich betrachtet, sprich die Engergiebilanz dieser Umfahrten, hätte man schon allein aus Umweltschutzgründen eine Abfahrt dort bauen MÜSSEN!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Litespeed
    (3 Beiträge)

    30.05.2018 10:26 Uhr
    Ausfahrt bei Malsch
    Schön ist ja das hier die Bürger von Malsch am lautesten jammern! Wobei der komplette Verkehr doch gar nicht durch Malsch rollt! Neumalsch wird hier mit 24Stunden Dauer-PKW-LKW-Verkehr "erfreut"!

    Hier sitzen alle in einem Boot und rudern in die falsche Richtung! Rathaus, Gemeinderäte, LRA, alle zusammen sehen hier untätig zu und stellen auf Durchzug wenn man sie anspricht.
    Sei es aus finanziellen Gründen oder aus vorgeschobenen Verordnungen, es passiert nichts!

    Eine offizielle Autobahnausfahrt ist hier mehr als nötig, alleine schon um das immer größer werdende Industriegebiet von Malsch anfahren zu können, ohne dabei auf den Nerven der Anwohner von Neumalsch rumfahren zu müssen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   morgana
    (300 Beiträge)

    30.05.2018 10:17 Uhr
    Pendler sind auch Anwohner .....
    ...und oft GEGEN einen Anschluss, der ihnen den Durchgangsverkehr vor das Vorgärtchen beschert.
    Ich wohne in der Bruchsaler Südstadt. Möchte ich auf der A5 Richtung Karlsruhe fahren, muss ich ziemlich exakt 11 km Umweg fahren. Einfache Strecke. Auf dem Rückweg dasselbe noch einmal. Und alles mit entsprechendem Lärm und Abgasen.
    Und jeder LKW, der ebenfalls vom industrielastigen Südwestbereich von Bruchsal Richtung KA möchte, fährt diesselben 11km Umweg. Mit Lärm und Abgasen.
    Dabei könnten wir bei Büchenau die ideale Anschlussstelle im Grünen einrichten. Ich habe den Punkt bereits einmal thematisiert, aber schnell haben sich die "Pendler" gemeldet, die an der Strecke wohnen, die zur neuen Auffahrt führen würde. Im o.g. Fall wären das alle, die den aus Richtung Bretten kommenden Verkehr "abbekämen". Dabei wäre gerade dann, wenn der Verkehr ums Vorgärtchen eine echte Belastung wäre, ein Beleg dafür, wie sehr man diese Auffahrt brauchen würde.
    Fortsetzung folgt..
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   morgana
    (300 Beiträge)

    30.05.2018 10:20 Uhr
    Pendler sind Anwohner..
    Fortsetzung:
    Selbst ein grün angehauchter Zeitgenosse hatte sich gemeldet..., wegen der "Bodenversiegelung", die ein neuer Anschluss mit sich bringen würde.
    Dass aber zigtausende Fahrzeuge pro Monat jeweils für 22km mehr Sprit, Lärm und Abgase erzeugen, war für ihn offenbar das kleinere Problem
    So eine Anschlussstelle ist somit auch ein Politikum..
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 (4 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.