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Hanau Elf Tote in Hanau: Anschlag schockiert Politiker im Südwesten - "Ein Angriff auf unsere Gesellschaft, unsere Freiheit"

Ein schweres Gewaltverbrechen erschüttert Hanau. Insgesamt gibt es elf Tote, weitere Menschen werden schwer verletzt. Die Suche nach dem mutmaßlichen Täter endet erst nach Stunden. Der Fall gibt viele Rätsel auf. Jetzt ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe ermittelt nun.

+++ Aktualisierung 18.06 Uhr +++

Der mutmaßlich rechtsradikale und rassistische Anschlag von Hanau hat auch bei den Politikern in Baden-Württemberg Bestürzung und Trauer ausgelöst. "Der Landtag von Baden-Württemberg ist tief erschüttert von den rassistisch motivierten Morden in Hanau", teilte Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) am Donnerstag mit. "Sie sind ein direkter Angriff auf unsere Grundwerte und leider der neuerliche Beweis dafür, dass sich rechtsextremistische Täter durch ein verändertes Klima im Land ermutigt fühlen."

Nach Einschätzung der baden-württembergischen Grünen-Spitze hat Deutschland ein "massives Problem mit Rechtsterrorismus". "Für 'Wehret den Anfängen' ist es längst zu spät", teilten die Landeschefs Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand mit. Es sei beängstigend und beschämend, wenn sich Menschen nicht mehr sicher fühlen könnten, weil sie wegen ihres Aussehens, ihrer Herkunft oder ihrer Religion ins Fadenkreuz rechter Gewalt gerieten.

Grünen-Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz sprach von einer "regelrechten Mordserie von Rassisten". "Spätestens jetzt ist klar, dass wir unsere Demokratie und unser Wertesystem verteidigen müssen." Ein 43-jähriger Deutscher hatte am späten Mittwochabend im hessischen Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen. Nach Angaben des hessischen Innenministers gibt es Hinweise auf ein "fremdenfeindliches Motiv". Der Generalbundesanwalt ermittelt demnach wegen des Verdachts auf eine terroristische Gewalttat.

"Der schreckliche Anschlag in Hanau macht uns fassungslos"

Der Landes- und Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, forderte einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der sich mit dem rechten Terror und dem Rassismus in Deutschland beschäftigt. "Das erklärte Ziel rechtsextremer Terroristen und ihres parlamentarischen Arms, der AfD, ist die Destabilisierung unserer Demokratie und das Herbeiführen bürgerkriegsähnlicher Zustände." "Der schreckliche Anschlag in Hanau macht uns fassungslos", sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart.

"Es war ein Angriff auf unsere Gesellschaft, auf unsere Freiheit, auf unsere Demokratie. Rechtsextremistische Gewalt zielt auf alles, was uns wichtig ist." "Nach der Ermordung Walter Lübckes und dem antisemitischen Attentäter von Halle ist es das dritte tödliche rechtsextreme Attentat binnen eines Jahres", sagte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke.

"Die Tat darf nicht als Einzeltat eines Psychopathen bagatellisiert werden. Der rechtsextreme Terror in Deutschland hat im Jahr 2020 leider System. Politik, Ermittlungsbehörden, aber auch die gesamte Gesellschaft müssen diesem die Stirn bieten." "Jetzt muss Schluss sein mit allen Relativierungen! Es sind keine Einzeltäter, es sind nicht bloß Verrückte", sagte SPD-Landeschef Andreas Stoch.

SPD-Landeschef beschuldigt AfD

"Es sind rechtsextreme Terroristen, für die Menschenleben und unsere Demokratie nichts bedeuten. Und der Boden dafür wird von der AfD und anderen Rechtsradikalen innerhalb und außerhalb unserer Parlamente bereitet." Das Bündnis "Stuttgart gegen Rechts" rief zu einer spontanen Kundgebung um 18 Uhr auf dem Schlossplatz in der Innenstadt auf. Auch der örtliche Verdi-Bezirksvorstand rief die Menschen in Stuttgart auf, gegen den Terror ein Zeichen zu setzen.

Auch der Start in die heiße Phase der Fastnacht war nicht so unbeschwert wie sonst. "Ein Auge ist mit Tränen gefüllt", sagte der Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN), Roland Wehrle. "Man denkt sich: Das kann doch alles nicht wahr sein? Wie können Leute in dieser Art und Weise Andere zu Schaden kommen lassen?"

+++ Aktualisierung 14.12 Uhr +++

Die Bundesanwaltschaft will am Donnerstag um 15 Uhr eine Erklärung zu dem rassistischen Anschlag von Hanau abgeben. Dann werde über den aktuellen Stand der Ermittlungen informiert, teilte die Karlsruher Behörde am Donnerstag mit. Generalbundesanwalt Peter Frank hatte die Ermittlungen zu der Gewalttat noch in der Nacht übernommen.

+++ Ursprungsmeldung +++

Nach mehreren Gewalttaten mit vielen Toten in Hanau sind nach Informationen aus Sicherheitskreisen ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden worden. Beides werde nun ausgewertet, das Motiv sei noch unklar, hieß es heute. Zuerst hatte die "Bild" darüber berichtet.

In der hessischen Stadt waren am Mittwochabend neun Menschen an zwei verschiedenen Orten erschossen worden. Stunden nach dem Verbrechen entdeckte die Polizei die Leiche des mutmaßlichen Todesschützen in seiner Wohnung. Dort fanden Spezialkräfte auch noch eine weitere tote Person. "Aktuell gibt es keine Hinweise auf weitere Täter", berichtete die Polizei am frühen Donnerstagmorgen auf Twitter.

Ein Teilnehmer einer Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin übt scharfe Kritik an den «asozialen Medien».
Ein Teilnehmer einer Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin übt scharfe Kritik an den «asozialen Medien». | Bild: Kay Nietfeld/dpa

Die Bundesregierung reagierte bestürzt auf das Verbrechen. Die ersten Schüsse fielen den Ermittlern zufolge am Mittwoch gegen 22.00 Uhr.

"Die Gedanken sind heute Morgen bei den Menschen in Hanau, in deren Mitte ein entsetzliches Verbrechen begangen wurde", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstagmorgen auf Twitter. "Tiefe Anteilnahme gilt den betroffenen Familien, die um ihre Toten trauern", fügte er hinzu. Seibert äußerte die Hoffnung, dass die Verletzten bald wieder gesund werden.

Die Leichen von zwei Anschlagsopfern werden in Hanau-Kesselstadt abtransportiert.
Die Leichen von zwei Anschlagsopfern werden in Hanau-Kesselstadt abtransportiert. | Bild: Uwe Anspach/dpa

Auch der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky zeigt sich in einer Sondersendung von "Bild live" erschüttert über die Gewalttaten. "Das war ein furchtbarer Abend, der wird uns sicherlich noch lange, lange beschäftigen und in trauriger Erinnerung bleiben."

Eine Frau in Hanau trauert.
Eine Frau in Hanau trauert. | Bild: Boris Roessler/dpa

Die Hanauer Bundestagsabgeordnete Katja Leikert sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ich bin erschüttert darüber, was passiert ist." Auf Twitter schrieb sie: "In dieser fürchterlichen Nacht in Hanau wünsche ich den Angehörigen der Getöteten viel Kraft und herzliches Beileid." Und: "Den Verletzten eine hoffentlich schnelle Genesung. Es ist ein echtes Horrorszenario für uns alle. Danke an alle Einsatzkräfte."

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  •   redaktion
    (1253 Beiträge)

    20.02.2020 10:27 Uhr
    Liebe Kommentatoren,
    ...uns ist ein Fehler unterlaufen. Unter dieser Meldung hätte der Kommentarbereich nicht geöffnet sein dürfen. Dafür bitten wir um Entschuldigung. Wir werden die schon vorhandenen Kommentare sperren, allerdings auf die Verwarnungen verzichten.
    Viele Grüße
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  •   schmidmi
    (2256 Beiträge)

    20.02.2020 09:50 Uhr
    Es wird immer schlimmer!
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
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